Fahnder haben sich vergangene Woche mehrere Nagelstudios in Fulda vorgenommen. Dabei haben sie drei Personen vorläufig festgenommen. Es geht um teils “kriminelle Schleusermethoden”. Mehr liest du in der folgenden Pressemitteilung der Polizei.

Bei Kontrollen in einigen Nagelstudios in der Fuldaer Innenstadt haben Mitarbeiter der Finanzkontrolle Schwarzarbeit Fulda in der vergangenen Woche mehrere Fälle von illegaler Beschäftigung aufgedeckt und dabei drei Personen vorläufig festgenommen.

In einem Nagelstudio suchten die Schwarzarbeitsfahnder im Auftrag der Staatsanwaltschaft Fulda mit richterlichem Durchsuchungsbeschluss nach Beweismitteln in einem Strafverfahren gegen die Betreiberin.

Minderjährige festgenommen

Ihr Geschäft hatten die Zöllner bereits Mitte September bei einer bundesweiten Mindestlohnsonderprüfung inspiziert und dabei drei vietnamesische Männer angetroffen, die ohne gültige Arbeitspapiere und ohne Aufenthaltstitel dort arbeiteten. Zwei von ihnen waren 15 und 17 Jahre alt und somit noch minderjährig. Dem Dritten gelang es damals während der Kontrollmaßnahmen zu flüchten.

Gegen die Arbeitgeberin der Vietnamesen wurde anschießend ein Ermittlungsverfahren wegen illegaler Ausländerbeschäftigung eingeleitet. Auch ihre Wohnung in Berlin wurde jetzt zeitgleich mit dem Geschäft von Zöllnern durchsucht.

“Bei der illegalen Beschäftigung von Minderjährigen in solchen Nagelstudios scheint es sich nicht nur um Einzelfälle zu handeln”, sagt Michael Bender der Pressesprecher des zuständigen Hauptzollamtes Gießen. “Erst vor zwei Wochen haben die Kollegen vom Hauptzollamt Köln in Bonn und der Rhein-Sieg-Region etliche Nagelstudios überprüft und dabei neben vielen Rechtsverstößen auch zwei minderjährige Beschäftigte angetroffen.” so Bender weiter. Auch hier waren die Geschäftsinhaber in den meisten Fällen Asiatinnen.

Tausende Euro in Umschlägen und Hosentasche

Einsicht hatte die Berliner “Chefin” wohl aber auch nach der Kontrolle durch den Zoll nicht gezeigt, denn auch bei der Durchsuchungsmaßnahme wurde wieder ein An-gestellter angetroffen, der illegal beschäftigt wurde. Der 23-jährige Vietnamese wurde vorläufig festgenommen und der Fuldaer Polizei überstellt, da er aufgrund von Ermittlungen des Nürnberger Zolls bereits seit letztem Jahr zur Festnahme ausgeschrieben war. Er hatte eine Strafe wegen illegalen Aufenthaltes und -Beschäftigung in einem Nagelstudio in Nürnberg zu begleichen.

Auch die Geschäftsführung der beschuldigten Inhaberin des Studios war nicht ordnungsgemäß. So gab es gar keine Kasse oder Aufzeichnungen. Die Zöllner fanden mehrere tausend Euro Bargeld in Briefumschlägen, einem Bankschließfach und in der Hosentasche der Betreiberin.

Parallel zu der Durchsuchung überprüften die Finanzermittler zwei andere Nagelstudios. Auch hier wurden sie fündig: Und in einem der Studios trafen sie erneut auf einen 16-jährigen, minderjährigen Vietnamesen, der versuchte die Kontrolleure mit dem Aufenthaltstitel eines anderen über sein Alter und seine Identität zu täuschen. Er wurde nach erkennungsdienstlicher Behandlung in die Obhut des Fuldaer Jugendamtes entlassen.

“Kriminelle Schleusermethoden”

In dem anderen Studio nahmen sie einen 22-jährigen Vietnamesen wegen des Verdachts auf illegalen Aufenthalt fest. Er versuchte sich ebenfalls mit dem Aufenthaltstitel eines anderen auszuweisen. Nach erkennungsdienstlicher Behandlung wurde er an die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gießen verwiesen.

Gegen die Betreiber der Geschäfte wurden Ermittlungen eingeleitet.

“Uns liegen Hinweise vor, diese Fälle auch im Zusammenhang mit weiteren Fällen bundesweit in Zusammenhang stehen. Es handelt sich um organsierte illegale Beschäftigung bei der mittels krimineller Schleusermethoden billige Arbeitskräfte für Nagelstudios illegal nach Deutschland gebracht werden”, so Michael Bender vom Hauptzollamt Gießen.

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