Das Taubenhaus in Fulda wird zumindest in der breiten Öffentlichkeit keine Erfolgsgeschichte mehr. Erst machten sich im Frühling TV-Sender über das 70.000-Euro-Projekt lustig. Nun stellt der Steuerzahlerbund es an den Pranger.

Es ist schon komisch. Da befindet sich dieses Haus in bester Lage. Mitten im Grünen. Einen großen Discounter in unmittelbarer Nähe. Bis zur Innenstadt ist es nur ein Flügelschlag. Und dennoch wollen jene Wesen, für die das Haus gebaut wurde, nicht darin wohnen.

Vor etwa zehn Jahren hat die Stadt Fulda das Taubenhaus in den Fulda-Auen errichtet. Gut 70.000 Euro hat es gekostet. Wirklich Betrieb herrscht darin jedoch nicht. Auch wenn Wolfgang Rieser, Taubenzüchter und ehrenamtlicher Betreuer des Taubenhauses, mit der Entwicklung dort zufrieden ist, wie er im März der Fuldaer Zeitung gesagt hat.

Taubenhaus im Schwarzbuch des Steuerzahlerbunds

Der Steuerzahlerbund hat sich davon nicht beschwichtigen lassen. Er nahm das Taubenhaus in sein “Schwarzbuch 2018/2019” auf. Darin prangert der Bund besondere Formen von – aus seiner Sicht – Steuerverschwendung an. In dem Buch heißt es:

“In Fulda zog das 70.000 Euro teure und neun Meter hohe Taubenhaus am Rande der Innenstadt kaum neue Bewohner an. Die Stadt hätte wissen müssen, dass Stadttauben die gewohnte Umgebung bevorzugten und der Turm sinnlos sei.”

Nicht die erste Breitseite für die Stadt Fulda in Sachen Taubenhaus. Bereits im Frühjahr hatten ARD, ZDF und RTL vor einem Millionenpublikum über das Thema berichtet. Dabei blieb es nicht nur bei Kritik an der vermeintlichen Steuerverschwendung. Auch mit Hohn und Spott geizten die Sendungen nicht.

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