[vc_column_text]Das Benefizkonzert von der Partycover-Band FOLLda am 22. Februar in der Turmterasse in Künzell war komplett ausverkauft. Das Publikum war begeistert – alles für einen guten Zweck. Denn alle wollten Tim Goldbach helfen, der 2014 überfallen wurde und seitdem im Wachkoma liegt. Aber er hat gute Chancen, gesund zu werden. Am Donnerstag wurden die 1920 Euro der Familie von Tim Goldbach übergeben, die das Geld für kostenintensive Therapien verwenden wollen. Musiker Sven Hohmann von FOLLda hat mit uns über das Konzert gesprochen. 

Warum habt ihr das Benefizkonzert für Tim Goldbach auf die Beine gestellt?

Wir wollten für unseren ersten Gig etwas ganz Besonderes auf die Beine stellen. Ich wollte jemandem damit helfen, der es bitter nötig hat und nicht einfach eine große Institution unterstützen. Ich fragte deshalb in meiner Verwandtschaft nach, ob jemand in der Region bekannt sei. Hier kam sofort der Name Tim Goldbach ins Spiel. Nachdem ich mich etwas mit dem Fall befasst hatte, habe ich mich sofort entschieden, zu helfen. Auch meine Jungs haben nicht gezögert. Danach ging es sofort an die Planung. Die Pächterin der Turmterrasse hat uns ebenfalls für den Benefizabend zugesagt. Der Termin wurde festgelegt und dann ging es in die heiße Phase.

Seit wann gibt es die Band FOLLda? Wie habt ihr euch gefunden?

Die Partycover-Band FollDA aus Fulda – sie steht für gebündelte Heimatpower!

FOLLda besteht aus sechs Bandmitgliedern: Uli (Bass), Michael (Leadgitarre), Steffen (Rhythmusgitarre), Jo (Keyboard, unterstützender Gesang), Gerhard (Drums), und ich Sven (Gesang und Schellenrassel). FOLLda gibt es in der jetzigen Besetzung (und das ist die endgültige) seit circa einem Jahr. Bassist Uli und ich sind seit Anfang an dabei. Heute passt alles – wir haben uns gesucht und gefunden. Unser Zusatz: “six men under the roof” stammt vom Standort unseres Proberaumes. Der ist bei Uli zu Hause und unter dem Dach. FOLLda steht für Heimatverbundenheit mit unserer Stadt (Foll auf platt) und “da” dafür, dass wir immer “voll da” sind. Also keine Musik für Schlafmützen. Der Einzige, der bei uns als “Auswärtiger” Asyl bekommen hat, ist unser Keyboarder Jo. Er kommt aus Mönchengladbach und ist hier unter der Woche beruflich tätig. Für Gigs am Wochenende bleibt er dann hier.

Welche Musikrichtung spielt ihr, und seid ihr alle aus einem Genre?

Da wir ja eine breite Altersspanne haben, gilt das natürlich auch für den Musikgeschmack. Via Abstimmung werden die neuen Songs ganz demokratisch beschlossen. Natürlich wird auch danach geschaut, was ich als Sänger singen kann, ansonsten hat das ja keinen Zweck. Es gibt klasse Songs, wenn jedoch die Stimmlage nicht zum Song passt, macht es natürlich keinen Zweck. Wir covern aus dem Rock- und Popbereich. Auch deutsche Songs von BAP, Achim Reichel, Westernhagen oder den Toten Hosen sind dabei. Und wir erweitern unser Repertoire ständig.

Wie war das Benefizkonzert?

Das Konzert war einsame Spitze. Von der Location bis zum Sound – es hat alles gepasst. Für mich ging ein Jugendtraum in Erfüllung, da ich vor ausverkauftem Haus (150 verkaufte Karten) auf der Bühne mit meinen Jungs Musik machen durfte. Die Stimmung war super, unser Lampenfieber war schnell verflogen und es hat nur noch Spaß gemacht.

War Tim und seine Familie ebenfalls da?

Tim war am letzten Freitag zum Soundcheck und zum anschließenden Abendessen vor Ort. Das Konzert selbst hat er leider nicht erlebt, da er sehr geräuschempfindlich ist. Seine Familie hat das Konzert besucht. Sollte Tim in den nächsten Jahren wieder fit sein, davon bin ich fest überzeugt, verspreche ich ihm einen Ehrenplatz bei uns auf einem Konzert. Da er Fan der Toten Hosen ist, wird ihn das sicher freuen.

In was für einem Verhältnis steht die Band FOLLda oder einzelne Bandmitglieder zu Tim?

Wir kannten Tim Goldbach nicht persönlich. Tims Familie haben wir aber als sehr liebevoll und fürsorglich kennengelernt. Tagtäglich betreuen sie Tim aufopfernd und schenken ihm viel Zeit und Liebe. Sie geben die Hoffnung nie auf, dass Tim wieder am Leben teilhaben kann und mit der Familie gesund zusammen leben kann. Vor dieser Familie ziehe ich den Hut. Alle Bandmitglieder haben Tim dann beim Soundcheck kennengelernt. Wir wünschen Tim und seiner Familie alles erdenklich Gute und vor allem viel Kraft und Durchhaltevermögen.

Wie viel Geld konntet ihr sammeln?

Wir sind stolz, sagen zu können, dass für Tim 1920 Euro zusammengekommen sind. Wir haben die kompletten Eintrittsgelder gespendet, viele Sponsoren und Privatleute haben gespendet und die Sammelbox am Konzertabend war auch sehr gut gefüllt. Dafür noch mal an alle Spendern ein herzliches Dankeschön!

Wofür wird das Geld verwendet?

Wie mir die Familie Goldbach gesagt hat, wird das Geld in eine bereits begonnene Therapie verwendet. Hierbei wird Tim an einem Laufgestell befestigt und bewegt. Dadurch werden seine Muskeln und die Koordination des Körpers angeregt und gestärkt. Ich habe Fotos und ein Video davon gesehen und man sieht, dass es Tim mit Sicherheit etwas bringt, da er dadurch nicht stupide im Bett liegt und seine Muskeln verkümmern.

Wie ist der Gesundheitszustand von Tim?

Momentan befindet sich Tim im Wachkoma. Als ich Tim kennengelernt habe, war ich angenehm überrascht. Er reagiert auf Geräusche, auf Stimmen und körperliche Reize. Er versucht, sich auch verbal zu artikulieren. Man hat manchmal den Eindruck, als würde er verstehen, was man zu ihm sagt. Ich bin sehr zuversichtlich, dass er wieder zurückfindet und gesund wird. Es wird noch einige Zeit dauern, aber durch solche Therapien hat er wenigstens eine Chance. Deswegen ist es so wichtig, zu helfen.

Hat Tim eine Chance auf Besserung, wenn ihm weiterhin die Therapien ermöglicht werden?

Wie bereits erwähnt – ich bin fest davon überzeugt, dass Tim gesund wird. Die Therapien sind sehr kostenintensiv, und deshalb wollten wir einen Beitrag leisten.

Habt ihr vor, weitere Benefizkonzerte zu geben?

Aber natürlich. Ich denke, dass wir das einmal im Jahr in Angriff nehmen werden. Mit Sicherheit wieder für Tim Goldbach, weil ich der Meinung bin, dass es sich lohnt und dass das Geld dringend notwendig ist.[/vc_column_text]

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