Der 19-jährige Johannes Fautsch hat ein großes Ziel: Er will die katholische Kirche jugendlicher machen, das angestaubte Image beseitigen. Als Obermessdiener der Innenstadtpfarrei engagiert er sich dafür unermüdlich.  

Ein Text von Suria Reiche

Unter dem Gewand von Johannes Fautsch blitzen rote Turnschuhe hervor. Hoch oben auf dem Turm der Stadtpfarrkirche zückt er sein Smartphone und macht ein Foto für die Facebook-Seite der „Stadtminis“. So nennen sich die Ministranten der Innenstadtpfarrei, für die sich Johannes Fautsch gemeinsam mit Josef Zahner engagiert. Die beiden sind 19 Jahre alt und wollen, dass die Kirche für Kinder und Jugendliche attraktiver wird. „Wir möchten, dass sie sich mit der Kirche wieder mehr identifizieren können“, sagt Johannes.

Ihm selbst wurde der Glaube quasi in die Wiege gelegt. „Als Kind war ich oft mit meinen Eltern im Dom.“ Bei einem Besuch lagen dort Flyer aus, auf denen für die Wanderwoche der Messdiener geworben wurde. „Ich habe mich einfach mal darauf eingelassen und es nie bereut“, sagt der Alsfelder, der zu diesem Zeitpunkt zwar schon Messdiener im Vogelsberg war, aber „neue Leute kennenlernen wollte“.

Seit er elf Jahre alt ist, ist Johannes nun  Messdiener der Fuldaer Innenstadtpfarrei. Vor zwei Jahren wurden er und Josef zu Obermessdienern und betreuen seitdem rund 100 Ministranten – mit großer Leidenschaft. Jeden Tag von Alsfeld nach Fulda zu kommen, ist für Johannes deswegen kein Problem: „Ich fahre gern in die schöne Barockstadt.“

Hier übernimmt er gemeinsam mit Josef kirchliche und freizeitliche Aufgaben. Zu ersterem gehören das Dienen bei Gottesdiensten sowie die Begleitung von Prozessionen an christlichen Feiertagen.

Für den Jugendpreis, den die Fuldaer Zeitung und move36 ausgelobt haben, vorgeschlagen wurde Johannes von der Mutter eines Ministranten: „Die Messdiener sind sehr engagiert und unternehmen viel mit den verschiedenen Gruppen. Allen voran möchte ich hier Johannes Fautsch erwähnen“, schrieb sie.

Der 19-Jährige will jedoch eigentlich gar nicht allein in der Öffentlichkeit stehen: „Wir machen das hier zusammen“, sagt er und schaut zu Josef. Gemeinsam mit ihm macht Johannes das anscheinend richtig gut: Das zeigt die Begeisterung, mit der die „Stadtminis“  dabei sind. Vor allem bei dem jährlich stattfindenden Zeltlager, das für alle Kinder unabhängig ihrer Konfession stattfindet, ist diese zu spüren. „Das sind unvergessliche zwei Wochen. Wir brechen aus dem  Alltag aus und haben viel Spaß zusammen.“ Genauso wie bei der Wanderwoche, die die Messdiener schon an viele Orte führte. Und die ihre Gemeinschaft stärkt. Für Johannes ist das das Schönste an seiner ehrenamtlichen Tätigkeit. „Das hier sehe ich eher als Freizeit, nicht als Arbeit“, sagt er. Johannes studiert Gymnasiallehramt. Eines seiner Fächer ist katholische Religion. „Irgendwann werde ich dann also auch Religionslehrer sein“, sagt er und lacht.

Bis es soweit ist, engagiert er sich weiter in der Innenstadtpfarrei in Fulda. Zusammen mit Josef ist er dafür verantwortlich, dass bei Gottesdiensten, zum Beispiel in der Stadtpfarrkirche, im Dom oder in der Michaelskirche, Minestranten dienen. „Hauptsächlich ist das sonntags der Fall. Aber wir dienen auch unter der Woche und an vielen christlichen Feiertagen.“ Besonders bewegend seien die Prozessionen, bei denen die Messdiener ebenfalls Aufgaben übernehmen.

„Außerdem organisieren wir noch das Sternsingen und das Klappern in der Karwoche.“ Und das alles neben dem Studium und mit dem bereits genannten Willen, mehr junge Menschen in die Kirche zu holen. Sollte das für Johannes den Jugendpreis bringen, dann sollen die 1000 Euro Preisgeld dafür verwendet werden, die an die 15 Jahre alten Liederbücher zu erneuern, die die Messdiener bei ihren Ausflügen benutzen. „Am Lagerfeuer würden sich Bücher einfach besser machen, die nicht drohen, auseinanderzufallen.“

So funktioniert die Abstimmung

  • Unsere 15 Nominierten werden in den nächsten Wochen in der Fuldaer Zeitung und auf move36.de vorgestellt. Die Liste aller Nominierten findest du hier.
  • Per Onlinevoting wählen Leser und die Jury  ihre Favoriten.
  • Der Sieger wird am 29. Mai im Lokschuppen in Hünfeld verkündet.
  • Der Preis ist mit insgesamt 3000 Euro dotiert. Doch jeder der Nominierten wird in jedem Fall ein kleines Dankeschön in Höhe von 100 Euro bekommen.

Das hat die Siegerin des ersten Jugendpreises mit ihrem Preisgeld gemacht.

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QuelleFoto: Suria Reiche
Die Autoren:

Redaktion move36

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Felix Weigl

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