Glaubst du, dass sich Jugendliche genug an der europäischen Politik beteiligen? Welches Land profitiert am meisten von der EU? Ist die EU Schuld an den Dieselfahrverboten? Die Schülerinnen und Schüler der Freiherr-vom-Stein-Schule haben Judith Schilling, stellvertretende Leiterin der Regionalvertretung der europäischen Kommission in Bonn, mit Fragen zur Europäischen Union gelöchert. Schilling hat das Gymnasium besucht, um den Schülern zu zeigen, welche Vorteile sie dank der EU haben. Außerdem hatte sie ein wichtiges Anliegen – die Europawahl am 26. Mai.

Ein Text von Marcel Blumöhr

Austauschprogramme, wie Erasmus und Erasmus+, keine Grenzkontrollen, einen europaweit gültigen Führerschein und die Abschaffung von Roaming-Gebühren. Das sind laut Schilling nur einige Beispiele dafür, wie die EU den Alltag der Schüler beeinflusst – ihrer Meinung nach verbessert. Sie erläuterte in einem einstündigen Vortrag, wie die Organe der EU funktionieren und wie die EU die Gesetzgebung beeinflusst. Die EU stellt Richtlinien auf. Die nationalen Regierungen beschließen die Gesetzte, wie diese Richtlinien erreicht werden. Das ist Schilling besonders wichtig. So hätten Dieselfahrverbote nur indirekt mit den EU-Grenzwerten zu tun. „Die EU hat die Grenzwerte festgelegt, aber die deutsche Politik hat die Diesel-Fahrverbote beschlossen“, erklärte Schilling.

Warum du die EU unterstützen solltest

Schilling lieferte viele gute Argumente, warum gerade junge Menschen die EU unterstützen sollten. „Die EU sorgt nicht nur seit Jahrzehnten für Frieden in Europa, ermöglicht euch ohne Reisepass nach Malle zu fliegen, sondern beeinflusst euer alltägliches Leben in vielen Bereichen.“ Zu nennen sei dabei der Verbraucherschutz durch zahlreiche EU-weit gültige Zertifikate, der Tierschutz, Zug- und Fluggastrechte.

Die Mitarbeiterin der Europäischen Kommission räumte auch mit Mythen auf. So sei der angeblich so riesige Beamtenapparat der EU im Vergleich zu Deutschland relativ klein. „Die Europäische Kommission beschäftigt rund 32.000 Mitarbeiter, das sind weniger als bei der Landesverwaltung des Saarlandes oder der Stadtverwaltung Münchens arbeiten.“ Und von dem Budget von 165,8 Milliarden Euro, gingen 96 Prozent durch verschiedene Programme wieder zurück an die Mitgliedsstaaten. Nur sechs Prozent werden in die Verwaltung der Europäischen Union gesteckt.

Die Schüler diskutierten auch darüber, ob die Richtlinien der EU nicht Auslöser der Fahrverbote wären. Oder ob die EU nicht ein Vermittlungsproblem bei der neuen Datenschutzgrundverordnung habe. Beides bestätigte Schilling, wobei sie darauf hinwies, dass Fahrverbote nur eine Möglichkeit seien, die Grenzwerte einzuhalten. Auf die Frage, ob sich Jugendliche ihrer Meinung nach genug für Europa einsetzen, nannte sie das Beispiel der Brexit-Abstimmung, bei der viele junge Menschen nicht teilgenommen haben. Die EU müsse daher ihre Arbeit besser vermitteln und auch mehr in die Schulen und Hochschulen gehen.

Europa wählt am 26. Mai

Zum Abschluss erinnerte Schilling an die  Wahl des Europäischen Parlaments. „Bitte geht am 26. Mai wählen, denn je höher die Wahlbeteiligung desto schlechter schneiden die anti-europäischen Parteien ab. Wer noch nicht wählen kann: Sprecht eure Eltern, Geschwister, euren Zahnarzt und Bäcker an und erzählt, was ihr heute erfahren habt.“

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