E-Busse fahren mittlerweile fast in allen Großstädten, oder? Nicht ganz. Der erste in Hessen fährt nicht etwa in Frankfurt oder Wiesbaden, sondern in Fulda. Da ist selbst Fuldas Bürgermeister baff. 

Montag, 8. Oktober, 11 Uhr: Hessens erster E-Bus startet zu seiner Jungfernfahrt in Fulda. Vom Stadtschloss geht’s in Richtung Hochschule. In gerade einmal zehn Minuten ist der Bus am Ziel – und das leise und emissionsfrei, als würdest du mit einer Straßenbahn fahren. Zu den ersten Mitfahrern zählen unter anderem Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir, Fuldas Hochschulpräsident Prof. Karim Khakzar und Fuldas Bürgermeister Dag Wehner. 

„Das konnte ich gar nicht glauben“

Letzterer war völlig überrascht, dass Hessens erster E-Bus ausgerechnet in Fulda fährt. „Dass wir die erste hessische Kommune sind, die einen E-Bus einsetzt, konnte ich vor einigen Wochen überhaupt nicht glauben. Ich habe vermutet, dass gerade Städte, die besonders unter Stickstoffdioxidemissionen leiden, sehr viel früher die Initiative ergriffen haben.“ Umso mehr freue er sich, dass Fulda jetzt ein Vorbild für andere sei. 

700.000 Euro für den Umweltschutz

Auch Al-Wazir zeigt sich zufrieden. „Es ist der erste E-Bus, über den nicht nur geredet wird, sondern der auch wirklich fährt. Um den Klimawandel aufzuhalten, müssen wir die Verkehrswende hinbekommen. E-Busse leisten dazu ihren Beitrag.“ Den Umweltschutz gibt’s allerdings nicht gratis. 700.000 Euro hat sich die Rhönenergie Fulda den Bus kosten lassen. 228.000 hat das Land Hessen beigesteuert. Zum Vergleich: Ein herkömmlicher Diesel-Bus kostet rund 300.000 Euro. 

Fuldas Hochschule begleitet das hessenweite Pilotprojekt wissenschaftlich. „Über den Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis, der hier praktiziert wird, sind wir dankbar. Ich hoffe, dass aus dem Pilotprojekt etwas wird, das Fahrt aufnimmt und Auswirkungen auf die ganze Region und darüberhinaus hat“, so Karim Khakzar.

Angetrieben wird Fuldas neuer E-Bus von 600 Batterien im Fahrzeugdach, die zusammen 2,4 Tonnen auf die Waage bringen. Damit erzielt er eine Reichweite von circa 400 Kilometern – ausreichend für die am stärksten frequentierte Route der Rhönenergie, die Linie 6 zwischen Hochschule und Stadtschloss. Eine Wärmepumpe sorgt dafür, dass es im Bus im Sommer angenehm kühl und im Winter mollig warm wird. Hergestellt wurde er von Sileo aus Salzgitter, eine auf die Produktion von Elektrobussen spezialisierte Firma.  

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QuelleFotos: Toni Spangenberg

Toni Spangenberg

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move36-Redakteur mit einem Faible für die Anime- und Mangaszene. Er nimmt Themen rund um Karriere und Politik in den Blick.