[vc_column_text]Christi Himmelfahrt, der Tag der überladenen Bollerwägen, schwankenden Männer und aus allen Nähten platzenden Sportplätzen. 39 Tage nach Ostersonntag heißt es traditionell 24 Stunden lang Bier und Grillfleisch zu Ehren der Väter und allen, die sich so fühlen. 

Vatertag, Herrentag oder Männertag – ein Konzept, dass auf den ersten Blick dem Muttertag ähnelt. Ein ausgiebiges Frühstück, frische Blumen und eine ruhige, von Harmonie geprägte Stimmung sucht man jedoch vergeblich. Statt love, love, love gibt´s an diesem Tag Bier, Bier, Bier und eine grölende, oberkörperfreie Bollerwagen-Armee, bestehend aus Vätern und Söhnen die an diesem Tag in den Krieg zieht. Ausgiebige Wanderungen und Rudeltrinken am Festplatz lassen die meisten Teilnehmer den Abend nicht mehr erleben. Das Erstaunliche ist: die Mehrzahl der feiernden „Väter“ ist kinderlos und ledig.

Woher kommt diese Tradition?

Der Vatertag hat seinen Ursprung in Amerika. Dort wird er seit 108 Jahren wie der Muttertag gefeiert. Seit 1936 am gesetzlichen Feiertag „Christi Himmelfahrt“ auch in Deutschland. Weltweit hat sich dieser „Ehre-deinen-Erzeuger-Tag“ nie so durchgesetzt wie der „Ehre-deine-Erzeugerin-Tag“, ein gutes Beispiel dafür ist die Schweiz. Die feiert nämlich seit 1917 Muttertag, aber erst seit 2007 Vatertag. Viele Länder feiern ihren Alten an unterschiedlichen Tagen. Zum Beispiel wird in Österreich am zweiten Sonntag im Juni, in Frankreich und Holland am dritten Sonntag im Juni und in Lichtenstein und Italien am 19. März auf unterschiedliche Art und Weise gefröhnt. 

Ein Tag, der wie Valentinstag und Muttertag eher sinnlos erscheint, aber kommerziell nicht annähernd die gleichen Umsätze erzielt. Generell wird also für die Liebste und Mutti tiefer in die Tasche gegriffen. Andererseits kostet eine Bierknolle auch nicht so viel wie ein personalisierter Strauß Blumen vom Onlinehändler.

Was ist mit den anderen Tagen?

Warum soll ausgerechnet an einem Tag des Jahres einer bestimmten Person gezeigt werden, dass man sie wertschätzt? Was passiert an den anderen 364? Ist es da egal? Verständlich, dass dieser eine Tag dann genutzt wird, um auszubrechen. Ich nenne das das Rosenmontags-Phänomen. Das ganze Jahr über schlechte Stimmung, um an genau diesem Tag der ganzen Welt zu zeigen: Ich bin lustig und kann mich auch schon vormittags in aller Öffentlichkeit volllaufen lassen. An der Vater-Kind-Beziehung wird der Tag nichts ändern. Maximal an der Beziehung zu Mutti und Freundin und Co. die die besoffenen Kerle ertragen müssen.

Wir sind übrigens das einzige Land in dem die Bollerwagen-Sauftour-Tradition so verbreitet ist. Denkt mal drüber nach.[/vc_column_text]

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