„Das ist eh nichts für mich, da werden nur Überflieger mit Einserschnitt aufgenommen“ – viele Studenten haben Vorurteile über Stipendien. Wir erklären dir, warum ein Stipendium viele Vorteile hat und wo du dich bewerben kannst.

Ein Text von Nikoleta Velioglou

Was sind Stipendien?

Kurz und knapp: Ein Stipendium ist eine finanzielle Ausbildungsförderung, die du als Student beantragen kannst. Wenn du die Voraussetzungen erfüllst, kannst du mithilfe dieser Finanzspritze in deinem Studium bis zu 1.035 Euro im Monat bekommen. Das Geld musst du nicht zurückzahlen. Bei der Geldvergabe werden nicht nur hochqualifizierte Studenten berücksichtigt. Geld kann jeder erhalten, der einen Bachelor, Master, ein Staatsexamen oder eine Promotion macht. 13 staatliche Begabtenförderungswerke bzw. Studienstiftungen des deutschen Volkes unterstützen Studenten mit Stipendien.

Und für was ist ein Stipendium gedacht? Stipendiaten erhalten pro Monat einen pauschalen Betrag. Ein Stipendium soll somit die Lebenshaltungskosten abdecken. Darüber hinaus gibt es auch Stipendien, die für Forschungsprojekte, Abschlussarbeiten oder Auslandsaufenthalte vergeben werden. Dabei soll eine Rückerstattung deiner Ausgaben bezahlt werden.

Welche Voraussetzungen gibt es eigentlich?

Damit du ein Stipendium erhalten kannst, gelten einige Kriterien: Du musst an einer Universität immatrikuliert sein. Dabei ist es nicht wichtig, ob du gerade mit deinem Studium angefangen hast oder ob du fast fertig bist.

Wenn du super Leistungen in der Schule oder im Studium erbringen kannst, hast du beim Stipendium gute Chancen. Dies ist ein wichtiger Anhaltspunkt für dein Talent (Abinote, Zwischenergebnisse im Studium, …).

Du bist gesellschaftlich engagiert? Bist im Verein, in einer Partei oder in der Kirche aktiv? Super, dann kannst du ebenso punkten. Förderwerke suchen Leute, die sich für andere Menschen einsetzen. Dafür schauen sie nach deinen persönlichen Erfahrungen. Es zählt alles, was anderen Menschen im Leben weitergeholfen hat.

Die Kriterien zur Bewerbung unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule voneinander. Deshalb solltest du dich bei deiner Hochschule darüber informieren.

Warum sind Stipendien so wichtig?

Stipendien geben Anreize für Spitzenleistungen. Dadurch, dass du für deine guten Noten ausgezeichnet wirst, stärkt es dein Selbstbewusstsein und soziales Engagement.

Die drei größten Stipendiengeber

Bekannte Begabtenförderungswerke sind die Studienstiftung des deutschen Volkes, die Konrad Adenauer Stiftung sowie die Friedrich Ebert Stiftung. Die Studienstiftung des deutschen Volkes ist das Größte von ihnen und fördert etwa 13.000 Begabte. Sie ist nicht weltanschaulich gebunden. Personen können mit allen möglichen Ansichten, Werten oder Religionen gefördert werden. Du kannst von Schulleitung oder Professorinnen aufgrund besonderer Leistung vorgeschlagen werden oder dich selbst bewerben.

Die Konrad Adenauer Stiftung fördert etwa 3000 Stipendiaten und steht der CDU nahe. Sie vertreten die Werte Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit. Ziel ist es, zukünftige Leistungseliten und Führungspersönlichkeiten in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Medien, Gesellschaft und Kultur zu fördern. Studierende, die an einer Hochschule für Kunst oder Musik immatrikuliert sind, haben besonders gute Chancen.

Die Friedrich Ebert Stiftung steht hingegen der SPD nahe und vertritt etwa 2000 Begabte. Ihre Ziele sind Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Sie möchten Studierende und Graduierte fördern, die aus Familien mit wenig Einkommen oder mit Migrationshintergrund kommen.

Was solltest du bei der Bewerbung beachten?

Das Motivationsschreiben ist meist das Wichtigste bei der Bewerbung. Gutachten von Lehrern oder Professoren dürfen auch nicht vergessen werden. Lese dir genau die Voraussetzungen deines Förderwerks durch. Daran kannst du dich orientieren.

Du studierst an der Hochschule Fulda? Dann ist Marie-Christine Lorsbach deine Ansprechpartnerin. Oder du bewirbst dich direkt auf den Homepages der staatlichen Stiftungen. Check die Bewerbungsfristen der staatlichen Stiftungen, und bewirb dich.

Bei folgenden Stiftungen kannst du dich bis März 2018 bewerben:
Bei der Studienstiftung des deutschen Volkes geht die Frist bis zum 15. Februar.
Die Hans-Böckler-Stiftung bietet dir an, sich bis zum 28. Februar zu bewerben.
Und wenn du für deine Bewerbung noch etwas länger Zeit brauchst, kannst du dich bei der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Evangelischen Studienwerk Villigst bis zum 1. März bewerben.

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QuelleFoto: Pixabay
Die Autoren:

Toni Spangenberg

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move36-Redakteur mit einem Faible für die Anime- und Mangaszene. Er nimmt Themen rund um Karriere und Politik in den Blick.