Dunkle Wolken ziehen am deutschen Mobilfunkhimmel auf. Funklöcher, wohin man sein Smartphone hält. Deutschland ist in Sachen Netzausbau von vielen europäischen Ländern weit und längst überholt, wie jüngst eine Studie nochmals deutlich gemacht hat. Daher hier unser Vorschlag für einen guten Vorsatz für 2019, liebe Bundesregierung: Netzausbau! 

Das ach´ so technisch höchst entwickelte Deutschland hinkt bei der Mobilfunkabdeckung hinterher: Die Bundesrepublik steht bei der Versorgung mit 4G (LTE) im europäischen Vergleich schlecht da und wurde deutlich abgehängt. Unsere europäischen Nachbarn wie Polen oder Albanien schneiden viel besser ab.

Das beste Netz in Deutschland sei „im internationalen Vergleich weit abgeschlagen“, heißt es in einer Studie, die die Grünen kürzlich in Auftrag gegeben haben. Während in den Niederlanden, Belgien und der Schweiz demnach „fast alle Netzbetreiber einen LTE-Anteil von mehr als 90 Prozent“ anbieten, kommt die Telekom in Deutschland „gerade einmal auf einen LTE-Anteil von 75 Prozent“. Vodafone sei mit einem Anteil von 57 Prozent bereits „deutlich abgeschlagen“. Das schnelle Netz von Telefónica stehe „nicht einmal für die Hälfte der analysierten Datensätze zur Verfügung“.

Surfen mit Edge? Kannst du knicken!

Man muss die Dinge beim Namen nennen: Das ist einfach nur peinlich. Man kann sich gut vorstellen, wie die Schar ausländischer Besucher tagtäglich auf Reisen durch Deutschland die Nase rümpfen. Mein Kollege Daniel kann ein Lied davon singen, da er oft mit dem Zug nach Gießen fährt: Auf gesamten Strecke fast nur Egde. Surfen? Kannst du knicken. Spotify? Geht vielleicht gerade so. Und im gratis WLAN der ICEs soll man nicht streamen, damit das Internet für alle reicht. No Comment!

Alle möchten ein besseres Netz – doch ein Mobilfunkmast in der eigenen Wohngegend oder in den Bergen beim Wandern oder beim Relaxen am Strand – ein No-Go für viele. Und trotzdem möchte ja jeder zu jeder Zeit und überall seine Urlaubsfotos posten. Finde den Fehler.

Jetzt mal Butter bei die Fische!

Beim Ausbau zum Mobilfunkstandard 5G kommt ein weiterer Knackpunkt hinzu: Das Roaming (auch „Makromobility“). Mit Roaming ist gemeint, dass Kunden eines Anbieters in Funklöchern automatisch auf die Netze der Konkurrenten umgeleitet werden. Die Mobilfunkkonzerne wehren sich hierbei allerdings gegen strikte Auflagen. Die Vergabebedingungen der Bundesnetzagentur sehen lediglich vor, dass die Anbieter hierbei über Kooperationen verhandeln müssen.

Daher, liebe Bundesregierung, jetzt mal Butter bei die Fische – unser Vorschlag für einen guten Vorsatz für 2019: Netzausbau. Nicht mehr, und nicht weniger.

Schreibfehler gefunden?

Um uns Bescheid zu sagen, markiere den Fehler und drücke STRG + Enter.