MDR fällt auf Postillon-Witz rein

Die Satireseite Der Postillon schafft es immer wieder, dass Leute seine Meldungen für bare Münze nehmen – und jedes Mal beeumelt sich die Netzwelt darüber. Nun hat es die alten Medienhasen vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) erwischt. Und auf was sie hereingefallen sind, ist eigentlich unglaublich.

Bereits am 31. Mai titelte der Postillon “Rechtschreibreform: Aus seid und seit wird einheitlich seidt“. “An der richtigen Verwendung dieser beiden unscheinbaren Wörter scheitern mehr als 70 Prozent aller Deutschen. Nun hat das Bildungsministerium eine Reform angekündigt: Ab Beginn des neuen Schuljahres im Herbst ersetzt ein einheitliches “seidt” die beiden Formen”, schreibt das Magazin weiter.

Meldung ungeprüft übernommen

Am Montag hat der MDR diese Meldung in dem Beitrag 20 Jahre Rechtschreibreform ungeprüft übernommen. “Künftig müssen sich Schüler nicht mehr mit solchem abstrakten Quatsch beschäftigen, wenn sie das Wort ‘seidt’ benutzen möchten”, zitiert der Postillon absolut seriös eine Sprecherin des Bildungsministeriums. Natürlich ließ er es sich nicht nehmen, den MDR zu veräppeln:

Dass nach wie vor Medienhäuser auf den Postillon hereinfallen, ist eigentlich unglaublich – erst recht wenn es sich um so offensichtlichen Nonsens handelt. Seidt als Zwitter zweier Wörter, die völlig verschiedenes meinen – ernsthaft?! Das eine ein konjugiertes Prädikat, das andere eine temporale Präposition. Man sollte meinen, beim MRD sitzt die geballte Medienkompetenz. “Nun sind wir tatsächlich mal beim Postillon gelandet. Leider”, schreibt das öffentlich-rechtliche Medienhaus auf Twitter und hat einen Erklärungsversuch abgegeben: 

Aber der MDR nimmt seinen Fauxpas auch mit Humor, wie dieser jüngste Post zeigt:

Diese zahllosen Fälle, bei denen Medien, aber auch Privatpersonen dem Postillon auf den Leim gehen, sorgen im Netz immer wieder für Gelächter, haben aber auch eine ernste Komponente. Sie schreien geradezu danach, endlich Medienkompetenz als umfassendes Schulfach oder zumindest großen Themenblock innerhalb eines Faches einzuführen.

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