Nach intensivem Ringen und heißem Diskutieren ist es schließlich vollbracht: Eine hochrangige Jury hat unter 27 Entwürfen die Sieger des Architekturwettbewerbs gekürt, der für den Neubau der ehemaligen Mühle Heyl ausgeschrieben worden war. Gewonnen hat das Atelier 30 aus Kassel mit seinem integrierenden Vorschlag. Bis 2020 sollen neue Räume für den Fachbereich Pflege und Gesundheit sowie eine Halle für den Hochschulsport entstehen.

“Aus Hochschulsicht ist das ein sehr erfreulicher Tag”, sagt Hochschulpräsident Karim Khakzar bei der offiziellen Vorstellung des Siegerentwurfs. Insgesamt fünf Vorschläge wurden aus den 27 eingereichten gekürt. Auf Platz eins hat es das Kasseler Atelier 30 geschafft. Wieder einmal: Denn das Architekturbüro hat bereits die neue Campus-Mitte mit Mensa, Bib und Studierenden Service Center gestaltet. Einen Bonus habe es aber nicht gegeben: “Das Verfahren war komplett anonym”, betont Khakzar. “Die Jury war selbst überrascht, als es am Ende hieß, der Entwurf sei von Atelier 30.” Dennoch freue man sich natürlich.

Ein erstes Modell des neuen Baus. Foto: Hochschule Fulda

Der Vorsitzende des Preisgerichts Prof. Dr. Franz Pesch begründete die Entscheidung vor allem mit der Integration der alten Mühle Heyl mit dem anstehenden Neubau: “Früher hat man an Häusern einfach weitergebaut, wenn sich der Bedarf geändert hat. Heute traut man sich das nicht mehr, sondern baut etwas Neues daneben. Nicht so bei unserem Sieger, die Architekten haben sich die Besonderheiten in der Moltkestraße genau angeschaut und eine tolle Kombination mit viel Charme aus Alt und Neu geleistet.”

Sie haben die Sieger vorgestellt (von links): Daniel Schreiner (Stadtbaurat der Stadt Fulda), Irene Bauerfeind-Roßmann (hess. Ministerium für Wissenschaft und Kunst), Prof. Dr. Karim Khakzar (Hochschulpräsident), Prof. Dr. Franz Pesch (Preisgerichtsvorsitzender) und Martin Haubs (Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen). Foto: Nico Bensing

Doch noch ein weiterer Punkt sei bei der Wahl ins Gewicht gefallen: Es gibt zwei Innenhöfe, in denen sich die Studierenden aufhalten und zurückziehen können. “So ein öffentlicher Raum war auch der Wunsche der Studierenden, das haben wir in Gesprächen mit dem AStA erfahren. Bei unserem Sieger ist die Hofsituation von besonderer Qualität.” Diese zwei Punkte haben letztlich den Ausschlag gegeben.

Jetzt gilt es erst einmal, die Details auszuarbeiten, Nachbesserungswünsche und Mängel zu diskutieren. Die Sieger müssen bis Mitte Juli also noch mal nachbessern, und zwar alle fünf. Das Atelier 30 hat den Auftrag nämlich noch nicht sicher, erst wenn alle Konzepte vorliegen wird entschieden, wessen Idee letztlich umgesetzt wird. Martin Haubs vom Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) machte allerdings klar, dass man sich natürlich an der Empfehlung der Hochschule orientieren werde. Das LBIH ist Bauherr des Projekts.

Baubeginn soll Ende 2017 sein. Veranschlagt sind laut Khakzar circa 37 Millionen Euro.

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