Kompletter Neubau: Arbeiten an Eiterfelder Schule beginnen

Kompletter Neubau: Arbeiten an Eiterfelder Schule beginnen

Update bezüglich des Neubaus der Lichtbergschule in Eiterfeld. Laut Landkreis hat der Kreisausschuss die ersten Aufträge vergeben, die Arbeiten können beginnen.

Eiterfeld bekommt eine komplett neue Schule. Das ist seit Ende 2015 klar. Die Lichtbergschule wird vollkommen neugebaut. Eine Sanierung ist nicht möglich. (Warum, liest du hier.) Seit vergangenem November steht die Planung des Projektes, das ein Volumen von rund 25 Millionen Euro haben wird, wie der Landkreis damals mitgeteilt hat.

Nun hat der Kreisausschuss erste Aufträge mit einem Volumen von 1,1 Millionen Euro vergeben. Das geht aus einer Pressemitteilung des Kreises vom Mittwoch hervor. Der Bau der neuen Schule kann also beginnen.Bis zum Jahr 2025 soll sie fertiggestellt sein.

“Modernste Schule im Kreis Fulda”

Ursprünglich hatte der Kreis Fulda mit einer Fertigstellung im Sommer 2023 gerechnet. Im Juni berichtete die Hünfelder Zeitung jedoch, dass die aus 200 Containern bestehende “Modulschule” an der Schulstraße neben dem Parkplatz und nicht auf dem Sportareal errichtet werden soll. Durch diesen Entschluss ändere sich der Bauzeitenplan, heißt es in dem Bericht. In der “Modulschule” kommen die Schüler während der Bauarbeiten um.

Laut Landkreis bekommt Eiterfeld dank des Neubaus die modernste Schule im Kreis. Landrat Woide sagte im November 2018 dazu: „Wir werden in Eiterfeld nicht nur ein topmodernes Gebäude errichten. Hier wird eine Schule entstehen, die höchsten pädagogischen Ansprüchen genügt. Wir haben in die Planung neueste Konzepte einfließen lassen.“

Titelbild: Leoni Rehnert | Landkreis Fulda

“Fridays for Future”: Attacke der AfD Fulda auf Schüler-Bewegung

“Fridays for Future”: Attacke der AfD Fulda auf Schüler-Bewegung

Die AfD im Kreis Fulda hat was gegen „Fridays for Future“. Sie forderte den Kreistag auf, sich gegen die Demos der Bewegung in der aktuellen Form auszusprechen. Der Grund: vermeintliche Gefahren für die teilnehmenden Schüler.

Dass die Teilnehmer der Demos von „Fridays for Future“ nicht jedem sympathisch sind, verwundert nicht. So ist es immer, wenn Menschen sich konsequent für ein klares Ziel einsetzen. Ein Ziel, das wohl nur mit mehr oder weniger großen Einschränkungen erreicht werden kann. Diese Einschränkungen wirken sich ziemlich schnell auf das Leben vieler Menschen aus, sie sind dementsprechend schon im Jetzt vorstell- und greifbar. Ein Ziel, das einige Jahre in der Ferne liegt, von dem auch nicht zu 100 Prozent sicher ist, ob es erreicht wird, wirkt da vergleichsweise abstrakt.

Was nicht abstrakt ist: der Klimawandel. Spätestens im vergangenen Jahr haben wir ihn ordentlich zu spüren bekommen. Im Schnitt ist es so warm wie nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen. Außerdem ist es im Sommer sehr trocken gewesen. Ganz neu ist diese Entwicklung nicht. Bereits seit den Jahrzehnten steigt in Deutschland die Jahresdurchschnittstemperatur.

Quelle: Deutscher Wetterdienst, Temperatur, Hessen, 1881 bis 2018

Quelle: Deutscher Wetterdienst

 

AfD Fulda: “Kreistag soll sich gegen ‘Fridays for Future’ aussprechen”

Mit seinen Schulstreiks möchte „Fridays for Future“ einen Wandel in der Klimapolitik bewirken. Das Ziel: den laut wissenschaftlichem Konsens größtenteils menschengemachten Klimawandel bekämpfen. Die Hauptforderung: die Erderwärmung auf 1,5 Grad beschränken. Um das zu ermöglichen, fordert „Fridays for Future“ unter anderem den Kohleausstieg bis 2030 und bis 2035 100 Prozent erneuerbare Energien.

Dass die Teilnehmer der Demos der Bewegung mittels Schulstreiks auf ihre Forderungen aufmerksam machen, schmeckt nicht jedem – auch der AfD nicht. In einem Resolutionsantrag, den Marco Haber, Vorsitzender der AfD-Fraktion im Kreistag Fulda, dem Kreistag Ende August übermittelt hat, fordert er diesen unter anderem auf, sich gegen die Demos von „Fridays for Future“ in dieser Form auszusprechen. Haber begründet das mit „Gefahren für die teilnehmenden Kinder“.

Als einen der Kronzeugen für diese Aufforderung zitiert Haber Alexander Lorz (CDU). Der hessische Kultusminister habe zurecht an die Schulpflicht erinnert und darauf verwiesen, dass Schulpflichtige nicht dazu verleitet werden sollten, den Unterricht zu säumen.

Kritik und Lob vom Kultusminister

In einem Interview mit der Zeitung „Die Zeit“ hatte Lorz gesagt: „Aber nun haben die Schüler ihr Ziel erreicht. Der Klimaschutz hat auf der politischen Bedeutungsskala einen Riesensatz nach oben gemacht und ist als zentrales Thema der Politik und Medien angekommen. Jetzt noch weiter der Schule fernzubleiben bringt nicht.“ Im selben Interview entgegnet die Schulrektorin Birgit Güting: „Aber es gibt doch überhaupt keine neuen Ideen, noch keine konkreten Vereinbarungen. Für die Jugendlichen ist das Ziel erreicht, wenn sich die Denkweise von Politikern ändert, die Geschwindigkeit von Entscheidungen, wenn es verbindliche Erlasse gibt. Solange das nicht geschieht, werden sie weitermachen.“

Gegenüber „Die Zeit“ beschreibt Kultusminister Lorz „Fridays for Future“ als „bemerkenswerte, politisch schlagkräftige Bewegung, die uns auch deshalb so imponiert, weil es lange Zeit vergleichsweise wenige Jugendliche gab, die für etwas auf die Straße gegangen sind.“ Außerdem sagt er, die streikenden Schüler hätten das System Schule nicht massiv beeinflusst oder gar aus den Angeln gehoben. Den Schulen habe er gesagt, sie sollten gelassen bleiben und pädagogisch mit den Streiks umgehen. Lorz sagt in dem Interview aber auch: „Wer sich entscheidet, nicht zur Schule zu gehen, bezahlt dafür einen Preis, denn er muss nacharbeiten, aufholen und sich kümmern.“ Wenn sich ein harter Kern bilde, der freitags gar nicht mehr erscheine, „müssen wir zu entsprechenden Mitteln greifen.“

 

Der umfangreichste Absatz der AfD-Resolution beschäftigt sich mit einer möglichen Radikalisierung von Schülern durch Kontakt „mit linksextremistischen Kräften“. Grundlage dafür ist die Solidarisierung von „Fridays for Future“ mit „Ende Gelände“. Diese Kampagne ist laut Bundesamt für Verfassungsschutz maßgeblich für die Organisation der Proteste gegen den Braunkohleabbau. „Diese linksextremistisch beeinflusste Kampagne wird sowohl von Gruppierungen des demokratischen Spektrums als auch von Akteuren der linksextremistischen Szene wie insbesondere der ‚Interventionistischen Linken‘ (IL) unterstützt“, schreibt der Verfassungsschutz im November 2018. Nach einer Mobilisierung durch die IL habe es zahlreiche Kleingruppenaktionen wie Bagger- und Gleisbesetzungen gegeben.

Zwar hat sich „Fridays for Future” öffentlich mit „Ende Gelände“ solidarisiert. Allerdings spricht sich die Bewegung zugleich für gewaltfreien Protest aus. Auch sind für Fulda und Hessen insgesamt keine linksextremistischen Bestrebungen der Organisatoren bekannt.

“Fridays for Future”: Linksextremistische Gefahr für Schüler?

Den Komplex „Linksextremismus“ vermengt die AfD-Fraktion im Fuldaer Kreistag mit einer möglicherweise verfassungswidrigen CO2-Steuer. Im Kampf gegen den Klimawandel fordert „Fridays for Future“ eine CO2-Steuer. „Der Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen muss schnell so hoch werden wie die Kosten, die dadurch uns und zukünftigen Generationen entstehen“, schreibt die Bewegung. Zu einer solchen Steuer stellte der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags Ende Juli fest: „…, dass eine Besteuerung einer CO2-Emission aus verfassungsrechtlichen Gründen bereits ausscheidet.“ Eine CO2-Emission sei weder der Verbrauch eines Verbrauchsguts, noch sei es ein Rechts- beziehungsweise Wirtschaftsvorgang oder der Besitz einer Sache. „Eine Besteuerung einer CO2-Emission lässt sich keinem bestehenden Steuertypus zuordnen und ist mithin steuerverfassungsrechtlich ausgeschlossen. Laut dem Dienst ließe sich dieses Problem durch eine Verfassungsänderung aufheben. Dies sei aber ein aufwendiger Ansatz.

Nicht nur „Fridays for Future“ fordert eine Steuer auf CO2. Auch Teile der SPD haben sich dafür ausgesprochen. Selbst in der CDU wurde sie diskutiert – wenn auch die Union einen Handel mit Emissionszertifikaten bevorzugt. „Betontes Ziel der Bemühungen durch nahezu alle Strömungen hinweg ist es aber, den Bürger nicht über die Maße zu belasten“, schreibt der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags noch zu dem Thema.

 

Bewegung ist politischer Gegner der AfD

Am Montag hat der Fuldaer Kreistag in Gersfeld über den Resolutionsantrag der AfD diskutiert. Mit ihren Forderungen steht die Partei allein da. „Es ist gut, wenn sich Kinder und Jugendliche für Politik und politische Themen interessieren“, zitiert die Fuldaer Zeitung Johannes Rothmund (CDU). „Ich mache mir keine Sorgen, dass Linksextreme diese Gruppe unterwandern könnten.“ Und Mario Klotzsche, Fraktionschef der FDP, sagte laut dem Bericht, die Kreispolitik solle sich mit Themen beschäftigen, für die sie zuständig sei. Die AfD habe versucht, „Links-Rechts-Stimmungen“ zu erzeugen.

Europawahl 2019: Wichtigstes Themen für die Wahlentscheidung

Für 48 Prozent der befragten deutschen Wahlberechtigten sind Umwelt- und Klimaschutz das wichtigste Thema für ihre Entscheidung bei der Europawahl 2019 gewesen – 28 Prozentpunkte mehr als 2014. (Grafik: Infratest Dimap)

Dass es der AfD bei ihrer Resolution ausschließlich um das Wohl der Schüler geht, ist fraglich. Was den Klimawandelt angeht, ist sie in die gegensätzliche Richtung von „Fridays for Future“, vielen Parteien und Wählern unterwegs (s. Grafik oben). Alexander Gauland, Ko-Vorsitzender der AfD-Fraktion im Bundestag, sagte 2018 im Sommerinterview mit dem ZDF, er glaube nicht, dass es gegen den Klimawandel irgendetwas gebe, „was wir Menschen machen können“. Und im Programm der Partei zur jüngsten Europawahl steht: „Wir bezweifeln aus guten Gründen, dass der Mensch den jüngsten Klimawandel, insbesondere die gegenwärtige Erwärmung, maßgeblich beeinflusst hat oder gar steuern könnte. Klimaschutzpolitik ist daher ein Irrweg.“ Die Bewegung „Fridays for Future“ und die demonstrierenden Schüler ist dementsprechend ein politischer Gegner der AfD.

Hunderte Tote: Vor 75 Jahren ereignete sich in Fulda eine fürchterliche Katastrophe

Hunderte Tote: Vor 75 Jahren ereignete sich in Fulda eine fürchterliche Katastrophe

Es ist verheerend, was sich was sich am 11. September 1944 und am Tag darauf in Fulda ereignet hat. Die Stadt wurde bombardiert, Hunderte Menschen starben. Dabei hatten die Bomberpiloten Fulda zuerst gar nicht ins Visier genommen.

Es ist sonnig an jenem 11. September 1944. Genau wie heute. Ein Wetter, das in starkem Kontrast dazu stehen wird, was im Laufe des Tages in Fulda passieren wird. Wobei: Das Wetter hat die Katastrophe zumindest nicht behindert. Um kurz nach elf am Vormittag heulen in Fulda die Luftschutzsirenen. Rund 33.000 Menschen leben damals in der Stadt.

Der Zweite Weltkrieg ist damals in vollem Gange. Deutschland hatte ihn fünf Jahre zuvor mit dem Überfall auf Polen ausgelöst. 60 Millionen Menschen werden in diesem Krieg sterben. Zeitgleich ermorden Deutsche und ihre Helfer systematisch und mit industriellen Methoden etwa sechs Millionen Juden. (Ergänzung vom 12.09.2019, 10.33 Uhr)

Trotzt Sirenengeheuls und dem dröhnenden Geräusch fliegender Bomber, bleibt die Bevölkerung Fuldas an diesem Montag im September 1944 verhältnismäßig locker. Sie hat gelernt, mit den Alarmen zu leben. Den überfliegenden Bombern hätten die Fuldaer schulterzuckend nachgeschaut, schreibt der Historiker Michael Mott.

23 Jungen sterben im Fuldaer Domgymnasium

Etwa zwei Stunden später verdunkelt sich der Himmel über Fulda. Ein großer Teil der Bomber, laut Günter Sagen 106, kehrt zurück. Aus knapp 6000 bis 8000 Metern Höhe werfen sie 1018 Sprengbomben mit einem Gesamtgewicht von gut 230 Tonnen auf die Stadt.

Die Zerstörungen sind im Innenstadtbezirk zwischen Bahnhof und Königsstraße am heftigsten. Der Bahnhof ist ein einziges Bombentrichterfeld (s. Titelbild). Eine Bombe trifft das Domgymnasium, 23 Jungen sterben. Die Kuppeln der Kapellen an der Südseite des Doms stürzen ein.

Bombardement Fulda Zweiter Weltkrieg

Der Gemüsemarkt in Fulda nach einem Bombardement. (Foto: Stadtarchiv Fulda)

Am schlimmsten trifft es laut Mott aber den Gemüsemarkt. 18 Gebäude sind nach dem Bombardement nur noch Schutt und Asche. Holzbalken und Gemäuerbrocken türmen sich zu meterhohen Bergen auf. 49 Menschen sterben, darunter ein acht Monate altes Kind. „Inmitten der riesigen Schutt- und Trümmerhaufen ragte nur noch ein Säulenfragment aus dem Jahre 1791 mit dem Wappen des letzten Fuldaer Fürstbischofs Adalbert III. von Harstall – Teil des sogenannten Harstallbrunnens – als einsame Säule empor“, schreibt Michael Mott. Der mittlerweile verstorbene Metzgermeister Franz Koch meinte später einmal: „In diesem Augenblick wurde der alte Brunnen, der zwischen den Trümmern wie ein Zeigefinger hervorragte, zu einem Mahnmal.“

„Die Bilder kommen im Traum immer wieder“

An diesem Mahnmal hat am Mittwoch eine Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag des ersten großen Luftangriffs auf Fulda stattgefunden. Deutlich mehr als 100 Fuldaer haben der Katastrophe gedacht. Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld richtete ein paar Worte an die Anwesenden. „Es ist eine zentrale Aufgabe, dass das nicht in Vergessenheit gerät. Mit Blick auf unsere Geschichte können wir einerseits sein, dass wir einen langen Frieden wir nie zuvor erlbene. Die Gefahr ist aber, dass man das als Selbstverständlichkeit betrachtet.“, sagte er. (Den gesamten Beitrag des OB hörst du im Audiomitschnitt)

Neben unserem Oberbürgermeister sprach am Mittwoch auf dem Gemüsemarkt auch Reinhold Schäfer. Er hat den Bombenangriff vom 11. September 1944 hautnah miterlebt. Damals ist er achteinhalb Jahre alt gewesen. Die politischen Hintergründe des Bombardements seien ihm damals nicht bekannt gewesen, sagte er. Dafür habe er erfahren, was Krieg bedeutet. „Die Bilder zerstörter und brennender Häuser blieben ein Leben lang erhalten und kommen im Traum immer wieder. In der Wörthstraße sahen wir nur Ruinen.“ (Den kompletten Bericht von Reinhold Schäfer hörst du im Audiomitschnitt)

Fulda ist nur Notziel der Bomber der Alliierten

Deutlich mehr als 100 Fuldaer haben dem ersten großen Bombardement auf die Stadt während des Zweiten Weltkriegs gedacht. (Foto: Sascha-Pascal Schimmel)

Fulda ist damals eigentlich gar nicht Ziel der Bomber gewesen. Die hatten es planmäßig auf Werke im Osten abgesehen – Treibstoff und Militärfahrzeugbau. Dort behinderte jedoch eine entgegen der Wettervoraussagen viel dichtere Wolkendecke die Sicht der Piloten auf ihre Ziele. Daher drehten die Bomber ab. Ein Teil der Maschinen steuerte daraufhin die Reifenwerke in Fulda an – als letztes Ausweich- und Notziel. Hier hatten sie wegen teilweise strahlenden Sonnenscheins gute Sicht. (Link: Fulda war die Müllhalde der Bomber der Alliierten im Zweiten Weltkrieg)

Auch am nächsten Tag, den 12. September 1944, warfen die Maschinen der Alliierten Bomben über Fulda ab. Als die Sirenen um kürz vor zwölf mittags zu heulen begannen, flohen viele Bewohner der Stadt. Einige machten sich von der Unterstadt aus auf den Weg in die Luftschutzkeller am Pröble und in Neuenberg. Einige starben in der Johannisaus, als Bomben auf die flüchtende Menschenmasse fielen.

Insgesamt starben an diesen beiden Bombenkriegstagen in Fulda mindestens 574 Menschen. Im Laufe des Zweiten Weltkriegs stieg die Gesamtzahl der Toten auf 1596. Hinzu kommt eine große Zahl von Verletzten und Vermissten.

 

 

Titelbild: Stadtarchiv Fulda

Interkulturelle Woche meets 10. Hessischen Familientag 2019 in Fulda

Interkulturelle Woche meets 10. Hessischen Familientag 2019 in Fulda

In der heutigen Zeit fragen sich viele, wie das alltägliche Miteinander von Einheimischen und Zugewanderten funktionieren soll. Die diesjährige Interkulturelle Woche, vom 14. bis 29. September 2019, steht unter dem Motto „Zusammen leben, zusammen wachsen“ und setzt sich mit dieser Problematik auseinander.

Highlight wird die Eröffnung

Ein besonderes Highlight ist die Eröffnung der Interkulturellen Woche am 14. September, die dieses Jahr auf den 10. Hessischen Familientag in Fulda fällt. Nicht nur das Motto des Hessischen Familientags, „Familien in Vielfalt erleben“, passt zum Thema der Interkulturellen Woche, sondern auch die praktische Nähe von Familien- und Integrationsarbeit im Alltag. Daher haben sich die Veranstalter beider Projekte zusammengeschlossen und erwarten dich ab 11 Uhr in der Fuldaer Innenstadt mit Informationsständen verschiedener sozialer Organisationen und Vereinen. Diese erwarten euch mit Essensständen und einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm mit verschiedenen Tanzshows, Musik und Trommelvorführungen.

Auch in Fulda haben sich wieder rund 60 Akteure – darunter soziale Organisationen, ehrenamtliche Vereine, religiöse Gemeinden und öffentliche Einrichtungen der Region – zusammengeschlossen und 40 Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und Bürgermeister Dag Wehner freuen sich auf das Gemeinschaftsprojekt, denn „die Geschichte Fuldas ist auch eine Geschichte der Migration, internationaler Begegnung und kulturellem Reichtum“.

Vielfältiges Programm ist geplant

Auch an den restlichen Tagen hat die Interkulturelle Woche einiges zu bieten. Über den Dächern Fuldas kannst du am Donnerstag, 19. September ab 17.30 Uhr, erleben, was die Kleinkunstszene so zu bieten hat. Rund um den Frauenberg werden verschiedene Künstler ihre Musik, Poesie und Artistik zum Besten geben. Im Vorverkauf bekommst du Karten für fünf Euro, an der Abendkasse dann für acht Euro (ermäßigt fünf Euro). Der Kleinkunstabend wird vom Flüchtlingshilfeverein Welcome In! in Kooperation mit dem Kloster Frauenberg veranstaltet. Am selben Tag öffnet das Selbsthilfebüro Osthessen morgens um zehn Uhr seine interkulturellen Pforten und zeigt einen Film über Selbsthilfe und Selbsthilfegruppen, sowohl auf Deutsch als auch auf Türkisch. Außerdem kannst du dich mit Selbsthilfegruppen und In-Gang-Setzer (ehrenamtliche Mitarbeiter lokaler Selbsthilfekontaktstellen) bei guter Musik und internationalem Essen austauschen. Das Ganze wird von den Paritätischen Projekten gGmbH und dem Selbsthilfebüro Osthessen ausgerichtet. Wer Lust auf einen gemütlichen Kochabend hat, der ist am Donnerstag, 26 September, im Malteser Zentrum genau richtig. Dort dreht sich beim Malteser Hilfedienst e.V. alles um afghanische Spezialitäten. Die Veranstaltung startet um 18 Uhr. Und wenn du am Freitagabend, 27. September, noch nichts vorhast, schau doch mal im Kulturkeller beim „Speaker Slam“ vorbei, der von uno, eine Welt in Fulda e.V. und dem Kulturzentrum Kreuz Fulda organisiert wird. Dort batteln sich ab 19 Uhr verschiedene Rednerinnen und Redner mit Kurzvorträgen zu Themen wie Integration und Teilhabe, Interkulturelle Vielfalt und Kulturelle Missverständnisse.

Die Interkulturelle Woche ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie, die 1975 von den christlichen Kirchen (damals noch unter dem Namen „Tag des ausländische Mitbürgers“) ins Leben gerufen wurde. Seitdem beteiligen sich heute mehr als 550 Städte und Gemeinden mit rund 5000 Veranstaltungen an der Aktionswoche. Das Projekt soll dazu beitragen, persönliche Begegnungen und Kontakte zwischen Einheimischen und Zugewanderten zu fördern, um ein besseres gegenseitiges Verstehen zu entwickeln und Vorurteile abzubauen, und setzt somit ein Zeichen für Toleranz und Zusammenhalt in Deutschland.

Alle weiteren Infos und das gesamte Programm der Interkulturellen Woche in Fulda findest du unter https://www.fulda.de/unsere-stadt/integration-von-auslaendischen-mitbuergern/interkulturelle-woche/.

 

 

 

 

Fotos: Stadt Fulda, Unsplash/Julian Mora

Umweltbewusst und simple: Der erste Unverpackt-Laden in Fulda

Umweltbewusst und simple: Der erste Unverpackt-Laden in Fulda

Riesen Andrang am Samstagvormittag bei der Eröffnung des ersten Unverpackt-Ladens in Fulda. In diesem 55-Quadratmeter-Geschäft gibt es vieles zu kaufen – diverse Mehle, Nüsse, Haferflocken, Obst, Gemüse, Öle und sogar Flüssigwaschmittel. Doch wie genau funktioniert eigentlich das Einkaufen in dem Unverpackt-Laden? 

Von Sebastian Reichert

 

„Emmas Unverpackt Laden“ – so heißt das Geschäft mitten im Zentrum von Fulda, unweit des Gemüsemarkts, in der Straße Luckenberg. Während in den Großstädten schon vor einigen Jahren Unverpackt-Läden öffneten, gab es so etwas bislang in der osthessischen Domstadt noch nicht. Doch warum eigentlich Emmas Laden? „Wir beziehen uns damit auf die Tradition der Tante-Emma-Läden“, erklärt Elisabeth Rammler, die zusammen mit Doro Hoch und Doris Bauer nach rund einjähriger Vorbereitungs- und Planungszeit das Geschäft in Fulda eröffnet hat. Für den Einkauf sollten die Kunden am liebsten ihre eigenen Gefäße mitbringen. An Spendern im Geschäft können sie diese dann mit Nudeln, Kürbiskernen, Linsen, Gries, Getreide und Co. füllen. Wollen Kunden spontan bei „Emmas Unverpackt Laden“ einkaufen, sind im Geschäft selbst auch wiederverwertbare Gefäße zu bekommen.
Information: Geöffnet ist der Unverpackt-Laden am Luckenberg 1 dienstags bis freitags von 10 bis 18.30 Uhr. Am Samstag schließt er um 15 Uhr. Zuvor hatte der Fotograf Walter Rammler, der Ehemann von Elisabeth Rammler, in dem Galerieraum am Luckenberg 1 seine Fotos ausgestellt. / sar
Fotos: Karoline Weber, Sebastian Reichert
Hessischer Familientag Fulda: Diese Sperrungen stellen sich dir am Samstag in den Weg

Hessischer Familientag Fulda: Diese Sperrungen stellen sich dir am Samstag in den Weg

Am Samstag findet in Fulda der Hessische Familientag statt. Große Teile der Innenstadt sind deswegen gesperrt. Welche, erfährst du in der folgenden Pressemitteilung der Stadt.

Aufgrund des 10. Hessischen Familientages kommt es am Samstag, 14.09.2019 zwischen 05.30 Uhr und ca. 21.00 Uhr zu folgenden verkehrlichen Einschränkungen in der Fuldaer Innenstadt:

  • Sperrung Bonifatiusplatz
  • Sperrung Eduard-Schick-Platz
  • Sperrung komplette Pauluspromenade, Johannes-Dyba-Allee und Friedrichstraße
  • Sperrung Rabanusstraße Höhe Universitätsplatz
Hessischer Familientag in Fulda - Straßen und Plätze

In diesen Straßen und auf diesen Plätzen Fuldas finden am Samstag Aktionen des Hessischen Familientags statt. (Grafik: Stadt Fulda)

 

Einbahnstraßenregelungen aufgehoben

Die Einbahnstraßenregelung in der Nonnengasse wird während der Sperrungen aufgehoben, so dass Bewohner, Lieferverkehr und Schwerbehinderte über die Schlossstraße kommend ein- und auch wieder ausfahren können.

Auch in der Mittelstraße wird die Einbahnstraßenregelung während den Sperrungen aufgehoben. Hier kann über die Brauhausstraße kommend bis zum Hotel „Platzhirsch“ ein- und auch wieder ausgefahren werden.

Die Zufahrt in die Tiefgarage „Stadtschloss“ ist über die Rabanusstraße und die Straße Heinrich-von-Bibra-Platz kommend immer möglich.

Ebenso ist die Zufahrt in die Tiefgarage „Zentrum“ über die Dalbergstraße kommend immer gewährleistet.

Für die Besucher der Veranstaltungen stehen alle innerstädtischen Parkhäuser, die Parkhäuser „Rosengarten“, „Richthalle“ und „Ochsenwiese“, sowie die Parkplätze „Weimarer Straße“ und „Ochsenwiese“ zur Verfügung.

Hinweise zum ÖPNV

Während der Sperrung der Pauluspromenade können die Haltestellen „Dom“, „Paulustor“,  „Am Rosengarten“, „Robert-Kircher-Straße“,  „Weimarer Straße“, „Am Kronhof“, „Hinterburg“ und „Abtstor“ vom ÖPNV nicht angefahren werden.

Die Linien 1 (Aschenberg), 2 (Aschenberg), 2B (Lüdermünd) und 8 (Niesig) werden durch die Kurfürstenstraße geführt.

Die Linien 3 (Bimbach / Trätzhof / Maberzell), 4 (Haimbach), 5  (Sickels / Johannesberg / Harmerz) und 6 (Bronnzell) verkehren über die Dalbergstraße.

Für die Haltestelle „Am Rosengarten“ wird stadteinwärts eine Ersatzhaltestelle in der Von-Schildeck-Straße, Ecke Frankfurter Straße gestellt.

Die Linien 2, 2B + 8 bedienen zusätzlich die Haltestelle „Winfriedschule“.

Bei der Sperrung der Rabanusstraße können die Haltestellen „Universitätsplatz“ und „Peterstor“ nicht bedient werden. Fahrgäste nutzen bitte hier den Busbahnhof „Stadtschloss“.