Vier Osthessen für Rio

Vier Osthessen für Rio

[vc_column_text]Es geht wieder los in Rio: Fast drei Wochen nach Ende der olympischen Spiele haben heute die Paralympics begonnen, bei denen Sportler mit Behinderung um Medaillen und Rekorde kämpfen. Das allein klingt schon spannend, aber dieses Jahr sind gleich vier Osthessen in die zweitgrößte Stadt Brasiliens gereist, um ihr Land dort auf verschiedene Arten zu vertreten.

Ein Text von Carolin Holl[/vc_column_text][vc_row][vc_column width=”1/2″][vc_single_image image=”21373″ img_size=”full”][vc_column width=”1/2″][vc_column_text]Johannes Günther (34) aus Fulda – unser “Local Hero” im Monat September – mischt dieses Jahr bei den paralympischen Spielen mit. Er ist aber eher indirekt beteiligt, nämlich als Trainer der Goalball-Nationalmannschaft, die er seit sieben Jahren in Marburg trainiert. Für den Sport- und Religionslehrer, der sonst an der Bistumsschule St. Johann in Marburg unterrichtet, ist Rio ohne Frage das Highlight seiner Karriere.[/vc_column_text][vc_row][vc_column width=”1/2″][vc_column_text]Holger Nikelis (34) aus Künzell, der im Rollstuhl-Tischtennis antreten wird und die Paralympics schon zweimal gewonnen hat, wird dieses Jahr leider zum letzten Mal dabei sein. Doch auch dieses Jahr freut er sich wieder besonders auf die Eröffnungsfeier und das Paralympische Dorf. In Zukunft will er sich aber eher seinem Beruf und seiner Familie widmen. Gold in Rio wäre natürlich ein Traum, aber wenn es nicht klappen sollte, wäre das für den gebürtigen Kölner auch in Ordnung.[/vc_column_text][vc_column width=”1/2″][vc_single_image image=”21375″ img_size=”full”][vc_row][vc_column width=”1/2″][vc_single_image image=”21374″ img_size=”full” add_caption=”yes”][vc_column width=”1/2″][vc_column_text]Auch Juliane Wolf aus Bad Soden-Salmünster, die sonst für den TTC Salmünster aufschlägt und seit ihrer Geburt an einer Cerebralparese leidet, hat sich dem Tischtennis verschrieben. In ihrer brandenburgischen Heimat entdeckte sie früh ihre Liebe für den Sport – durch einen Kumpel auf dem Schulhof. Die Nominierung für die Paralympics bekam die 28-Jährige, die aktuell auf Rang vier der Weltrangliste liegt, erst kurzfristig im August. Aber schon im Januar wusste sie, dass sie alle Qualifikations-Kriterien für Rio erfüllt. Eine bestimmte Farbe peilt sie nicht an, aber um Medaillen will sie auf jeden Fall spielen.[/vc_column_text][vc_row][vc_column width=”1/2″][vc_column_text]Unser letzter Osthesse sorgt nun schon zum sechsten Mal dafür, dass die Athleten fit sind, wenn’s drauf ankommt: Physiotherapeut Uli Niepoth aus Schlitz. Er und die anderen 17 Physiotherapeuten der deutschen Paralympics-Mannschaft sind eigentlich rund um die Uhr im Einsatz, was natürlich viel Stress bedeutet. Seine Vorfreude ist trotzdem genauso groß wie in den Jahren zuvor. Besonders freut sich der 48-Jährige auf die Starts des Weitspringers Markus Rehm, den er schon seit 2008 betreut, sowie die 4×100-Meter-Staffel der Sprinter.[/vc_column_text][vc_column width=”1/2″][vc_single_image image=”21376″ img_size=”full”][vc_column_text]Keine Sportlerin, aber hautnah dran ist auch die Sängerin Tabea. Als sie ihr erstes Musikvideo rausgebracht hat, haben wir Tabea Grün vorgestellt. Sie hat einen Song für die Deutsche Paralympische Mannschaft geschrieben. Hört rein.[/vc_column_text][vc_video link=”https://youtu.be/UlYbX8g_G7U”][vc_column_text]Von unserer Seite bleibt bei so viel regionalem Talent nur zu sagen: Viel Erfolg und eine tolle Zeit in Rio![/vc_column_text]

Fußball und Orchestermusik – passt das zusammen?

Fußball und Orchestermusik – passt das zusammen?

[vc_column_text]Wenn man Fußballfans fragt, was sie immer wieder ins Stadion zieht, bekommt man meist drei Stichwörter genannt: Gemeinschaftsgefühl, Spannung und die tolle Atmosphäre. Und was kann diese Emotionen besser unterstreichen als die passende Musik? Das dachte sich wohl auch der Deutsche Fußballbund, als er die Concert Band Fulda (CBF) dafür engagierte, heute Abend beim U21-Länderspiel Deutschland gegen die Slowakei für gute Stimmung zu sorgen. Bevor um 18:15 Uhr im Kasseler Auestadion angepfiffen wird, haben wir uns mit Stefano Corino, dem Dirigenten der CBF, unterhalten.

Ein Interview von Carolin Holl

Dass die CBF die U21 der Fußball-Nationalmannschaft heute musikalisch unterstützen darf, ist ja schon eine Ehre. Wie kam’s dazu? Und wie war das, als Sie die Nachricht bekommen haben?

Auf Anfrage des DFB gab es Anfang August eine Ausschreibung des hessischen Musikverbands. Unser 1. Vorsitzender Karsten Bech hat sich darauf gemeldet und schon zwei Stunden später die Zusage bekommen. Ob es andere Bewerber gab, weiß ich nicht. Jedenfalls haben nicht sofort alle davon erfahren, weil das komplette Orchester den August über Sommerpause hatte.

Dann hatten Sie ja wirklich nicht viel Zeit. Wie haben Sie sich so kurzfristig vorbereitet?

Wir haben schon ein sehr modernes Repertoire. Aus den Stücken haben wir uns kurze Passagen herausgepickt, von denen wir denken, dass die Leute da mitgehen. Zusätzlich habe ich vier, eventuell auch fünf Sprechgesänge als Orchesterfassung umgeschrieben. Die spielen wir dann an und hoffen, dass die Fans drauf anspringen.

Vor so einem großen Publikum zu spielen ist sicher etwas Besonderes. Geht die CBF an eine solche Herausforderung anders heran als an kleinere Auftritte?

Wir haben eigentlich nicht mehr geprobt als sonst. Die Leute wissen, was sie tun. Die letzte Probe lief sehr gut, und wir wollen vor dem Spiel auch auf jeden Fall nochmal im Freien spielen, wahrscheinlich auf dem Sportplatz. Beim Spiel werden die Bedingungen ja sehr ähnlich sein.

Wie sieht’s denn mit der Fankultur der CBF aus – haben Sie das EM-Geschehen zusammen verfolgt?

Vor allem unter den Männern sind schon ein paar Fans. Alle zusammen haben wir die Spiele zwar nicht geschaut, aber ein paar von uns waren schon mal beim Public Viewing.

Fühlen Sie sich als Dirigent ab und zu auch mal wie ein Fußballtrainer, wenn Sie ihre Musiker anleiten?

Ich als Fußballfan sehe da schon Parallelen. Schließlich macht ein Dirigent einen ähnlichen Job wie ein Fußballtrainer. Beide fangen im Jugendalter an, Talente zu fördern, ihnen was beizubringen. Und dann wird immer auf das nächste Spiel oder den nächsten Auftritt hingearbeitet. Ein großer Unterschied ist aber, dass ich meine Leute als Dirigent nicht auf die Ersatzbank schicken kann, wenn die Leistung beim letzten Auftritt nicht gestimmt hat (lacht). Am Ende zählt einfach das Gesamtpaket.[/vc_column_text]

Große Autos, Sommerfeeling und ein unglaublicher Surf-Rekord

Große Autos, Sommerfeeling und ein unglaublicher Surf-Rekord

[vc_column_text]635 Sekunden – Diese Zahl steht nicht etwa für die Beschleunigung der neuesten vierrädrigen Highlights, die auf dem Autojournal Autotag vorgestellt wurden. Dieser Rekord wurde am Wochenende auf dem move36-Surfsimulator “Big Wave” aufgestellt. So lange hielt sich unser Sieger beim waghalsigen Wellenritt. 

“400 – Halt durch!” Fabian Minich steht schon seit fast sieben Minuten auf dem orangenen Surfbrett und schaukelt über fiktive Wellen. Dass die Schaukelbewegung immer heftiger wird, scheint den 11-Jährigen aus Fulda überhaupt nicht zu stören. Staunend schauen nicht nur seine Freunde und Geschwister zu, auch das Team von move36 und “Big Wave” sind baff. 60 Sekunden – ok, auch 140 schafften einige der Messebesucher. Aber 400? Und die Uhr tickt unaufhörlich weiter.

Am Stand von move36 fand am Wochenende die Surf-Challenge statt. Jeder, der wollte, konnte seine Wellenreitkünste unter Beweis stellen. Sogar das Wiesn-Pärchen Maike Eifert und Daniel Mans wagten den Versuch. Die jeweils Tagesbesten durften sich über einen iPod Shuffle freuen. Am Samstag lag der Rekord bei 233 Sekunden. Schon eine echte Hausnummer.

Und dann kam Fabian. Bereits am Vormittag hatte er erst 324 Sekunden, später 473 geschafft. Doch den Fußballer und Kickboxer hatte der Ehrgeiz gepackt. Er kletterte erneut auf das Brett und stand. 500 … 550 … Langsam zittern die Beine. Bei unglaublichen zehn Minuten und 35 Sekunden brachte ihn ein Wackler dann doch aus dem Gleichgewicht. Doch die Zeit sollte nicht mehr eingeholt werden.[/vc_column_text][vc_gallery interval=”3″ images=”19340,19295,19294,19299,19339,19338,19286,19291,19293,19284,19333,19304,19305,19326,19328″ img_size=”full”][vc_column_text]Nachdem sich am Samstag viele Fuldaer eher für das Schwimmbad oder den Garten entschieden hatten, war der Andrang am Sonntag beim Autojournal Autotag umso höher. Schon mittags tummelten sich mehr Leute auf dem Gelände der Messe Galerie-Fulda als am Vortag. Roboter Nox war natürlich erneut der Publikumsliebling. Doch auch andere Unternehmen lockten mit spannenden Gewinnspielen, Mitmachaktionen und Höhepunkten. Die Kleinsten stürmten die Schlaufuchs-Boby-Cars und die Off-Road-Rennstrecke, einige schnappten sich auch unsere move36-Seifenkiste für eine kleine Spritztour über das Messegelände. Die Großen verloren derweil ihre Herzen an die neuesten Modellen des Automarktes.

Selbst die aufziehenden Wolken trübten die Stimmung nicht. Erst gegen 16.30 Uhr war dann Schluss, damit rechtzeitig vor dem aufziehenden Gewitter noch alles abgebaut ist.

Alle Bilder vom Sonntag gibt es hier.

Zum Bericht von Samstag geht es hier.[/vc_column_text]

Benzin liegt in der Luft

Benzin liegt in der Luft

[vc_column_text]Hawaii-Feeling, Science-Fiction und Hollywood-Flair – der 7. Autojournal Autotag startet am Wochenende. Zwei Tage lang wird auf der Messe Galerie-Fulda Benzin in der Luft liegen. Das Motto dieses Jahr “Vernetzte Mobilität”.

Text von Mirko Luis

Der ist aber kein Auto … In den Ankündigungen des 7. Autojournal Autotages steht in diesem Jahr kein vierrädriger Geselle, sondern ein Roboter im Mittelpunkt. Zum Motto des Car-Events haben sich die Veranstalter nämlich einen besonderen Ehrengast eingeladen: „Nox
the Robot“. Der an die intelligenten Maschinenwesen im US-Kino- Blockbuster „Transformers“ erinnernde Show-Roboter kann sich zwar nicht wie im Film blitzschnell
in ein PS-Ungetüm auf vier Rädern verwandeln. Doch der 2,40 Meter große Gigant aus Karbon und Leichtmetall, der an der Hochschule Pforzheim das Licht der Welt erblickte, wird ganz sicher der Star des Autojournal Autotages werden.

Richtig aktiv wird es an beiden Tagen aber bei uns am Stand. Denn move36 holt einen Surfsimulator auf das Gelände der Messe und lädt ein, inmitten der neusten Modelle auf dem Auto- und Motorradmarkt chillig Wellen zu reiten. Auf „Big Wave“ musst du Standfestigkeit beweisen. Denn ähnlich einem Rodeo gillt es, das Gleichgewicht auf dem wackeligen Board zu behalten und so lange wie möglich stehen zu bleiben. Der jeweils Tagesbeste darf sich sogar über eine kleine Belohnung, einen iPod Shuffle, freuen.

Außerdem bringen wir wieder unsere Pokémon-Seifenkiste mit, mit der wir beim Seifenkistenrennen Aufsehen erregt haben. Probesitzen erlaubt.[/vc_column_text][vc_single_image image=”18457″ img_size=”full” add_caption=”yes”][vc_column_text]Auf dem Autotag werden ganz sicher sowohl echte Fans als auch Automuffel auf ihre Kosten kommen. Die Händler haben sich spannende Aktionen und Gewinnspiele überlegt, auf dem fast schon traditionellen Offroad-Parcours darf Probegefahren werden, erstmals wird es sogar eine Ausstellung von Tuning-Modellen des Car Custom Clubs Fulda geben.

Im „Raceroom“ der Sparkasse Fulda können sich bis zu acht Hobby-Rennfahrer in DTM-Boliden und auf weltbekannten Rennstrecken miteinander messen. Rein in den Schalensitz, Lenkrad fest im Griff und dann Bleifuß. Wer hier vor Kurven nicht bremst, um dann im richtigen Moment wieder Vollgas zu geben, hat keine Chance auf eine Bestzeit. Top-Grafik und Top-Sound machen den Raceroom zum Rennsport-Erlebnis.

Im Schlaufuchs-Kinder-Land mit der Schlaufuchs-Hüpfburg, Buttonstation, Spielmobil und vielem mehr können sich die Kids austoben, kreativ ausprobieren oder einfach nur spielen.[/vc_column_text][vc_video link=”https://youtu.be/OBNME5iSXKo”][vc_toggle title=”Der Autojournal Autotag” color=”juicy_pink” open=”true” el_id=”1469615259805-f17e7be9-368e” css=”.vc_custom_1472112817882{margin-top: 20px !important;margin-right: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;margin-left: 20px !important;border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;border-left-color: #dd7a7a !important;border-left-style: dotted !important;border-right-color: #dd7a7a !important;border-right-style: dotted !important;border-top-color: #dd7a7a !important;border-top-style: dotted !important;border-bottom-color: #dd7a7a !important;border-bottom-style: dotted !important;border-radius: 2px !important;}”]Der Eintritt für Besucher zum 7. Autojournal Autotag auf dem Gelände der Messe in Fulda-Galerie ist wie in den Vorjahren kostenlos.

Die Veranstaltung findet am Samstag, 27. August, von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag, 28. August, von 10 bis 17 Uhr statt.

Auch Motorradfans kommen auf ihre Kosten. Am 27. August ist eine Motorradausfahrt geplant. Treffpunkt ist um 13 Uhr bei Coldsetinnovation in Eichenzell-Kerzell (Am Eichenzeller Weg 8). Von Kerzell aus geht es ab 13.30 Uhr auf einen 67,7 Kilometer langen Rundkurs. Voranmeldungen sind nicht notwendig.

Wie bei den vorangegangen Veranstaltungen findet am Samstag, 27. August, gegen 13 Uhr ein Rundgang von Ausstellern und Gästen aus Wirtschaft und Politik statt.

Das ausführliche Programm gibt es hier.[/vc_toggle]

Popcorn zum Frühstück und andere brasilianische Eigenheiten

Popcorn zum Frühstück und andere brasilianische Eigenheiten

[vc_column_text]Die Spiele sind vorbei, doch nicht nur Sportler waren in den vergangenen Wochen in Rio im Einsatz. Die Olympischen Spiele hätten ohne die vielen Volunteers nicht stattfinden können, die täglich mit anpacken. Elisa Krisch ist eine von ihnen. Von ihren Erlebnissen berichtet die 24-jährige Künzellerin in der Fuldaer Zeitung und bei uns.  

Erlebnisberichte von Elisa Krisch

21. August

Im offiziellen Leitfaden für Volunteers wird darauf hingewiesen, dass jeder darauf achten sollte, ausgeschlafen, fit und gut gelaunt zur Arbeit zu erscheinen. Um diese gute Laune aufrechtzuerhalten, gibt es an jeder olympischen Spielstätte eine Volunteer-Kantine, die die Mannschaft versorgt. Der Vorteil daran: Man bekommt einen guten Eindruck vom brasilianischen Essen, ohne sich selbst darum kümmern zu müssen.

Elisa KrischCheckt man sich morgens zum Arbeiten ein, beginnt bereits die Einführung in die kulinarische Welt Brasiliens. Aufgetischt werden ein süßer Muffin mit Popcorn oder Kräckern. Obst? – keine Chance. Schließlich könnte ein Apfel oder auch eine Orange als Wurfgeschoss eingesetzt werden, das den Spielablauf behindern würde. Popcorn ist hier quasi ein Dauerbrenner und an jeder Ecke erhältlich. Wer sich dieses jedoch nicht zum Frühstück einverleiben möchte, kann sich stattdessen auf eigene Kosten ein Açaí im Stadion gönnen. Es handelt sich dabei um eine spezielle brasilianische Frucht, die mit Eis zu einer Art Sorbet verarbeitet und mit Müsli gegessen wird – sehr lecker, sehr erfrischend.

Elisa KrischUm die Mittagszeit – nachdem das Popcorn vernichtet wurde – geht es in die Volunteer-Kantine. Auch hier kommen wir Volunteers wieder in den Genuss nationaler Gerichte. Meist gibt es nun mehr Auswahl, denn in Brasilien ist es sehr beliebt, Buffets anzubieten. Reis oder wahlweise Nudeln stehen als Beilage zur Auswahl. Zudem werden Kartoffeln und das Wurzelgemüse Maniok angeboten. An der nächsten Station gibt es Bohnen, Kohl- und Karottengemüse, Couscous, grünen Salat und Farofa. Letzteres sieht ein wenig aus wie Semmelbrösel, ist jedoch eigentlich ein geröstetes Mehl.

Weiter geht es mit Fleisch oder einer fleischfreien Beilage. Die Brasilianer essen sehr gerne Fleisch, Brasilien ist nicht unbedingt ein Land für Vegetarier: Hähnchenschenkel, Feijoada (vergleichbar mit einem sehr deftigen Gulasch), Frikadellen, panierte Fischfilets, Veggie-Burger – die Auswahl ist groß und wechselt täglich. Kein Wunder, dass sich einige Volunteers daher besonders lange Zeit für ihre Mittagspause gönnen und darauf bestehen, als erste aus dem Team gehen zu dürfen.  Abschließend gibt es dann – endlich! – Obst, Pudding und bei besonders heißen Temperaturen Eis.

Ausgewogen, abwechslungsreich, vielfältig – so lässt es sich sehr gut aushalten. Diese Stärkung ist auch definitiv notwendig. Im Gegensatz zu meinem deutschen Alltag und den Alltag der meisten Volunteers, der aus sitzen und wenig Bewegung besteht, sind wir hier den ganzen Tag auf den Beinen. Circa 12 Kilometer absolvieren wir täglich. Vielleicht sollte Volonteering demnächst ebenfalls olympisch werden. Wir wären auf jeden Fall gut im Training.[/vc_column_text][vc_single_image image=”18357″ img_size=”full” add_caption=”yes”][vc_column_text]18. August

Als Stadt kann man sich als Olympia-Ausrichter die größte Mühe geben: Sobald ein negativer Zwischenfall passiert, wird diesem in unserer Erinnerung mehr Gewicht verliehen. Dieser Prozess passiert ganz unbewusst, ist jedoch insbesondere dann bedauerlich, wenn eine Stadt wie Rio und ein Land wie Brasilien wirklich viel zu bieten haben.

Besonders die Brasilianer oder Carioca – wie die Einwohner Rios genannt werden – verleihen dem Land einen besonderen Charme. Der durchschnittliche Brasilianer zeichnet sich nicht nur durch eine gebräunte bis dunkle Hautfarbe sondern auch durch eine große Offenheit, Hilfsbereitschaft und Kontaktfreudigkeit aus. Ein Problem kann jedoch dann entstehen, wenn diese Charaktereigenschaften auf Sprachbarrieren treffen.

Nicht jeder hat hier Englischkenntnisse vorzuweisen. Im Bildungssystem ist Fremdsprachenunterricht erst seit kurzem fest verankert. Englisch scheint hier eher ein Accessoire der Menschen mit einem höheren sozioökonomischen Status zu sein.  Um dennoch zu kommunizieren, müssen die Brasilianer erfinderisch werden.

„A gente fala tradutor“, auf Deutsch „Wir sprechen Übersetzer“, heißt es hier – und das wird sogar auf Werbebannern beworben. Dank Smartphone und Google funktioniert das erstaunlich gut. „Wie war dein Tag heute?“, fragt mich ein brasilianischer Volunteer ein wenig blechern. Kein Wunder: Denn die Stimme kommt aus seinem Telefon. Eingetippt hat er seinen portugiesischen Satz in sein Smartphone, die automatisch generierte Übersetzung wird mir verlesen.

„Tudo bem“, antworte ich und recke meinen Daumen in die Höhe. Ein einfaches „Alles gut“ und Daumen hoch –  das ist typisch brasilianisch. Eine Geste, die ich in Deutschland nur selten benutze, wird mir hier zum ständigen Wegbegleiter. Und das ersetzt sogar bisweilen die Notwendigkeit eines Übersetzers. Ja, ich habe verstanden: alles gut, super, läuft – so einfach und effektiv kann nonverbale Kommunikation auf brasilianische Art ausfallen.[/vc_column_text][vc_column_text]16. August

Als Volunteer bekommt man keine finanzielle Entlohnung. Vielmehr stellt es eine Ehre dar, ein Teil dieser Wettkämpfe zu sein. Doch kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, und deshalb erhielt jeder Volunteer zwei Tickets für ein Sportevent, um die olympischen Spiele auch einmal ohne Volunteer-Uniform von der Zuschauertribüne aus genießen zu können.

Diese olympischen Spiele sind dabei Spiele der weiten Wege. An die zwei Stunden sollte man für jede Wegstrecke einplanen, so dass der Eindruck entsteht, die Stadt Rio de Janeiro zu verlassen und ins olympische Rio einzureisen.

Es gibt sogar Busse, die man nur mit einem gültigen Ticket nutzen darf. Selbstverständlich ist dieser Fahrdienst kostenpflichtig. Mit umgerechnet knapp 2 Euro bezahlt man dafür – als Europäer – nicht viel, jedoch ist dieser Preis doppelt so hoch wie für normale Busse.

Erreicht man dann nach ausreichend langer Fahrtzeit endlich die Spielstätte, stehen Sicherheitskontrollen an: keine Flüssigkeiten, keine Waffen. Sind diese Hürden genommen,  kann das eigene olympische Erlebnis beginnen, das sich in meinen Augen lohnt!

Die neuen Stadien in Barra machen einen futuristischen Eindruck: alles neu, alles bunt, alles formvollendet. Doch wieder gilt es weite Strecken zurückzulegen. Das Areal ist so weitläufig, dass etliche Meter abgelaufen werden müssen. Volunteers helfen den Weg durch den Olympia-Dschungel zu finden. Das, was man als Zuschauer an dieser Stelle wahrnimmt, ist bunt, groß und gut organisiert.

Im Stadion selbst sahen wir ein Handballspiel der Damen in der Vorrunde. Die Stimmung war fantastisch und mitreißend. Mindestens 30 La-Ola-Runden haben wir durchs Stadion wandern lassen und auch in den Pausen wurde für Abwechslung gesorgt. Einziges Manko am Zuschauervergnügen war die Aussicht auf den langen Rückweg.

Mein Zuschauerfazit: gute Organisation, beeindruckendes Areal und mitreißende Stimmung. Viel Zeit und eine ausgeprägte Toleranz für überfüllte öffentliche Verkehrsmittel sollten bei einem Olympiabesuch jedoch definitiv mitgebracht werden.[/vc_column_text][vc_single_image image=”17992″ img_size=”full” add_caption=”yes”][vc_column_text]15. August 2016

In Rio de Janeiro wird alles dafür getan, den Eindruck einer sicheren Stadt und sicherer Spiele herzustellen. Die Metro wird von bewaffneten Soldaten bewacht. Ein-, Aus- und Umsteigen geschieht somit unter den wachsamen Augen der Soldaten. Auch in den Stadien selbst herrscht hohe Polizeipräsenz. Sicherheitskräfte wurden aus allen Teilen des Landes nach Rio geholt, um die hiesigen Kräfte zu verstärken. Überall wimmelt es quasi von Soldaten und Polizisten und dennoch passieren kleine Diebstähle und Überfälle. Touristen und beliebte Touristenzentren stehen dabei im Fokus. Derzeit liest man mehrmals täglich in der WhatsApp-Gruppe der deutschen Volunteers von Taschendiebstählen und abhanden gekommenen Taschen. Jetzt sind auch wir auf dem Weg zur weltberühmten Christus-Erlöser-Statue Opfer eines Überfalls geworden.

Wie verhält man sich, wenn man von einer Waffe bedroht wird?

Wie verhält man sich, wenn man von einer Waffe bedroht wird? Wenn Männer auf Motorräder angefahren kommen, zwei abspringen und Waffen auf dich richten? Rennst du weg, oder bleibt du stehen? Gibst du deine Sachen her, oder kämpfst du um sie?

Zu viert waren wir unterwegs. Wir nahmen den Fußweg zu der Christus Statue. Andere Touristen kamen uns häufig entgegen, Polizeiautos, Busse und andere Autos fuhren an uns vorbei, und dennoch gelang es den Männern, einen Moment abzupassen, in dem sie uns bedrängen konnten.

Ich war in Schockstarre; sah ungläubig auf die Pistolen, auf die Männer. Die Freundin, mit der ich gemeinsam rumreise, schrie laut auf. Vor mir standen immer noch die beiden anderen deutschen Volunteers; zu mir war bisher keiner der Angreifer vorgedrungen. Ich fragte mich, ob auf mich geschossen würde, wenn ich wegrennen würde. Sollte ich vielleicht lieber stehen blieben und mein weniges Kleingeld und mein Handy hergeben? Gehen? Stehen?

Die Angreifer waren weg

Ich rannte, blickte nicht zurück. Ein Auto kam gerade vorbeigefahren. Ich winkte, schrie um Hilfe. Das Auto hielt an, ich stieg ein und war mit all meinen Sachen in Sicherheit. Ein Blick zurück zeigte: Die Angreifer waren weg. Ich bat den Autofahrer meine Freunde ebenfalls einzusammeln.

Wir zitterten und waren geschockt. Eben waren wir noch glücklich auf den Weg nach oben gewesen, nun war uns nicht mehr zum Lachen zumute. Meine Freundin hatte ebenfalls Glück. Ein Angreifer hatte versucht, ihr die Kamera zu entreißen, doch sie konnte über das Gebüsch entkommen. Den beiden anderen Deutschen wurde alles abgenommen: Handy, Taschen, Geld. Eine hatte sogar den Reisepass und ihre Kreditkarten dabei. Zudem waren beide verletzt, weil sie von den Angreifern mit deren Waffen geschlagen wurden.[/vc_column_text][vc_single_image image=”17736″ img_size=”full” add_caption=”yes”][vc_column_text]

Glück im Unglück

Wir wurden zur Polizei gebracht, die beiden mussten zusätzlich ins Krankenhaus. Es wurde sich gut um uns gekümmert. Wir alle hatten im Endeffekt Glück im Unglück. Dennoch war etwas in diesem Moment kaputt gegangen: Uns wurde die Unbeschwertheit, die Leichtigkeit des Seins in Brasilien genommen. Jeder Blick, der uns zugeworfen wurde, kam uns nun suspekt vor.

Sogar im brasilianischen Fernsehen und in den Zeitungen wurde von dem Angriff auf die Deutschen, auf uns, berichtet. Das komische Gefühl, der schale Geschmack bleibt.
Trotz der olympischen Spiele sollte man nicht vergessen, dass Rio ein sehr gefährliches Pflaster ist.

Als wir unserem brasilianischen Mitbewohner die Geschichte erzählten, meinte er nur: “Welcome to Rio.” So etwas passiert hier leider des öfteren. Nur einige Minuten nach dem Angriff auf uns wurde eine spanische Gruppe auf der gleichen Straße überfallen.

Den Christus wollen wir aber trotzdem noch besuchen. Dieses Mal werden wir uns aber lieber von der Metro aus mit speziellen Touristenvans nach oben fahren lassen. Das klingt deutlich sicherer, und den Fußweg nach oben kennen wir nun ja auch schon – fast komplett.[/vc_column_text][vc_single_image image=”16816″ img_size=”full” add_caption=”yes”][vc_column_text]12. August 2016

Auch Volunteers brauchen Training. Nachdem ich meinen ersten Dienst mit wenig Instruktionen überstanden hatte, kamen wir nun in den Genuss einer Trainingseinheit und einer exklusiven Stadionführung für alle Presse-Volunteers. „Eure Arbeitsstelle ist der beste Platz im gesamten Stadion“, habe ich mir sagen lassen. Schließlich soll der Presse die bestmögliche Sicht auf das Feld gewährt werden. Glück für mich als Volunteer ist, dass ich ebenfalls die ganze Zeit dort stehen werde. „Vergesst aber dabei das Arbeiten nicht“, bekommen wir lachend eingeschärft.

Um das Stadion besser kennenzulernen, schreiten wir den Weg ab, den die Journalisten ebenfalls jeden Tag bestreiten werden: vom Eingang, über Arbeitsräume, Konferenzräume, Interviewzonen zu dem Herzstück und meinem Arbeitsplatz
– der Pressetribüne. Anders als die Journalisten durften wir jedoch das Heiligtum,
die Spielstätte, betreten. Nicht nur wir Volunteers waren dort zugegen, auch die
Athleten selbst nutzten den wettkampffreien Tag zur Eingewöhnung.

Wie auch im Berliner Olympiastadion ist die Tartanbahn in Blau gehalten. Die Berliner schwärmten damals von ihrem Blau, und es hieß sogar, es seien mehr Rekorde auf dem blauen im Vergleich zum roten Tartan gelaufen worden. Ich darf mich neben den
Wettkämpfen auf stressige Stunden freuen. Sehr viele Journalisten werden erwartet, die Pressetribüne wurde im Vergleich zu den Fußballspielen vergrößert. Wir als deren
erste Ansprechpartner werden für Anfragen und Arbeitsaufträge bereitstehen. Nachdem ich am ersten Arbeitstag ohne jegliche Vorbereitung ins kalte Wasser geworfen wurde, bin
ich nun so weit: Sou Rio2016![/vc_column_text][vc_single_image image=”17682″ img_size=”full” add_caption=”yes”][vc_column_text]9. August

Ein Text von Angelika Kleemann

„Das ist eine Belohnungsreise“, erzählt Krisch, die kürzlich ihr Masterstudium der Psychologie in Gießen erfolgreich absolviert hat. Erfahrung als Volunteer hat die Künzellerin bereits vor zwei Jahren bei der Leichtathletik-EM in der Schweiz gesammelt und Blut geleckt. „Das hat so viel Spaß gemacht, dass ich mir vornahm, es noch einmal zu machen.“

Der Zeitpunkt der Olympischen Spiele erwies sich dabei als glückliche Fügung, eine
kleine Auszeit nach absolviertem Studium musste drin sein. Das Auswahlverfahren sei sehr
speziell gewesen, beinhaltete einen Sprachnachweis sowie Onlinetest, zu dem sich unter anderen Bewerber aus Amerika, Russland, Kanada, Deutschland und der Schweiz
zuschalteten. „Das war schon ziemlich chaotisch“, blickt sie auf das Gruppeninterview zurück.

Sogar die Olympia-Leidenschaft wurde getestet. Die war bei Elisa Krisch natürlich groß, und prompt erhielt sie die ersehnte Zusage. „Ich bin gespannt, wie es wird“, blickt sie hoffnungsfroh ihrem Einsatz entgegen. Der ist wieder in der Leichtathletik, dieses Mal im Pressebüro, was Elisa Krisch kaum besser hätte treffen können: „Das freut mich sehr, da
ich mich früher schon sehr für den Journalismus interessiert habe und sogar mal freie Mitarbeiterin bei der Fuldaer Zeitung war.“

Nach der Jobzusage fügte sich alles recht schnell, denn für die Unterkünfte müssen die Volunteers selbst sorgen. Aber Brasilien ist ein gastfreundliches Land. Über Facebook hatte die Künzellerin von der Aktion „Adoptiere einen Volunteer“ erfahren. Mangels Portugiesisch-Kenntnissen besann sich Krisch auf ihre zeichnerischen Fähigkeiten, malte flugs ihr Zimmergesuch – ein Strichmännchen, ein Flugzeug und ein Fragezeichen über einem
Bett – und hatte erneut Glück.

„Es gab viele Reaktionen“, freut sie sich über die unkomplizierte Suche der Unterkunft.
Sie ist bei einer Lehrerin gelandet, die ebenfalls als Volunteer tätig ist. Am 11. August beginnt mit dem Start der Leichtathletikwettkämpfe ihr Einsatz, der bis zum 20. August dauern wird. Was sie im Pressebüro und in Rio so alles erlebt, darüber wird Elisa Krisch in einem Tagebuch berichten.[/vc_column_text]

Hört auf, euch zu beschweren!

Hört auf, euch zu beschweren!

[vc_column_text]Die Medaillen-Ausbeute der Deutschen Sportler sieht bisher eher mau aus. Grund für viele, sich aufzuregen und zu meckern. Dabei ist alles gar nicht so schlecht, wie es aussieht. Man muss es nur mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Ein Text von Sophia Junginger

Kritik, wohin man schaut: Glania zu langsam, Gambetta zu schwach. Vor allem die Hahner-Zwillinge Lisa und Anna bekommen nach ihrem Zieleinlauf beim Marathon starken Gegenwind zu spüren. Ihre stets fröhliche Art sei unangebracht, immerhin sind sie „nur“ auf den Plätzen 81 und  82 gelandet. Sie müssten sich auch mal eingestehen, dass es eben nicht einwandfrei gelaufen ist, anstatt sich wieder einmal perfekt durch den gemeinsamen Zieleinlauf zu vermarkten. Soweit geht zumindest die Kritik von Sabrina Mockenhaupt, einer deutschen Langstreckenläuferin und Kollegin der beiden.

Medaille= Erfolg, keine Medaille = Versagen

Ich gebe es zu, auch mich hat das Olympia-Fieber erwischt! Fast täglich sitze ich ab spätestens 17 Uhr vor dem Fernseher, um mir die schwitzenden Sportler anzuschauen. Egal ob Turnen, Rugby oder sogar Golf – Hauptsache Sport! Noch hibbeliger werde ich natürlich bei „deutscher Beteiligung“, wie es die Sportjournalisten so schön sagen. Springt am Ende eine Medaille für uns dabei raus, ist das super. Wenn nicht, schmeiße ich aber auch nicht völlig entnervt die Fernbedienung in den Bildschirm. Das scheint in weiten Teilen der Bevölkerung anders zu sein. Denn alles, was zählt, ist die Anzahl der gesammelten Medaillen. Medaille= Erfolg, keine Medaille = Versagen. Das scheint  zumindest die Geheimformel zu sein.

44 Medaillen unerreichbar

Laut DOSB-Präsident Alfons Hörmann habe man vor dem Start der olympischen Sommerspiele mindestens 44 Medaillen angestrebt, also mindestens genauso viele wie vier Jahre zuvor in London. Nun wurde nach dem achten Wettkampftag Halbzeitbilanz gezogen: „Nur“ 16 Medaillen, die angestrebten 44 in unerreichbaren Sphären. Vor allem von den Schwimmern sei man enttäuscht, so Hörmann: wenige persönliche Bestzeiten, verpasste Finaleinzüge und das Schlimmste – kein einziges Mal Edelmetall! Lediglich auf die Reiter und Schützen sei Verlass, diese lieferten traumhafte Ergebnisse. Und somit verabschiedet sich der DOSB so langsam aber sicher von seinem 44-Medaillen-Ziel.[/vc_column_text][vc_single_image image=”17769″ img_size=”full” add_caption=”yes”][vc_column_text]Doch nicht nur die Sportelite ist am Mäkeln und Kritisieren, auch der Otto-Normalverbraucher sitzt mit hochrotem Kopf und erhöhtem Puls vor dem Fernseher und regt sich mal wieder darüber auf, weshalb eigentlich immer alle anderen Nationen Medaillen gewinnen, nur die Deutschen eben nicht. Und hat dann doch mal eine deutsche Sportlerin oder ein deutscher Sportler eine Medaille gewonnen, heißt es „Naja, das war ja auch das Mindeste“. Kann man es also keinem Recht machen? Sind die Erwartungen zu hoch? Oder die Athletinnen und Athleten einfach doch wirklich zu schlecht?

Nicht jeder Sportler ist ein alter Hase

Deutschland ist verwöhnt. Deutschland ist Fußballweltmeister und auch Handballeuropameister. Was wir aus den „Volkssportarten“ gewohnt sind, übertragen wir automatisch auf andere Disziplinen. Wird im Turnen keine Medaille errungen, ist das blamabel. Wird im Rudern die Goldmedaille aus dem Jahr 2012 nicht verteidigt, ist das beschämend. Was beim letzten Mal so war, muss auch dieses Mal so sein. Vergessen wird aber oft: Nicht jeder Sportler ist wieder in derselben körperlichen Verfassung, wie vor vier Jahren. Nicht jeder Sportler ist ein alter Hase im Olympiazirkus, sondern gerade zum ersten Mal dabei. Wiederum andere dafür nicht mehr. Vielleicht sind auch die Ansprüche der Sportlerinnen und Sportler nicht mehr dieselben. Das wirkt sich dann natürlich auch auf den Medaillenspiegel aus.

Außerdem kann man doch eigentlich stolz sein, wenn wir Deutschen mit einer Bevölkerung von knapp 80 Millionen Menschen auf Platz sechs im Medaillenspiegel liegen, hinter deutlich bevölkerungsreicheren Nationen, wie z.B. den USA (ca. 320 Millionen) oder China (ca. 1,3 Milliarden). Solche Nationen haben einen viel größeren Pool an potenziellen Athleten, aus dem sie sich bedienen können. Erreichen „wir“ dabei trotzdem Topleistungen, sollten wir stolz sein und nicht meckern.

Natürlich  ist es schade, wenn erwartete Leistungen nicht erreicht werden, oder Favoriten patzen. Aber betrachtet man die olympischen Sommerspiele 2016 in Rio nach dem Motto „Dabei sein ist alles“, so haben wir 450 mal gewonnen – denn so viele Athletinnen und Athleten qualifizierten sich dieses Jahr für die Spiele. Und gegen 450 sieht die Zahl 44 doch gleich ganz mickrig aus.[/vc_column_text]