Der neue Stadt- und Kreisschülerrat organisiert den Päckchenkonvoi

Der neue Stadt- und Kreisschülerrat organisiert den Päckchenkonvoi

[vc_column_text]Es gibt einen neuen Stadt- und Kreisschülerrat: Am 25. September wurde Michelle Krause von der Ferdinand-Braun-Schule zur Stadtschulsprecherin und Gisle Jänschke von der Rudolf-Steiner-Schule Loheland zum Kreisschulsprecher gewählt. Die beiden übernehmen dieses Schuljahr Aufgaben, die viel Verantwortung, Organisationstalent und den Verzicht auf Schlaf fordern. Ein Projekt, das jetzt vor der Tür steht, ist die Weihnachtspäckchenaktion.

Ein Text von Julia Hess

Michelle Krause kümmert sich als Stadtschulsprecherin um insgesamt 11, Gisle Jänschke als Kreisschulsprecher um 17 Schulen. Dabei kommunizieren die beiden Schüler mit den Schulversammlungen (SV) der Region, besprechen Probleme, diskutieren Ideen und fahren regelmäßig zu Treffen der Landesschülervertretungen nach Gießen oder Wiesbaden. Dort arbeiten sie mit Vertretern des Landtags zusammen und bekommen Einblicke in die Bildungspolitik – und natürlich auch viel Mitspracherecht. Achja, und in die Schule gehen sie auch jeden Tag und müssen ihre Hausaufgaben erledigen und Arbeiten schreiben. Ganz schön viel zu tun. „Trotz Schule und regulärem Nebenjob würde ich sagen, dass die SV mein Hauptberuf ist“, sagt Michelle. Schmunzelnd gesteht Gisle, dass ausreichend Schlaf und Frühstück dabei manchmal auf der Strecke bleiben.[/vc_column_text][vc_single_image image=”77216″ img_size=”full” add_caption=”yes”][vc_column_text]Aber Kreisschulsprecher sei eben ein Job, auf den man Lust haben müsse. Außerdem setzen sich die beiden nicht nur mit Problemen anderer Schüler auseinander, sondern organisieren gemeinsam mit dem Stadt- und Kreisschülerrat auch tolle Aktionen wie beispielsweise den Weihnachtspäckchenkonvoi. Zum 17. Mal veranstalten die Organisationen „Round Table“ und „Ladies‘ Circle“ gemeinsam mit dem SSR/KSR den Weihnachtspäckchenkonvoi, der dieses Jahr am 2. Dezember startet. Über zwei Kilometer lang, mit über 80 Leuten besetzt, ist der Fahrzeugkonvoi, der Weihnachtspäckchen über Österreich und Ungarn nach Rumänien, in die Ukraine und nach Moldawien bringt. Der SSR/KSR unterstützt die ehrenamtliche Aktion schon seit mehreren Jahren. „Es geht darum, zu helfen und zu teilen, denn jeder von uns weiß, wie schön es ist, an Weihnachten Geschenke zu bekommen“, so Gisle. „Das Problem ist nur, dass die meisten Schüler arschfaul sind.“ Deswegen überlegen die Vertreter der einzelnen Schulen, wie sie ihre Mitschüler motivieren könnten. Am besten ginge das über einen Wettbewerb, erklärt Michelle, denn der sporne an, besonders wenn ein attraktiver Preis in Aussicht ist. So hatte im vergangenen Jahr die Winfriedschule eine Kooperation mit der Sommerrodelbahn auf der Wasserkuppe; die Klasse mit den meisten Päckchen hat Gutscheine für eine Fahrt mit dem „Rhönbob“ bekommen. Dadurch wurden an der Schule insgesamt 400 Päckchen gesammelt.[/vc_column_text][vc_column_text css=”.vc_custom_1508501181888{margin-top: 10px !important;margin-right: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;margin-left: 10px !important;border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;border-left-color: #75bc3a !important;border-left-style: dotted !important;border-right-color: #75bc3a !important;border-right-style: dotted !important;border-top-color: #75bc3a !important;border-top-style: dotted !important;border-bottom-color: #75bc3a !important;border-bottom-style: dotted !important;border-radius: 5px !important;}”]

So kannst du mitmachen:

Schnapp dir einen Schuhkarton, packe Spielzeug, Kleidung, Hygieneartikel, Stifte, Malsachen und/oder haltbare Süßigkeiten ein und verpacke das Weihnachtspaket in schönes Geschenkpapier. Kennzeichne es mit einem Sticker, der das ungefähre Alter des Empfängers anzeigt. Das fertige Weihnachtspäckchen kann entweder mit in die Schule oder zur nächsten Sammelstelle gebracht werden.

Alle Infos sowie die Sticker bekommst du entweder bei deiner SV oder auch
unter weihnachtspaeckchenkonvoi.de.[/vc_column_text][vc_column_text css=”.vc_custom_1508502254230{margin-top: 10px !important;margin-right: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;margin-left: 10px !important;border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #ffffff !important;border-left-color: #dd3333 !important;border-left-style: solid !important;border-right-color: #dd3333 !important;border-right-style: solid !important;border-top-color: #dd3333 !important;border-top-style: solid !important;border-bottom-color: #dd3333 !important;border-bottom-style: solid !important;border-radius: 2px !important;}”]Mehr zum Thema:

Wie die Gremien für Schüler in Hessen strukturiert sind, wo du dich einbringen kannst und wer deine Vertreter im SSR/KSR sind, liest du hier:

Wer kommt in den Stadt- und Kreisschülerrat?[/vc_column_text]

Meinungsfreiheit bedeutet auch, zuzuhören

Meinungsfreiheit bedeutet auch, zuzuhören

[vc_column_text]Meinungsfreiheit –  was heißt das eigentlich? Und wie wichtig ist sie Jugendlichen? Fragen, mit denen sich im Sommer 30 deutsche und französischen Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren eine Woche lang im Jugendcamp “Du hast das Wort – Tu as la parole” beschäftigt haben. Organisiert hat das der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit dem mediacampus frankfurt. Auf der Buchmesse diskutierten vier Teilnehmerinnen des Camps weiter, wir haben hier die 17-jährige Anna Wittmann aus Neustadt an der Weinstraße getroffen, die davon begeistert war.[/vc_column_text][vc_row][vc_column width=”1/2″][vc_column_text]”Meinungsfreiheit bedeutet auch, zu entdecken, was andere denken. Und das ist spannend.” – So ein Jugendlicher in dem Film, den sie während des Camps produziert haben. Anna hat nicht an dem Film mitgewirkt, sie hat in der Online-Gruppe Texte für börsenblatt.net geschrieben. Außerdem macht sie seit zwei Jahren bei “Jugend debattiert” mit. Was sie aus dem Camp für sich mitnimmt, hat sie uns verraten.[/vc_column_text][vc_column width=”1/2″][vc_single_image image=”76307″ img_size=”full” add_caption=”yes”][vc_column_text]Wie hast du das Jugendcamp erlebt?

Es war super cool, mit Jugendlichen zu diskutieren, die sich auch für Meinungsfreiheit interessieren. Diesen kann ich das nur empfehlen. Außerdem hat mich überrascht, dass die Sprachbarrieren doch nicht so groß waren, mehr als Schulkenntnisse habe ich in Französisch nicht, aber jeder hat sich Mühe gegeben, dass der andere einen versteht.

Was nimmst du für dich mit aus dem Camp?

Dass auch länderübergreifend viele Jugendliche ähnliche politische Ansichten haben. Unterschiedlich ist aber zum Beispiel, wie wir Deutschen über Kanzlerin Merkel reden und wie die Franzosen über Emmanuel Macron – die Kritik ist da krasser. Auch der Wahlkampf war hier viel moderater als in Frankreich.

Auch krasse Kritik gehört zur Meinungsfreiheit – was bedeutet sie für dich?

Man sollte sagen können, was man denkt, ohne Angst haben zu müssen. Sehr wichtig für die Meinungsfreiheit ist aber auch das Zuhören und Verstehen, um richtig debattieren zu können.

Meinungsfreiheit ist ja in weiten Teilen der Welt längst keine Selbstverständlichkeit. Glaubst du, sie ist bei uns in Gefahr?

Teilweise schon. Wenn Leute sich nicht mehr trauen, ihre vielleicht kontroverse Meinung zu sagen, weil sie Angst haben, als Rechter abgestempelt zu werden, ist das bedenklich. Auch Fake News bedrohen natürlich die Meinungsfreiheit, weil viele Jugendliche die Nachrichten nicht mehr prüfen.

Sollten sich Jugendliche mehr mit ihr beschäftigen, sich für sie einsetzen?

Auf jeden Fall. Weil sich einfach viele Jugendliche nicht für Politik interessieren, sollten die, die sich dafür interessieren, intensiver dazu motivieren und anstoßen.

Wie erlebst du denn Jugendliche in deinem näheren Umfeld, wenn ihr über solche Themen redet?

Vielen ist es oft zu anstrengend, und sie sagen dann: “Lasst uns über was anderes reden!” Wenn wir aber rechtsradikale Meinungen aufschnappen, gehen wir direkt dagegen vor und reden mit demjenigen.[/vc_column_text][vc_separator border_width=”2″][vc_column_text]Außerdem war die Schriftstellerin Tanja Kinkel, die sich für die Freiheit des Wortes stark macht, bei der Gesprächsrunde auf der Buchmesse “Meinungsfreiheit und Diskussionskultur bei Jugendlichen in Europa” dabei. Sie sei schwer beeindruckt gewesen, wie interessiert und beständig die Jugendlichen im Camp bei der Sache waren – das sei nicht selbstverständlich.[/vc_column_text]

Annes Kampf – Anne Frank trifft auf Adolf Hitler

Annes Kampf – Anne Frank trifft auf Adolf Hitler

[vc_column_text]In ihrem neuen Bühnenprogramm “Annes Kampf” trifft Kabarettistin Marianne Blum als Anne Frank auf Schriftsteller Guido Rohm, der im Stück Adolf Hitler verkörpert. Warum dieses Programm eine Mischung aus Leidenschaft und wichtiger Aufklärungsarbeit ist, die an jede Schule gehört, erfährst du im Interview.[/vc_column_text][vc_video link=”https://www.youtube.com/watch?v=_aNJ0u7xMUw”]

Yusuf findet Helden – Großer Andrang bei der DKMS-Typisierung an der RiMS

Yusuf findet Helden – Großer Andrang bei der DKMS-Typisierung an der RiMS

[vc_column_text]Hunderte Fuldaer sind heute an der Richard-Müller-Schule, um sich bei der DKMS typisieren zu lassen. Denn Yusuf Gördük, ein Schüler der 12 FOS 5, braucht dringend einen Stammzellenspender. 

“Fast 20 Klassen haben sich bereits im Vorfeld angemeldet, um sich heute typisieren zu lassen.” Frank Hahn und Marina Boonyaprasop, Lehrer der Richard-Müller-Schule, sind überwältigt von dem großen Andrang bei der Fuldaer Typisierungsaktion für ihren Schüler. Die Bitte, Yusuf Gördük zu helfen, ging vergangene Woche wie ein Lauffeuer durch Fulda. Yusuf ist an Blutkrebs erkrankt und braucht sehr schnell einen Stammzellenspender. Um den zu finden, ist seine ganze Schule aktiv geworden, seine Mitschüler haben Flyer verteilt, Kuchenbasare auf die Beine gestellt und binnen kürzester Zeit eine DKMS-Typisierung organisiert.[/vc_column_text][vc_video link=”https://youtu.be/ZW_TIpQ–zQ”][vc_column_text]Jeder, der sich typisieren lassen möchte, muss lediglich mit zwei Wattestäbchen einen Abstrich der Mundinnenhaut machen, eine Einverständniserklärung ausfüllen, und fertig. Fünf Minuten dauert der Prozess. Danach kann getestet werden, ob man für einen der bei der DKMS registrierten Betroffenen ein passender Spender wäre. Weil eine Typisierung die Organisation 35 Euro kostet, haben die RiMS-Schüler die ganze Woche über Kuchenbasare organisiert, um die DKMS ihrerseits mit Spenden zu unterstützen. “Wer schon typisiert ist, kann übrigens auch auf diesem Weg helfen und Geld spenden”, betont Marina Boonyaprasop.

“Yusuf ist mein bester Freund”, sagt Tobias Esterlein. “Das Ironische ist, wir haben uns vor einem Jahr gemeinsam typisieren lassen, weil wir es wichtig finden, anderen zu helfen. Und jetzt braucht Yusuf die Hilfe.” Der 18-Jährige ist einer von vielen Schülern und Freunden von Yusuf, die bei der Typisierung unterstützen und die potenziellen Spender beim Ausfüllen des Formulars anleitet.[/vc_column_text][vc_single_image image=”74630″ img_size=”full” add_caption=”yes”][vc_column_text]Nicht nur Schüler stehen am Freitagvormittag in der Schlange zur Typisierung. Auch viele Fuldaer sind dem Aufruf gefolgt. “Ich bin selbst Vater”, sagt Murat Anli (37), Berufskraftfahrer aus Fulda. “Wenn meinem Kind etwas passieren würde, würde ich mich auch freuen, wenn mir Menschen helfen könnten. Also habe ich nicht lange überlegt und bin hierher gekommen. Das Leben ist kurz, wenn man helfen kann, sollte man das tun.”

Jeder, der sich typisieren lässt, ist eine solche Hilfe und kann potenziell einer Person das Leben retten. Und um nichts Geringeres geht es: “Wenn Yusuf keinen Spender findet, wird er sterben”, erklärt Frank Hahn, Yusufs Lehrer.

In der vergangenen Woche hat der Schüler seine erste Chemotherapie bekommen. “Momentan geht es ihm aber soweit gut”, sagt Frank Hahn. “Er hat sich bei mir gemeldet, durfte sogar erstmal nach Hause. Yusuf freut sich sehr, dass so viele Menschen ihm helfen wollen und ist sehr dankbar dafür.”

[/vc_column_text][vc_gallery interval=”3″ images=”74634,74635,74636,74637,73666,73674″ img_size=”full”][vc_column_text css=”.vc_custom_1506759727523{margin-top: 10px !important;margin-right: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;margin-left: 10px !important;border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;border-left-color: #75bc3a !important;border-left-style: dotted !important;border-right-color: #75bc3a !important;border-right-style: dotted !important;border-top-color: #75bc3a !important;border-top-style: dotted !important;border-bottom-color: #75bc3a !important;border-bottom-style: dotted !important;border-radius: 5px !important;}”]

Yusuf sucht Helden

Auf der Facebookseite “Yusuf sucht Helden” stehen alle Infos zur Typisierungsaktion an der Richard-Müller-Schule.

Da die DKMS als gemeinnützige Gesellschaft im Kampf gegen Blutkrebs auf Spendengelder angewiesen ist, wird um finanzielle Unterstützung gebeten.

DKMS-Spendenkonto
Sparkasse Fulda
IBAN: DE24 5305 0180 0000 0671 91[/vc_column_text][vc_column_text css=”.vc_custom_1505984221561{margin-top: 10px !important;margin-right: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;margin-left: 10px !important;border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;border-left-color: #75bc3a !important;border-left-style: dotted !important;border-right-color: #75bc3a !important;border-right-style: dotted !important;border-top-color: #75bc3a !important;border-top-style: dotted !important;border-bottom-color: #75bc3a !important;border-bottom-style: dotted !important;border-radius: 5px !important;}”]

Über die DKMS

Die DKMS ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die sich dem Kampf gegen Blutkrebs verschrieben hat. Sie wurde vor 26 Jahren in Deutschland von Dr. Peter Harf gegründet, dessen Ehefrau an den Folgen einer Leukämieerkrankung verstarb.
Heute ist die DKMS-Familie außer in Deutschland auch in den USA, in Polen, Spanien und in UK aktiv. Gemeinsam haben sie 7,5 Millionen Lebensspender registriert und die DKMS zu einer weltweit bedeutenden Organisation im Kampf gegen Blutkrebs gemacht.[/vc_column_text][vc_column_text css=”.vc_custom_1506686037856{border-top-width: 3px !important;border-right-width: 3px !important;border-bottom-width: 3px !important;border-left-width: 3px !important;padding-top: 1px !important;padding-right: 1px !important;padding-bottom: 1px !important;padding-left: 1px !important;background-color: #ffffff !important;border-left-color: #dd3333 !important;border-left-style: solid !important;border-right-color: #dd3333 !important;border-right-style: solid !important;border-top-color: #dd3333 !important;border-top-style: solid !important;border-bottom-color: #dd3333 !important;border-bottom-style: solid !important;border-radius: 2px !important;}”]Mehr zum Thema:

Yusuf braucht deine Hilfe[/vc_column_text]

Was die Fuldaer Kandidaten zur historischen Bundestagswahl sagen

Was die Fuldaer Kandidaten zur historischen Bundestagswahl sagen

[vc_column_text]Die Große Koalition ist Geschichte. Der Wähler hat ihr mit seiner Stimme bei der Bundestagswahl eine krachende Niederlage beschert. Besonders bitter ist das Wahlergebnis für die CDU in Fulda. Das sagen die Kandidaten.

CDU stürzt ab

Lagen die Christdemokraten im Wahlkreis Fulda vor vier Jahren noch bei 51,2 Prozent, stürzten sie am Sonntag dramatisch ab. 39 Prozent stehen unterm Strich. Michael Brand verlor sogar noch stärker als seine Partei. Am Ende standen bei ihm 45,2 Prozent der Stimmen – ein Minus von 13,2 Prozent. Das reicht für das Direktmandat.

Birgit Kömpel ist raus

Verloren hat auch die SPD, allerdings weniger stark. 18,1 Prozent der Zweitstimmen bedeuten einen Rückgang um 4 Prozent im Vergleich zu 2013. Auch Direktkandidatin Birgit Kömpel ist abgestürzt – 20,2 Prozent. Bei der letzten Wahl haben 4,8 Prozent mehr Menschen für sie gestimmt. Im nächsten Bundestag sitzt sie nicht mehr. Kömpel hat ihr Mandat verloren.

Fulda wird zur AfD-Hochburg

Profitiert haben vor allem die kleinen Parteien, am stärksten die AfD. Mit 15,8 Prozent holte die Partei in Fulda ihr hessenweit bestes Ergebnis und legte damit um 10 Prozent zu. Direktkandidat Martin Hohmann holte aus dem Stand 17,6 Prozent der Stimmen.

Die Linke kann sich über einen Zuwachs von 1,2 Prozent bei den Zweitstimmen und 0,2 Prozent bei den Erststimmen freuen. Das bedeutet für die Partei insgesamt 5,8 und den Direktkandidaten Nick Papak Amoozegar 4,8 Prozent der Stimmen.

Deutlicher zugelegt hat die FDP. Die Liberalen holten 10,8 Prozent der Zweitstimmen und damit 5,9 Prozent mehr als beim letzen Mal. Sibylle von Brunn holte 5,3 Prozent. Die Grünen konnten ihr Ergebnis halten. 6,7 Prozent der Fuldaer gaben der Partei die Zweitstimme. Direktkandidat Walter Rammler bekam 5,6 Prozent.

So hat Hessen gewählt

[/vc_column_text][vc_single_image image=”74355″ img_size=”full” add_caption=”yes” title=”Alle Angaben in Prozent”][vc_column_text]

So beurteilen die Kandidaten die #BTW17

Michael Brand (CDU):

“Über das klare Direktmandat habe ich mich natürlich gefreut – nach auch innenpolitisch vier harten Jahre ist das Ergebnis sehr ordentlich. Mehr als 12 Prozent über dem Bundesergebnis meiner Partei, auch in der Region 6 Prozent mehr, das verpflichtet. Die AfD-Wähler haben bundesweit nicht zwischen Erst- und Zweitstimme unterschieden, sondern durchgewählt. Das macht sich bei diesem zu hohen AfD-Ergebnis natürlich auch bei meiner Erststimme bemerkbar. Dass ich dennoch das beste Erststimmen-Ergebnis aller hessischen Abgeordneten erreichen konnte ist unter den besonderen Umständen ein sehr gutes Ergebnis. Gestern bei den Gremiensitzungen in Wiesbaden und Berlin ist das stabile Fuldaer Ergebnis mit Respekt hervorgehoben worden. Alle wussten doch, dass die CDU nach harten Jahren Federn lassen würde.

Bundesweit kann man mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein. Die CDU hat die meisten Stimmen an die FDP verloren und das hohe AfD-Ergebnis betrifft alle Demokraten. Die ersten Wahlanalysen zeigen klar: Die Mehrheit der AfD-Wähler sind keine Anhänger dieser Truppe, sondern enttäuschte Protestwähler. Ziel muss es sein, enttäuschte Wähler in vier Jahren zurückzuholen. Der AfD muss man sich mit offenem Visier und guten Argumenten stellen. Die neue Regierung hat eine große Verantwortung, sie muss gute Ergebnisse liefern und darf sich nicht von der AfD die Themen diktieren lassen. Man darf auch nicht den Fehler machen, wie das Kaninchen auf die Schlange zu schauen. Wie wenig stabil die Truppe ist, zeigt gerade Frau Petry mit ihrem Alleingang und die abgehobene wie verrohte Sprache von Herrn Gauland.”

Birgit Kömpel (SPD):

“Ich bin natürlich sehr darüber enttäuscht, dass es mit dem Wiedereinzug in den Bundestag nicht geklappt hat. Aber so funktioniert Demokratie, das akzeptiere ich. Das Ergebnis auf bundesweiter Ebene ist verheerend, insgesamt hat die SPD 40 Mandate verloren. Mein Team und ich haben uns nichts vorzuwerfen, wir haben einen intensiven und engagierten Wahlkampf geführt. Ich hätte mich weiterhin sehr gerne für die Menschen des Wahlkreises Fulda/Vogelsberg eingesetzt. In Zukunft werde ich mich selbstverständlich weiterhin kommunalpolitisch engagieren: Als Mitglied des Kreistags und als Gemeindevertreterin Eichenzells.”

Nick Papak Amoozegar (Die Linke):

“Die Linke hat im Wahlkreis Fulda Gewinne erzielt. Ein leichtes Plus an Erststimmen und etwas stärker an Zweitstimmen ist super. Insgesamt 5,8 Prozent der Zweistimmen bedeuten einen Zuwachs von 1,2 Prozent. In den nächsten vier Jahren müssen wir die Menschen davon überzeugen, das wir die einzige Alternative sind. Nur wir wollen, dass jeder Mensch die gleichen Chancen, die gleiche Gesundheitsversorgung bekommt. Wir haben uns dafür eingesetzt, dass die Unter- und Mittelschicht entlastet werden. Die AfD hat kein Programm. Sie setzt auf Hetze, Polarisierung und entzieht sich jeder demokratischen Auseinandersetzung. Die Menschen werden das in den nächsten vier Jahren merken. Diese Partei wird sich in der Legislaturperiode selbst auseinandernehmen. Ich danke jedem Menschen, der bei dieser Wahl für meine Partei und die Demokratie gestimmt hat.”

Walter Rammler (Grüne):

“Ich bin froh, dass wir als Grüne entgegen der Prognosen an Gewicht zugelegt haben. Aber es erschreckt mich zutiefst, dass die Nazis von der AfD so stark geworden sind. Es überrascht mich, wie viele auf die Rattenfänger reingefallen sind. Denn inhaltlich haben sie nichts zu bieten, außer der Hetze gegen Flüchtlinge. Man muss die Menschen überzeugen, dass sie keine Angst vor Menschen aus einem fremden Kulturkreis haben müssen. Bei den Gesprächen mit CDU und FDP kommt es darauf an, dass wir grüne Themen setzen. Wichtig ist, dass man hinterher noch in den Spiegel schauen kann. Um jeden Preis wollen wir allerdings nicht regieren. Zur Not muss es Neuwahlen oder eine Minderheitsregierung geben. Das kann man ruhig mal ausprobieren.”

Sibylle von Brunn (FDP):

“Göttinnendämmerung in Berlin, so nenne ich das Wahlergebnis. Frau Dr. Merkel hat jetzt ein richtiges Problem. Die Kanzlerin hat ihren persönlichen Umfragewerten und den Wirtschaftszahlen vertraut und es nicht für notwendig befunden, den Wählern zu erklären, was die CDU in der neuen Regierungsperiode vorhat. Nun hat sie die Quittung bekommen. Mit unserem eigenen Wahlergebnis sind wir sehr zufrieden. Jetzt kommt es darauf an, in den Koalitionsverhandlungen geschickt zu  agieren. Denn es gilt, gegen das Beharrungsvermögen von CDU und Grünen moderne liberale Politik durchzusetzen. Da vertraue ich auf Wolfgang Kubicki. Das ist ein erfahrener Verhandler, und Christian Lindner ist sowieso ein ganz ausgeschlafener Typ.”

Martin Hohmann (AfD):

“Gratulation an Michael Brand. Durch meinen Einzug ins deutsche Parlament werden Vernunft, Augenmaß und eine patriotische Grundeinstellung eine Stimme bekommen. Wir müssen Deutschland zukunftsfest machen. Auch unsere Enkel sollen hier in Sicherheit leben können. Mein Hauptanliegen: Erhaltung der ideellen und materiellen Lebensgrundlagen.”[/vc_column_text]

Trau dich, schau mir in die Augen – das Eye Contact Experiment

Trau dich, schau mir in die Augen – das Eye Contact Experiment

[vc_column_text]Tiefe Augenblicke gab es am Wochenende auf dem Buttermarkt. Annika Lehmeier und Marzie Ghiasi, Studierende der Hochschule Fulda, wagten das Eye Contact Experiment. Sie boten Passanten an, sich einen Moment Zeit zu nehmen und einander in die Augen zu sehen. Das Experiment, eine Idee einer australischen Bewegung, ging am Samstag um die Welt.

Wann hast du das letzte Mal jemandem wildfremden tief in die Augen geschaut? Der Augenblick ist unser Werkzeug, eine Verbindung zu anderen Menschen aufzubauen. Zu checken, ob derjenige mir gut oder böse gesinnt ist. Und doch nehmen wir uns in unserer hektischen Gesellschaft immer seltener Zeit, Menschen anzusehen.

Was passiert denn, wenn wir einander für eine Minute in die Augen schauen? Mit dieser Frage hat die Organisation The Liberators International zum Eye Contact Experiment aufgerufen. Der Anlass: die UN International Week of Peace. Und fast überall auf der Welt sind Gruppen dem Aufruf gefolgt.

In Fulda wurden Annika, Marzie und ihre Unterstützer am Samstagmorgen erstmal skeptisch beäugt. Was machen die Studis da? Warum sitzen sie lächelnd mitten auf dem Buttermarkt? “Welches Ziel verfolgt ihr damit?”, fragt ein älterer Herr. Dass es nur darum geht, sich die Zeit zu nehmen, den Gegenüber bewusst zu sehen, reichte ihm nicht. “Die Menschen brauchen immer einen Grund, warum sie etwas tun sollen, ein Ziel”, sagt Annika. “Aber das können wir ihnen nicht geben. Sie müssen den Moment selbst erfahren und herausfinden, was es ihnen gibt.”

Viele standen erstmal scheu um die kleine Gruppe herum, doch einige trauten sich dann doch, und es entstanden sehr intensive, interessante Augenblicke – auch für den stillen Beobachter. Eine Dame suchte den Fern-Augenblick, setzte sich nicht dazu, ließ sich aber trotzdem von den Augen der Studentinnen und Studenten gefangennehmen. Manche saßen sich weit mehr als eine Minute gegenüber, in völliger Ruhe, wie herausgenommen aus dem Hier und Jetzt. Manche Zweiergruppen brachen spontan in Gelächter aus, manche schauten sich tiefernst an, als ob sie sich in einem intensiven Gespräch befänden. Manchen huschte ein zögerliches Lächeln über die Lippen. “Mit einer habe ich mich spontan umarmt, das kam ganz überraschend”, sagt Annika. “Was mich selbst überrascht hat: Ich finde es super entspannend. Ich habe überhaupt nicht das Bedürfnis, ausfzustehen. Es ist toll.”

Am Nachmittag trauten sich dann ganze Gruppen, so dass jeder der kleinen Augenblicke-Plätze belegt war.[/vc_column_text][vc_video link=”https://youtu.be/kygGv3qdxkw”]