Von 47 auf 2894 Schüler in 40 Jahren. Die Ferdinand-Braun-Schule feierte am vergangenen Freitag 40-jähriges Jubiläum. Anlässlich der Feierlichkeiten sammelten sich ehemalige Absolventen, Gründungsväter und Lehrer der ersten Stunde in der Aula und blickten gemeinsam auf die Schulgeschichte zurück.

„40 Jahre sind für eine Ehe eine lange Zeit. Für unsere gymnasiale Oberstufe ist es, so hoffe ich, erst der Anfang einer langen Tradition“, sagte Schulleiter Thomas Remmert bei der 40-jährigen Jubiläumsfeier der Ferdinand-Braun-Schule. Am 21. Oktober 1978 wurde die Ferdinand-Braun-Schule offiziell als Technisches Gymnasium in Fulda eröffnet. „Ein Meilenstein für die Stadt“, so Remmert weiter. Hauptverantwortlich für die Gründung waren der damalige Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Hamberger (CDU) und der Schulleiter von 1978, Wolfgang Imhof. Im Eröffnungsjahr begrüßte die Ferdinand-Braun-Schule 47 Schüler.

„Wir sind stolz darauf, wenn unsere ehemaligen Schüler und Schülerinnen berichten, dass sie dank ihrer Vorkenntnisse die ersten Semester in den Ingenieurwissenschaften besser meistern, als ihre Kommilitonen klassischer Gymnasien“, sagte Remmert. Es sei jedoch immer noch nicht überall bekannt, dass das Abitur an einem Beruflichen Gymnasium (BG) eine allgemeine Hochschulreife darstellt. Noch immer sei es ein Vorurteil, dass nach dem Abitur nur technische Fächer studiert werden könnten. Dabei habe die Ferdinand-Braun-Schule auch Ärzte und Theologen hervorgebracht. Es sei daher wichtig, das Berufliche Gymnasium stetig zu entwickeln. So sei an der Ferdinand-Braun-Schule ein weiterer Schwerpunkt geplant: Gestaltungs- und Medientechnik.

Nur 289,4 Schülerinnen

Momentan können die Schüler an der Ferdinand-Braun-Schule zwischen Datenverarbeitungstechnik, Elektrotechnik und Maschinenbau wählen. Abteilungsleiter und Studiendirektor Günter Strelitz beteuerte außerdem, dass aktuell nur zehn Prozent der Schüler, Frauen sind. Der neue Schwerpunkt Gestaltungs- und Medientechnik solle vor allem der rückläufigen Schülerzahl entgegenwirken, und die Attraktivität der Schule steigern.

Sybille Herbert (FDP) vom Magistrat Fulda wies auf die Entwicklung und Veränderung innerhalb der 40 Jahre hin, welche noch lange nicht am Ende sei. Die Digitalisierung sei eine große Chance für die beruflichen Schulen.

„Die neue Schulform wurde zu Beginn kritisch betrachtet“, sagte Schulamtsleiter Stephan Schmitt. Wie zuvor Remmert, erwähnte er, dass in vielen Köpfen das Abitur an einem BG nicht mit dem allgemeinbildenden Abitur gleichgestellt sei: „So ganz weg, ist das Klischee noch nicht.“

Zusammen und nicht gegeneinander

„Wir sind zusammen groß, wir sind zusammen alt“, zitierte die Schulleiterin der Richard-Müller-Schule Claudia Hümmler-Hille das Lied der Fantastischen vier und Clueso „Wir sind zusammen groß.“ Dabei betonte sie die gute Zusammenarbeit der Richard-Müller-, Konrad-Zuse-, Eduard-Stieler- und Ferdinand-Braun Schule. „In Fulda ist es eine Besonderheit, dass die Schulen kooperieren und nicht konkurrieren.“

Die bauliche Entwicklung der Schule wurde anhand Bildimpressionen von 1978 bis 2018 dargestellt. Im Anschluss daran, moderierte Lehrerin Gabriele Stadtaus drei Talkrunden mit den Gründungsvätern Norbert Weber und Gerhard Herget sowie ehemaligen Schülern und Absolventen der FBS. Themenschwerpunkte waren dabei die Werdegänge der Absolventen. Eine besondere Karriere habe dabei Professor Daniel Pittich, Abiturjahrgang 2005 hingelegt. Mittlerweile ist der ehemalige Tischlehrgeselle Professor an der Universität München in dem Fachbereich Technikdidaktik.

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