Theaterwerkstatt der Wigbertschule feiert 40-jähriges Bestehen

Theaterwerkstatt der Wigbertschule feiert 40-jähriges Bestehen

[vc_column_text]Sie ist die älteste AG an der Wigbertschule in Hünfeld und feiert nun ihr 40-jähriges Bestehen: Die Theaterwerkstatt zeigt am Donnerstag (1. Juni) und Freitag (2. Juni) das Stück “Wecken Sie Madame nicht auf!”. Arnold Pfeifer (61) ist Leiter der AG und berichtet über seine Arbeit mit den Jugendlichen.

Ein Text von Lisa Laibach

Arnold Pfeifer liebt seine Arbeit. „Ich finde es schön, meine Erfahrung an die Jugendlichen weiterzugeben und zu sehen, wie sie sich weiterentwickeln und immer besser werden“, beschreibt er seine Arbeit als Leiter der Theaterwerkstatt. Deshalb habe er sich irgendwann von der Schauspielerei etwas entfernt und den Weg als Theaterpädagoge eingeschlagen. „Das ist genau das, was ich wirklich machen will“, sagt er. Für ihn ist das Besondere, „wenn die Jugendliche und Kinder über ihre Grenzen gehen und das dem Publikum zeigen, berührt mich das tief.“

Begonnen hat damals alles mit einem Theaterprojekt einer Deutschklasse von Christine van Endert-Saillet. Sie war junge Studienrätin und studierte mit der elften Klasse Jean Anouilhs „Antigone“ ein und führte es schließlich 1977 auf. Es gab kaum Kostüme, wenige Bühnenbilder und Requisiten. Doch die Theaterwerkstatt war entstanden und bereits nach kurzer Zeit sehr angesehen.

Jedes Jahr wurde ein neues Stück aufgeführt – und 1986 erstmals eine Eigenproduktion mit „Können wir das?“. Schon immer haben die Schüler ein Mitspracherecht bei der Auswahl und der Gestaltung der Stücke. „Wir schreiben sie gemeinsam oder ändern bei bereits bestehenden Werken Szenen so, dass sie in die heutige Zeit passen“, erklärt der 61-Jährige. Eigenproduktionen seien sehr zeitaufwändig, werden aber immer noch produziert, wie unter anderem „Einsam bist du sehr allein“, „Funkstille (eine Parodie auf Soaps im TV), „Verborgene Spuren“ und „Götterspeise“. Häufig seien diese Eigenproduktionen aber zu viel Aufwand für die Schüler.

[/vc_column_text][vc_gallery interval=”3″ images=”61639,61638,61645,61636,61646,61635,61642,61643,61641,61640,61637,61644″ img_size=”full” css_animation=”slideInRight”][vc_column_text]„Es hat sich im Laufe der 22 Jahre einiges geändert“, erklärt Pfeifer, der 1995 die Leitung der Theaterwerkstatt übernahm. Der Unterricht an der Schule habe zugenommen. “Die Schüler haben oft Nachmittagsunterricht und sind bei den Proben erschöpft.” Nichtsdestotrotz seien die Jugendlichen – in diesem Jahr sind es 15 – begeistert bei der Sache. „Das kann man auch immer wieder bei den Aufführungen sehen“, so der Theaterpädagoge. Und einige Schüler haben schließlich ihr Schulhobby zu ihrem Beruf gemacht – allen voran Paul Frielinghaus, der unter anderem bei der ZDF-Krimiserie „Ein Fall für zwei“ mitspielte.
Pfeifer übernahm die Theater-AG, weil Endert-Saillet erkrankte. Die Schüler versuchten zuerst in Eigenregie die AG aufrechtzuerhalten, was aber nicht funktionierte. 1995 gab es deshalb erstmals keine Aufführung. „Wenn ein Betrachter von Außen fehlt, klappt es nicht“, ist er sich sicher. Der Förderverein der Theaterwerkstatt fragte Pfeifer, ob er die Leitung übernehmen würde, und trägt seitdem die Kosten für seine Stelle – seit Kurzem beteiligt sich auch die Schule daran. „Ohne den Förderverein wäre ich heute nicht hier und es gäbe vielleicht auch keine Theaterwerkstatt mehr“, glaubt Pfeifer.

Der Theaterpädagoge lobt die gute Kooperation mit der Schule. „Vorgestern und gestern wurden die Schüler beispielsweise vom Unterricht freigestellt, um an den letzten Proben teilzunehmen.“ Ganz so häufig wie in den vergangenen Tagen wird sonst aber nicht geprobt. Jeden Freitagnachmittag trifft sich die Theaterwerkstatt, um Stücke auszuwählen, umzuschreiben und schließlich einzustudieren. Hinzu kommen manchmal Probenwochenenden.

Etwas ganz Besonderes ist für Pfeifer zu sehen, wie Schüler lernen, sich in andere Menschen hineinzuversetzen: „Sie müssen lernen, Menschen zu verstehen. Sie lernen Empathie.“ Das war insbesondere bei dem Stück im vergangenen Jahr wichtig, das die Nazi-Zeit thematisierte. „Die Schüler müssen nicht nur die Geschichte kennen, sondern sie müssen versuchen zu verstehen, wie die Menschen gedacht haben und warum sie damals so gehandelt haben. Das ist die hohe Kunst“, ist der Theaterpädagoge überzeugt.[/vc_column_text][vc_column_text css=”.vc_custom_1496302788701{margin-top: 10px !important;margin-right: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;margin-left: 10px !important;border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;border-left-color: #75bc3a !important;border-left-style: dotted !important;border-right-color: #75bc3a !important;border-right-style: dotted !important;border-top-color: #75bc3a !important;border-top-style: dotted !important;border-bottom-color: #75bc3a !important;border-bottom-style: dotted !important;border-radius: 5px !important;}”]

Aufführungen

Das erste Stück der Theaterwerkstatt war „Antigone“ von Jean Anouilh. In Anlehnung daran zeigt die AG nun zum Jubiläum „Wecken Sie Madame nicht auf!“ von Anouilh. Die Komödie wurde 1970 erstmals in Paris aufgeführt und behandelt das Theater, die Schauspieler und den Regisseur – seine grandiosen Bühnenideen und sein Scheitern im Alltag.

Die Aufführungen finden am heutigen Donnerstag und morgigen Freitag jeweils um 19.30 Uhr in der Stadthalle Kolpinghaus in Hünfeld statt. Karten gibt es ab 19 Uhr an der Abendkasse.[/vc_column_text][vc_row][vc_column width=”1/2″][vc_column_text css=”.vc_custom_1496302821340{margin-top: 10px !important;margin-right: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;margin-left: 10px !important;border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;border-left-color: #75bc3a !important;border-left-style: dotted !important;border-right-color: #75bc3a !important;border-right-style: dotted !important;border-top-color: #75bc3a !important;border-top-style: dotted !important;border-bottom-color: #75bc3a !important;border-bottom-style: dotted !important;border-radius: 5px !important;}”]

Zur Person Arnold Pfeifer

Arnold Pfeifer (61) ist seit 1995 Leiter der Theaterwerkstatt der Wigbertschule und folgte damit auf Gründerin Christine van Endert-Saillet. Er kommt aus Schlüchtern und leitet momentan insgesamt vier Theaterprojekte. Der 61-Jährige hat Sozialpädagogik studiert, sich das Schauspielern selbst beigebracht, gezielt Seminare bei anderen Schauspielern und Regisseuren besucht und lange Zeit als freier Schauspieler gearbeitet. 1995 hat er schließlich mit der Übernahme der Theater-AG der Wigbertschule Hünfeld denWeg als Theaterpädagoge eingeschlagen.[/vc_column_text][vc_column width=”1/2″][vc_single_image image=”61634″ img_size=”full” add_caption=”yes”]

Drei Scheiben aus dem Mai: “Alteration”, “Unbesiegt” und “Longshot”

Drei Scheiben aus dem Mai: “Alteration”, “Unbesiegt” und “Longshot”

[vc_column_text]“Augen zu, Ohren auf” – Wir hören für dich in das Neueste, das der Plattenmarkt zu bieten hat, hinein und machen neugierig auf den einen oder anderen Ohrenschmaus. In unserer Musikkolumne besprechen wir, was uns auf die Ohren kommt. Hier die Alben aus dem Mai.


26.05. “Longshot” von Passafire

Von Mariana Friedrich

Das Wetter stimmt, die Grillparty ist organisiert, es fehlt nur noch der richtige Sound für den Sommer? Auf meiner Playlist stehen seit einigen Tagen Passafire ganz weit oben. Deren neues Album “Longshot” ist nämlich genau das Richtige, um Summerfeeling aufkommen zu lassen.

Wer jetzt gleich denkt, Passafire – Reggae – näh, sollte den Amerikanern wenigstens eine Chance geben. “Longshot” ist nämlich um einiges poppiger, als ich erwartet hätte. Trotzdem ist keiner der 12 Songs flach oder eintönig, wie der Sommerhit-Kram der meisten Pop-Sternchen. “Growing Up”, der erste Song der Platte, steigt gleich mit einem starken Statement ein: “Erwachsen werden ist überbewertet – je mehr ich das mache, umso mehr hasse ich es.” Das dürfte vielen Abiturienten gerade aus der Seele sprechen. Noch dazu ist der Titel sowas von tanzbar und strahlt reine Lebensfreude, Sommer, Strand und Lagerfeuer aus.

Die Themen des Albums beschäftigen sich mit persönlichen Krisen, der Suche nach Wahrheiten, gebrochenen Herzen und Überwindung – Klassiker. Passafire klingen dabei aber eben nicht wie jeder dritte Singer-Songwirter, die Jan Böhmermann kürzlich mit “Menschen, Leben, Tanzen, Welt” so schön auf die Schippe genommen hat.

“Longshot” ist durchgehend rockig, melodisch, direkt und definitiv Festivalmaterial.


26.05. “Unbesiegt” von den Wilden Jungs

Von Daniel Beise

Die „Wilden Jungs“ aus Fulda sind zurück mit ihrem fünften Album – allein das pathetische Cover von „Unbesiegt“ – eine antike Statur in Siegerpose reckt ihr Schwert in die Lüfte – macht klar: Die Deutschrocker preschen nach ihrem Fast-Zusammenbruch 2014 wieder vor in die Szene. In bekannter Manier, mit unverändertem Tempo und alter Kraft.

Musikalisch und textlich zwar nicht überaus originell, versetzen aber die flotten Punkrock-Sounds der einen Hälfte der Tracks die Beine in Bewegung, die andere Hälfte sind typische Mitgröl-Rocksongs, aber bei den Fans funktioniert’s. Es verwundert nicht, dass die Band nach dem Wiederaufrappeln viel über sich selbst singt. Aber „Atmet die Gewalt, die dir in die Fresse knallt“ kommt dann schon etwas plump und selbstüberhöht daher, wenn die fünf Rocker ihre Musik mit einem tosenden Tsunami vergleichen.

Immerhin kriegen die Wilden Jungs mit „Hip Hip Hurra – wir feiern und verblöden“ noch mal die Kurve, indem sie kritisieren, welchen fragwürdigen VIPs wir inzwischen, ohne es zu hinterfragen, hinterhereifern. „Unbesiegt“ ist eine solide Scheibe der Fuldaer Musiker – wer auf eingängigen Deutschrock zum Mitgrölen und Springen steht, ist hier richtig.


05.05. “Alteration” von An Early Cascade

Von Sophia Reddig

Sechs Jahre haben sich die fünf Jungs von An Early Cascade Zeit gelassen, nun ist ihr zweites Studioalbum endlich da: „Alteration“ (Kick The Flame (Broken Silence)) begeistert mit energiegeladenen Riffs, feinsten Breakdowns und Melodien, die schnell den Weg ins Ohr finden – und dort bleiben.

„Alteration“ bedeutet Veränderung. Und genau das ist auf dem zweiten Album von An Early Cascade zu hören. Nicht nur weil das erste Album der Stuttgarter bereits so lange zurückliegt und die Band in der Zwischenzeit einige Besetzungswechsel mitgemacht hat. Die zwölf Lieder selbst sind geprägt vom Wandel.

Auf harte, treibende Parts folgen im direkten Kontrast leise Töne – und dann wieder ein musikalischer Paukenschlag. “Alteration” klingt düster, emotional und energiegeladen. Das verschreckt den 08/15-Radiohörer, der sich in den Charts zuhause fühlt, wahrscheinlich eher. Denjenige, der schon längst aus dem faden Wasser eines Flusses namens Mainstream gestiegen ist, wird aber genau diese Spannung hellhörig werden lassen.

Nicht nur musikalisch zieht sich dieses Thema als roter Faden durch das Album. Textlich handeln die Songs von Veränderungen: In der Welt, in zwischenmenschlichen Beziehungen, in sich selbst. Mal gesungen, mal geschrien bahnen sich die Worte den Weg ins Ohr. Sänger Maik hat keine Angst vor hohen Tönen – und das muss er auch nicht, wie er beispielsweise in „All I Need“ beweist. Heraus kommen Melodien, die gut mitsingbar sind, ohne abgedroschen oder vorhersehbar zu wirken. Besonders „Narrow“ und „Living In Exile“ bleiben schnell im Kopf.

Fazit: Egal, ob der Hörer lieber zu harten Liedern moshen will, zu melodiösen Indie-Stücken mitwippen oder in voller Stille den Lyrics lauschen will: Auf „Alteration“ ist für jeden etwas dabei.

Ein ausführliches Interview mit An Early Cascade liest du übrigens am Samstag in unserer Themenwelt Kultur.[/vc_column_text]

Luke Mockridge begeisterte 3000 Fans im Esperanto

Luke Mockridge begeisterte 3000 Fans im Esperanto

[vc_column_text]Er wird gefeiert als „Mario Barth für Teenies“ und „der nächste Stefan Raab“: Luke Mockridge ist der Shooting-Star der deutschen Comedy-Szene. Am Sonntagabend hatte er leichtes Spiel in der Esperantohalle.

Ein Text von Bernd Loskant

Seit Monaten war die größte Halle weit und breit ausverkauft, die überwiegende Zahl der 3000 Besucher war unter 30 und damit aus der Generation des Kölner Spaßmachers. Genau dieser Generation hält er den Spiegel vor, parodiert ihre Protagonisten und erzählt Geschichten aus dem Alltag eines Mittzwanzigers, der in den 90ern sozialisiert wurde und wohlbehütet aufwuchs.

Rappend kommt der 28-Jährige auf die Bühne, auf der vier riesige Propeller (man wünschte angesichts der Hitze draußen, es wären Ventilatoren gewesen) und ein Piano stehen. Die Show beginnt mit Stand-up-Comedy in Bestform. Die „nächsten neuneinhalb Stunden“, verspricht Mockridge, werde er auf der Bühne stehen.

Am Ende sind es immerhin fast drei Stunden – und das Publikum will ihn immer noch nicht gehen lassen. Einen ausführlichen Bericht liest du heute in der Fuldaer Zeitung.[/vc_column_text]

“Freedom of Screech” bedeutet: sei so bunt und laut, wie du willst – Wer sind Jamaram?

“Freedom of Screech” bedeutet: sei so bunt und laut, wie du willst – Wer sind Jamaram?

[vc_column_text]Das Fürstliche Gartenfest wartet diese Woche mit einem echten Leckerbissen auf. Am Samstag stürmen Jamaram die Party. Wer sind Jamaram? Das haben wir Gitarrist Samy Danger gefragt und ihm zehn Satzanfänge vorgegeben.

Ein perfekter Tag beginnt mit …

einer Ganzkörpermassage.

Unsere Musik ist …

groovy, funky, dance, dance.

Freedom of the Screech bedeutet …

dass du so bunt und so laut in die Welt hinaussschreien kannst, wie du willst.

Welche Freiheit würdest du nie aufgeben?

So bunt und laut zu sein, wie ich will.

Respekt ist …

Einfühlsamkeit.

Soziales Engagement ist …

sauwichtig. Und viel leichter, als man denkt.

Mit diesen Künstlern würden wir gern auf der Bühne stehen …

Lauryn Hill, Bob Marley, Johann Sebastian Bach und Fredl Fesl.

Jamaram in drei Worten:

Groovy, Familie und ein Livespektakel.

Darauf freuen wir uns in Fulda:

einen unvergesslichen Abend voller Musik, Tanz und Freude.

Darauf dürfen sich die Fuldaer freuen …

auf ein neues Programm, dass sie so noch nicht gesehen haben, und dass ich frisch rasiert bin.[/vc_column_text][vc_column_text css=”.vc_custom_1495738242962{margin-top: 10px !important;margin-right: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;margin-left: 10px !important;border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;border-left-color: #75bc3a !important;border-left-style: dotted !important;border-right-color: #75bc3a !important;border-right-style: dotted !important;border-top-color: #75bc3a !important;border-top-style: dotted !important;border-bottom-color: #75bc3a !important;border-bottom-style: dotted !important;border-radius: 5px !important;}”]

Wann, wie, wo?

Jamaram spielen am Samstag, 27. Mai auf dem Fürstlichen Gartenfest am Schloss Fasanerie in Fulda.

Los geht es um 19.30 Uhr. Tickets gibt es im VVK für 17 Euro und an der Abendkasse für 20 Euro.[/vc_column_text]

“Wir rechnen mit 100 Prozent plus x” – Martin Sonneborn im Interview

“Wir rechnen mit 100 Prozent plus x” – Martin Sonneborn im Interview

[vc_column_text]Sein Humor eilt ihm voraus – ob du ihn witzig findest, interessiert ihn recht wenig. Gnadenlose Satire und trockene Antworten zeichnen Martin Sonneborn aus. 2004 gründete er mit anderen Redakteuren des Satiremagazins Titanic die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (kurz: Die PARTEI). Bei der Europawahl 2014 wurde er zum Mitglied des Europäischen Parlaments gewählt. Seitdem mischt er Brüssel auf – er versucht es zumindest. Vor seinem Auftritt im Kreuz am Donnerstag, 18. Mai, hat er uns geantwortet, wie man es von ihm erwartet.

Waren Sie schon mal in Fulda?

Ja, 1996 auf der Ecclesia – eine Kirchenmesse für Fachpublikum aus dem katholischen Sektenbereich. Das hat mein Leben sehr zum Positiven verändert. Ich habe mir hier ein Priesterhemd gekauft. Wenn ich das im Zug trage, laden mich ältere Damen oft zum Essen im Speisewagen ein und schütten mir ihr Herz aus. Außerdem, das wird die Fuldaer Umlandbauern interessieren, bekommt man mit diesem Hemd beim Metzger immer das beste Stück Fleisch.

Und wie hat Ihnen die Stadt gefallen?

Fulda ist die grauenhafteste Stadt, die ich je betreten habe. Diese katholische Verdruckstheit in den Physiognomien ist schon beeindruckend.

Welche Stadt folgt danach auf Ihrer Liste der grauenhaftesten Städte?

Krefeld, Leverkusen und das Mafiaversteck Bad Orb.

Sie haben kürzlich auf Facebook geschrieben, dass Sie hoffen, dass die Fuldaer ausreichend vor Ihnen gewarnt wurden – warum sollten wir gewarnt sein?

Viele denken, bei meinen Veranstaltungen werde der Film Titanic gezeigt. Daher stehen dann oft nach ein paar Minuten ein paar Menschen auf und verlassen den Saal, wenn sie merken, hier läuft ein ganz anderer Film.

Was erwartet uns statt des Klassikers im Kreuz?

Eine primitive Propagandaveranstaltung für Die PARTEI. Das ist quasi wie ein Auftritt von Horst Seehofer, ein schmieriger Populist polemisiert vor Bierzeltpublikum. Der einzige Unterschied ist, dass Seehofer keinen Eintritt nimmt.

Heißt, Sie machen hier Wahlkampf?

Ja, immer!

Und mit welchen Themen?

Wir werden zur Bundestagswahl einen heißen Sex-Wahlkampf führen. Ein Wahlwerbespot der PARTEI zum Thema Familienpolitik hat im ZDF bereits immense Erregung ausgelöst.

Was treibt der Kreisverband Ihrer Partei in Fulda eigentlich? Man hört hier recht wenig.

Das stimmt, in Brüssel hören wir zu wenig aus Fulda. Das muss sich ändern. Aber der Erfahrung nach treten nach einem solchen Propagandaabend vermehrt Leute in die Partei ein.

Könnte so der Einzug in den Bundestag gelingen? Wie feiern Sie, wenn das passiert?

Wir feiern unsere Wahlsiegesparty immer schon am Vorabend der Wahl, das ist sicherer.

Safety first – verständlich. Ihr Kanzlerkandidat ist der Satiriker Serdar Somuncu – wie stehen seine Chancen auf das Amt?

Relativ schlecht. Wir rechnen mit einem Wahlergebnis von hundert Prozent plus x. Erfahrungsgemäß bleiben wir allerdings unter einem Prozent. Aber ein Direktmandat in Kreuzberg sollte für Serdar schon drin sein.

Was sagen Sie der AfD, wenn sie es nicht in den Bundestag schafft?

Ich sitze im Europaparlament hinter Beatrix von Strolch – so wird sie hier genannt. Mein Beileid werde ich ihr schon aussprechen. Die verkommene AfD hat es nicht einfach im Moment.

Wie ist denn die Stimmung im Europäischen Parlament seitdem klar ist, dass die Briten gehen und die Franzosen bleiben?

Die Stimmung ist nicht so schlecht. Ich gehöre ja zum Abschaum des Parlaments und sitze in einer Ecke mit Monarchisten, Antisemiten, Kommunisten und Nazis. Da ist immer irgendwer gutgelaunt…[/vc_column_text]

Julia Engelmann: „Man braucht nur einen Gedanken, der einem etwas bedeutet“

Julia Engelmann: „Man braucht nur einen Gedanken, der einem etwas bedeutet“

[vc_column_text]Mit ihrem Slam „One Day“ gelang Julia Engelmann 2013 der Durchbruch. Mittlerweile hat sie drei Bücher veröffentlicht und ist mit ihrem Programm „Eines Tages, Baby – Upgrade -“ auf Tour. Am 14. Mai macht die Bremerin Halt in Fulda. Mit move36 hat sich die 24-Jährige ((wird am 13. Mai 25!)) über ihren ersten Auftritt, das Tourleben und ihre eigene Verletzbarkeit unterhalten.

Von Sophia Reddig

Was ist Poesie für dich?

Das Festhalten von flüchtigen Gefühlen und Bildern, das Teilhabenlassen anderer an einem Innenleben.

Warum hast du angefangen zu schrieben?

Geschichten schreibe ich schon seit der Grundschule. Mit 17 habe ich angefangen, Gedichte zu schreiben und war das erste Mal auf einem Poetry Slam. Das hat mich total angesprochen, und ich habe mich gleich für den nächsten Monat angemeldet.

Und wie war dein erster Auftritt?

Sehr aufregend! Ich konnte an nichts Anderes mehr denken. Danach hat jemand flüchtig im Vorbeigehen gesagt, dass der Text cool war und ich weitermachen soll. Ich bin quasi nach Hause geschwebt – und seitdem dabei.

Hast du Tipps für Newcomer, die den Schritt auf die Bühne wagen?

Zuerst: Niemand muss auf eine Bühne. Es gibt so viele tolle Schriftsteller, die nicht ins Rampenlicht wollen. Und für die, die wollen, sich aber nicht trauen: Es gibt nichts zu verlieren. Ich finde, für die Bühne braucht man nichts außer einem Gedanken, der einem etwas bedeutet.

Was ist anders, wenn man nicht bei einem Poetry Slam Auftritt antritt, sondern eine Lesung mit seinen Texten bestreitet?

Einiges! Ich habe mir mein eigenes Bühnenbild gebastelt. Ich kann Konfetti werfen, Musik zwischen den Acts spielen, mit dem Publikum direkter sprechen. Außerdem sind meine Eltern dabei und managen mich. Wir sind quasi ein lyrischer Wanderzirkus.

Deinen Eltern, deinem Bruder und deinen Großeltern hast du Texte gewidmet. Was sagen Sie dazu?

Die freuen sich, ich habe ja sehr liebevolle Dinge geschrieben. Das ist wie ein Geschenk, was ich ihnen machen kann. Das Gedicht an meine Eltern ist natürlich das Lieblingsgedicht meiner Eltern, was sie immer weiterempfehlen.[/vc_column_text][vc_video link=”https://youtu.be/u7qNKLGUDf4″][vc_column_text]Und wenn nur ein lyrisches Du vorkommt, hast du manchmal Angst, dass die Person sich wiedererkennt und weiß, was du denkst?

Eigentlich ist es sogar schön, Gefühle und Fragen zu teilen, mich verletzlich zu machen und mich zu offenbaren. Besonders, wenn sich jemand zurücköffnet.

Wie meinst du das?

Ich empfinde eine große Gemeinschaft beim Teilen von Gedanken und Gefühlen. Meist kommt was zurück: Egal, ob ich auf der Straße angesprochen werde, eine Instagram-Nachricht bekomme oder jemand im Publikum sich bei einer Lesung eine Träne wegwischt. Das ist alles unheimlich bereichernd.

Wenn du deine Texte so oft liest, blickst du mit zeitlichem Abstand nochmal anders darauf?

Auf jeden Fall. Mir geht es ja manchmal sogar schon so, dass ich nach einem Tag anders über einen Gedanken oder etwas Gesagtes denke. Das geht mir mit Gedichten genauso: Manchmal beantworte ich Fragen, die ich mir mal gestellt habe, heute anders für mich. Oder ich merke, dass ich schon einmal weiter war und alles vergessen habe.

Änderst du in einem solchen Fall mal ein Gedicht?

Live lasse ich manchmal Passagen raus oder ändere bestimmte Wörter. Aber wenn ich das Gefühl hätte, ich müsste viel verändern, würde ich ein neues Gedicht schreiben.

Wie schreibst du am liebsten?

Ich habe ein paar Dinge, mit denen ich mich beim Schreiben gerne umgebe wie Bilder, Zitate und natürlich genügend Zeit (lacht). Am liebsten höre ich beim Schreiben ein Lied, was ich fünf Stunden durchhören kann.

Kein Wunder, dass du häufig Songlyrics zitierst.

Ja, Musik ist für mich unglaublich wichtig und inspirierend. Einen Soundtrack für verschiedene Momente zu haben, macht mein Leben schön. Ich bin ein richtiger Playlist-Fan. Für meine Show erstelle ich immer eine Einlass- und eine Auslassplaylist, die die Zuschauer in Stimmung bringen soll. Ich spiele selbst Klavier und Gitarre und lockere mein Programm gerne mit Liedern auf.

Dein Programm heißt „Eines Tages, Baby“. Wer ist Baby und was sagt Baby dazu, dass er oder sie Baby genannt wird?

Mittlerweile sind meine Bücher meine Babys (lacht). Beschwert haben sie sich noch nicht.[/vc_column_text][vc_column_text css=”.vc_custom_1494318255317{margin-top: 10px !important;margin-right: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;margin-left: 10px !important;border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;border-left-color: #75bc3a !important;border-left-style: dotted !important;border-right-color: #75bc3a !important;border-right-style: dotted !important;border-top-color: #75bc3a !important;border-top-style: dotted !important;border-bottom-color: #75bc3a !important;border-bottom-style: dotted !important;border-radius: 5px !important;}”]Julia Engelmann ist am 14. Mai um 19 Uhr mit ihrem Programm “Eines Tages, Baby – Upgrade” in der Orangerie.[/vc_column_text]