Welcome In Fulda braucht mehr Platz. Seit der Eröffnung im vergangenen Jahr werden im Wohnzimmer des Vereins Projekte von Fuldaern für Fuldaer realisiert. Das wird so gut angenommen, dass der Raum regelmäßig aus allen Nähten platzt. Um sich zu vergrößern, bewirbt sich der Verein für den Deutschen Integrationspreis und braucht Unterstützung!

“Wie sich das Wohnzimmer in dem einen Jahr entwickelt hat, zeigt, dass wir in Fulda einen Bedarf getroffen haben. In der Konsequenz brauchen wir jetzt mehr Platz!” Am Montagvormittag ging bei Startnext.de ein Crowdfundingprojekt aus Fulda online. Der Verein Welcome In Fulda möchte ein Welcome In Studio anmieten. Wieso, erklärten Jochen Schiersch und Johanna Bauer am Abend im Wohnzimmer.

Nachdem das Wohnzimmer im vergangenen Jahr den Fuldaer Integrationspreis gewonnen hat, bewirbt sich die Initiative Welcome In jetzt nämlich auf den Deutschen Integrationspreis, um sich räumlich zu vergrößern. Derzeit ist in der Robert-Kircher-Straße dienstags bis samstags was los. Vom Tanzkurs über die Häkelgruppe bis hin zu Ausstellungen wird hier alles angeboten, was das Fuldaer Herz begehrt. Der Verein, in dem Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zusammenarbeiten, organisiert Asylberatungen, Sprachkurse, sogar Angebote speziell für Frauen und Mütter. “Unser Traum ist es, das Wohnzimmer noch mehr zu dem werden zu lassen, was es ursprünglich sein sollte: ein Begegnungsort”, sagt Jochen Schiersch. Eine Begegnung von Fuldaern mit und ohne Migrationshintergrund für Fuldaer mit und ohne Migrationshintergrund, das möchte das Wohnzimmer von Welcome In sein. Ein gemütlicher Ort, an dem man gemeinsam Zeit verbringen, kochen, musizieren, lernen kann, an dem es egal ist, woher man kommt und wohin man will.

Momentan allerdings sei das Wohnzimmer gleichzeitig auch Büro, Meetingraum, Beratungsort. “Das passt nicht zusammen. Wir müssen praktisch immer wieder umräumen. Und unser kleines Lager ist langsam einfach zu klein”, erklärt Nathalie Kohlert vom Verein. Deshalb wolle die Initiative einen neuen Raum anmieten, das Welcome In Studio, das als Kreativschmiede und Ort für Beratungen, für Ruhe und für die bürokratische Arbeit dienen soll. Um das finanziell zu ermöglichen, bewirbt sich Welcome In jetzt beim Deutschen Integrationspreis.

Wohnzimmer, Welcome In Fulda, Deutscher Integrationspreis
Foto: Mariana Friedrich

Die erste Hürde im Rennen um die Auszeichnung: Unterstützer finden. Und zwar über eine Crowdfunding-Kampagne. Das Funding-Ziel ist erst mal auf 10.000 Euro festgesetzt. Doch es geht nicht primär darum, die 10.000 Euro zu erreichen. “Die 25 Projekte, die in dieser Phase die meisten Unterstützer erreichen, erhalten eine Stiftungsförderung von bis zu 15.000 Euro”, erklärt Jochen Schiersch. “Schon mit einer Spende von 5-Euro helft ihr uns also wirklich weiter!”. Wer das Fundingziel bis zum bis zum 9.5. erreicht, darf sein Projekt umsetzen. Die umgesetzten Projekte gehen dann ins Finale um den Deutschen Integrationspreis, der noch mal mit 100.000 Euro dotiert ist. Falls das Wohnzimmer das Fundingziel nicht erreichen sollte, erhalte übrigens jeder, der geholfen hat, sein Geld zurück.

“Jetzt ist aber erst mal wichtig, dass möglichst viele Menschen uns unterstützen”, betonen Johanna und Jochen. Um besonders die Fuldaer zu erreichen, hat sich das Team für die nächsten Wochen spannende Aktionen überlegt.

Ab heute liegen in fast 20 teilnehmenden Locations Aktionspostkarten und coole Bierdeckel aus. Auch Plakate und Stände auf dem Uniplatz und dem Campus sollen auf das Crowdfunding hinweisen.

Wohnzimmer, Welcome In Fulda, Deutscher Integrationspreis
Den QR-Code zur Aktion haben die Künstler des Vereins auf ein riesiges Banner übertragen. Foto: Mariana Friedrich

Am Freitag, 13. April, steigt im Wohnzimmer beispielsweise eine Crowd-Salat-Party. Wer kommen mag, wird aufgerufen, seinen Lieblingssalat zu machen und mitzubringen. “Wir wollen nicht nur Krautsalat, sondern aus möglichst vielen Ländern möglichst viele unterschiedliche Salatrezepte”, erklärt Johanna.

Bis Samstag ist im Wohnzimmer auch noch die MalAnders-Ausstellung zu sehen, die die Künstlerin Anna Kalb zusammen mit vielen Fuldaer Kreativen auf die Beine gestellt hat.

Das ist das Wohnzimmer von Welcome In

In den vergangenen Jahren hat das Team von Welcome In schon mit so manchem Projekt in der Fuldaer Innenstadt für Wirbel gesorgt. Hier arbeiten Geflüchtete, Zugezogene und hier aufgewachsene Menschen Hand in Hand, um einen tollen Begegnungsort in der Stadt zu schaffen.

Integration mitten in der Stadt

Das Wohnzimmer hat eine Bleibe

Flüchtlingshilfe: Welcome In möchte ein Netzwerk aufbauen

Ein Straßenfest mit Überraschungsgast: Die Eröffnung des Wohnzimmers

Was die Initiative Welcome In mit der “Spende” der Neonazis vor hat

Das erwartet dich in den nächsten Wochen im Wohnzimmer

7. bis 14. April: MalAnders-Ausstellung

13. April: Crowd-Salat-Party

14. April: Stand am Uniplatz

16. April: Improtheater “Die Spontanisten”

19. April: Stand am Campus

21. April: Vortrag Welcome In Weltreise: Iran

30. April: Gesprächsrunde mit Andreas Tölke vom Be an Angel e.V.

6. Mai: Das große Welcome In Straßenfest zum ersten Geburtstag

Und natürlich alle Kurse und täglichen Aktionen.

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Mariana Friedrich

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Buchstabendompteurin im Dienste der move36-Redaktion mit einem besonderen Blick auf gesellschaftliche Brennpunkte der Region.