Gibt es auf dem Mehler-Areal in Fulda-Kohlhaus bald neue schicke Wohnungen? Der Oberbürgermeister winkt ab. Ein Parteikollege aus der CDU sieht das anders.

17 Hektar groß, innenstadnah – Das Mehler-Areal in Fulda wäre perfekt für Wohnraum geeignet, meint die SPD. In der vergangenen Stadtverordnetenversammlung gab es eine hitzige Debatte über die Nutzung der Fläche. Die KAP-AG, bisheriger Eigentümer des Grundstücks, plant den Verkauf.

Fuldas Innenstadt zu schade für Lagerhallen

“Das ist eine einmalige Chance. Eine städtische Entwicklungsgesellschaft soll das Areal kaufen, sukzessive entwickeln und innenstadtnah Wohnungen bauen”, fordert Peter Jenneman von der SPD. Auf dem Grundstück stehen jede Menge Lagerhallen. Dafür sei der Standort zu schade. Der Politiker fordert, die Mietverträge auslaufen zu lassen und das Grundstück Stück für Stück zu entwickeln. “Stadtentwicklung braucht realistische Visionen.”

Laut Fuldas Oberbürgermeister, Dr. Heiko Wingenfeld, soll das Gebiet weiter wie bisher genutzt werden – nämlich für Industrie. Der Grund: Fuldas Gewerbesteuereinnahmen sind rückläufig. Flächen für Betriebe müssten vorgehalten werden. Silvia Brünnel von den Grünen übt scharfe Kritik. “Das Gelände ausschließlich industriell zu nutzen, ist voreilig. Wir brauchen innenstadtnahen Wohnraum, um Verkehr zu reduzieren.” Die Verknüpfung mit der Gewerbesteuer hält sie für falsch. Unterstützung kommt aus der Fraktion Die Linke.Offene Liste. Das Mehler-Areal sei ein gewachsenes Industriegebiet, das sich überholt hat, meint Karin Masche.

Fulda gehen die Gewerbeflächen aus

Die CDU hält dagegen. “Jennemans Vorstellung wird ein Traum bleiben. Wir brauchen nicht nur Wohnraum, sondern auch Flächen für die Industrie”, erklärt Hans-Dieter Alt, Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses. Fulda müsste Anfragen von Unternehmen immer öfter ablehnen, weil es keine Flächen mehr gebe. “Wohnraum kann nur bezahlt werden, wenn es eine prosperierende Wirtschaft gibt.”

Ein Kompromissvorschlag kommt von der FDP. Michael Grosch plädiert für einen Mix aus Gewerbe und Wohnen. Den Grünen gefällt die Idee. “Es ist mittlerweile möglich, im Erdgeschoss Gewerberäume zu haben und darüber Wohnungen”, informiert Ralf Zwengel. Dieses Konzept wäre ideal für das Gelände. Ein Kauf des Grundstücks durch die Stadt sei nicht nötig. Fulda müsse nur von seinem Planungsrecht Gebrauch machen. So kann der Magistrat Einfluss auf die Nutzung nehmen.

Daraus wird nur wohl nichts. Denn die CDU bleibt bei ihrem Standpunkt. Doch Hans-Dieter Alt räumt ein. “Ich bin mir sicher, dass die künftigen Investoren das Thema Wohnen aus wirtschaftlichen Gründen sowieso auf die Tagesordnung setzen werden.”

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QuelleScreenshot: Google Maps, Foto: Pixabay
Die Autoren:

Toni Spangenberg

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move36-Redakteur mit einem Faible für die Anime- und Mangaszene. Er nimmt Themen rund um Karriere und Politik in den Blick.