Der Wahlkampf ist auf den letzten Metern. In weniger als einer Woche ist die Bundestagswahl. Schon entschieden, wen du wählst? Bis zum 24. September bleibt dir nicht mehr viel Zeit. move36 hat deine Fragen an die Fuldaer Direktkandidaten der sechs großen Parteien gesammelt.

Das Titelthema der Septemberausgabe von move36 dreht sich um die Bundestagswahl 2017. Merkel regiert seit 12 Jahren. Reicht es für weitere vier Jahre oder schickst du sie mit deiner Stimme in die Opposition? Parallel begleiten wir die #BTW17 auch online. Michael Brand (CDU), Birgit Kömpel (SPD) Nick Papak Amoozegar (Die Linke) und Sibylle von Brunn (FDP) haben deine Fragen schon beantwortet. Nun nutzt Walter Rammler von den Grünen die Gelegenheit, dir Rede und Antwort zu stehen. Das Interview mit Martin Hohmann (AfD) folgt nächste Woche.

Hat das Wahlergebnis überhaupt Auswirkungen auf Fulda?

“Wenn ich gewählt werde, versuche ich, mich um die Region zu kümmern. Dann wird der Kreis grüner.”

Inwiefern setzen Sie sich dafür ein, dass der Numerus Clausus an Unis abgeschafft wird?

“Ich würde es begrüßen, wenn der NC abgeschafft wird. Es geht immerhin um die Eignung für einen Studiengang und nicht um den Durchschnitt.”

Sollte das Bafög nicht unabhängig vom Elterneinkommen sein?

“Ja, das Bafög sollte unabhängig vom Elterneinkommen sein, aber nicht komplett rückzahlungsfrei. Man sollte der Gesellschaft auch wieder etwas zurückgeben.”

Wie wollt ihr Flüchtlinge in Zukunft besser integrieren? In welche Richtung wird die Flüchtlingspolitik gehen?

“Die Integration funktioniert in kleinen Gemeinden und Kommunen sehr gut. Es dürfen keine Gettos entstehen. Ich bin der Meinung, dass wir Menschen sehr emphatisch sind. Das dürfen wir uns nicht ausreden lassen. Wir sind mitverantwortlich für die Flüchtlinge. Die kommen ja nicht freiwillig hierher, sondern weil die Zustände in ihrer Heimat katastrophal sind. Wir haben auch eine christliche Verpflichtung ihnen zu helfen. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. So lautet das zweite Gebot. Wir haben ja auch die Möglichkeiten, die Menschen aufzunehmen. Wir sind eines der reichsten Länder der Welt. Natürlich geht Integration nicht von heute auf morgen und natürlich müssen wir die Fluchtursachen bekämpfen.”

Wie stehen Sie zu Abschiebungen nach Afghanistan und in andere Kriegsländer und warum?

“Abschiebungen gehen gar nicht. Wenn man sich die Ereignisse der letzten Monate in Afghanistan anschaut, kann man doch nicht sagen, dort ist es sicher. Das ist eben kein sicheres Land. Wenn Menschen in ihrer Heimat diskriminiert und gefoltert werden oder ihnen die Todesstrafe droht, darf man sie nicht abschieben. Aber, wer schwerst straffällig wird, gehört abgeschoben, ausgenommen in seinen Herkunftsland droht ihm die Todesstrafe.”

Was unternehmen Sie gegen Terrorismus?

“Wir müssen den Terror im Keim ersticken. Der Kampf gegen den Terror wird aber noch eine Aufgabe für die kommenden Generationen sein. Gewalt ist da die falsche Antwort. Wenn wir im nahen Osten bombardieren, wird es noch schlimmer. Den Terror kann man nicht mit Waffen bekämpfen, stattdessen brauchen wir mehr Entwicklungshilfe, mehr Humanität. Es kann doch nicht sein, dass wir in Kriegsgebiete Waffen liefern, mit denen dann Zivilisten erschossen werden. Mir ist schon klar, dass wir auch von den Exporten profitieren. Aber da müssen wir eben Abstriche machen.”

Was halten Sie von Angela Merkels Meinungsänderung in Bezug auf die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare? Immerhin war das ja nicht der einzige konservative Wert, den sie kassiert hat (Stichwort: Atomausstieg, Willkommenskultur).

“Merkel ist clever. Der Atomausstieg nach Fukushima war sehr klug. Aber sie macht alles nur halbherzig. Es wird weiterhin in Braunkohle investiert. Die Willkommenskultur in der Flüchtlingsfrage war auch richtig. Den Satz ‘Wir schaffen das’ finde ich gut. Aber dann muss sie eben auch mal auf den Tisch hauen und sagen, dass jeder in Europa Flüchtlinge aufnehmen muss. Das vermisse ich.”

Was halten Sie von der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens?

“Das bedingungslose Grundeinkommen finde ich gut. Natürlich wird es Leute geben, die das ausnutzen. Aber damit müssen wir leben. Es ist wichtig, dass Jugendliche Sicherheit in allen Lebensbereichen haben.”

Wie wollen Sie die Schulen auf Vordermann bringen?

“Der Staat muss Geld in die Hand nehmen, um die Bildung auf Vordermann zu bringen. Das Geld ist doch vorhanden. Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass eine gewisse Zahl von Menschen gar nicht so sehr gebildet werden soll. Wären wirklich alle gut gebildet, würden sie nicht jeden Dreck kaufen, der ihnen in der Werbung angeboten wird. Ich bin dafür das Kooperationsverbot zu lockern. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern müssen abgeschafft werden. Wir müssen das Bildungssystem vereinheitlichen. Das geht aber nicht von heute auf morgen.”

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