Ein Sprung in der Zeit: Der nun fünfte Teil von “Far Cry” aus dem Hause Ubisoft entführt uns nicht etwa in die Karibik oder die Höhen des Himalayas, sondern nach Zentraleuropa. Langweilig? Von wegen! Max testet für uns “Far Cry: Primal”.

Ein Text von Maximilian Scharffetter

Es handelt sich bei der Szenerie des Titels um das Europa von 10.000 vor Christus. Steinzeit ist angesagt. Als Krieger Takkar vom Stamm der Wenja streifst du durch das geheimnisvolle und paradiesische Land Oros, um deinen zerstreuten Stamm wieder zu vereinen. Doch das Paradies trügt.

Neben gefährlichen und wilden Tieren hausen dort nämlich auch die Udan, ein Stamm von Kannibalen, die besonderen Gefallen daran gefunden haben, die Wenja zu jagen und zu verspeisen. Kenner der Reihe werden sich sofort in das Crafting- und Skillsystem einfinden, doch auch für Neulinge ist es nicht allzu schwer, sich zu orientieren. Im Vergleich zu den Vorgängern kann viel mehr selbst hergestellt werden, denn neben Salben und Tränken zur Heilung kann der Spieler seine Waffen wie Bogen, Speer oder Keule mit den richtigen Ressourcen aufleveln und verbessern.

Darüber hinaus kann der Spieler die Siedlung der Wenja immer wieder verbessern, was allerdings sehr ressourcenaufwendig ist. Obwohl vieles von den Vorgängertiteln übernommen wurde, gibt es einige Neuerungen. Zum Beispiel kann man Tiere zähmen, die einem dann im Kampf zur Seite stehen. Und es ist schon echt hilfreich, wenn „Sören“, der Säbelzahntiger, ein Lager von Ulams ganz alleine auseinander nimmt.


Der Skilltree wurde ein wenig übersichtlicher gestaltet und teilt sich jetzt in mehr verschiedene Talentgruppen auf. Diese werden freigeschaltet, wenn man spezielle Wenjas findet und rettet. Findet der Spieler beispielsweise den Schamanen Tensay, werden die Bestienmeisterfähigkeiten freigegeben, die man nun Stück für Stück verbessern kann.

Die Welt Oros teilt sich in drei Klimazonen ein: die grünen Täler, die Steppe und das Hochgebirge. Jedes einzelne Gebiet beheimatet ganz unterschiedliche Stämme und Tierarten. Das gute an den “Far Cry”-Spielen zeigt sich auch in diesem Teil wieder: Man ist nicht an die Missionen gebunden, sondern kann frei umherlaufen und die Welt entdecken. Ein klassischer Open-World-Titel eben. Es kommt kein Gefühl auf eingeschlossen zu sein, denn es gibt immer etwas Neues zu entdecken.

Das Einzige, worüber der Spieler wirklich stolpern könnte, sind die Dialoge in den Zwischensequenzen. Klar können die Wenja kein richtiges Hochdeutsch sprechen, doch Ubisoft fand es anscheinend logisch, sie keine geraden Sätze reden zu lassen. Die Charaktere sprechen alle in ihrer Stammessprache und sind untertitelt. Dennoch stehen dann so schräge Konstruktionen wie „Wir heute viele Udams getötet. Heute Guter Tag für Wenja” – Seriously? Dadurch kommen die Charaktere leider etwas beschränkt rüber.

Man könnte hier diskutieren, ob man diesen Schritt befürwortet oder nicht. Ich kann beide Seiten nachvollziehen, doch ich persönlich habe mich daran gestört. Das trübt das Spielerlebnis zum Glück nur in Teilen, und deswegen ist “Far Cry: Primal” für mich ein gelungener Titel, der vieles richtig macht. Zyniker könnten hier behaupten, dass es nur gut ist, weil es nichts Neues macht. “Never change a winning team” trifft schon zu, doch der Schritt zur Steinzeit war auf jeden Fall ein Wagnis.

Far Cry: Primal

Erscheinungsdatum: 23.02.16
Plattform: PS4, Xbox One, Windows
USK: 16
Genre: Action Adventure
Preis: 59,99 (Konsole), 54,99 (PC)

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