So sieht das Weihnachtsessen in Frankreich aus – Johanna erzählt von ihrem Austauschjahr

So sieht das Weihnachtsessen in Frankreich aus – Johanna erzählt von ihrem Austauschjahr

[vc_column_text]Gans mit Klößen, Plätzchen und viel, viel Süßes – Weihnachten ist das Fest des Schlemmens. Und jede Familie hat ihre eigenen Rituale, wie sie das Fest begeht. Johanna Pircher (16) von der Freiherr-vom-Stein-Schule hat im vergangenen Jahr einen Schüleraustausch nach Frankreich gemacht und erzählt, wie das traditionelle Weihnachtsessen bei unseren Nachbarn aussieht.

Wie ist Weihnachten in anderen Ländern? Im vergangenen Jahr war ich mit der YFU, das steht für Youth for understanding, eine gemeinnützige Austauschorganisation, in Frankreich und habe viel über das Land und die Kultur erfahren. Unter anderem, wie in Frankreich Weihnachten gefeiert wird.

Weihnachten ist von Land zu Land mit unterschiedlichen Bräuchen verbunden. Auch wenn Frankreich und Deutschland geographisch nicht sehr weit auseinanderliegen, gibt es doch ein paar Unterschiede. So isst man zum Beispiel als traditionelles Dessert die „Bûche de Noël“, eine Art Biskuitrolle mit Schokoladencreme, die optisch an einen Baumstamm erinnert. Damals habe ich dieses Weihnachtsessen mit meiner Gastschwester vorbereiten dürfen. Es ist schon etwas anderes, ob man nur in einem Schulbuch darüber liest oder es dann wirklich selbst erlebt, vorbereitet und natürlich auch probieren kann.

Johanna Pircher

Foto: Johanna Pircher

Am Heiligen Dreikönigstag gibt es bei den Franzosen die „Galette des rois“, einen Marzipankuchen, in den eine kleine Figur eingebacken wurde. Beim Anschneiden des Kuchens versteckt sich das jüngste Kind unter dem Tisch und teilt die angeschnittenen Kuchenstücke den jeweils anwesenden Personen zu. Derjenige, der die Figur erhält, ist König des Tages. Meine Figur liegt bis heute noch als Glücksbringer neben meinem Schreibtisch.

Austausch auf Umwegen

Jedes Jahr kommen etwa 550 Austauschschüler aus aller Welt mit YFU nach Deutschland und wollen hier unser Land, unsere Kultur und unsere Sprache kennenlernen. Umgekehrt sind in den letzten 60 Jahren um die 60.000 deutsche Schüler für ein Jahr in ein anderes Land gereist. Eigentlich wollte ich gar nicht nach Frankreich, sondern hatte mich für ein Parlamentarisches Patenschafts-Programm in den USA beworben. Aber meist kommt es ja anders als geplant. Die YFU hat damals die Gespräche für dieses Programm in unserer Region geführt. Lange Rede kurzer Sinn: Ich habe das Stipendium nicht bekommen, wollte aber trotzdem für ein Jahr mal was anderes erleben. Und so kam es zu Frankreich.

Für mich war diese Zeit sehr prägend, voller neuer Erlebnisse, Abenteuer, ich konnte meine Sprachkenntnisse vertiefen, internationale Freunde finden und tatsächlich auch eine zweite Familie. Die Erfahrungen, die mir meine Zeit in Frankreich gebracht haben, werden in jedem Fall in meiner Zukunft erhalten bleiben. Seit ich selbst in Frankreich war, unterstütze ich die YFU als ehrenamtliche Mitarbeiterin, denn ich finde es gut, wenn Schülern ermöglicht wird, diese Erfahrungen zu machen.[/vc_column_text][vc_single_image image=”83238″ img_size=”full”][vc_column_text css=”.vc_custom_1513147436679{margin-top: 10px !important;margin-right: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;margin-left: 10px !important;border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #ffffff !important;border-left-color: #dd3333 !important;border-left-style: solid !important;border-right-color: #dd3333 !important;border-right-style: solid !important;border-top-color: #dd3333 !important;border-top-style: solid !important;border-bottom-color: #dd3333 !important;border-bottom-style: solid !important;border-radius: 2px !important;}”]

So kannst du selbst einen Austausch machen

Es gibt viele Organisationen wie die YFU. Welche für dich die richtige ist, findest du am besten heraus, indem du die Angebote für dich vergleichst und mit den Organisatoren sprichst. Die YFU bietet Austausche in über 40 Länder an, sucht aber hier auch immer nach Gastfamilien, die einen Austauschschüler aufnehmen würden.

Für die Organisation eines solchen Austausches, solltest du auf jeden Fall Zeit einplanen. Johanna hat sich bereits im Sommer 2015 für das das Programm in den USA beworben. Erst 2016 startete sie dann wirklich in Richtung Frankreich. “Nach der Aufnahme ins Programm kommt Haufen Papier, den es zu bewältigen galt, bevor ich auf eine Vorbereitungstagung eingeladen wurde.” Dabei wurde sie fit gemacht für ihre Zeit in Frankreich. Ein Jahr verging insgesamt, wobei die Organisation den größten Teil der Arbeit für dich übernimmt. Es kann auch schneller gehen, aber ein wenig zeitlichen Puffer einzubauen, ist nicht verkehrt.[/vc_column_text]

Wer und was ist Youropa? 15 Jahre internationale Hilfe

Wer und was ist Youropa? 15 Jahre internationale Hilfe

[vc_row][vc_column width=”1/2″][vc_column_text]Youth Romanian Partnership – dafür steht Youropa, der Kinder- und Jugendhilfeverein, der im Underground in der L14 beheimatet ist. Seit 15 Jahren besteht er nun schon, und die wenigsten wissen, was die Abkürzung eigentlich bedeutet. Doch die Rumänienhilfe aus Fulda geht bis Anfang der 90er zurück. [/vc_column_text][vc_column width=”1/2″][vc_single_image image=”82131″ img_size=”full” add_caption=”yes”][vc_column_text]1990 brachten der Spiegel und Spiegel TV einen Skandal aus der rumänischen Stadt Cighid ans Licht, der vor allem in Europa, aber auch weltweit die Medien beschäftigte. Es waren schreckliche Bilder aus einem Kinderheim, das in “Wahrheit ein Sterbelager” war, so der Spiegel. Eingepfercht in Käfige, unterernährt, verwahrlost, unfähig, zu sprechen, dem Tode nahe – Bilder, die eine Welle der Hilfsbereitschaft auslösten, die viele der Kinder rettete.

So auch von Fulda ausgehend. Schon damals haben sich Engagierte zusammengesetzt und überlegt, wie man den rumänischen Kindern helfen kann – außer mit Geld. Doch bis die Helfer der ersten Stunden den Kinder- und Jugendhilfeverein Youropa gründeten, dauerte es noch ein paar Jahre.

Hilfe für eine Müllkippen-Siedlung

2002 war es soweit. Die jungen Ehrenamtler starteten unmittelbar ihr erstes Projekt in der rumänischen Partnerstadt Cluj-Napoca, die zweitgrößte Stadt des Landes. Sie bauten einen Kindergarten. „Inzwischen ist daraus eine internationale Eliteschule geworden“, erzählt Manuel Lebek, der sich seit 2013 bei Youropa engagiert und heute im Vorstand des Vereins ist.

Manuel ist Dozent für Sozialwesen und Sozialwissenschaften an der Hochschule Fulda. 2013 reiste der 40-Jährige mit einer Gruppen Ehrenamtler nach Pata Rat, eine Siedlung am Rande einer Müllkippe von Cluj-Napoca, wo Menschen unter ärmlichsten, prekären Umstanden leben. Seitdem helfen sie in der Siedlung, haben diesen Sommer eine große Säuberungsaktion gestartet, wodurch die Bewohner selbst wieder animiert waren, sich um ihre Nachbarschaft zu kümmern, so Youropa.

Freies Gestalten

Um 2011 habe der Verein brachgelegen, erzählt Manuel, der mit einem Stamm aus zirka fünf aktiven Studierenden nun den Verein und die Diskriminierung von Minderheiten wie Roma wieder in den Fokus rücken will – vor allem in den Schulen. „Dazu haben wir eine Art Bildungs-Task-Force gegründet“, grinst Manuel, „die sich regelmäßig trifft.“ Youropa organisiert zusammen mit dem Streetwork Aschenberg und der Jugendkulturfabrik Fahrten für Jugendliche, meist zwischen 15 und 18, nach Rumänien. Hier gehe es vor allem um Jugendbegegnungen, erklärt Manuel. Darum, dass die Jugend hier aus ihrer Komfortzone ausbricht, sieht, wie es Kindern und Jugendlichen woanders geht. So hätten sich bei einer Reise die Teenies auf der Hinfahrt allein für ihr Smartphone interessiert. Als sie aber bei der Müllkippen-Siedlung waren, sei ihnen bewusst geworden, wie gut es ihnen geht, so Manuel. Keiner sei auf die Idee gekommen, wieder im Smartphone zu versinken. Natürlich engagiert sich der Verein neben der Rumänienhilfe auch vor Ort, zum Beispiel in der Nähbar oder dem Kleidertauschladen in der L14.

15 Jahre nach seiner Gründung befindet er sich im Umbruch. Neue, junge Mitglieder rücken nach, und die Aktiven hoffen natürlich auf mehr – auch vor dem Hintergrund der Rekordzahlen an Erstsemestern, die dieses Jahr nach Fulda gekommen sind. „Wir wollen natürlich auch auf uns aufmerksam machen, um für Spenden zu animieren“, so Manuel. „Der Vorteil gegenüber anderen Vereinen ist bei uns, dass man frei mitgestalten kann, Strukturen und Aufgaben sind noch nicht vollends vergeben. Und wir kriegen hier Studierende der Interkulturellen Beziehungen und der Sozialen Arbeit wunderbar unter einen Hut.“

Youropa zieht mit der L14 mit

Da der Mietvertrag des Vereins für das Underground Ende des Jahres nicht ausläuft, ist das Vereinsheim erst mal nicht gefährdet – anders als die restlichen Initiativen in der L14. Allerdings brauche die internationale Hilfe kein Büro, meint Manuel, „und wir würden wohl eher mit der L14 umziehen, um die Strukturen beizubehalten.“[/vc_column_text][vc_column_text css=”.vc_custom_1512204250551{margin-top: 10px !important;margin-right: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;margin-left: 10px !important;border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;border-left-color: #75bc3a !important;border-left-style: dotted !important;border-right-color: #75bc3a !important;border-right-style: dotted !important;border-top-color: #75bc3a !important;border-top-style: dotted !important;border-bottom-color: #75bc3a !important;border-bottom-style: dotted !important;border-radius: 5px !important;}”]Wenn du dich beim Kinder- und Jugendhilfeverein engagieren möchtest, melde dich einfach hier bei Manuel Lebek, schreibe ihn auf der Facebook-Seite an oder schaue freitags ab 22 Uhr im Vereinsheim Underground vorbei.[/vc_column_text]

Zauberhafte hessische Geschichten – Adventskalender deiner Region

Zauberhafte hessische Geschichten – Adventskalender deiner Region

[vc_column_text]Der erste Dezember ist da, und damit der Tag, das erste Türchen im Adventskalender zu öffnen. Was war heute in deinem Kalender? Schokolade? Gadgets? Gute Wünsche? Auch das erste Türchen unserer Adventskalenderaktion “Fuldas Adventskalender “Was gefällt dir an Fulda am besten?” wird heute geöffnet. Und es gibt noch einige Türchen mehr, die du öffnen kannst.

Das Schönste an der Vorweihnachtszeit ist doch das Warten. Das versüßen wir uns nämlich jedes Jahr mit Weihnachtsmarktbesuchen, Adventskränzen und natürlich Adventskalendern. Wie du ganz fix noch einen schönen Kalender selbst basteln kannst, haben wir dir Anfang der Woche gezeigt.

Doch es gibt auch tolle Adventskalender in der Region, die dir Hessen ein Stück näher bringen wollen. Zum Beispiel unsere Adventskalenderaktion “Fuldas Adventskalender “Was gefällt dir an Fulda am besten?”, für die sich 25 Fuldaer Unternehmen zusammengetan haben. Dafür wurden im November Postkarten mit der Aufschrift “Feuerland statt Fulda” verteilt. Wer ab heute ein Türchen öffnen möchte, sollte auf die Karte schreiben, was ihm an Fulda am besten gefällt.

Ab heute wird auf der Facebookseite der Aktion jeden Tag ein Gewinner gezogen, der sich über ein Überraschungspaket eines der teilnehmenden Unternehmen freuen darf. Das TUI-Reisebüro und die Lua Lua sind die Initiatoren, denen sich neben Letitia Bademode & Dessous, die Heimat, das Ideal, das 43einhalb, papperts und viele mehr angeschlossen haben.[/vc_column_text][vc_single_image image=”77206″ img_size=”full”][vc_column_text]

Jeden Tag ein Türchen-Film

Auch der offene Kanal hat sich einen tollen Adventskalender überlegt. In allen vier Regionalstudios basteln und tüfteln dafür die Praktikanten und FSJler seit Wochen, dass ihre Köpfe qualmen. Denn ab heute ist der Sendeslot um 17.55 Uhr (sonntags 15.55 Uhr) der ihre. Dann öffnet sich nämlich das Türchen des Offenen-Kanal-Adventskalenders. „Wir machen das schon seit ein paar Jahren, sagt Rolf Strohmann, Leiter Medienprojektzentrums Offener Kanal Fulda. „Zuerst werden Geschichten aus Gießen und Kassel kommen, in der kommenden Woche dann voraussichtlich die Fuldaer Beiträge.“ Darunter werden Rezepttipps sein, vorgelesene Geschichten und vieles mehr.

In Fulda arbeiten unter anderem die FSJlerin Johanna Kilgus und Annalena von Hayn, die derzeit ein Praxissemester im Rahmen ihres Studiums Soziale Arbeit an der HS Fulda machen, an ihrem Film. Die beiden haben sich überlegt, einen Trickfilm für den Kalender zu erarbeiten. „Normalerweise machen wir ja die Trickfilme immer nur mit Kindergruppen, aber Weihnachten ist eine gute Gelegenheit, mal wieder selbst zum Kind zu werden“, sagt Johanna. In dem Film geht es übrigens um einen Schneemann, der seine Nase verloren hat. Aber mehr wird noch nicht verraten. Anschauen kannst du den Film am kommenden Donnerstag, 7.12., um 17:55 Uhr (Wiederholung um 21:55 Uhr).[/vc_column_text][vc_gallery interval=”3″ images=”82137,82138,82136,82135″ img_size=”full”][vc_column_text]Wenn du einen Beitrag verpasst haben solltest, kannst du übrigens alle Filme jeweils am Montag nach er Ausstrahlung auf dem Portal des MOK ansehen.[/vc_column_text]

“Ich finde das selbstverständlich” – Eine Kneipentour gegen Gewalt an Frauen und für mehr Respekt

“Ich finde das selbstverständlich” – Eine Kneipentour gegen Gewalt an Frauen und für mehr Respekt

[vc_column_text]“Nein zu Gewalt an Frauen. Ja zu Respekt!” – Zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen lud das Frauenbüro der Stadt Fulda am Samstag zu einer besonderen Kneipentour ein. Wir waren dabei.

Ich stehe an der Theke und warte darauf, bis der Barkeeper Zeit für mich findet. Von der Seite schlägt mir eine Bier-Whiskey-Wolke entgegen, die ich mit Mühe zu ignorieren versuche. Was mir gelingt, bis der Typ, der die Wolke verursacht, seinen Arm um meine Schulter legt und mir ins Ohr lallt: “Hey Süße, soll ich das mal für dich übernehmen?”

Eine Situation, wie ich sie so und so ähnlich schon erlebt habe. Ist das Gewalt? Nein. Auch die Hand, die sich im Vorbeigehen gern mal auf einen Hintern verirrt – ganz aus Versehen natürlich -, kann man nicht als Akt der Gewalt bezeichnen. Aber es ist absolut daneben. Sexualisierte Gewalt, Grenzen überschreiten, Belästigung.[/vc_column_text][vc_single_image image=”81756″ img_size=”full”][vc_column_text]Mit einer ungewöhnlichen Kneipentour wollte das Frauenbüro Fulda am Samstag zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen auf diese Grenzüberschreitungen aufmerksam machen. Frauenbüroleiterin Katharina Roßbach und ihr Team haben Bierdeckel mit dem Slogan „Nein zu Gewalt an Frauen. Ja zu Respekt!“ drucken lassen und verteilten diese mit vielen freiwilligen Mädels in elf teilnehmenden Kneipen in der Innenstadt. „Wir machen jedes Jahr auf den Tag aufmerksam, indem wir die Flagge an der Stadtwache hissen. Aber dieses Mal wollten wir dorthin gehen, wo gerade Alltagsgewalt und sexualisierte Gewalt wie unerwünschte Berührungen stattfinden: in Kneipen“, erklärt Katharina Roßbach.

Und dort kam die Aktion im Vorfeld schon sehr gut an. Das Frauenbüro hatte bei vielen Fuldaer Wirten angefragt und rannte offene Türen ein. Bei unserem ersten Stopp an diesem Abend, im “Goldenen Rad”, wurden wir vom Team bereits erwartet. Jeder Mitarbeiter hatte an diesem Abend ein Shirt mit der Aufschrift “Nein zu Gewalt an Frauen. Ja zu Respekt!” an. “Wir finden das Thema generell sehr wichtig”, sagt Katharina Bazan vom Rädchen. “Gerade ungewolltes Berühren und ähnliches wird von vielen schnell abgetan. Aber mit dieser Aktion wird für die Grenzen sensibilisiert.”[/vc_column_text][vc_single_image image=”81757″ img_size=”full”][vc_column_text]

Eine Selbstverständlichkeit

Auch Felix Wessling ist mit seinen Gaststätten “Löwe”, “Alte Schule” und “Heimat” am Start. “Ich finde das selbstverständlich. Das ist ein starkes Statement, sehr wichtig. Da habe ich gar nicht lange drüber nachdenken müssen”, sagt er. Als Kneipier beobachte er respektloses Verhalten immer mal. “Wir werden auch von unseren Gästen angesprochen und machen uns Gedanken, was mit unserem Personal ist, wenn die nachts nach Hause gehen. Zum Glück ist es kein ganz so massives Thema in Fulda, aber es ist ein Thema. Leider.”

Celina Irrling ist Studentin und schloss sich der Tour mit einigen anderen Mädels an. In jeder der elf teilnehmenden Kneipen gingen sie offen auf die Gäste zu, erklärten die Aktion und verteilten die Bierdeckel. “Das Feedback ist bisher sehr positiv”, sagt die 23-Jährige. “Ein Herr meinte, eigentlich sollte jeder Tag ein Tag gegen Gewalt sein. Das sei selbstverständlich.”

Einige Gäste reagierten etwas irritiert, viele wussten nicht, dass dieser Tag ist. Doch die Bierdeckel sind Hingucker. Und anders als Flyer werden sie direkt benutzt und finden so Beachtung.

Natürlich ist Fulda kein Pflaster, wo Frau sich nicht allein aus dem Haus trauen darf. Und natürlich betrifft sexualisierte Alltagsgewalt nicht nur Frauen. “Der Punkt ist, darauf aufmerksam zu machen, dafür zu sensibilisieren, was nicht okay ist”, sagt Elvira Idt vom Hessischen Netzwerk gegen Gewalt im Polizeipräsidium Osthessen. “Ich glaube, in dem Bereich gibt es ein Dunkelfeld, das gar nicht erst zur Anzeige kommt. Viele Betroffene denken sich vielleicht: Was bringt das denn? Die Aktion zeigt auch, wo es Hilfen gibt, Ansprechpartner, Tipps, wie man sich verhalten kann. Und ja, nicht alles ist strafbar. Aber nur weil etwas nicht strafbar ist, ist es nicht okay.”[/vc_column_text][vc_video link=”https://youtu.be/Sb-VFyBwTUY”][vc_column_text css=”.vc_custom_1511696960291{margin-top: 10px !important;margin-right: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;margin-left: 10px !important;border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #ffffff !important;border-left-color: #dd3333 !important;border-left-style: solid !important;border-right-color: #dd3333 !important;border-right-style: solid !important;border-top-color: #dd3333 !important;border-top-style: solid !important;border-bottom-color: #dd3333 !important;border-bottom-style: solid !important;border-radius: 2px !important;}”]Wie reagiere ich richtig? Wo finde ich Hilfe?

Das Frauenbüro hat gemeinsam mit dem Netzwerk gegen Gewalt ausführliche Informationen und Tipps zum Thema zusammengestellt.[/vc_column_text]

Finger weg! Das Frauenbüro Fulda lädt zur Kneipentour, um auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen

Finger weg! Das Frauenbüro Fulda lädt zur Kneipentour, um auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen

[vc_column_text]Gucken ja, nicht Anfassen – das wird gerade nach dem einen oder anderen Glas zu viel gern mal ignoriert, und schon landet die Hand eines wildfremden Typen auf deinem Hintern. Sexuelle Belästigung und sexuelle Übergriffe sind gerade beim Feiern Alltag für viele Mädels, aber auch Jungs. Mit einer besonderen Tour zum Tag gegen Gewalt an Frauen und dem Bierdeckel „Nein zu Gewalt an Frauen – Ja zu Respekt“ macht das Frauenbüro am Samstag darauf aufmerksam.

Harvey Weinstein, Kevin Spacey und viele Hollywood-Größen sehen sich derzeit dem Vorwurf ausgesetzt, ihre Macht benutz zu haben, um sich sexuell an anderen zu vergehen. Mit dem Hashtag #MeToo zeigen Betroffene weltweit, dass Sexismus und Machtmissbrauch nicht mehr toleriert werden. Doch das ist kein Phänomen, dass sich auf Stars beschränkt.

Jedes Wochenende erleben Mädels, dass sie angegrabscht werden, “aus Versehen” die Hand eines Wildfremden auf ihrem Hintern landet oder sie mit sexistischen Sprüchen dumm angemacht werden. Viele von uns haben ein dickes Fell und wischen das beiseite, aber das macht es noch nicht okay. Das Frauenbüro Fulda hat sich eine besondere Kneipentour überlegt, um auf das Thema aufmerksam zu machen, dafür zu sensibilisieren. Sie haben eine Bierdeckel drucken lassen, der in Fuldaer Bars beim Feiern daran erinnern soll, was sich gehört. „Nein zu Gewalt an Frauen – Ja zu Respekt“, steht darauf. Und mit einer Kneipentour bringen sie ihn am Samstag unters Volk.

Respekt für andere

“Wir wollen den Tag gegen Gewalt an Frauen zum Anlass nehmen, um auf die oft verschwiegene, unbekanntere Gewalt aufmerksam zu machen”, sagt Katharina Roßbach, Leiterin des Frauenbüros Fulda. “Die Erfahrungen sexualisierter Gewalt machen Frauen in Kneipen, im Bus, auch im Freundeskreis immer wieder. Wir wollen die Menschen ein wenig zum Nachdenken anregen.” Die Kneipiers in Fulda fanden die Idee sofort klasse, sagt Katharina Roßbach. “Sie beobachten das in ihren Läden immer wieder und waren sofort sehr offen, sich an der Aktion zu beteiligen.”

Natürlich, sagt sie auch, ist Fulda kein gefährliches Pflaster, wo Frauen sich nachts nicht allein vor die Tür trauen dürfen. Aber darum gehe es auch nicht. Es gehe um die kleinen Dinge wie sexualisierte Sprüche im Alltag, zum Beispiel taxierende Blicke im Bus, in der Disco, beim Sport, angedeutete sexuelle Geräusche oder Gesten, unangemessener Körperkontakt, unerwünschtes Berühren, Umarmen, Küssen, Streicheln, Anfassen.

Was viele ignorieren oder ihnen auch nicht bewusst ist: Laut unserem Strafgesetzbuch ist sexuelle Belästigung eine Straftat, die mit Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet wird. Und das fängt eben nicht erst bei einer Vergewaltigung an.

Parallel startet das Frauenbüro auf der Homepage der Stadt eine Aufklärungskampagne mit Informationen, wie man sich als Frau wehren, wie man als Freund oder Beobachter eingreifen kann.[/vc_column_text][vc_column_text css=”.vc_custom_1511515706469{margin-top: 10px !important;margin-right: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;margin-left: 10px !important;border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #ffffff !important;border-left-color: #dd3333 !important;border-left-style: solid !important;border-right-color: #dd3333 !important;border-right-style: solid !important;border-top-color: #dd3333 !important;border-top-style: solid !important;border-bottom-color: #dd3333 !important;border-bottom-style: solid !important;border-radius: 2px !important;}”]

Kneiptentour

Die Kneipentour startet am Samstag, 25. November, um 19 Uhr am Frauenbüro (Schlossstraße 4-6, Fulda). Alle, die Lust auf einen spannenden Kneipenabend haben, sind herzlich eingeladen – nicht nur Frauen.

Diese Kneipen sind dabei:

Zum Eck
Krokodil
Alte Schule
McMüller
Heimat
Hohmanns Brauhaus
Rädchen
Spitzbub
Wiesenmühle
Doppeldecker
Stadtwächter
Löwe
Sonne[/vc_column_text][vc_column_text]

Was kannst du machen?

Position beziehen statt Wegschauen

Sexualisierte Gewalt geht uns alle an und sollte in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Also lass es nicht stehen, wenn sich jemand falsch verhält, lach nicht mit, schau nicht weg. Hör auf dein Bauchgefühl. Wer Opfer solcher Gewalt wird, sollten eine uneingeschränkte gesellschaftliche Ächtung dieser Gewalt erfahren. Sie sollten sich sicher sein können, Solidarität und Unterstützung zu bekommen, anstatt auf Schuldzuweisungen oder Vorurteile zu treffen.

Wie reagierst du richtig?

    • Schau hin. Protestiere. Mache andere darauf aufmerksam. Der Täter/die Täterin kann dadurch unsicher werden, sich selbst erschrecken und hört oft einfach auf.
    • Animiere durch konkrete Ansprache Helferinnen und Helfer!
    • Selbstschutz geht vor. Wenn du das Gefühl hast, du könntest selbst angegriffen werden, wenn du eingreifst, ruf die Polizei.
    • Konzentriere deine Hilfe auf das Opfer, nicht auf den Täter/die Täterin. Wenn du den Täter/die Täterin angreifst, kannst du dich und das Opfer gefährden. Frag das Opfer, wie du helfen kannst/sollst und höre darauf, was sie oder er sagt.
    • Stelle sicher, dass das Opfer den Ort sicher verlassen kann und — wenn nötig —
      medizinisch versorgt wird.
    • Mach eine Aussage! Wenn du die Polizei rufst, hab keine Angst davor, als Zeuge zu fungieren.
    • Mach Fotos oder Videos mit dem Smartphone. Das dient als Beweis. Aber: Hilfe geht vor! Erst sicherstellen, dass dem Opfer geholfen wird, dann mitfilmen.

Was tun, wenn du selbst von einem sexuellen Übergriff betroffen bist?

In jedem Fall ist es wichtig, den Vorfall nicht schamvoll zu verschweigen. Niemand hat das
Recht, einem anderen Menschen gegenüber Gewalt anzuwenden!

  • Setze klare Grenzen (verbal/nonverbal).
  • Stelle Öffentlichkeit her (z.B. durch (an)schreien). Bitte Personen in der Nähe um Hilfe oder darum, Hilfe zu rufen.
  • Bewege dich, soweit möglich, aus der Gefahrenzone heraus.
  • Suche die Nähe und den Schutz anderer Personen.
  • Hole dir Hilfe und Unterstützung. In Fulda ist beispielsweise die Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt gegen Frauen des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) für dich da.
  • Bei Verletzungen: Geh zum Arzt! Zusätzlich kannst du deine Verletzungen in der Schutzambulanz Fulda gerichtsverwertbar dokumentieren lassen. Auch wenn du keine Anzeige erstatten möchtest oder Bedenkzeit benötigst, sind deine Verletzungen dokumentiert. Nach einer Vergewaltigung findest du im Krankenhaus medizinische Hilfe. Schäme dich nicht, lass dich behandeln. Auf Wunsch ist eine vertrauliche Spurensicherung auch ohne Anzeige möglich. Sprich deine Ärztin oder deinen Arzt darauf an.

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Bahn frei für Neuwahlen – Jamaika im Bund schlägt fehl

Bahn frei für Neuwahlen – Jamaika im Bund schlägt fehl

[vc_column_text]Jamaika im Bund? Gibt’s nicht! Nach vier Wochen Verhandlungen ist jetzt klar: CDU, CSU, FDP und Grüne werden nicht zusammen regieren. Die FDP hat hingeschmissen. Wie geht’s jetzt weiter mit Deutschland?

Das Frankenstein-Experiment Jamaika ist fehlgeschlagen. Vier Wochen lang haben CDU, CSU, FDP und Grüne darüber gestritten, ob sie überhaupt zusammen regieren können. Für die FDP und ihren Chef Christian Lindner steht jetzt gut zwei Monate nach der Bundestagswahl fest: Können sie nicht. Da sollte offensichtlich das zusammenwachsen, was nicht zusammen gehört. Gerade beim Thema Klima und Flüchtlinge lagen die Parteien meilenweit auseinander. Unabhängig davon, wer Jamaika vor die Wand gefahren hat, fragst du dich sicher, wie’s jetzt weiter geht. Gibt’s wieder eine Große Koalition? Hättest du doch lieber Neuwahlen? Oder probiert die Kanzlerin mal was ganz Neues, eine Minderheitsregierung?

Möglichkeit 1: die GROKO

Die SPD knickt ein und lässt sich auf weitere vier Jahre große Koalition mit der CDU ein. Das ist derzeit aber unwahrscheinlich. SPD-Vize Ralf Stegner sagt dazu: “Die Ausgangslage für die SPD hat sich nicht verändert. Wir haben kein Mandat für eine erneute Große Koalition.”

Möglichkeit 2: Nochmal wählen gehen

Wir dürfen nochmal wählen. Damit es soweit kommt, muss aber einiges passieren. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier müsste erst einmal einen Kanzlerkandidaten vorschlagen. Nehmen wir mal an, das wäre Angela Merkel. Die stellt sich dann zur Wahl im Bundestag und verfehlt die Mehrheit. Dann gibt’s innerhalb von zwei Wochen einen zweiten Anlauf. Schafft sie’s dann wieder nicht, reicht ihr im dritten Durchgang die relative Mehrheit, also mehr Ja- als Nein-Stimmen. Steinmeier hat in dem Fall die Qual der Wahl. Er könnte den Bundestag auflösen. Dann müsste innerhalb von 60 Tagen neu gewählt werden. Oder…

Möglichkeit 3: eine Minderheitsregierung

… er ernennt Angela Merkel zur Chefin einer Minderheitsregierung. Möglich wäre da eine Koalition aus CDU/CSU und FDP oder Grünen. Problem: Merkel bräuchte immer auch Stimmen aus der Opposition, um ihre Projekte auf den Weg zu bringen. Dass Die Linke oder die AfD Merkel auch nur in einem Punkt eine Mehrheit verschaffen würden, können wir wohl vergessen. Dann bliebe nur die SPD, und auch die wird wohl nicht jeder Entscheidung der Kanzlerin zustimmen. Dazu kommt, dass es auf Bundesebene bisher nie eine Minderheitsregierung gab. Es fehlt also die Erfahrung damit.

Unterm Strich sind Neuwahlen damit am wahrscheinlichsten. Danach fängt das Sondieren wieder von vorne an. Fragt sich nur, wer dann miteinander verhandeln wird.[/vc_column_text]