Wildes Gedränge im Stadtschloss Fulda. Heute wurden dort im Fürstensaal die neuen Erstsemestler willkommen geheißen. Zudem bekam die 27-jährige Studentin Kulthoumo Fumo aus Kenia den DAAD-Preis verliehen.

Der Fürstensaal im Stadtschloss Fulda platzte aus allen Nähten. Um 11 Uhr fand dort heute der Empfang der neuen Studierenden statt. „Die Statik des Saales stößt heute an ihre Grenzen. Wir sollten uns überlegen, im nächsten Jahr den Empfang ins Fußballstadion zu verlegen“, witzelte Bürgermeister Dag Wehner bei seiner Begrüßungsrede. Er hieß die Studenten willkommen und wies auf die Jubiläumsfeierlichkeiten in Folge des 1275 Stadtjubiläums hin.

Auch Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar, der bereits gestern die Studenten in Halle 8 begrüßte, war froh darüber, die hohe Anzahl von rund 2600 Erststudierende begrüßen zu dürfen. „Wir freuen uns als Hochschule Fulda sehr über die gute Resonanz, der wir auch gerecht werden wollen. In Fulda prägen viele junge Menschen das Stadtbild. Dies ist für die Region und die Stadt Fulda ein wertvoller Beitrag.“

Zu den 2600 Erstis zählte die Hochschule in diesem Semester zudem 300 internationale Studenten, die sich zum Wintersemester eingeschrieben haben. „Wir haben mit insgesamt 1200 internationalen Studenten, die an der Hochschule studieren, im Vergleich zu anderen Hochschulen einen weit über dem Durchschnitt liegen Prozentsatz, worauf wir unglaublich stolz sind,“ so Prof. Dr. Karim Khakzar.

DAAD-Preis an junge Kenianerin verliehen

 

 

Im Anschluss an die Begrüßungsreden wurde die 27-jährige Kulthoumo Fumo aus Kenia mit dem DAAD-Preis (Deutscher Akademischer Austauschdienst) ausgezeichnet. „In ihrem Heimatland Kenia gehört Fumo einer ethnischen Minderheit an und wuchs in einem Umfeld auf, in dem ein akademisches Studium für Frauen unüblich ist. Gegen erheblichen Widerstand hat sie ihren Weg jedoch konsequent und erfolgreich verfolgt“, erläuterte Prof. Dr. Khakzar in seiner Laudatio.

Nachdem Kulthoumo Fumo bereits in Nairobi als Ärztin gearbeitet hatte, entschloss sie sich, für ein Studium nach Fulda zu kommen, um ihr Wissen zu vertiefen und auszubauen. So studiert sie seit dem Sommersemester 2017 am Fachbereich Pflege und Gesundheit den Masterstudiengang Public Health. Zusätzlich nahm sie am Pre-Study für Internationale teil und schloss dort den Deutschkurs als Zweitbeste ab. Außerdem nahm sie zum Studienbeginn am Buddy-Programm teil. Dadurch machte sie sich schnell und bewusst mit Sprache und Kultur vertraut und schloss neue Freundschaften.

Besonders beeindruckt zeigte sich der Hochschulpräsident auch von ihrer Einsatzbereitschaft an der Hochschule Fulda. „Frau Fumo ist eine äußerst engagierte internationale Studentin, die sich als Tutorin auch in der Betreuung anderer Studierender einsetzt und sich bereits während ihres Studiums in ihrer Heimat für gesundheitliche Bildung stark machte, an öffentlichen Vorträgen teilnahm und ehrenamtlich in kleinen Dörfern außerhalb von Nairobi ärztliche Behandlungen und Aufklärungs-Sprechstunden anbot.“

“Der Selbstzweifel soll ihren Blick nicht trüben und sie nicht daran hindern, ihr Potential zu erreichen”

In ihrer Dankesrede sprach die 27-jährige Kenianerin davon, dass man im Leben Mut und eine positive Einstellung haben muss. Das habe sie schon früh gelernt. Ihre Eltern ermöglichten ihr den Weg zur Bildung und unterstützen sie bei ihrem Vorhaben. „Mein Wunsch Ärztin zu werden, hatte ich bereits als ich sieben Jahre alt war. Ich wollte Tierärztin werden, weil ich Katzen so sehr liebte, aber zwölf Jahre später befand ich mich in einem Anatomie-Saal und meine Träume hatten sich etwas geändert und ich schrieb mich in Human- statt in Tiermedizin ein“, erklärte Kulthoumo ihren Werdegang.

Außerdem gab sie den Neu-Studenten einen Rat mit auf den Weg: „Ich möchte alle ermutigen an den vielfältigen Programmen der Hochschule Fulda teilzunehmen. Gestalten sie ihren eigenen Lernprozess, probieren Sie eine neue Sportart aus oder gehen sie in einen Tanzkurs. Der Selbstzweifel soll ihren Blick nicht trüben und sie nicht daran hindern, ihr Potential zu erreichen“, so die abschließenden Worte der diesjährigen Preisträgerin.

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