Antisemitisch, fremdenfeindlich, gegen die Demokratie: Mit dem “III. Weg” marschiert am Samstag eine Gruppe, die sich auf den Nationalsozialismus beruft, durch Fulda. Der katholische Stadtpfarrer Stefan Buß sagt im Interview, wie er zu diesen Extremisten steht.

Wie beurteilen Sie als Vertreter der katholischen Kirche in Fulda den „III. Weg“?

„Der III. Weg“ verbreitet Antisemitismus sowie Fremdenfeindlichkeit und instrumentalisiert geschichtliche Ereignisse und Zahlen. Er steht gegen Demokratie und Menschenrechte und ist somit auf das schärfste zu verurteilen.

„Der III. Weg“ vereinnahmt die Opfer der Bombardements auf Dresden während des Zweiten Weltkriegs für sich: Missbraucht er sie?

Es werden Zahlen unkorrekt veröffentlicht, und es wird von Überfällen gesprochen. Die Realität, dass der Zweite Weltkrieg von Nazideutschland ausging, wird vollständig außer Acht gelassen. Es entspricht nicht der Pietät und Würde der damaligen Opfer, wenn sie für undemokratische Propaganda missbraucht und instrumentalisiert werden.

Der dritte Weg
Anhänger von "Der III. Weg" - auch aus dem Kreis Fulda - vor der Demo am 26. August 2017. (Foto: Fuldaer Zeitung)

“Missachtung der Menschenwürde”

Inwiefern widersprechen die Ansichten dieser Organisation den christlichen Werten?

Die politischen Ziele stehen entgegen allen christlichen Werten und entgegen zum christlichen Menschenbild. Zu den christlichen Werten zählen die Würde jedes Menschen. Von daher ist es völlig unchristlich Fremdenhass zu schüren.

Ausgrenzen oder mit ihnen reden: Wie sollten Christen mit Rassisten umgehen?

Es ist schwer, mit solchen politischen Richtungen ins Gespräch zu kommen. Das heißt aber auch nicht ausgrenzen, sondern sich klar von diesen Positionen abgrenzen.

Welche Gefahren gehen aus Ihrer Sicht von Gruppen wie dem „III. Weg“ aus?

Die Gefahr besteht darin, dass demokratische Werte unseres Grundgesetzes missachtet und verletzt werden. Nationalsozialistisches Gedankengut missachtet die Menschenwürde und die demokratischen Rechte.

Protest gegen Demo von "Der III. Weg" in Fulda (26.08.2017)

“Mehrheit ist für weltoffenes Fulda”

Auf welche Art und Weise sollten sich die Fuldaer den Aktivisten vom „III. Weg“ entgegenstellen?

Es muss in unserer Stadt deutlich werden, dass die Mehrheit für ein demokratisches und weltoffenes Fulda ist, wo jeder Mensch anerkannt ist und Heimat findet, egal welcher Nationalität und Religion.

Welche Aktivitäten plant die katholische Kirche in Fulda am 16. Februar anlässlich der Demonstration?

Zusammen mit der evangelischen Kirche und den Fraktionen der demokratischen Parteien wollen wir an diesem Samstag ein Zeichen setzen für das, was uns in unserer Welt als Werte wichtig und wertvoll ist. Dass die Mehrheit der Bürger unserer Stadt für Demokratie und Menschenrechte einsteht.

Was möchte die katholische Kirche damit bewirken?

Wie möchten uns für Menschenrechte, Gleichbehandlung, Demokratie und gegen Fremdenhass einsetzen – für die Werte unserer Gesellschaft.

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