Das Bogenschießen boomt in Deutschland wie nie zuvor. Auf den Spuren von Hollywood-Star Jennifer Lawrence rennt der Nachwuchs den Schützenvereinen buchstäblich die Bude ein. Auch hier in der Region ist das spürbar.

Dass der Bogensport in Deutschland zurzeit einen nie dagewesenen Boom erlebt, hat viel mit Jennifer Lawrence zu tun. In der Film-Reihe „Die Tribute von Panem“ kämpfte die Schauspielerin mit Pfeil und Bogen für die Rechte der Unterdrückten in einem faschistoiden Zukunfts-Amerika – und löste ganz nebenbei einen Ansturm auf die Bogenschieß-Abteilungen der deutschen Schützenvereine aus.


“Jede Woche ein bis zwei neue Kinder”

„Es gibt schon Vereine, die einen Aufnahmestopp erlassen mussten, weil sie den Andrang nicht mehr bewältigen können“, sagt Klaus Lindau, der Bundesleiter für Bogensport im Deutschen Schützenbund (DSB). Der Mitglieder-Zuwachs sei ein „deutschlandweites Phänomen“, erklärt er. Das merken auch die Vereine des Kreises Fulda. „Vor acht Jahren waren zehn Kinder und Jugendliche im Verein, jetzt sind es 38“, beschreibt Jürgen Schreiner, Jugendwart des Bogensportclubs Fulda, den enormen Zuwachs. „Jede Woche sind ein bis zwei neue Kinder da, die reinschnuppern wollen“, sagt Schreiner. Auch er vermutet vor allem in der großen Präsenz des Sports in aktuellen Filme und Serien eine der Hauptursachen für den Boom: „Die sehen dort das Bogenschießen, finden es spannend und wollen es selbst ausprobieren“, sagt Schreiner.


Vereine reagieren auf die Flut

Die Reaktionen auf das Schnuppertraining sind meist positiv: „Manche finden, dass es besser ist als erwartet, weil es eben doch nicht so leicht ist wie im Film. Einige aber finden die Sportart zu ruhig und verschwinden nach einigen Trainingseinheiten wieder.“ Das Phänomen, dass Filme und Serien die Kinder für den Bogensport begeistern, bemerkt auch der Vorsitzende des Schützenvereins Bimbach, Jürgen Schäfer. Sein Verein hat auf die rasant steigenden Mitgliedszahlen reagiert: „Mit Christina Ebert und Matthias Grösch haben wir nun zwei Trainer, die sehr engagiert bei der Sache sind.“ Das Trainerteam kann die Flut an neuen Mitgliedern gut bewältigen, die Mitgliederzahl im gesamten Verein ist von 130 auf 150 gestiegen: „Die meisten neuen Mitglieder fangen tatsächlich mit dem Bogenschießen an“, sagt Schäfer, der mit der zehnjährigen Tilda Schulz sogar eine frischgebackene Deutsche Meisterin in seinen Reihen hat.


Bleibt der Hype bestehen?

Für den DSB sind die überwiegend jungen Neu-Mitglieder auf den Spuren der Hollywood-Stars ein Segen und der derzeitige Bogen-Hype eine Entwicklung, von der man auf lange Sicht neben dem Breitensport auch im Wettkampfsport-Bereich profitieren möchte. Dabei haben sich die sportlichen Erfolge deutscher Bogenschützen zuletzt auch so bereits gehäuft. Bei der Hallen-WM Anfang März in Ankara holten, wenn auch in Abwesenheit der übermächtigen Südkoreaner, sowohl die Berlinerin Lisa Unruh im Einzel als auch die Männer-Mannschaft Gold mit dem olympischen Recurvebogen. Es war einer der bislang größten Bogensport-Erfolge für den DSB und nebenbei zudem ein Fingerzeig für das Großereignis Olympia im August.

Der außergewöhnliche Boom des Bogenschießens könnte dann womöglich weitergehen. Und das, obwohl der vorläufig letzte Teil der „Tribune von Panem“-Reihe mit Jennifer Lawrence bereits Ende 2015 erschienen ist.

Wer den Bogensport ausprobieren möchte, hat im Kreis Fulda viele Möglichkeiten

Bogensportclub Fulda: Walter Wenzel
Telefon: (0 66 48) 88 36
Mail: walter.wenzel@ gmx.net

Schützenverein Bimbach: Jürgen Schäfer
Telefon: (0 66 48) 6 21 74
Mail: juergen.schaefer.bim@t-online.de

Red Neck Bowhunters Tann: Scott Alsup
Telefon: (0 66 82) 87 67

Bogenscout Bogenschule Künzell:
Telefon: (06 61) 3 64 14
Mail: info@bogenscout.de

Feldbogensport Elters: Andreas Gärtner
Telefon: (06 61) 3 64 14
Mail: andy-gaertner@t-online.de