Es ist Sommer! Lange Tage, kurze Kleidung, Freibad und Eis. Doch kommen nur wenige unter der Woche in den Genuss des Sommerfeelings. Für die anderen heißt es: Schwitzen bei Hitze im Büro – und das nicht zu wenig. Aber müssen wir bei Höchsttemperaturen im stickigen Büro arbeiten? Und wie wirkt sich die Hitze eigentlich auf unseren Körper aus?

Ein Text von Constanze Gollbach

In unserem Redaktionsbüro sieht es nicht anders aus. Daniel ist meistens der Erste im Büro. Sein morgendlicher Ablauf: Computer an, Türen und Fenster auf. Erst mal richtig stoßlüften. Nach und nach trudeln die anderen ein und die Computer laufen auf Hochtouren. Wir merken, dass es in unserem Eck-Büro langsam aber sicher wärmer wird. Also schnell Fenster zu, Jalousien runter und hoffen, dass es nicht zu heiß wird. Doch gegen Nachmittag sind die Temperaturen so hoch, dass unsere Motivation ganz schön nachlässt. Die Hitze im Büro macht uns fertig.

Unsere Betriebsärztin Dr. med. Gertrud Willert-Latsch erklärt uns, was da eigentlich genau mit unserem Körper passiert: „Unter starkem Wärmeeinfluss und vermehrten Schwitzen kann es zu Mineralhaushaltverschiebungen, Salz- und Flüssigkeitsverlust im Körper kommen. Erschöpfungserscheinungen, Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme sind die Folgen.“ Alles Symptome, die wir kennen. Aber einfach nach Hause gehen, ist nicht drin. Hitzefrei gibt es in der Arbeitswelt nicht mehr.

Ciao Chef, Hallo Freibad?!

Trotzdem müssen wir den Temperaturen nicht einfach ausgeliefert sein. Die Arbeitsstättenregelung Raumtemperatur setzt verschiedene Temperaturschwellen fest. Grundsätzlich sollte die Raumtemperatur sechs Grad niedriger als die Außentemperatur sein. Von 26 bis 35 Grad ist der Arbeitgeber verpflichtet, Maßnahmen zur Hitzereduzierung im Büro vorzunehmen. Das heißt so viel wie: Fenster abdunkeln, unnötige Geräte ausschalten, den Dresscode lockern und Getränke bereitstellen. Geräte ausstellen ist bei uns eher schlecht, aber beim Rest können wir einen Haken machen.

Sollte das Thermostat 35 Grad und höher anzeigen, ist das Büro schlussendlich nicht mehr zum Arbeiten geeignet. Wenn manch einer aber denkt, dass es dann „Auf Wiedersehen Chef und Hallo Freibad“ heißt, der hat sich getäuscht. Auch bei fast 40 Grad müssen wir bleiben, vorausgesetzt wir bekommen einen kühlen Raum zur Verfügung gestellt.

Der Hitze im Büro entgegenwirken

Ziel sollte es sein, eine Temperatur unter 26 Grad zu erreichen. Für unsere Jungs immer noch zu warm, für mich genau richtig. Damit die aber keinen Hitzeschock erleiden müssen, rät unsere Fachärztin zu frühem Arbeitsbeginn, gutem Durchlüften, ausreichender Getränkeversorgung und geordneten Pausen. Eine kalte Nackenkompresse oder Befeuchten der Unterarme ist ebenfalls sinnvoll.

Um die Motivation wieder zu steigern, ist unser extra Tipp: Eine kleine Eis-Pause. Ist lecker und kühlt ab. Trotzdem sind wir alle froh, sobald wir unsere verschwitzen Körper endlich Richtung Feierabend befördern können. Denn der nächste Tag in der Bürosauna erwartet uns bereits.

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