Seit mehr als zwei Jahren stellt Anne Baun in der FZ-Serie „Natürlich koch‘ ich“ jede Woche ein von ihr abgeändertes Rezept ihrer Oma vor. Dass aus der Idee mal ein Buch werden könnte, das hätte die Journalistin nie gedacht. Und doch erscheint am heutigen Freitag der gleichnamige Sammelband im Buchverlag von Parzeller.

So so, ein Kochbuch, magst du dir jetzt denken. Doch „Natürlich koch‘ ich“ bietet längst nicht nur Gaumenfreuden, sondern vor allem einen Aha-Effekt auf jeder der knapp 180 Seiten, gespickt mit witzigen Sprüchen und interessanten Anekdoten zu den Gerichten. Neben der Zubereitungsanleitung der knusprigen Weihnachtsgans zum Beispiel gibt es Tricks gegen das Völlegefühl nach dem Essen. Zusätzlich zum Pancake-Rezept weist Anne darauf hin, dass Pfannkuchen ein super Katerfrühstück sind. Und Fans sommerlicher Salate werden beim Lesen feststellen, dass eine Wassermelone noch viel mehr kann als bei heißen Temperaturen zu erfrischen.

„Natürlich‘ koch ich“ ist eine Sammlung von Rezepten von Anne Bauns Oma, die die 37-Jährige leicht abgeändert hat. „Meine Oma war in den 50er, 60er Jahren Hausfrau, als gerade das Kochen mit Tütchen in war. Die verwende ich nicht. Vom Studium und dem, was ich mir selbst draufgeschafft habe, weiß ich, dass die Zusatzstoffe da drin nicht ohne sind.“ Daher auch der Buchtitel: „Natürlich koch‘ ich“ im Sinne von alles selbstgemacht und das natürlich mit natürlichen Zutaten.

Am Anfang gab’s noch Tiefkühlpizza

„Essen ist für mich in erster Linie Genuss, aber auch eine Art Medizin“, sagt Anne Baun. Bis Mitte 20 habe sie sich sehr ungesund ernährt. Erst als die Fuldaerin körperliche Probleme bekam, kam das Umdenken: „Du kannst wahnsinnig viel über die Ernährung regeln. Es lohnt sich, mal genauer hinzuschauen, wo’s klemmt.“ Es brauche nicht immer Arznei. „Bei Bauchweh zum Beispiel können dir Kurkuma oder Ingwer helfen.“

Ihr Wissen darüber, was im Essen steckt, habe sich Anne durch Lesen und Fortbildungen selbst angeeignet. Während ihres Lebensmitteltechnologie-Studiums lernte sie die technischen Seiten kennen. „Ich konnte zum Beispiel alle Aminosäuren zeichnen“, sagt sie. Doch schon bei Praktika habe sie gemerkt, dass der Bereich nichts für sie ist. „Es ist egal, ob du Hackfleisch oder Orangensaft untersuchst: Es sind immer die gleichen Handgriffe. Das war mir zu langweilig.“ Ihre Erfüllung fand die Kulturredakteurin dagegen im Schreiben. So hat sie heute nur noch hobbymäßig mit Lebensmitteln zu tun. In ihrem Kochbuch verbindet sie beides.

Am liebsten kocht Anne mit ihrem Mann Eike. Das war nicht immer so: „Als wir uns kennengelernt haben, haben wir uns noch häufig eine Tiefkühlpizza in den Ofen geschoben.“ Das änderte sich, nachdem die beiden ihre gemeinsame Leidenschaft fürs Kochen entdeckt hatten. Seither kommen bei der Autorin keine Fertiggerichte mehr auf den Tisch.

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QuelleFoto: privat
Die Autoren:

Josephin Chilinski

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