Pia Nitsche ist 18 Jahre alt und spielt seit zehn Jahren Fußball beim TSV Pilgerzell. Dort trainiert sie die Mädchenmannschaft, die sogenannten B-Juniorinnen. Durch ihr Engagement konnte die Mannschaft bestehen. Unter ihrer Führung haben die Mädchen im vergangenen Jahr den Aufstieg geschafft.

Ein Text von Julia Hess

“Mir macht es Spaß, den Mädchen das Fußballspielen beizubringen”, erklärt die 18-Jährige Pia Nitsche aus Künzell-Wissels. Seit zwei Jahren trainiert sie die B-Juniorinnen des TSV Pilgerzell. “Mit 16 Jahren bin ich in die Frauenmannschaft gewechselt, aber so wirklich konnte ich mich von der Mädchenmannschaft nicht trennen”, erzählt sie. Deswegen wollte sie sich ursprünglich als Betreuerin engagieren. “Allerdings gab es zu der Zeit keinen, der die B-Juniorinnen trainierte, deswegen hat mich der Vereins-Vorstand gefragt, ob ich das nicht übernehmen will – und hier bin ich”, sagt Pia und lacht.

Jede Woche ist sie montags und donnerstags jeweils vier Stunden am Sportplatz: Zuerst leitet sie das Training der B-Juniorinnen, dann trainiert sie selbst mit den Verbandsliga-Frauen. Am Wochenende hat sie samstags und sonntags Spiele auf und neben dem Platz.

Die engagierte Trainerin besucht die zwölfte Klasse der Eduard-Stieler-Schule, wo sie im kommenden Jahr ihr Abitur mit dem Schwerpunkt Gesundheit macht. Danach würde sie gerne Sportwissenschaften und Eventmanagement studieren. “Ich fände es toll, mein Hobby zum Beruf zu machen”, sagt sie.

Neben Fußballspielen fährt die 18-Jährige gerne Motorrad und Fahrrad. “Viel mehr Freizeit bleibt dann auch gar nicht mehr.” Der Ballsport sei eben ihre Leidenschaft. “Deswegen bin ich auch bereit, meine Freizeit dafür zu opfern.” Mit Pias Unterstützung hat die Mädchenmannschaft  im vergangenen Jahr den Aufstieg von der Gruppenliga in die Verbandsliga geschafft. “Aber nicht nur ich bin motiviert”, sagt die Wisselserin, “sondern auch die Mädchen. Sie hatten keine Lust mehr, in der Gruppenliga zu spielen, sie wollten höher hinaus, gefordert und gefördert werden.”

Dass für die 18-Jährige Fußball mehr als nur ein Hobby ist, zeigt ihr Engagement: “Seit diesem Jahr habe ich die Trainer C-Lizenz und kann Mannschaften auf Kreisebene trainieren. Im kommenden Jahr würde ich gerne die B-Lizenz erreichen, dann kann ich Mannschaften trainieren, die überregional spielen. Mein Ziel ist es, irgendwann eine Frauenmannschaft zu trainieren.” Pia trainiert 18 Mädchen im Alter von 13 bis 16 Jahren. Im Training motiviert sie ihre Spielerinnen, lässt sie laufen, Torschussübungen machen und natürlich kicken – Zickereien und Streitereien seien selten. “Ich habe es mir mit den Mädchen wirklich anstrengender vorgestellt”, meint sie. “Aber sie nehmen mich gut auf und wissen, dass ich ihnen etwas beibringen will.” Obwohl Pia nur wenig älter als die Spielerinnen ist, würden sie sie trotzdem respektieren.

Einige der Spielerinnen kennt die 18-Jährige noch von ihrer Zeit bei den B-Juniorinnen. “Es ist toll, die Entwicklung der Mädchen zu beobachten und zu sehen, wie sie an den Aufgaben wachsen.” Vor allem, wenn ihre Mannschaft ein Spiel gewinnt, sei sie stolz. “Dann weiß ich, dass mein Engagement sich auszahlt.” Die 16-jährige Franziska Hartwig weiß die Wisselserin als Trainerin zu schätzen: “Sie plant die Trainingseinheiten immer im Voraus und stimmt den Ablauf auf unsere aktuelle Leistung ab.” Dem stimmt die 15-jährige Emma Rehm zu und ergänzt: “Sie hat uns gut unter Kontrolle und motiviert uns immerzu.” Die Mädchen sind sich einig, dass Pias Einsatz toll ist. “Sich bereit zu erklären, uns zu trainieren, das würde nicht jeder machen”, so Hartwig.

So funktioniert die Abstimmung

  • Unsere 15 Nominierten werden in den nächsten Wochen in der Fuldaer Zeitung und auf move36.de vorgestellt. Die Liste aller Nominierten findest du hier.
  • Per Onlinevoting wählen Leser und die Jury  ihre Favoriten.
  • Der Sieger wird am 29. Mai im Lokschuppen in Hünfeld verkündet.
  • Der Preis ist mit insgesamt 3000 Euro dotiert. Doch jeder der Nominierten wird in jedem Fall ein kleines Dankeschön in Höhe von 100 Euro bekommen.

Das hat die Siegerin des ersten Jugendpreises mit ihrem Preisgeld gemacht.

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QuelleFoto: Julia Hess
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