Teilhabe statt Ausgrenzung – ganz plastisch: Der Kreativ-Wettbewerb der Lebenshilfe hat begonnen

Teilhabe statt Ausgrenzung – ganz plastisch: Der Kreativ-Wettbewerb der Lebenshilfe hat begonnen

[vc_column_text]Die Lebenshilfe startet einen Kreativwettbewerb zum Thema Teilhabe statt Ausgrenzung. Noch bis zum 30. April kannst du dich mit deinem Kunstprojekt beteiligen.

Inklusion – Der Begriff steht heute meist nur für Projekte für und mit Leute mit Handicap. Doch er meint viel mehr. Inklusion bedeutet Teilhabe, bedeutet ein Miteinander leben, soll schaffen, das Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Herkünften, körperlichen Voraussetzungen gleichberechtigt in der Gesellschaft leben können. Nicht ausgegrenzt, nicht auf dem Abstellgleis.

Wie ein Miteinander in Fulda funktionieren kann, zeigt unter anderem das gerade entstehende Projekt “antons” des antonius Netzwerk Mensch. Um selbst etwas zu tun, brauchst du sogar nicht unbedingt ein riesen Projekt starten. Die Bundesvereinigung Lebenshilfe setzt sich bundesweit für Teilhabe und Inklusion ein. Beim Kreativ-Wettbewerb Ganz plastisch der Lebenshilfe, der von unserem Partner BARMER im Rahmen der Selbsthilfeförderung finanziert wird, kannst du mit deiner Kreativität punkten: Noch bis zum 30. April 2018 können Beiträge eingereicht werden.

Wie kannst du mitmachen?

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt: Skulpturen und Apparate, Reliefs und Installationen, kleine und große, abstrakte und konkrete Figuren aus den unterschiedlichsten Materialien sind willkommen. Ob allein oder im Team, wie du dein Projekt erstellst, ist dir überlassen. Ziel ist, vielfältige Erfahrungen mit Gleichberechtigung, Inklusion und Teilhabe sichtbar zu machen.

Die Plastiken sollen zunächst als Foto(-serie) oder kleiner Film eingereicht werden. Die Wettbewerbs-Jury Prof. Susanne Lorenz (Bildende Künstlerin und Professorin an der Universität der Künste UdK Berlin), Prof. Dr. Andreas Fröhlich (Pädagoge und Wissenschaftler, Entwickler des Konzepts der Primären Kommunikation) und Julia Krause-Harder (Künstlerin im Atelier Goldstein der Lebenshilfe Frankfurt/Main) bewertet die Einsendungen. Die besten Beiträge werden bei der Preisverleihung am 28. September 2018 im Café Auster im Haus der Kulturen der Welt in Berlin gezeigt.

„Wir erwarten sehr viele Einreichungen und freuen uns schon auf jede einzelne“, so Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, MdB und Bundesministerin a.D. „Denn die Erlebnisse und Ideen der Menschen sollen öffentlich und wortwörtlich ‚ganz plastisch‘ werden, damit wir so Teilhabe stärken und gegen Ausgrenzung vorgehen können.“

[/vc_column_text][vc_column_text css=”.vc_custom_1518083934886{margin-top: 10px !important;margin-right: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;margin-left: 10px !important;border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #ffffff !important;border-left-color: #dd3333 !important;border-left-style: solid !important;border-right-color: #dd3333 !important;border-right-style: solid !important;border-top-color: #dd3333 !important;border-top-style: solid !important;border-bottom-color: #dd3333 !important;border-bottom-style: solid !important;border-radius: 2px !important;}”]Die Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V. setzt sich seit 1958 als Selbsthilfevereinigung, Eltern- und Fachverband für Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Familien ein. In über 500 Orts- und Kreisvereinigungen, 16 Landesverbänden und mehr als 4.000 Einrichtungen der Lebenshilfe sind rund 130.000 Mitglieder und zirka 60.000 hauptamtliche Mitarbeiter aktiv. Die Ziele der Lebenshilfe sind umfassende Teilhabe und Inklusion sowie die Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen in Deutschland. Mehr Informationen im Internet auf: www.lebenshilfe.de[/vc_column_text]

Ein inklusiver Treffpunkt für Fulda – das “antons meet & eat” eröffnet in der Robert-Kircher-Straße

Ein inklusiver Treffpunkt für Fulda – das “antons meet & eat” eröffnet in der Robert-Kircher-Straße

[vc_column_text]Wie schaffen wir die Barrieren in unseren Köpfen ab? Ein guter Weg ist, sie im realen Leben einzureißen. Ein Schritt auf diesem Weg soll der inklusive Treffpunkt “antons” in der Robert-Kircher-Straße werden – ein gemütliches Café von Menschen mit und ohne Handicap für Menschen mit und ohne Handicap.

Für unsere Dezemberausgabe haben wir Lea auf einer Tour durch Fulda begleitet und uns zeigen lassen, mit welchen Barrieren Blinde, Rollstuhlfahrer und alle Menschen mit Handicap im Alltag zu kämpfen haben. Dabei wurde vor allem eins deutlich: bauliche Hürden kann man beheben, die Hürden im Kopf lassen sich aber nur abbauen, wenn ein Miteinander eine Selbstverständlichkeit und keine Ausnahme ist.

Ein solches Miteinander soll im neuen inklusiven Treffpunkt in Fulda, dem “antons” entstehen. Seit Wochen wird in der Robert-Kircher-Straße gewerkelt und gebaut. Am 16. Februar soll das “antons” zum ersten Mal Gäste empfangen. Doch es ist eben kein gewöhnliches Café, das hier entsteht. Das Projekt des antonius Netzwerk Mensch setzt auf regionale Produkte und Produkte vom eigenen Hof. Die Tassen und Schüsseln wurden selbst getöpfert. Das allein ist noch nicht ungewöhnlich. Das Konzept des Ladens, die Umsetzung und der spätere Cafébetriebt wurde und wird gemeinsam von Jugendlichen mit und ohne Behinderung gestemmt. Ein Inklusionsprojekt, bei dem Inklusion wirklich Beteiligung bedeutet. Jeder übernimmt nach seinen Stärken Verantwortung für das, was hier entsteht.

Wie genau das aussehen soll, erzählt das Team selbst.[/vc_column_text][vc_video link=”https://youtu.be/hBKzmf4JzuY”][vc_column_text]Später soll das Café auch mit Veranstaltungen einen Beitrag leisten, die Innenstadt bunter zu machen, zu beleben, zu gestalten.

Die große Eröffnung steigt am 16. Februar um 10 Uhr.[/vc_column_text][td_block_authors custom_title=”Autoren” separator=”” include=”70, 2″ tdc_css=””]

„Humor am Lebensende“ – Mach mit beim Fotowettbewerb der Deutschen PalliativStiftung

„Humor am Lebensende“ – Mach mit beim Fotowettbewerb der Deutschen PalliativStiftung

[vc_column_text]Wie fotografiert man für Menschen, die dem Lebensende ins Gesicht schauen? Die Deutsche PalliativStiftung hat den 10. Fotowettbewerb für Hobby- und Profifotografen gestartet. Thema ist „Wer zuletzt lacht … Humor (auch) am Lebensende?”.

Seit zehn Jahren schreibt die PalliativStiftung für ihren PalliativKalender einen Fotowettbewerb aus. In diesem Jahr soll er zeigen, dass Palliativ eben nicht immer bedeuten muss, dass man nur traurige Gesichter sieht. Mit Humor ist alles leichter, gerade in schweren Lebensphasen ist ein wenig Lachen daher umso wichtiger. Darum ist das Thema des Kalenders für 2020 “Wer zuletzt lacht … Humor (auch) am Lebensende?”

Du möchtest mitmachen? Dann reiche deine Bilder über das Bildertool unter bis zum 31. März 2018 ein. Die Fotos sollten im Querformat aufgenommen sein und eine Mindestauflösung von 2480 x 1860 Pixel nicht unterschreiten.

Eine Jury wählt aus allen Einsendungen drei Gewinnermotive aus, die ein Preisgeld in
Höhe von 5.000, 3.000 sowie 2.000 Euro für eine gemeinnützige Hospiz- oder
Palliativeinrichtung ihrer Wahl erhalten. Außerdem entsteht aus den eingesandten Bildern der PalliativKalender 2020.

Alle Infos findest du auf der Webseite der PallitaivStiftung. Für Fragen stehen die Mitarbeiter per Mail und telefonisch unter 0661/48049797 zur Verfügung.[/vc_column_text][vc_column_text css=”.vc_custom_1517578117495{margin-top: 10px !important;margin-right: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;margin-left: 10px !important;border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #ffffff !important;border-left-color: #dd3333 !important;border-left-style: solid !important;border-right-color: #dd3333 !important;border-right-style: solid !important;border-top-color: #dd3333 !important;border-top-style: solid !important;border-bottom-color: #dd3333 !important;border-bottom-style: solid !important;border-radius: 2px !important;}”]

Die Deutsche PalliativStiftung

Experten aus der Praxis der Sterbebegleitung (Medizin, Pflege, Seelsorge, Physiotherapie …) gründeten die Deutsche PalliativStiftung. Ein Hauptziel ist eine gute Vernetzung und Verbesserung der ambulanten Hospizarbeit und Palliativversorgung in Deutschland.
Die Beratung von Entscheidern und Fachleuten, Laien sowie Haupt- und Ehrenamtlichen in Verbänden und Institutionen ist als seriöse Lobbyarbeit eine wichtige Arbeit der PalliativStiftung. Betroffenen und Angehörigen werden geeignete Ansprechpartner vor Ort vermittelt.[/vc_column_text]

Auf Tour in der inklusivsten Stadt Deutschlands? Lea zeigt uns, wie sie Fulda sieht

Auf Tour in der inklusivsten Stadt Deutschlands? Lea zeigt uns, wie sie Fulda sieht

[vc_column_text]Wie sieht ein blinder Mensch unsere Stadt? Die Frage hat sich move36-Redakteurin Mariana gestellt und sich mit Lea Widmer, die stark sehbehindert ist, auf eine ungewöhnliche Stadtführung gewagt.

Wie sieht Fulda aus? Ein Dom, eine barocke Innenstadt, ein schöner Schlossgarten – uns würden viele Details einfallen, anhand derer wir Fulda beschreiben können. Für Lea Widmer sieht die Stadt vor allem bunt aus. Denn viel mehr als Licht und Farben kann die 34-Jährige nicht sehen. Seit der Geburt ist sie hochgradig sehbehindert, hat nur noch eine Restsehkraft von unter drei Prozent.

Lea ist in Karlsruhe aufgewachsen, hat in Heidelberg Musiktherapie studiert und ist für den Beruf vor ein paar Jahren nach Fulda gezogen. Hier engagiert sie sich im Behindertenbeirat der Stadt, in der Interessengemeinschaft barrierefreies Fulda, kurz IGbFD, und zeigt bei der Rolli-Challenge Plus Interessierten die Stadt durch ihre Augen. Ihr Hobby ist klettern. Wie das aussieht, kannst du dir hier ansehen. Außerdem spielt sie in einem Ensemble der Musikschule Marimba.

Für unsere Dezemberausgabe des move36-Magazins hat sie mich mitgenommen und zeigt mir ihr Fulda, die Stadt, die sich seit 2015 inklusivste Stadt Deutschlands nennt. „Fulda ist die Stadt mit den meisten inklusiven Angeboten, das stimmt“, sagt Lea. „Für mich wäre eine inklusive Stadt aber so strukturiert, dass sich Menschen mit Behinderung genauso frei wie alle anderen beispielsweise im Stadtschloss bewegen, die Musikschule besuchen, zu Konzerten gehen können. Und ich glaube, davon sind wir noch weit entfernt. Aber man
versucht, sich dem Ideal anzunähern.” Zumindest, betont auch die Stadt, versuche man, im Rahmen von Straßensanierungen Barrierefreiheit herzustellen.

Wir starten in der Löherstraße in Leas Lieblingskaffeerösterei. Hier braucht ihr niemand sagen, wo der Eingang ist, denn da liegt eine Gummifußmatte, die für sie nicht nur zum Füßeabputzen da ist. „An der erkenne ich, dass ich vor der richtigen Tür stehe”, lacht Lea. Die Fulda-Karte in ihrem Kopf besteht aus lauter solchen Elementen, die ich übersehen würde.

Auf unserer interaktiven Karte kannst du unseren Spaziergang durch Fulda nachvollziehen. Im Video zeigt Lea uns einige Stolperfallen in der inklusivsten Stadt Deutschlands. Die ganze Reportage liest du im move36-Magazin oder in der movecard-App. [/vc_column_text][vc_column_text][/vc_column_text][vc_video link=”https://youtu.be/BhkKJGQW2KQ”][vc_column_text css=”.vc_custom_1512044819927{margin-top: 10px !important;margin-right: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;margin-left: 10px !important;border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #ffffff !important;border-left-color: #dd3333 !important;border-left-style: solid !important;border-right-color: #dd3333 !important;border-right-style: solid !important;border-top-color: #dd3333 !important;border-top-style: solid !important;border-bottom-color: #dd3333 !important;border-bottom-style: solid !important;border-radius: 2px !important;}”]Mehr zum Thema:

Die Dezember-/Januarausgabe des move36-Magazins gibt es in den Geschäftsstellen der Fuldaer Zeitung, im Jahresabo und in der digitalen Ausgabe in der movecard-App.[/vc_column_text][vc_row css=”.vc_custom_1512045811541{background-color: #dd9933 !important;}”][vc_column][vc_column_text]

Und wie sieht es auf dem Weihnachtsmarkt aus?

In der vergangenen Woche hat der Weihnachtsmarkt in Fulda eröffnet, und wir alle freuen uns sehr auf Glühwein und Süßes. Das geht Menschen mit Behinderung nicht anders. Aber sie werden jährlich vor besondere Herausforderungen gestellt, wenn sie den Weihnachtsmarkt besuchen wollen: Es herrscht viel Gedränge, es gibt viele Stolperfallen und zwischen den Hütten ist nicht viel Platz. Die Mitglieder des Behindertenbeirates der Stadt Fulda haben sich auf dem Weihnachtsmarkt umgeschaut und berichtet, wie barrierefrei das Fest in Fulda ist.

Die Ergebnisse sorgten während der Sitzung des Behindertenbeirates Anfang der Woche für große Verärgerung. „Nachdem die neue Satzung für den Weihnachtsmarkt erst im Jahr 2018 wirkt, wollten wir gern praktische Erfahrungen sammeln, welche Händler schon sensibilisiert sind und wo noch Nachholbedarf besteht“, sagt der Vorsitzende Hanns-Uwe Theele.

Beispielsweise halten einige Händler die so wichtige Leitlinie für Blinde frei, andere nehmen es nicht so genau mit der Sicherheit von blinden und sehbehinderten Menschen. So können Stützstangen für Dächer und Tische, die direkt auf der Leitlinie stehen, zu Stürzen und erheblichen Verletzungen führen. Auch die Zweige von Tannenbäumen, die in die Laufzone der Leitlinie ragen, sind sehr gefährlich. Wer so einen Zweig ins Gesicht bekommt, im schlimmsten Fall mit offenen Augen, kann sich böse verletzen. Positiv wurde aber auch registriert, das einige Händler einzelne Tische abgesenkt hatten und meist niederschwellige, breite und kontrastierte Kabelbrücken verwendet wurden.[/vc_column_text][vc_gallery interval=”3″ images=”82028,82026,82025,82024″ img_size=”full”][vc_column_text]Hier wurde nur eine negative Ausnahme festgestellt. Eine selbstgebaute, also nicht TÜV geprüfte, Kabelbrücke auf dem Winterwald, die teilweise nicht überfahren werden konnte und durch ihre Höhe und Form eine erhebliche Stolper- und Sturzgefahr darstellt. Auch der Weg quer über den Winterwald war nicht geräumt und stellt somit ein Hindernis und für die Schwächsten der Betroffenen eine erhebliche Gefahr dar. Dieser Weg muss dauerhaft in einer Breite von 1,60 Meter frei geräumt werden.

Für Blinde und Sehbehinderte ist der Mulch darüber hinaus kontraproduktiv, da man sich darauf kaum mit dem Blindenstock orientieren könne. Wer auf Gehhilfen, Rollatoren oder einen Rollstuhl angewiesen ist, könne sich den Besuch des Winterwaldes gleich sparen.

Alle Mängel wurden dem Magistrat umgehend und ausführlich mitgeteilt, und um sofortige Abhilfe gebeten. Hanns-Uwe Theele ergänzt: „Ich werde die Situation vor Ort genau im Blick haben und den Magistrat an seinen Taten messen, wie schnell und umfassend die gravierenden Mängel abgestellt werden. Menschen mit Behinderung müssen das Recht und die Möglichkeit haben, selbstbestimmt und gefahrlos teilhaben zu können. Dies gilt auch für den Weihnachtsmarkt.“ Die Unzufriedenheit der Betroffenen wurde in der Sitzung des Behindertenbeirates sehr deutlich ausgesprochen und die Kontrollfunktion und Sorgfaltspflicht des Ordnungsamtes bemängelt.[/vc_column_text]

“Ich finde das selbstverständlich” – Eine Kneipentour gegen Gewalt an Frauen und für mehr Respekt

“Ich finde das selbstverständlich” – Eine Kneipentour gegen Gewalt an Frauen und für mehr Respekt

[vc_column_text]“Nein zu Gewalt an Frauen. Ja zu Respekt!” – Zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen lud das Frauenbüro der Stadt Fulda am Samstag zu einer besonderen Kneipentour ein. Wir waren dabei.

Ich stehe an der Theke und warte darauf, bis der Barkeeper Zeit für mich findet. Von der Seite schlägt mir eine Bier-Whiskey-Wolke entgegen, die ich mit Mühe zu ignorieren versuche. Was mir gelingt, bis der Typ, der die Wolke verursacht, seinen Arm um meine Schulter legt und mir ins Ohr lallt: “Hey Süße, soll ich das mal für dich übernehmen?”

Eine Situation, wie ich sie so und so ähnlich schon erlebt habe. Ist das Gewalt? Nein. Auch die Hand, die sich im Vorbeigehen gern mal auf einen Hintern verirrt – ganz aus Versehen natürlich -, kann man nicht als Akt der Gewalt bezeichnen. Aber es ist absolut daneben. Sexualisierte Gewalt, Grenzen überschreiten, Belästigung.[/vc_column_text][vc_single_image image=”81756″ img_size=”full”][vc_column_text]Mit einer ungewöhnlichen Kneipentour wollte das Frauenbüro Fulda am Samstag zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen auf diese Grenzüberschreitungen aufmerksam machen. Frauenbüroleiterin Katharina Roßbach und ihr Team haben Bierdeckel mit dem Slogan „Nein zu Gewalt an Frauen. Ja zu Respekt!“ drucken lassen und verteilten diese mit vielen freiwilligen Mädels in elf teilnehmenden Kneipen in der Innenstadt. „Wir machen jedes Jahr auf den Tag aufmerksam, indem wir die Flagge an der Stadtwache hissen. Aber dieses Mal wollten wir dorthin gehen, wo gerade Alltagsgewalt und sexualisierte Gewalt wie unerwünschte Berührungen stattfinden: in Kneipen“, erklärt Katharina Roßbach.

Und dort kam die Aktion im Vorfeld schon sehr gut an. Das Frauenbüro hatte bei vielen Fuldaer Wirten angefragt und rannte offene Türen ein. Bei unserem ersten Stopp an diesem Abend, im “Goldenen Rad”, wurden wir vom Team bereits erwartet. Jeder Mitarbeiter hatte an diesem Abend ein Shirt mit der Aufschrift “Nein zu Gewalt an Frauen. Ja zu Respekt!” an. “Wir finden das Thema generell sehr wichtig”, sagt Katharina Bazan vom Rädchen. “Gerade ungewolltes Berühren und ähnliches wird von vielen schnell abgetan. Aber mit dieser Aktion wird für die Grenzen sensibilisiert.”[/vc_column_text][vc_single_image image=”81757″ img_size=”full”][vc_column_text]

Eine Selbstverständlichkeit

Auch Felix Wessling ist mit seinen Gaststätten “Löwe”, “Alte Schule” und “Heimat” am Start. “Ich finde das selbstverständlich. Das ist ein starkes Statement, sehr wichtig. Da habe ich gar nicht lange drüber nachdenken müssen”, sagt er. Als Kneipier beobachte er respektloses Verhalten immer mal. “Wir werden auch von unseren Gästen angesprochen und machen uns Gedanken, was mit unserem Personal ist, wenn die nachts nach Hause gehen. Zum Glück ist es kein ganz so massives Thema in Fulda, aber es ist ein Thema. Leider.”

Celina Irrling ist Studentin und schloss sich der Tour mit einigen anderen Mädels an. In jeder der elf teilnehmenden Kneipen gingen sie offen auf die Gäste zu, erklärten die Aktion und verteilten die Bierdeckel. “Das Feedback ist bisher sehr positiv”, sagt die 23-Jährige. “Ein Herr meinte, eigentlich sollte jeder Tag ein Tag gegen Gewalt sein. Das sei selbstverständlich.”

Einige Gäste reagierten etwas irritiert, viele wussten nicht, dass dieser Tag ist. Doch die Bierdeckel sind Hingucker. Und anders als Flyer werden sie direkt benutzt und finden so Beachtung.

Natürlich ist Fulda kein Pflaster, wo Frau sich nicht allein aus dem Haus trauen darf. Und natürlich betrifft sexualisierte Alltagsgewalt nicht nur Frauen. “Der Punkt ist, darauf aufmerksam zu machen, dafür zu sensibilisieren, was nicht okay ist”, sagt Elvira Idt vom Hessischen Netzwerk gegen Gewalt im Polizeipräsidium Osthessen. “Ich glaube, in dem Bereich gibt es ein Dunkelfeld, das gar nicht erst zur Anzeige kommt. Viele Betroffene denken sich vielleicht: Was bringt das denn? Die Aktion zeigt auch, wo es Hilfen gibt, Ansprechpartner, Tipps, wie man sich verhalten kann. Und ja, nicht alles ist strafbar. Aber nur weil etwas nicht strafbar ist, ist es nicht okay.”[/vc_column_text][vc_video link=”https://youtu.be/Sb-VFyBwTUY”][vc_column_text css=”.vc_custom_1511696960291{margin-top: 10px !important;margin-right: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;margin-left: 10px !important;border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #ffffff !important;border-left-color: #dd3333 !important;border-left-style: solid !important;border-right-color: #dd3333 !important;border-right-style: solid !important;border-top-color: #dd3333 !important;border-top-style: solid !important;border-bottom-color: #dd3333 !important;border-bottom-style: solid !important;border-radius: 2px !important;}”]Wie reagiere ich richtig? Wo finde ich Hilfe?

Das Frauenbüro hat gemeinsam mit dem Netzwerk gegen Gewalt ausführliche Informationen und Tipps zum Thema zusammengestellt.[/vc_column_text]

Outing am Arbeitsplatz: Studie zeigt, wie offen, aber auch intolerant wir sind

Outing am Arbeitsplatz: Studie zeigt, wie offen, aber auch intolerant wir sind

[vc_column_text]In der aktuellen move36 haben uns drei junge Menschen erzählt, wie es ist, trans* zu sein, wie es ist, sich nicht mit seinem biologischen Geschlecht identifizieren zu können – und wie viel Mut und Kraft es braucht, eine Geschlechtsumwandlung machen zu lassen. Vor allem das Outing am Arbeitsplatz ist für sie nicht einfach. Ein Studie, unterstützt von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, zeigt nun, wie offen, aber auch wie intolerant wir immer noch gegenüber Kollegen sind, die sich outen. 

Erstmals wurden für die Studie auch Bi- und Transsexuelle separat befragt. Seltsam und bedenklich ist, dass diese Gruppen mehr Diskriminierung erfahren und weniger offen sein können als Schwule und Lesben. Warum akzeptiert man Homosexuelle und lehnt gleichzeitig Transsexuellen ab? Unverständlich ist auch, dass Hetero- sowie Homosexuelle Bisexuelle oft gleichermaßen nicht akzeptieren. So sprechen 55,5 Prozent der bisexuellen Beschäftigten mit keinem oder nur wenigen Kollegen über ihre sexuelle Neigung. Und sieben von zehn trans* Menschen sprechen auf der Arbeit nicht über ihre Geschlechtsidentität.

“Die Gesellschaft will noch geschlechtliche Eindeutigkeit”, sagt Studienleiter Dominic Frohn vom Institut für Diversity und Antidiskriminierungsforschung. Insgesamt stehe man beim Umgang mit Bisexuellen dort, wo man bei Homosexuellen vor zehn Jahren war. “Und bei trans* Menschen sind wir dort, wo wir bei lesbischen und schwulen Mitarbeiter/-innen vor zwanzig Jahren waren.”

Über 30 Prozent halten sich bedeckt

Was nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass Homosexuelle noch genauso viel Diskriminierung (76,3 Prozent) erfahren wie 2007. “Eine stärkere Sichtbarkeit erzeugt oft auch eine steigende Gegenbewegung”, erklärt Frohn.

Natürlich offenbaren die fast 3000 befragten queeren Menschen für die Studie “Out im Office?!“, dass auch Fortschritte zu sehen sind: 2007 outeten sich nur 12,7 Prozent der Lesben und Schwulen gegenüber ihren Arbeitskollegen, nun sind es 28,9 Prozent. Über 30 Prozent halten sich jedoch immer noch bedeckt mit ihrer sexuellen Identität, 2007 waren es noch 51,9 Prozent. Chefs sind dabei tendenziell offener, da sie weniger angreifbar seien, so Frohn.

Ein langsamer Prozess

Die Studie zeigt: In Sachen Toleranz hat sich viel getan in Deutschland – sie wirft gleichwohl die Frage auf, warum Homosexuelle mehr akzeptiert werden als Bi- und Transsexuelle. Toleranz ist wohl ein langsamer, gesellschaftlicher Prozess, der mit allem Neuem von vorne beginnt.[/vc_column_text]