Als alternativen Standort für die Kulturarbeit der L 14 hat Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) gestern einen Teilbereich des Betriebshofes an der Weimarer Straße ins Gespräch gebracht. Das Areal soll nun auch ins Stadtumbauprogramm integriert werden.

Ein Text von Hanna Wiehe und Sebastian Kircher

Vor gut einem Jahr ist bekannt geworden, dass die Unternehmerfamilien Burg und Geisendörfer das 7300 Quadratmeter große Grundstück in der Langebrückenstraße 14 kaufen wollen. Investor Christopher Burg bestätigt nun gegenüber unserer Zeitung, dass die Kaufabwicklung abgeschlossen und er seit gestern „faktischer Eigentümer“ sei, lediglich der Grundbucheintrag fehle noch. Die Investoren wollen dort Wohnbauprojekte umsetzen. Wie diese genau aussehen, ist noch unklar. „Das hängt auch vom Stadtumbauprogramm ab“, erklärt Burg.

Ein Konzept für dieses Programm soll im Herbst dieses Jahres vorliegen, sagt die städtische Pressesprecherin Monika Kowoll-Ferger. Danach seien noch Abstimmungen mit dem hessischen Umweltministerium notwendig. Klar ist: Das Quartier Langebrückenstraße/ Hinterburg wird dank des Programms in den kommenden Jahren erheblich aufgewertet, es locken Fördergelder in Millionenhöhe von Land und Bund.

Jugendwerk der AWO Nordhessen muss weichen

Noch befindet sich in der Langebrückenstraße 14 allerdings das Jugendwerk der AWO Nordhessen, die dort unter anderem ein Ehrenamtsbüro, das Kino35 und das Café Panama unterhält. Mehr als 20 soziale und kulturelle Projekte haben in dem Areal ihren Sitz. Sie müssten den Plänen der neuen Eigentümer weichen. „Ich stehe zu meinem Wort: Bis 31. Dezember 2017 dürfen die Initiativen auf jeden Fall bleiben“, betont Christopher Burg, der den Mietvertrag des Jugendwerks schon öfter verlängert hat: Ursprünglich wäre nämlich schon Ende Februar Schluss gewesen.

Große Chance für möglichen Alternativstandort in der L 14

Die Stadt hat nun einen Alternativstandort für die „L 14“ ins Spiel gebracht. Wie OB Wingenfeld in einer Pressemitteilung berichtet, könnte ein Teilbereich des Betriebshofes an der Weimarer Straße angeboten werden. „Ich empfinde es als große Chance, dass es eine Alternative geben könnte, die keine 300 Meter vom derzeitigen Standort entfernt ist und sich zudem in städtischem Eigentum befindet“, sagt Wingenfeld. Derzeit werde mit der AWO und Vertretern der Initiative „L 14“ geprüft, welche Räume zur Verfügung stehen und wie diese genutzt werden können. Der Standort des Betriebsamts sei von diesen Überlegungen nicht betroffen. Es gehe ausschließlich um Räumlichkeiten und Flächen, die derzeit nicht vom Betriebsamt würden. Das Gelände sei jedoch bislang nicht Teil des Stadtumbauprogramms. „Es soll aber jetzt als Erweiterungsfläche vorgeschlagen werden“, erklärt Sprecherin Kowoll-Ferger.

Die AWO begrüßt das Angebot der Stadt. „Wir freuen uns sehr darüber. Denn unabhängig vom auslaufenden Mietvertrag hätte sich der Standort Langebrückenstraße baulich sowieso in ein, zwei Jahren erledigt“, meint Christian Schmitt vom Jugendwerk. In die Gebäude regne es rein, sie seien baufällig. Die AWO wolle nun mit der Stadt ausloten, wie es im Betriebsamt weitergehen und wie ein Übergang gestaltet werden könnte.

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