Drei Monate und 14 Tage ist er schon im Einsatz – Fuldas und Hessens erster E-Bus. Zeit, Bilanz zu ziehen. Fahren dich künftig nur noch E-Busse von A nach B oder macht die Rhönenergie die Rolle rückwärts?

Mehr als drei Monate ist Fuldas erster E-Bus jetzt im Einsatz. Zur Jungfernfahrt am 8. Oktober hieß es noch: Der Bus soll nur auf der stark frequentierten Linie 6 zwischen Stadtschloss und Hochschule fahren. Gesehen wurde er aber auch woanders. “Der war auf vielen Linien unterwegs, vordringlich aber auf Linie 6, weil er dort dauerhaft seinen Dienst verrichten soll”, erklärt Thomas Lang, Geschäftsführer bei Rhönenergie Verkehrsservice. “Wir sind aber auch auf der Linie 1 gefahren, waren sogar in der Rhön unterwegs, um zu erfahren, wie sich der Elektrobus auch auf anderen Strecken schlägt.”

4200 Kilometer auf dem Tacho

Seit seiner Jungfernfahrt hat das Fahrzeug 4200 Kilometer zurückgelegt. Und das ohne größere Mängel. Die Software bereitete dem E-Bus anfangs Probleme. “Das Energie- und Lademanagement in Verbindung mit der verbauten Wärmepumpe funktionierte nicht ganz einwandfrei. Die Technik ist aber auch ganz neu. Daher hatten wir natürlich Anpassungsbedarf”, sagt Lange.

Auch die tiefen Minusgrade lassen den E-Bus weitgehend kalt. “Die Kapazität der Batterien lässt zwar etwas nach. Wir haben aber ausreichend Energie an Bord, um ihn auch bei diesen Temperaturen einsetzen zu können.”

Mehr E-Busse für Fulda

Weniger wartungsintensiv als die herkömmlichen Dieselbusse ist das Elektrofahrzeug allerdings nicht. “Das könnte man meinen, aber die meisten Reparaturen beziehen sich nicht auf den Antriebsstrang, sondern auf die Peripherie wie Heizung oder Bremsen”, erklärt Siegfried Ebert, Werkstattleiter der Verkehrsbetriebe dazu. Eine weitere Gemeinsamkeit: Laufen Motorenkühlung und Wärmepumpe auf Hochtouren, ist der E-Bus genauso laut, wie ein dieselbetriebenes Modell. Gespräche sind da nur schwer möglich.

Aufgrund der positiven Erfahrungen dürfte sich der E-Bus-Fuhrpark der Rhönenergie bald vergrößern. Derzeit testet das Unternehmen ein Vorserienmodell von Daimler. “Wir wollen weitere Elektrobusse. Dazu müssen wir die Landesförderung wieder in Anspruch nehmen. Die Vorbereitungen dafür laufen”, sagt Lange. “Der Elektroantrieb wird sich im Linienverkehr durchsetzen.”

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