Ist das nun der Anfang vom Ende des soziokulturellen Zentrums in der Langebrückenstraße 14? move36 erreichte das Gerücht, das Café Panama mache dicht. Doch immer mit der Ruhe. In trockenen Tüchern ist nach wie vor nichts. 

In der Novemberausgabe hatte move36 groß über die Geschichte berichtet. Die Fuldaer Bauunternehmer Christopher Burg und Martin Geisendörfer kauften im Sommer das 7300 Quadratmeter große Geländer in der Langebrückenstraße 14 – das Gelände, wo eine Subkultur aus Initiativen, Vereinen und Projekten unter dem Dach des Jugendwerks der Arbeiterwohlfahrt (AWO) gewachsen ist, die ihresgleichen in Fulda sucht.

Mietvertrag bis Ende Februar

Unmittelbar nach dem Verkauf des Geländes ging im August ein Aufschrei durch die Szene rund um das Café Panama. Auf dem Plan der neuen Investoren steht ein durchmischter Wohnungsbau. Diese mache die soziokulturelle Nutzung des Geländes, die über zwei Jahrzehnte gewachsen ist, unmöglich, hieß es in dem offen Brief der Bürgerinitiative L14 an die Stadt. Sie hatte sich gegründet, um für den Erhalt der L14 zu kämpfen.

Nun sickerte von einem Musiker das Gerücht durch, das Café Panama mache dicht. Doch sicher ist das noch lange nicht. Denn der Mietvertrag der AWO für die Räumlichkeiten läuft bis Ende Februar 2017. “Und die Konzertgruppe des Café Panamas hängt am Tropf der AWO”, sagt Matthias Söhlke, Sprecher der Bürgerinitiative L14. Daher plane sie wohl auch nicht über Februar hinaus, da nicht klar sei, was dann passiere. “Das Jugendwerk der AWO hat nicht vor, das Café Panama zu schließen”, stellt Jugendbildungsreferent Christian Schmitt klar. Da sie aber derzeit den Mietvertrag verhandeln, könne man derzeit nichts Sicheres sagen.

Übergangsweise Besetzer

Der neue Eigentümer Christopher Burg hat zwar mündlich zugesagt, den Mietvertrag der AWO bis Ende 2017 zu verlängern. Da aber der Grundbucheintrag noch nicht erfolgt ist, er also offiziell noch nicht Besitzer des Geländes ist, bleibt es eben vorerst bei der mündlichen Zusage. Schriftlich kann er seine Zusicherung erst festhalten, wenn er als Besitzer im Grundbuch eingetragen ist. Wann das passiert, konnte das Büro des Bauunternehmers auf move36-Nachfrage noch nicht sagen. Sollte sich der Eintrag aber noch länger hinziehen, seien die Kulturschaffende in der L14 wohl übergangsweise Besetzer, die geduldet werden, so Matthias Söhlke.

Update 2. Februar 2017: Der Mietvertrag läuft nun bis Ende Juni.

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QuelleFoto: Daniel Beise
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Daniel Beise

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