In-Gang-Setzer für Fuldas Selbsthilfe

In-Gang-Setzer für Fuldas Selbsthilfe

[vc_column_text]Seit einigen Tagen gibt es in Fulda sieben neue In-Gang-Setzer (IGS). Die Leiterin des Selbsthilfebüros Osthessen Christine Kircher, ihre Mitarbeiterin Septi Sakti und fünf der sieben Ehrenamtlichen sprachen mit uns über ihre Arbeit und machten Mut, sich zu engagieren.

Text von Lea Marie Kläsener

Fulda hat jetzt sieben neue In-Gang-Setzer (IGS). Hast du noch nie gehört? Wir auch nicht. Deshalb haben wir fünf der sieben im Selbsthilfebüro besucht. In Fulda gibt es bereits viele Selbsthilfegruppen, aber es kommt immer wieder vor, dass das Telefon klingelt und Nachfragen mit: „Können Sie sich vorstellen, selbst eine solche Gruppe zu gründen?“ beantwortet werden müssen. IGS begleiten eine neue Gruppe bei der Gründung, zeigen, wie eine Gruppensitzung laufen kann, welche Regeln sie sich selbst geben könnten und wie sich eine lockere Gesprächskultur etablieren lässt.

Bisher wurden neue Gruppen immer von Selbsthilfebüroleiterin Christine Kircher begleitet. Aber sie habe einfach nicht die Zeit, allen Gruppen die nötige Zeit zu widmen, daher sei die Betreuung mangelhaft gewesen, sagt sie. Dafür sind jetzt Marmar Narwim, Iness Hadhri, Marion Kronberg, Schajma Zajraeva, Medina Zajraeva, Maria Semmler, Serife Demir und Eva-Maria Fleck da. Betreut werden die sieben In-Gang-Setzerinnen von Christine Kircher und Septi Sakti.

Die neuen IGS sollen eine moderierende Rolle einnehmen, die Gruppenmitglieder „an die Hand nehmen“. Christine Kircher macht klar: Die IGS sollen „nicht Führung, sondern Begleitung“ einer Gruppe darstellen. Auch bereits bestehende Gruppen, die Schwierigkeiten bei der Kommunikation haben oder „im Gespräch immer wieder in dieselben Fallen tappen“ können sich im Selbsthilfebüro Hilfe holen und um einen IGS als Unterstützung bitten. Dieser setzt sich dann dazu und gibt nach Aufforderung Feedback.

Wer sind die In-Gang-Setzerinnen?

Die Sieben sind zwischen Anfang 20 und Mitte 50 und interessiert daran, „Menschen zu helfen“. Sie sind Studentinnen, Ehrenamtliche und Berufstätige. Und sie sind Frauen. Denn wie so oft bei sozialem Engagement sind es vor allem Frauen, die bereit sind, diese Aufgaben zu übernehmen. Es sei ein Dauerproblem, so Christine Kircher. „Ganz wenige junge Männer sind bereit, sich unbezahlt sozial zu engagieren. Das bleibt immer noch an uns Frauen hängen.“ Dabei ist sie sich sicher: „Jungen Männern entgeht ganz viel, wenn sie diesen Bereich für sich ausklammern.“

Die neuen IGS haben in den vergangenen Monaten ein In-Gang-Setzer-Seminar absolviert. Nach einem allgemeinen Infotreff habe das Selbsthilfebüro Termine für Einzelgespräche festgesetzt, in denen man sich dann menschlich kennengelernt habe, so Marmar. Mithilfe des Gesprächs wurde beschlossen, wer zur Schulung zugelassen wird. Nach drei Wochenenden Unterricht in Frankfurt am Main erhielten die IGS nun ihre Zertifikate. Alle vereint der „riesige Spaß“ an den Schulungen, so Medina, und der Ehrgeiz, „etwas Sinnvolles im Ehrenamt zu tun“, sagt Eva. „In Selbsthilfegruppen verschwinden die sozialen Trennungen“, erklärt Septi. „Die Betroffenen sind durch ihr Schicksal gleich, die Gemeinsamkeiten überwiegen die Unterschiede. Dadurch lernen sich verschiedene Kulturen kennen.“

Da hilft es, dass viele der IGS bis zu vier Sprachen beherrschen. Sie leben alle schon lange in Deutschland, haben Wurzeln in der Türkei, Afghanistan, Tschetschenien oder Indonesien. Die Arbeit mit internationalen Selbsthilfegruppen nimmt stark zu, in Fulda hat Septi die Leitung des Bereichs Migration inne. Sie erzählt, dass in anderen Kulturen das Konzept von Selbsthilfe noch nicht so bekannt ist, daher anfangs oft Aufklärungsarbeit besteht.

„Immer nur freiwillig“

Als IGS muss man empathisch sein. Die Moderation der Gruppen verlangt ein Feingefühl, da sich die Mitglieder nicht eingeschüchtert oder bedrängt fühlen sollen. Der IGS zieht sich nach einiger Zeit schleichend zurück, die Gruppe bestimmt letztendlich, wann sie bereit dazu ist, die Moderation selbst zu regeln. Das Selbsthilfebüro steht den IGS sowie den Gruppen fachlich zur Seite, und ist bereit für Rücksprachen, Christine Kircher und Septi haben nämlich selbst auch die Schulung absolviert. Die IGS sind zu nichts verpflichtet, alles passiere „immer nur freiwillig“, so Christine Kircher.[/vc_column_text][vc_column_text css=”.vc_custom_1529576713101{margin-top: 10px !important;margin-right: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;margin-left: 10px !important;border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;border-left-color: #dd3333 !important;border-left-style: solid !important;border-right-color: #dd3333 !important;border-right-style: solid !important;border-top-color: #dd3333 !important;border-top-style: solid !important;border-bottom-color: #dd3333 !important;border-bottom-style: solid !important;border-radius: 2px !important;}”]

So kannst du dich engagieren

Das Selbsthilfebüro ist auf ehrenamtliche Helfer angewiesen. Die Arbeit, die diese Menschen leisten, ist im höchsten Maße unverzichtbar und kann nicht genug unterstützt werden. Wenn du Interesse hast, dich sozial zu engagieren oder selbst IGS zu werden, kannst du dich im Selbsthilfebüro Osthessen melden (Petersberger-Str. 21 Fulda, 0661-910 98 46, selbsthilfe.osthessen@paritaet-selbsthilfe.org).[/vc_column_text]

Interessengemeinschaft barrierefreies Fulda (IGbFD) gewinnt Förderpreis von Google mit ihrem Inklusionskompass

Interessengemeinschaft barrierefreies Fulda (IGbFD) gewinnt Förderpreis von Google mit ihrem Inklusionskompass

[vc_column_text css=”.vc_custom_1528795020274{border-radius: 3px !important;}”]Nachdem sich die IGbFD gegen tausende Konkurrenzprojekte durchgesetzt hatte und von einer prominenten Jury (u. A. Dunja Hayali, Arne Friedrich, Stefanie Graf, Verena Bentele, Raul Krauthausen) unter die letzten 100 Förderfähigen gewählt wurde, konnte sie nun auch beim Voting mit ihrem „Inklusionskompass“ überzeugen. Bei der Online-Abstimmung kamen sie unter die besten 50.

Text von Lea Marie Kläsener

Der erste Vorsitzende der IGbFD Hanns-Uwe Theele wurde vor einem dreiviertel Jahr durch Facebook auf die Google-Aktion aufmerksam und „ein alter Gedanke“ kam wieder auf. Auf der offiziellen Website der IGbFD habe er schon früher einen PDF-Flyer mit konkreten Hilfestellungen, Veranstaltungen und Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung in der Region erstellt. Diese Idee sei sehr gut angekommen, aber aufgrund der Finanzen nicht umfangreich genug umsetzbar gewesen, sagt er.

Das wird sich nun dank der Fördermittel ändern. Denn für die Sieger der Google-Aktion stehen bis zu 20.000 Euro Fördergelder bereit, die nun mit abgerufen werden können. Theele selbst habe schon lange von einer barrierefreien Homepage geträumt, also einer, die für hör- und sehbehinderte Menschen einfach zugänglich ist. Die Programmierung einer Website in dieser „leichten Sprache“, die auch komplizierte Texte einfach darstellen solle, sei sehr teuer und damit sei die IGbFD auf das Fördergeld angewiesen.

In Planung seien zwei Plattformen auf der Homepage: Eine für die zwischenmenschliche Kommunikation, eine weitere als eine Art Partnerschaftsbörse. Weiterhin sollen „alle Informationen, die Menschen mit Behinderung in irgendeiner Weise berühren“ aufgewartet werden. Das betreffe neben regionalen Themen wie zum Beispiel Arbeit, Freizeit, Kindergarten, Schule, Reisen und Mobilität auch landes- oder bundesweite Bereiche wie barrierefreies Wohnen. Theele möchte im „Inklusionskompass“ auch diese Felder bedienen und die passenden Links zur Verfügung stellen.

Im August gehe die Planung in die Umsetzung über, und eine Arbeitsgruppe starte mit der Programmierung, so Theele. Diese bestehe teils aus Fachkräften der IT-Branche, teils aus ehrenamtlichen Helfern. Letztere seien dafür zuständig, eine „umfangreiche Recherche“ durchzuführen, „um alle inklusiven und barrierefreien Angebote in der Region zu ermitteln“. Theele schätzt, dass die Website Anfang 2019 online gehen kann.[/vc_column_text][vc_row css=”.vc_custom_1528728842792{margin-top: 0px !important;margin-right: 0px !important;margin-bottom: 0px !important;margin-left: 0px !important;border-top-width: 0px !important;border-right-width: 0px !important;border-bottom-width: 0px !important;border-left-width: 0px !important;padding-top: 0px !important;padding-right: 0px !important;padding-bottom: 0px !important;padding-left: 0px !important;background-color: #ffffff !important;border-left-style: solid !important;border-right-style: solid !important;border-top-style: solid !important;border-bottom-style: solid !important;}”][vc_column][vc_column_text css=”.vc_custom_1528787485180{margin-top: 10px !important;margin-right: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;margin-left: 10px !important;border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #ffffff !important;border-left-color: #dd3333 !important;border-left-style: solid !important;border-right-color: #dd3333 !important;border-right-style: solid !important;border-top-color: #dd3333 !important;border-top-style: solid !important;border-bottom-color: #dd3333 !important;border-bottom-style: solid !important;border-radius: 2px !important;}”]Wer sich bei diesem Projekt einbringen möchte und Kenntnisse in den entsprechenden Bereichen hat, kann sich beim IGbFD per Telefon (0661-8339600) melden. Auf www.igbfd.de könnt ihr auch ein Kontaktschreiben verfassen.

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Immer mehr Menschen leiden an Essstörungen

Immer mehr Menschen leiden an Essstörungen

[vc_column_text]Essstörungen breiten sich immer weiter aus. Das meldet die BARMER Hessen. Je nach Krankheit stieg die Zahl der Betroffenen um rund 30 Prozent.

19 Prozent in fünf Jahren: So hoch ist der Zuwachs, den die hessische BARMER bei Versicherten mit Essstörung verzeichnet. „Ins Auge fallen vor allem Diagnosen rund um das Thema Magersucht”, so Norbert Sudhoff, Landesgeschäftsführer der BARMER in Hessen. “Mit 29 Prozent haben wir vor allem bei Mädchen und jungen Frauen in der Altersklasse zwischen zehn und 20 Jahren die höchste Steigerungsrate festgestellt.“ Betrachtet wurden Zahlen aus den Jahren 2011 bis 2016.

Der Wahn der gesunden Ernährung

Eine Essstörung wie Magersucht und Bulimie können schwere Organschäden nach sich ziehen und schlimmstenfalls tödlich enden. So auch ein erst seit Ende der 90er Jahre bekanntes Phänomen – die Orthorexie, den Wahn der gesunden Ernährung. move36 widmet sich in der aktuellen Ausgabe dieser Thematik. Für Betroffene wird schon der routinemäßige Wocheneinkauf zum Horrortrip. Sie haben Angst vor all den Zusatzstoffen in den Produkten. Befürchten, dass sie dadurch krank werden.

Alle Formen von Essstörungen sind heimliche Störungen, die ohne massiven Gewichtsverlust häufig lange unbemerkt bleiben. Oft nehmen selbst die Betroffenen ihr Essverhalten nicht als krankhaft wahr. Sowohl bei Frauen als auch bei Männern kommt Magersucht als diagnostizierte Erkrankung am häufigsten bei den 20 bis 29 jährigen vor.

“Magersucht, Ess-Brech-Sucht oder andere Formen von Essstörungen führen unbehandelt meist zu ernsthaften und langfristigen körperlichen und seelischen Gesundheitsschäden. Die Erkrankungen sollten daher multiprofessionell behandelt werden. Mediziner, Psychotherapeuten, Ernährungsberater und Sozialpädagogen arbeiten dafür Hand in Hand. Außerdem ist ein aufmerksames persönliches Umfeld gefragt”, erklärt Sudhoff.[/vc_column_text][vc_row css=”.vc_custom_1508502251790{margin-top: 10px !important;margin-right: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;margin-left: 10px !important;border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #ffffff !important;border-left-color: #dd3333 !important;border-left-style: solid !important;border-right-color: #dd3333 !important;border-right-style: solid !important;border-top-color: #dd3333 !important;border-top-style: solid !important;border-bottom-color: #dd3333 !important;border-bottom-style: solid !important;border-radius: 2px !important;}”][vc_column][vc_column_text css=”.vc_custom_1528127039500{margin-top: 10px !important;margin-right: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;margin-left: 10px !important;border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #ffffff !important;border-left-color: #dd3333 !important;border-left-style: solid !important;border-right-color: #dd3333 !important;border-right-style: solid !important;border-top-color: #dd3333 !important;border-top-style: solid !important;border-bottom-color: #dd3333 !important;border-bottom-style: solid !important;border-radius: 2px !important;}”]Mehr zum Thema Essstörung:

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IG barrierefreies Fulda steht im Finale der Google Impact Challenge und braucht deine Unterstützung

IG barrierefreies Fulda steht im Finale der Google Impact Challenge und braucht deine Unterstützung

[vc_column_text]Die Interessengemeinschaft barrierefreies Fulda (IGbFD) hat es ins Finale der Google Impact Challenge geschafft – ein bundesweites Förderprojekt. Ab sofort kann online für die Fuldaer Idee abgestimmt werden. Ziel der IG: Online einen Inklusionskompass schaffen, der Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung aus Stadt, Landkreis und darüber hinaus weiterhelfen kann.

Ein Text von Anna-Lena Bieneck

Für Menschen mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung wird in der Region viel getan, sagt Hanns-Uwe Theele, Vorsitzender der IGbFD. „Unterstützung gibt es genug – aber viele wissen nicht, wo“, so der 61-Jährige.

Das will der Fuldaer ändern. Theele und die IG stellen sich eine Online-Plattform vor, die von A bis Z alles bietet, was in Stadt, Landkreis und darüber hinaus Menschen mit Behinderung weiterhelfen kann. Das umfasst unter anderem eine vollständige Katalogisierung aller Ansprechpartner und Angebote – von Ärzten und Therapeuten über Freizeitangebote, Reisen, Fahrdienste, Schule und Pflege bis hin zu barrierefreien Restaurants.

Interessengemeinschaft barrierefreies Fulda

Foto: Anna-Lena Bieneck

Der Inklusionskompass soll aber mehr sein als ein Katalog. Hanns-Uwe Theele stellt sich eine interaktive Webseite vor. Das erklärt er an einem Beispiel: „Für das Thema Wohnen könnte es einen eigenen Button geben. Wenn man ihn anklickt, erscheinen verschiedene Auswahlmöglichkeiten: Suche ich freie behindertengerechte Wohnungen, oder will ich selbst barrierefrei bauen?“ Auch Finanz- und Steuerberater sollen zu finden sein. „Viele wissen vielleicht gar nicht, dass es für barrierefreies Bauen Hilfsmittel gibt.“

Da die Homepage für alle gleichermaßen nutzbar sein soll – also in jeglichem Sinne barrierefrei –, gibt es viele technische Details, die umgesetzt werden müssten. Etwa für Sehbehinderte: „Für sie muss es möglich sein, sich akustisch durch die Seite lotsen zu lassen, also mithilfe einer Vorlesefunktion“, erklärt Theele.

„Das alles ist ein Haufen Arbeit, der viel Zeit kostet – und vor allem Geld“, sagt der Fuldaer. Deshalb ist der Inklusionskompass erst einmal nur eine Idee. „Wenn wir die Förderung von Google nicht kriegen, geht es nicht“, stellt Theele klar.

Im November hatte sich die IGbFD für die Google Impact Challenge beworben. Jedes Jahr werden dabei Projekte gefördert, die mit Hilfe von Technologie helfen, die Gesellschaft ein Stück besser zu machen. Den besten Konzepten winken bis zu 500 000 Euro.

Ganz so viel braucht die IGbFD dann doch nicht. Die Fuldaer haben sich für die Kategorie beworben, in der bis zu 20 000 Euro Preisgeld winken. Eine Jury hat die Projektidee aus Fulda bis ins Finale gewählt. Jetzt hat es die Öffentlichkeit in der Hand: Gestern wurden die 100 Finalisten aus ganz Deutschland bekanntgegeben, seitdem kann man online abstimmen.

Gefördert werden die besten 50 Projekte – die Chancen stehen also auf den ersten Blick nicht schlecht. „Aber gegen Projekte aus Großstädten mit viel mehr Einwohnern, die abstimmen können, kann es natürlich schwer werden“, erklärt der 61-Jährige. Aber er zeigt sich optimistisch: „Wir zählen auf die Fuldaer und die Menschen aus der Region.“

Abstimmen kann man bis einschließlich 6. Juni. Dann entscheidet sich, ob für Fulda bald einen Inklusionskompass geben wird. Sollte es tatsächlich klappen, will sich die IGbFD an weitere Organisationen wenden: „Diakonie, antonius – Netzwerk Mensch, Caritas – wir wollen alle mit ins Boot holen“, sagt Hanns-Uwe Theele.

Wer die IG barrierefreies Fulda unterstützen möchte, kann ab sofort online seine Stimme geben.[/vc_column_text][vc_video link=”https://www.youtube.com/watch?v=HUvX4BMfmcw” title=”Wie inklusiv Fulda ist, zeigte die IGbFD zuletzt beim Inklusionstag”][vc_column_text css=”.vc_custom_1526657885508{margin-top: 10px !important;margin-right: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;margin-left: 10px !important;border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #ffffff !important;border-left-color: #dd3333 !important;border-left-style: solid !important;border-right-color: #dd3333 !important;border-right-style: solid !important;border-top-color: #dd3333 !important;border-top-style: solid !important;border-bottom-color: #dd3333 !important;border-bottom-style: solid !important;border-radius: 2px !important;}”]

Wie inklusiv ist Fulda?

Das Thema spielt in unserer Themenwelt “Wir müssen reden!” immer wieder eine Rolle.

Zum Beispiel waren wir mit Lea in Fulda unterwegs und haben uns die Barockstadt aus ihrer Perspektive zeigen lassen.

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Die Rolli-Challenge

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Selbsthilfe, aus der Bäume wachsen – Mario Dieringer von Trees of Memory

Selbsthilfe, aus der Bäume wachsen – Mario Dieringer von Trees of Memory

[vc_column_text]Ein Baum für einen verlorenen Menschen – Mario Dieringer wandert mit dem Projekt Trees of Memory durch die Welt und pflanzt Bäume in Erinnerung an Menschen, die ihrem Leben ein Ende gesetzt haben. Einer dieser Bäume wächst jetzt auch in Fulda. 

Und plötzlich war er nicht mehr da: Als Marios Partner sich das Leben nahm, brach der 51-Jährige zusammen. Es war das Ende eines langen und schweren gemeinsamen Weges. Ein Kampf gegen die Depression, mit Selbstzweifeln und um sich selbst. Ein Ende, das Mario mit Schuldzuweisungen und tiefer Trauer zurückließ.

Dabei kannte er den Weg, den sein Partner gegangen ist, sehr gut. Er selbst litt unter schweren Depressionen, auch er hatte einen Suizidversuch hinter sich. “2012 bin ich zum ersten Mal zusammengebrochen und hatte schlimme Suizidgedanken, die aus dem Nichts heraus kamen.” Von der Diagnose Depressionen sei er vollkommen überrascht gewesen. “Ich, Depressionen? Der Partykönig kann doch keine Depressionen haben!” Mario hat sich für den Weg der Therapie entschieden und sich Hilfe gesucht.

Bis er selbst wieder er selbst gewesen sei, habe es lange gedauert. Dazwischen lag ein schwerer Zusammenbruch mit Suizidversuch, bei dem Jürgen ihn gefunden und gerettet habe.

Was ihm selbst so geholfen habe – die Therapie -, sei für seinen Partner nicht in Frage gekommen. “Wir hatten uns sehr darüber gestritten, warum er keine Behandlung wollte. Er hat immer gesagt, das gehe nicht, er hätte die und die Verpflichtungen – nur dumme, wirklich dumme Ausreden.” Und er habe die Antidepressiva, die ihm geholfen haben, immer wieder abgesetzt.[/vc_column_text][vc_row][vc_column width=”1/2″][vc_column_text]”Irgendwann konnte ich so nicht mehr weitermachen. Mit der Angst, dass ich irgendwann von der Arbeit nach Hause komme, und er ist tot, wollte und konnte ich nicht leben.” Mario stellte seinen Partner vor die Entscheidung und fuhr für einige Tage weg, um selbst den Kopf frei zu bekommen. Als er wieder kam, war Jürgen bereits seit zwei Tagen tot. Jetzt stand er da, allein und am tiefsten Punkt seines Lebens, und musste den Verlust verarbeiten.

“Die ersten sechs Monate danach waren wirklich ein Kampf um mein eigenes Überleben. Ich hatte keine Energie mehr. Die Schuldfrage erdrückte mich. Ich wusste nicht, ob ich so weiterleben kann.” Letztendlich dauerte es zwei Jahre, bis Mario akzeptieren konnte, dass er nicht die Verantwortung für Jürgens Vergangenheit, auch nicht für seine Entscheidung, trägt.

Der Weg zurück, den Mario gefunden hat, ist ungewöhnlich. Viele Menschen nutzen lange Wanderungen oder Pilgerfahrten, um zu sich selbst neu zu entdecken, erlebtes zu verarbeiten. Der gelernte Journalist geht auch, doch er geht ohne konkretes Ziel und hinterlässt Spuren der Erinnerung auf seinem Weg. Mario pflanzt für diejenigen, die einen Menschen durch Suizid verloren haben, Bäume der Erinnerung – Trees of Memory.

[/vc_column_text][vc_column width=”1/2″][vc_single_image image=”103280″ img_size=”full”][vc_column_text]”Ich stand unter der Dusche und hatte plötzlich den Gedanken: Lauf um die Erde. Das kam so unvermittelt, dass ich laut ‘Was?’ in den Raum gefragt habe. Dann kam der Gedanke: Pflanze Bäume. Ich dachte: Jetzt werde ich verrückt. Worauf der letzte Gedanke in meinen Kopf schoss: ‘Let me help you.'” Diese Ideen seien so stark gewesen, dass sie ihn nicht mehr losgelassen haben.

Natürlich ist er nicht von jetzt auf gleich aufgebrochen, sondern hat das Projekt ausgiebig geplant. Doch schon dabei merkte er: Dieser Weg ist sein Weg. “Das hat mich gerettet. Zum ersten Mal in meinen 51 Jahren auf dieser Welt fühle ich, dass geborgen bin, dass ich meinem Herzen folge. Mit aller Konsequenz.” Ein Verein wurde gegründet, der Mario unterstützt.

Seit 31. März ist Mario Dieringer nun unterwegs. Anfang dieser Woche war er auch in Petersberg und hat den vierten Baum seiner Reise gepflanzt. Schon auf den ersten Tagen seiner Reise hat er allerhand erlebt. “Die Wunder des Lebens”, lacht Mario. Zum Beispiel, als sein Trolly, den er hinter sich herzieht, bereits am ersten Tag kaputt ging. “Eigentlich habe ich die erste Woche nur mit reparieren und modifizieren verbracht. Doch es war irgendwie auch perfekt, denn am Anfang war ich nicht allein. Die erste Etappe sind 16 Leute mit mir gelaufen, im zweiten Part war mein bester Freund mit mir unterwegs.” Wäre das passiert, als er allein gelaufen ist, wäre Mario aufgeschmissen gewesen.

Mario Dieringer

Foto: Trees of Memory

Ein Schlosser habe ihm kostenlos neue Teile geschweißt. Eine Gruppe habe ihn und seine Begleiter spontan zu sich eingeladen. Und zwei Fahrradfahrerinnen, die wie aus dem Nichts aufgetaucht seien, hätten verhindert, dass Mario auf dem Weg einen Teil seiner Ausrüstung verliert.

Sein Ziel? Der Weg. “Ich möchte irgendwann wieder beim ersten Baum ankommen.” Wann das sein wird? Egal. Doch auf dem Weg dahin wird Mario Dieringer vielen Menschen, die erlebt haben, was er erleben musste, die einen Angehörigen, einen Freund, einen Bekannten durch Suizid verloren und schmerzlich vermissen, Mut machen und ein Stück Leben in Form eines Baums schenken.[/vc_column_text][vc_column_text css=”.vc_custom_1524236062707{margin-top: 10px !important;margin-right: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;margin-left: 10px !important;border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #ffffff !important;border-left-color: #dd3333 !important;border-left-style: solid !important;border-right-color: #dd3333 !important;border-right-style: solid !important;border-top-color: #dd3333 !important;border-top-style: solid !important;border-bottom-color: #dd3333 !important;border-bottom-style: solid !important;border-radius: 2px !important;}”]

Trees of Memory

Wer Mario unterstützen oder selbst einen Baum in Erinnerung an einen geliebten Menschen pflanzen möchte, findet alle Infos auf  Trees of Memory. Über den Blog, Youtubekanal, Instagram und Facebook kann man Marios Weg verfolgen.

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Der Schlüssel zur Sexualität – Die Ausstellung “Große Freiheit” kommt nach Fulda

Der Schlüssel zur Sexualität – Die Ausstellung “Große Freiheit” kommt nach Fulda

[vc_column_text]Die “Große Freiheit” kommt nach Fulda. Klingt ein wenig nach einem Hippie-Event, hinter dem Titel verbirgt sich allerdings eine wirklich spannende Ausstellung zum Thema Liebe, Lust und Sexualität. Was da genau passiert, erfährst du hier.

In der März-Ausgabe des move36-Magazins haben wir Angelika vorgestellt. Angelika Weber ist HIV-positiv und lebt mit der Diagnose seit vielen Jahren – und mit den Vorurteilen und falschen Informationen, die über dieses Krankheitsbild immer noch im Umlauf sind.

Was weiß ich eigentlich über HIV? Was über Aids? Für viele verbindet sich mit den Begriffen nach wie vor das Bild von dahinsiechenden, entkräfteten Menschen. Das HI-Virus und Aids, die Krankheit, die es auslöst, sind heute gut bekannt. Übertragbar durch Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit, unheilbar, … und weiter? Laut der Bevölkerungsbefragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hätten 15 Prozent der Befragten Bedenken, einen HIV-Infizierten zu umarmen, 32 Prozent hätten ein Problem damit, vom gleichen Geschirr wie ein Infizierter zu essen, und ein Kuss käme für 55 Prozent eher nicht infrage. Dabei ist eine Ansteckung auf keinem dieser Wege wahrscheinlich. Selbst bei Oralverkehr bestehe ein sehr geringes Risiko, informiert die Aids-Hilfe.

Ängste und fehlendes Wissen, das kennt Angelika gut. Aids ist, so erlebt sie es, ein Tabuthema. Sie könne über ihre Krankheit nicht so reden wie andere über eine Diabetes. Aids werde nach wie vor mit Homosexualität und geteilten Heroinspritzen assoziiert.

Liebe und Sexualität

Und Aids ist nur eines der Themen rund um Liebe, Lust und Sexualität, das viel zu stiefmütterlich behandelt wird. Für unsere Novemberausgabe haben wir uns mit drei jungen Menschen getroffen, die trans* sind. Sie haben uns erzählt, welche Probleme es mit sich bringt, wenn man feststellt, dass das Spiegelbild nicht mit dem gefühlten Selbst übereinstimmt, wenn das körperliche Geschlecht nicht zum gelebten Geschlecht passt.

Viele Jugendliche fühlen sich alleingelassen, sobald sie in die Pubertät kommen und sich zum ersten Mal mit ihrer Sexualität beschäftigen. Wenn Eltern und Lehrer dann vor einem offenen Umgang mit dem Thema zurückschrecken, gar eine Norm etablieren, die der Jugendliche nicht erfüllt, ist die Krise programmiert. Bin ich nicht “normal”? Was ist falsch mit mir?

Die Ausstellung “Große Freiheit” setzt genau da an. Auf über 50 Exponaten informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung über Spaß an Sex und Schutz vor HIV, aber auch viele andere sexuell übertragbare Infektionen. Die Ausstellung bietet Gesprächsangebote, lädt offen ein, sich mit diesen Themen zu befassen. Deshalb sind gerade Schulen angesprochen, das Angebot zu nutzen. Aus Fulda hat sich bisher allerdings nur eine angemeldet. Ob sexuelle Aufklärung in der Region wirklich so unwichtig ist?

Neben der Ausstellung gibt es noch einiges mehr zu erleben. Die Aidshilfe aus Fulda und das Projekt “Hessen ist geil!” haben spannende Gesprächspartner für begleitende Veranstaltungen eingeladen. Am 27. April begrüßen sie Björn Beck, den Kampagnenkoordinator der Aidshilfe Hessen, der darüber spricht, ob und wann Sex happy macht. Er geht darauf ein, wie Scham, Leistungsdruck und gesellschaftliche Rollenvorgaben das Sexualleben beeinflussen können. Am 28. April wird der Film “Romeos … anders als du denkst!” gezeigt.[/vc_column_text][vc_column_text css=”.vc_custom_1523892964057{margin-top: 10px !important;margin-right: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;margin-left: 10px !important;border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #ffffff !important;border-left-color: #dd3333 !important;border-left-style: solid !important;border-right-color: #dd3333 !important;border-right-style: solid !important;border-top-color: #dd3333 !important;border-top-style: solid !important;border-bottom-color: #dd3333 !important;border-bottom-style: solid !important;border-radius: 2px !important;}”]

Ausstellung “Große Freiheit

Die Ausstellung ist vom 23. April um 14 Uhr und anschließend bis 29. April täglich von 9 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos. Schulklassen und Gruppen sollten sich frühzeitig unter www.große-freiheit.de anmelden. Auch kurzfristige Anmeldungen ab dem ersten Ausstellungstag sind unter Tel.: (0160) 7 00 07 00 noch möglich .

Vor Ort beantwortet das BZgA-Ausstellungsteam gemeinsam mit lokalen Partnern Fragen rund um das Thema Sexualität. Mit dabei sind der AIDS-Hilfe Fulda e.V., AIDS-Hilfe Hessen e.V., donum vitae Regionalverband Osthessen e.V., Beratungsstelle Fulda, Landkreis Fulda, Fachdienst Gesundheitsamt, pro familia Ortsverband Fulda, Sozialdienst katholischer Frauen Fulda e.V.. Beteiligt an der Vorbereitung der Ausstellung waren die Staatlichen Schulämter Fulda, Hersfeld-Rothenburg, Main-Kinzig-Kreis, Vogelsbergkreis und das Fuldaer Frauen- und Gleichstellungsbüro.

Die Aidshilfe bietet zu verschiedenen Zeiten während der Ausstellung Gespräche zu den Themen queeres Leben in Fulda und Osthessen, Coming-Out-Hilfe, uvm. an. Die Termine sind:

  • 24.04., 12 Uhr bis 16 Uhr
  • 25.04., 12 Uhr bis 16 Uhr
  • 26.04., 10 Uhr bis 16 Uhr
  • 27.04., 13 Uhr bis 17 Uhr
  • 28.04., 11 Uhr bis 17 Uhr
  • 29.04., 11 Uhr bis 17 Uhr

Darüber hinaus wird es am Mittwoch, 25. April von 12 bis 16 Uhr die Möglichkeit geben, sich anonym auf HIV testen zu lassen. Der Test kostet an diesem Tag nur 5 Euro, ist für Schüler/-innen und Studenten/-innen sogar kostenfrei.[/vc_column_text]