Ein warmer Sommerabend im Schatten der Klosterkirche, Musik, Menschen, gutes Essen – ein Erfolgsrezept. Am Sonntag trafen sich Koch- und Ernährungsbegeisterte zur „veganen Burgermania“. Im Rahmen der Eventreihe „Über den Dächern“ luden die Kochbuchautorin Larissa Häsler, das antonius Netzwerk Mensch und Bruder Pascal im Namen der Franziskanermönche zum gemeinsamen Schnippeln und Schmaus ein.

Text von Lea Marie Kläsener

Kichererbsen und Grünkernpatties

In der aktuellen Ausgabe beschäftigen wir uns ausführlich mit Fleisch. Aber um Burger und Gegrilltest zu genießen, muss gar nicht immer Fleisch her. Das wollte Larissa Häsler bei der veganen Burgermania am Wochenende zeigen und lud zum gemeinsamen Kochen ein. Frisches Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte wurden im Klostergarten bereitgestellt, und mitten in der Natur ging es los: In Kleingruppen wurden verschiedene Burgerpatties und Soßen hergestellt. Dabei unterhielt man sich über Essen und vegane Ernährung.

Bruder Pascal von den Franziskanermönchen, der kein strikter Veganer ist, sprach von der Wichtigkeit, ökologisch zu leben und dass es ein zentrales Anliegen der Kirche sei, die Schöpfung zu bewahren. Er betonte, dass jeder durch seinen Konsum Gutes tun und ökologische Impulse setzen könne. Zwischen Kichererbsen, Sesammus und Möhren ging es dann richtig zur Sache: Es wurde gemixt, gekocht und geknetet. Im Anschluss saß man bei angenehmer Hintergrundmusik zusammen und schaute Larissa Häsler und ihren Helfern dabei zu, wie sie die Patties grillten. Der typische Fleischduft eines Grillfests blieb natürlich aus.

Bewusstsein für die eigene Ernährung

Nach dem gemeinsamen Essen gab es eine Fragerunde an Larissa. Sie erzählte von ihrer Form des Veganismus, gab Tipps und Ratschläge. Von ihrem Lieblingsküchengerät, dem Hexler, bis zu ihrem Studium der Ernährungswissenschaften an der Hochschule blieb keine Frage unbeantwortet. Verglichen mit Berlin sei es in Fulda noch schwer, sich vegan zu ernähren, so Larissa. Ihr Ratschlag an alle, die mit dem Veganismus liebäugeln: Vorher informieren. Es sei wichtig, zu wissen, wie man gesund lebt – auch bei allen anderen Ernährungsformen. So sei sie überzeugt davon, dass es für jeden sinnvoll ist, regelmäßig die Blutwerte zu checken, um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Sie wolle niemanden missionieren, sondern ein Bewusstsein für Lebensmittel und eine Wertschätzung für vor allem tierische Produkte vermitteln.

Burgerglück

In ihrem neuen Kochbuch „Burgerglück“ stellt Larissa circa 30 verschiedene Patties, Soßen, Brötchen und Beläge vor. Ihren persönlichen Liebling, den Grünkernpatty mit Karottenstückchen, konnten die Gäste im Klostergarten ebenso wie den Falafelburger probieren. Dazu gab es viel frisches Gemüse und drei selbstgemachte Soßen. Zeit am Herd zu verbringen und neue Gerichte auszuprobieren, ist ein Hobby von Larissa. Angefangen habe das durch Kochbücher, später habe sie sich aber von Youtube-Videos und Blogs inspirieren lassen, so sagt die Autorin. Ihr Tipp für absolute Kochanfänger: „Lieber mit kleinen, einfachen Sachen anfangen, und das dann nach und nach steigern.“ Sonst neige man, wenn es nicht klappt, dazu, das Kochen wieder aufzugeben. Ihre Zutaten erhalte Larissa zu 98 Prozent im normalen Supermarkt, Fleischersatzprodukte wie veganen Schinken fänden aber eher selten den Weg in ihren Einkaufswagen. Mit ein bisschen Kochgeschick könne man ohne derartige Lebensmittel auskommen.

Ein schöner Abend neigt sich dem Ende zu, satt und zufrieden schlendern Veganer, Vegetarier und Fleischesser über den Frauenberg. Die Burgermania hat gezeigt: Essen verbindet. Der gemeinsame Spaß am Kochen und Verzehren steht im Vordergrund und Vorurteile gegenüber anderen Ernährungsformen zerstört diesen Spaß mehr, als es der Verzicht auf gewisse Produkte selbst tut.

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