Denn sie wissen wirklich nicht, was sie tun – die schwierige Phase namens Pubertät

Denn sie wissen wirklich nicht, was sie tun – die schwierige Phase namens Pubertät

Samstagmorgen am Frühstückstisch: Über ein banales Thema entbrennt ein Streit, der Teenie rennt aus dem Zimmer und schreit theatralisch: „Ihr seid scheiße!“ So oder so ähnlich erging es sicher schon zahlreichen Eltern. Gefühlsausbrüche gehören in dieser Zeit zum Alltag. Dabei ruhig zu bleiben, ist für die Erwachsenen alles andere als einfach. Vor allem ist es jedoch für die Teenies eine schwierige Phase. Zum Thema Pubertät referiert beim Osthessischen Gesundheitstag am Samstag Diplom-Psychologin Katharina Bauer.

Ein Text von Sebastian Krenberger der Hochschule Fulda

Als Jugendalter oder Adoleszenz bezeichnet man die Lebensjahre zwischen zehn und 19 Jahren. Diese Zeit ist geprägt von zahlreichen körperlichen und psychischen Entwicklungen. Der Körper wächst in die Länge, das Gehirn hängt mit der Entwicklung dabei hinterher, sodass Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen auftreten können. Dies lässt Heranwachsende zum Teil etwas tollpatschig erscheinen, wenn sie scheinbar über die eigenen Füße stolpern.

Auch das Körpergewicht nimmt zu, was vor allem Mädchen zu schaffen macht. Jungen denken eher darüber nach, wie sie Muskeln aufbauen können, um ihre körperliche Attraktivität zu steigern. Generell spielt der Umgang mit dem anderen und mit dem eigenen Geschlecht eine wichtige Rolle in dieser Lebensphase. Die körperlichen Geschlechtsmerkmale prägen sich aus. Die sexuelle Orientierung zeigt sich zum ersten Mal. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der Identitätsbildung.

Eine eigene Identität zu entwickeln, also sich selbst zu finden und ein positives Bild von sich selbst zu erlangen, ist eine große herausfordernde Aufgabe.

Manchen Jugendlichen fällt diese Findungsphase sehr schwer und empfinden sie als verwirrend. Bei einer nicht heterosexuellen Orientierung kommen Bedenken hinzu, sich zu outen, da Bi-, Trans- und Homosexualität leider immer noch nicht als selbstverständlich angesehen werden. Die Jugendlichen haben Angst vor den Reaktionen der Mitmenschen, vor allem der älteren Generationen. Manchmal kann die Orientierungsphase deswegen bis in ein höheres Lebensalter andauern. Hinzu kommen die Anforderungen in Schule und Ausbildung. Leistungen werden gefordert und man muss sich überlegen, welchen Beruf man ergreifen will. Dabei sind andere Dinge wie Freunde, Musik oder die erste Liebe gerade viel wichtiger.

Die Pubertät wird durch Angst und Unsicherheit gesteuert

Bei kriminellem und gefährlichem Verhalten sollten die Eltern klare Grenzen setzen – aber nicht den Kopf verlieren. Gelassenheit und Feingefühl ist das A und O, auch im Umgang mit den körperlichen Wandlungen während der schwierigen Zeit. Spötteleien oder verklemmtes Gehabe verstärken das Unwohlsein im noch fremden Körper. Vor allem bei Mädchen können sie das ohnehin schwankende Selbstwertgefühl auf Jahre zerstören.

Eskalation vermeiden

Manchmal ist das alles einfach zu viel für die Heranwachsenden und sie ziehen sich zurück, was von den Eltern missverstanden werden kann. Die Teenager suchen die Fehler bei sich und denken, etwas falsch gemacht zu haben. Schnell eskalieren dann scheinbar harmlose Gespräche oder Bemerkungen. Grundsätzlich gehören Auseinandersetzungen zur Entwicklung dazu.

Jugendliche probieren aus, wie die Eltern auf von ihnen vertretene Standpunkte reagieren und ob sie akzeptiert werden. Oft prallen dabei verschiedene Ansichten aufeinander. Wichtig ist, dass die Bedürfnisse beider Seiten berücksichtigt werden und eine gemeinsame Lösung gesucht wird. Dann wird auch das gemeinsame Frühstück am Samstag wieder entspannter.column_text css=”.vc_custom_1548837994883{background-color: #c9c9c9 !important;}”]

Der 7. Osthessische Gesundheitstag findet am Samstag, 2. Februar, in der Esperantohalle statt. Organisiert wird er vom Gesundheitsnetz Osthessen, dem Verbund von circa 150 Ärzten aus der Region. Zahlreiche Aussteller aus Fulda und den angrenzenden Landkreisen bieten gesundheitsbezogene Aktionen an ihren Ständen an. Unter dem Thema „Gesundheit und Lebensqualität“ präsentiert die Hochschule Fulda spannende Projekte in der Waideshalle. Ziel des Gesundheitstages ist es, den Informationsfluss zwischen der Bevölkerung, den Patienten, den Angehörigen und den Gesundheitsdienstleistern zu steigern. Der Eintritt ist frei. Los geht es ab 10 Uhr.

Am Osthessischen Gesundheitstag referiert Diplom-Psychologin Katharina Bauer von der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Fulda zum Thema „Pubertät- wenn plötzlich alles anders ist!“. Los geht es um 10.45 Uhr in Saal 1.

empty_space]separator]Quellen:

Richter-Unruh, A.; Doerfer, J.; Schwab, K.O. (2018): Körperliche Entwicklung im Jugendalter. In: Stier B.; Weissenrieder, N.; Schwab, K. (Hrsg.): Jugendmedizin. Berlin/Heidelberg: Springer: 3-18.

Siegler, R.; Eisenberg, N.; DeLoache, J.; Saffran, J. (2016): Entwicklungspsychologie im Kindes- und Jugendalter. 4. Auflage. Berlin/Heidelberg: Springer.

www.kinderaerzte-im-netz.de/altersgruppen/jugendliche/pubertaet/die-wilden-jahre/haeufige-probleme/

“Ich fühle mich nicht wie ich selbst” – Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen

“Ich fühle mich nicht wie ich selbst” – Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen

Angst ist ein wichtiges Gefühl, denn sie schützt vor zahllosen Gefahren. Doch wenn Angst sich verselbstständigt, wird sie krankhaft und spürbar belastend. Es ist eine tückische Krankheit unabhängig von Bildungsstand, Alter, sozialem Status und Geschlecht.

Ein Text von Sebastian Krenberger der Hochschule Fulda

Angststörungen können Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung stark einschränken. Man darf sie somit nicht unterschätzen. Laut der BELLA-Kohortenstudie (BELLA = BEfragung zum seeLischen WohLbefinden und VerhAlten), welche Bestandteil der „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS) des Robert Koch-Institutes ist, sind rund 9 Prozent der Jungen (Kinder- und Elternbefragung) sowie zwischen 12 (Elternbefragung) und 21 Prozent (Kinderbefragung) der Mädchen zwischen 7 und 19 Jahren von Angststörungen betroffen. Diese stellen somit den größten Bereich bei den psychischen Auffälligkeiten im Kindesalter dar.

Dabei muss man zwischen Angststörung und Phobie unterscheiden. Angststörungen kennzeichnen sich durch übermäßig ausgeprägte Angstreaktionen. Depressive und zwanghafte Symptome können begleitend auftreten. Bei Phobien haben die Betroffenen große Angst vor Dingen oder in Situationen, in denen bei Menschen ohne Phobie keine Furcht auftritt. Die Übergänge zwischen Ängsten und Phobien sind dabei oft fließend.

Die soziale Phobie bestimmt deinen Alltag

Trennungsängste können das alltägliche Leben stark einschränken. Foto: AnthonyJess / Adobe Stock

Zu den typischen Angstformen gehört die Trennungsangst. Diese ist bis zu einem gewissen Grad normal für Kinder, vor allem, wenn sie das erste Mal länger von den Eltern getrennt sind. Eine Trennungsangststörung kann ab dem dritten Lebensjahr auftreten. Dann ist die Angst vor der Trennung von den Bezugspersonen so groß, dass das alltägliche Leben stark eingeschränkt ist, da beispielsweise der Schulbesuch nicht bewältigt werden kann.

Besonders häufig unter den Angststörungen ist die spezifische Phobie. Kinder und Jugendliche haben dabei eine übermäßige und anhaltende Angst vor bestimmten Objekten, beispielsweise vor Spinnen, Hunden, Gewitter, Blut, Spritzen oder Situationen wie dem Aufenthalt in einem Tunnel oder Fahrstuhl. Gehäuft tritt auch die soziale Phobie zutage. Diese ist durch die unverhältnismäßige Angst vor der Beurteilung durch andere Personen gekennzeichnet, wie sie zum Beispiel in Prüfungs- oder Wettbewerbssituationen auftritt. Oft mündet die Angst in der Vermeidung solcher Situationen. Ein weiterer Aspekt ist der selektive Mutismus, der dazu führt, dass Kinder in bestimmten Situationen oder im Beisein bestimmter Personen zu verstummen scheinen und sich nur noch über Mimik, Gestik und Schrift mitteilen können. Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Formen der Angst- und Panikstörungen.

Durch Konfrontation die Angst besiegen

Doch wie kann man unterscheiden, ob ein Kind nur schüchtern und zurückhaltend ist oder eine Angststörung entwickelt, die man behandeln sollte? Wichtige Punkte bei der Einschätzung, ob es sich um eine krankhafte Art der Angst handelt, sind die Altersangemessenheit der Ängste, ihre Dauer und der Grad der Beeinträchtigung durch die Angst. Eine Behandlung sollte erst dann in Betracht gezogen werden, wenn die Ängste die normale Entwicklung des Kindes beeinflussen und Probleme im (Familien-)Alltag hervorrufen. Professionelle Beratung kann dann erforderlich sein.column_text css=”.vc_custom_1548669037916{margin-top: 1px !important;margin-right: 1px !important;margin-bottom: 1px !important;margin-left: 1px !important;padding-top: 1px !important;padding-right: 1px !important;padding-bottom: 1px !important;padding-left: 1px !important;background-color: #e8cba0 !important;border-radius: 1px !important;}”]

Der 7. Osthessische Gesundheitstag findet am 02.02.2019 in der Esperantohalle statt. Organisiert wird er vom Gesundheitsnetz Osthessen, dem Verbund von ca. 150 Ärzten aus der Region. Zahlreiche Aussteller aus Fulda und den angrenzenden Landkreisen bieten gesundheitsbezogene Aktionen an ihren Ständen an. Unter dem Thema „Gesundheit und Lebensqualität“ präsentiert die Hochschule Fulda spannende Projekte in der Waideshalle. Ziel des Gesundheitstages ist es, den Informationsfluss zwischen der Bevölkerung, den Patienten, den Angehörigen und den Gesundheitsdienstleistern zu steigern. Der Eintritt ist frei. Los geht es ab 10 Uhr.

Auf dem Osthessischen Gesundheitstag wird Dr. rer. nat. Jan Pauschardt, Leitender Psychologe der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda, zu dem Thema referieren. Der Vortrag findet um 11.30 Uhr in Saal 1 statt.

empty_space]Quellen: Petermann, F.; Petermann, U. (2017):  Angststörungen. Kindheit und Entwicklung 26 (2): 73–76.

Schneider, S.; Seehagen, S. (2014): Angststörungen im Kindes- und Jugendalter. Pädiatrie up2date 9: 355–368.

Walitza, S.; Melfsen, S. (2016): Angststörungen im Kindes- und Jugendalter. Abgrenzung zwischen beeinträchtigender Störung und Schüchternheit. Monatsschrift Kinderheilkunde 164: 278–287.

Unser heißer Scheiß der Woche: Frauenpower auf VOX – nicht nur was für Muddis

Unser heißer Scheiß der Woche: Frauenpower auf VOX – nicht nur was für Muddis

Die Promi-Doku auf VOX “6 Mütter” wird auch 2019 wieder von Entertainerin Ute Lemper moderiert. Sie hat diesmal die fünf Promi-Mamas Sila Sahin, Sarah Kern, Jessica Stockmann, Anouschka Renzi sowie Elna-Margret Prinzessin zu Bentheim und Steinfurt eingeladen. Jede Mutter und Promifrau hat ihre eigene persönliche Geschichte und lädt die Zuschauer ein, in ihren Alltag einzutauchen. Tenniegeschrei und alltägliche Diskussionen inklusive. Erfrischend echt und authentisch. 

VOX begleitet die Promifrauen, wie sie Nachwuchs, Beziehung, Job und ihre eigene Prominenz unter einen Hut bekommen. Bei einem Treffen sitzen die Frauen auf dem Sofa und schauen sich gemeinsam die Filmausschnitte aus ihrem Leben an. Kontrovers diskutieren die “6 Mütter” dabei über ihren Alltag mit Kindern und tauschen sich über ihre glücklichen Momente und Sorgen aus.

  • Schauspielerin Sila Şahin ist gerade zum ersten Mal Mama geworden. Sie spricht über die Schwangerschaft und über ihre Sorgen nach einer Fehlgeburt.
  • Wie schwer ist der Spagat als Alleinerziehende zwischen einem Neustart mit ihren zwei Söhnen im Ausland und dem Job als Modedesignerin in Deutschland? Designerin Sarah Kern nimmt die VOX-Zuschauer bei den ersten Schritten in ihr neues Leben mit.
  • Jessica Stockmann, selbstständige Unternehmerin in der Immobilienbranche und alleinerziehende Mutter, pendelt mit ihren zwei Töchtern zwischen Monaco und Hamburg.
  • Wie eng und symbiotisch sollte eine Mutter-Tochter-Bindung sein? Anouschka Renzi und ihre 20-jährige Tochter befinden sich in einem Abnabelungsprozess.
  • Von der Bürgerlichen zur Prinzessin: Elna-Margret Prinzessin zu Bentheim und Steinfurt bringt ihr zweites Kind per Hausgeburt im Schloss zur Welt.

TV-Figuren können tatsächlich Gefühle zeigen

Die Staffel zeigt, dass die Prominenz ebenfalls Probleme und Alltagssituationen bewältigen muss. Es macht den Eindruck, dass die Frauen die Chance nutzen, ihre wahre Seite zu zeigen und der Medienwelt zu trotzen. Wir sind echt und haben Gefühle und sind nicht fake.

Anouschka Renzi (l.) mit ihrer Tochter. Foto: MG RTL D / Endemol Shine Germany

Erstaunlicherweise zeigen die Promis sehr intime und private Momente aus dem Leben. Tränen kullern, und auch verschiedene Meinungen werden unverblümt vor der Kamera ausdiskutiert.

Ganz aktuell spricht Anouschka Renzi über ihr Leben als Mama in „6 Mütter“. Es war und ist nicht immer einfach mit ihrer 20-Jährigen Tochter. Das Zusammenleben mit ihrer Tochter endete immer im Streit – Chiara Moon ist sehr unordentlich und hat die Wohnung regelmäßig umgekrempelt. Das war Anouschka auf Dauer zu viel. “Sie können nicht miteinander und nicht ohneeinander.” sagt Chiara im VOX-Interview. Chiara zog mit 20 Jahren aus, doch die Miete zahlt Mama selbstverständlich. Natürlich hat auch Renzi eine Einschätzung ihres Erziehungsstils. Doch die ist recht verhalten. „Ich bin mit Abstand die am wenigsten konsequenteste Mutter“, so Renzi im VOX-Interview. „Streng bin ich auch nicht. Ich habe überhaupt keinen Erziehungsstil. Ich hab sie einfach großgezogen.“

Fazit: Überraschend authentisch und überzeugend. In diesem Format zeigen sich die Promifrauen von einer anderen Seite und geben Alltagstipps, die Pubertät zu überleben oder den Abnablungsprozess zu überwinden. Humorvoll und emotional.

Wo und wann? 3. Staffel “6 Mütter” immer montags um 20.15 auf VOX.

Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs: HPV-Impfung für Jungen

Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs: HPV-Impfung für Jungen

Die Diagnose Krebs ist oft ein Todesurteil. Gegen eine Art gibt’s eine Impfung für Mädchen: den Gebärmutterhalskrebs. Jetzt sollen sich auch Jungs impfen lassen.

Ein Text der Sebastian Krenberger

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit vergangenem Sommer, nicht nur Mädchen, sondern auch Jungen zwischen 9 und 14 Jahren gegen humane Papillomviren (HPV) zu impfen. Beim Osthessischen Gesundheitstag am 2. Februar hast du die Gelegenheit, das Thema genauer zu betrachten.

Was sind HPV („humane Papillomviren“)?

Es sind Viren die beim Geschlechtsverkehr durch (Schleim-)Hautkontakt übertragen werden können. Du bemerkst eine Ansteckung in der Regel nicht, da sie keine Beschwerden verursacht. Es kann aber sein, dass durch diese Infektion eine Krebserkrankung ausgelöst wird. Bei Frauen ist das vor allem der Gebärmutterhalskrebs. Dieser kann bis zu Jahrzehnte später noch entstehen. Außerdem können die HP-Viren Haut- und Feigwarzen (Papillome) auslösen, welche sehr unangenehm sind. Anfällig sind besonders Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

Jungen sind durch eine Impfung vor weiteren Krebsarten geschützt

Bisher waren nur Mädchen Zielgruppe einer Impfung. Durch den Impfstoff werden sie vor den Viren geschützt, die das größte Risiko einer Gebärmutterhalserkrankung in sich tragen. Da Jungen die Hauptverbreiter der Infektion sind, ergibt es Sinn, auch sie zu impfen. Dies schützt nicht nur die Mädchen, die mögliche Geschlechtspartnerinnen sind. Auch Jungen sind durch eine Impfung vor Krebsarten im späteren Lebensalter wie Mund-Rachen-Krebs, Penis- und Analkrebs besser geschützt. Die werden oftmals durch die gleichen HPV-Typen ausgelöst wie Gebärmutterhalskrebs.

Der Impfstoff wird in die Muskulatur des Oberarms gespritzt. Danach gibt’s zwei weitere Impfungen – die zweite fünf bis sechs Monate nach der ersten. Wer älter als 14 ist, braucht drei Impfungen. Wichtig ist, dass man vor dem ersten Geschlechtsverkehr geimpft wird. Sonst ist die Wirkung abgeschwächt. Du solltest dich noch vor dem 18. Lebensjahr impfen lassen. Die Deutsche Krebsstiftung will die HPV-Impfung in allen deutschen Schulen einzuführen. So soll erreicht werden, dass mehr Kinder geimpft werden.

Viele Krankenkassen übernehmen die Impfkosten

Das Projekt „HPV-Impfung macht Schule“ mit Stadt und Landkreis Fulda, dem Gesundheitsamt, dem Staatlichen Schulamt Fulda, dem Gesundheitsnetz Osthessen (GNO) und einer Vielzahl niedergelassener Ärzte aus der Region wurde schon vergangenes Jahr durchgeführt. Eltern wurden an circa 22 Grundschulen und weiterführenden Schulen über den Zweck der Impfung aufgeklärt. Viele Krankenkassen übernehmen bereits die Kosten für eine HPV-Impfung bei Jungen bis zum 18. Lebensjahr.column_text css=”.vc_custom_1548160583691{margin-top: 1px !important;margin-right: 1px !important;margin-bottom: 1px !important;margin-left: 1px !important;padding-top: 1px !important;padding-right: 1px !important;padding-bottom: 1px !important;padding-left: 1px !important;background-color: #e8cba0 !important;border-radius: 1px !important;}”]

Der 7. Osthessische Gesundheitstag findet am 02.02.2019 in der Esperantohalle statt. Organisiert wird er vom Gesundheitsnetz Osthessen, dem Verbund von ca. 150 Ärzten aus der Region. Zahlreiche Aussteller aus Fulda und den angrenzenden Landkreisen bieten gesundheitsbezogene Aktionen an ihren Ständen an. Unter dem Thema „Gesundheit und Lebensqualität“ präsentiert die Hochschule Fulda spannende Projekte in der Waideshalle. Ziel des Gesundheitstages ist es, den Informationsfluss zwischen der Bevölkerung, den Patienten, den Angehörigen und den Gesundheitsdienstleistern zu steigern. Der Eintritt ist frei. Los geht es ab 10 Uhr.

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Black is beautiful – oder doch nicht? Giftige, schwarze Klamotten in deinem Schrank

Black is beautiful – oder doch nicht? Giftige, schwarze Klamotten in deinem Schrank

Der Textilhersteller Hess Natur war einer der Vorreiter, die in den 80ern ein Zeichen gesetzt haben. Sie haben schwarze Textilien eine zeitlang aus der Kollektion genommen, da der Vorgang des Schwarzfärbens unvertretbare giftige Farbstoffe enthalten hat und die in Verdacht standen, Krebs zu fördern. Ein Punkt, der wohl den wenigsten geläufig ist.

Giftiger Chemiecocktail ergibt die Farbe Schwarz

In den vergangenen Jahren sind viele ungiftige Farbstoffe entwickelt und die gesundheitlich riskanten Färbemittel verbannt worden. Leider ist der Markt so intransparent, dass selbst Fachleute nur mutmaßen können, wie viel krankmachende Stoffe noch im Umlauf sind. Fast alle unsere Kleidungsstücke werden in fernen Teilen der Welt produziert und die Importe von dort allenfalls stichprobenartig kontrolliert.

Die Leidtragenden beim Einsatz bedenklicher Farbstoffe sind Menschen und Umwelt in den Produktionsländern. (©Lu Guang / Greenpeace)

Das Problem mit der Farbe Schwarz beginnt zuerst mal damit, dass sie eigentlich keine reine Farbe ist. Um Textilien schwarz einzufärben, müssen mehrere komplementäre Pigmente wie Blau, Orange oder Gelb zusammen gemischt werden. Dadurch erhöht sich natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein bedenkliches Gemisch bildet, welches allergieauslösende Dispersionsfarbstoffe oder auch krebserregende Azofarben (synthetische Farbstoffe) beinhaltet. Wenn wir schwitzen oder wenn die Kleidung auf der Haut reibt, lösen sich Schadstoffe und können zu Hautreizungen und Allergien führen, in einigen Fällen reichern sie sich sogar im Körper an. Greenpeace berichtet, dass solche spezifischen Giftstoffe immer häufiger in Menschen nachgewiesen werden. Was sie langfristig in unserem Körper anrichten, kann man erst in einigen Jahren abschätzen.

Die Produzenten in China profitieren von den schwachen Umweltauflagen

Was heute jedoch der Stand der Dinge ist: Die Umweltschäden sind beträchtlich. Die laschen Umweltauflagen und Kontrollen in Asien machen es den Textilfabriken leicht, ihre Abwässer ungeklärt in die Flüsse und schließlich ins Meer zu leiten. Von 435 registrierten Abfluss-Stationen in China hielten sich 2012 zwei Drittel nicht an Umweltstandards, schreibt Greenpeace. Über zwei Drittel der chinesischen Flüsse und Seen gelten als verschmutzt, 320 Millionen Menschen haben allein in China keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. In Indonesien wurden kürzlich gefährliche und hormonell wirksame Chemikalien in der örtlichen Wasserversorgung nachgewiesen. Jetzt müssten alle Alarmglocken läuten, farbintensive Kleidung zu hinterfragen.

It´s time to detox – Zeit, zu entgiften

 

Es geht auch anders – schwarze Farbe ohne Gift

Längst gibt es schwarze Farbstoffe, die ohne Schwermetalle und Halogenverbindungen hergestellt werden können. Die Firma EPEA (Environmental Protection Encouragement Agency) hat mit dem schwäbischen Bekleidungshersteller Trigema 2006 ein T-Shirt auf den Markt gebracht, gefärbt mit dem laut EPEA-Gründer und Chemiker Michael Braungart „ersten tiefen Schwarz, das man unbedenklich auf der Haut tragen kann“. Das kompostierbare Shirt kommt ohne Schwermetalle aus, ebenso wie der BH, den EPEA im Jahr darauf mit dem Wäschelabel Triumph entwickelte.

Der schwarze Pullover von Trigema ist frei von schädlichem Schwarz. (©Trigema)

„Dreiviertel der schwarzen Kleidung auf dem Markt sind inzwischen nach unserem Vorbild gefärbt“, schätzt Braungart. Doch er meint auch: „Es gibt nach wie vor ein tiefes Schwarz, was extrem gesundheitsschädlich ist und überall in die Biosphäre gelangt.“ Für den Verbraucher ist es schwer, hier gut von böse zu unterscheiden.

Textilsiegel können eine Sicherheit bieten: Der IVN Best setzt so hohe Standards, dass nur wenige Farbstoffe ihn überhaupt erfüllen können. Der Öko-Tex Standard 100 lässt Schwermetalle zwar zu, garantiert jedoch, dass die Rückstände im Kleidungsstück unter bestimmten Grenzwerten liegen. Der GOTS-Standard verbietet Schwermetalle grundsätzlich und geht noch einen Schritt weiter: Da alle verwendeten Chemikalien nach GOTS zugelassen sein müssen, ist auch die Produktion automatisch sauberer. Und das ist wohl das drängendere Problem: Kirsten Brodde, Buchautorin und Greenpeace-Aktivistin, ist der Meinung, dass die Farbstoffe, die über Kleidung auf unsere Haut übergehen können, marginal sind im Vergleich zu jenen Mengen, denen Arbeiter und Umwelt in den Produktionsländern ausgesetzt sind. „Die Rückstände sind lediglich ein Indiz, was sich Verheerendes in der Produktion abspielt.“

Tipps für schwarze Kleidung

  • Die schwarze Kleidung vor dem Tragen unbedingt gründlich waschen. Für Kinder getragene Kleidung bevorzugen.
  • Kleidung mit dem Pflegehinweis „getrennt waschen“ meiden.
  • Allergiker sollten bei Kleidung, die direkt auf der Haut getragen wird, extrem satte Farben meiden. Das gilt auch für andere Töne mit sehr hoher Farbtiefe: Als problematisch gelten aktuell die leuchtenden Türkisnuancen.
  • Bei schwarzen Nylons oder anderer Synthetik-Wäsche kann der Preis ein Indiz sein, dass die Farbe in der Faser eingesponnen wurde und somit nicht ausblutet. Ein Beweis ist es aber nicht.
  • Auf Öko-Siegel wie GOTS oder Öko-Tex-Standard 100 achten.
  • In den Geschäften Interesse an der Herstellung von Mode zeigen und somit den Druck auf die Hersteller vorantreiben: Nachfragen, nachfragen, nachfragen!

Wie kann ich mir sicher sein?

90 Prozent der Kleidung, die wir tragen, wird in Asien produziert, insbesondere in China, Bangladesh und Indien. Dabei profitiert die Textilindustrie von den mangelhaften Umweltschutzauflagen ihrer Produktionsländer und kann unsere Shirts, Hosen und Co. für wenig Geld in den Verkauf bringen.

Doch der Färbeprozess, muss keinen riesigen ökologischen Fußabdruck hinterlassen. Die gängigen Öko-Mode-Zertifizierungen (Öko-Tex Standard 100, GOTS, IVN, Bluesign) garantieren, dass möglichst wenige bedenkliche Chemikalien eingesetzt werden, achten auf eine möglichst umweltfreundliche Produktion und stellen zudem sicher, dass soziale Mindeststandards eingehalten werden. Eine gute Idee ist es auch, Second Hand Kleidung zu kaufen, bei der sich bedenkliche Stoffe meist schon ausgewaschen haben. Das ist nicht nur für unseren Körper besser, sondern schont auch unser Grundwasser, das sonst durch Chemikalien belastet wird, die sich beim Waschen freisetzen.

Wichtig ist, zu hinterfragen, wo die Marken herstellen und ob die Textilhersteller soziale Standards einhalten. Das ist schon der erste Schritt in die richtige Richtung. Der günstige Preis von diversen Textilherstellern sollte einen skeptisch stimmen und zum Nachdenken anregen. Möchte ich giftige und bedenkliche Mode tragen?