Fuldas Schülervertretung von links nach rechts: Moritz Bindewald, Niklas Schäfer, Amal-Sophie Attalah, Sophie Wehner, Nicolas Beck, Johannes Odenthal (Foto: Schülervertretung Fulda)

Die Situation in den Schulbussen im Kreis Fulda ist coronabedingt weiterhin nicht optimal. Am Montag haben sich Politik, Schulleiter*innen, Eltern und Schülervertretung zu einer Diskussion getroffen. Es gab Einigkeit bezüglich ein paar Maßnahmen, weitere Vorschläge, aber auch Bedenken.

Eine Pressemitteilung der Schülervertretung Fulda

Am heutigen Tag (Montag; Anm. d. Red.) fand eine Dienstbesprechung der Schulleiter, Schulträger und des Schulamtes statt. Eingeladen waren außerdem die Vertreter der Elternschaft, der Schüler, der Lehrer und der Busunternehmen. Thema waren überfüllte Busse und die Umsetzung eines gestaffelten Schulstarts.

“Auch wenn ein gestaffelter Schulstart in der aktuellen Lage durchaus sinnvoll ist, brauchen wir Schüler weiterhin Freizeit. Erst um 8 Zuhause anzukommen, ist keine Option!”, sagt Niklas Schäfer von der Schülervertretung Fulda.

Den Schülern war es vor Allem wichtig, dass sie sich auf dem Schulweg sicher fühlen und ihnen weiterhin Zeit zum Lernen bleibt. “Wir haben bereits sehr viel Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern erhalten, die sich über zu volle Busse beschweren. Einige haben Angst, ihre Eltern, Großeltern oder andere Personen in ihrem Umfeld zu gefährden. Das darf nicht der Fall sein!”, sagt Amal-Sophie Attalah.

Sportunterricht am Samstag, Homeoffice in einigen Fächern

Die Schüler brachten verschiedene Lösungsvorschläge ein. Sie thematisierten unter Anderem Fahrgemeinschaften, Fußwege, aber auch andere Optionen wie Sportunterricht am Samstag oder einige Fächer im Homeschooling. “An vielen Fuldaer Schulen ist die Digitalisierung bereits so weit vorangeschritten, dass teilweises Home-Schooling eine bessere Option als Schule bis 19.10 Uhr darstellt, sowohl für Schüler als auch für Eltern und Lehrer”. sagt Schülerverteter Nicolas Beck.

Die Situation darf auf keinen Fall zu Lasten der Schüler gehen. Zu vieles lief bereits zu ihrem Nachteil. Am wichtigsten ist doch, dass die Schüler ihre Abschlüsse erreichen und ihre Privatleben in den wesentlichen Aspekten weitergehen kann. “Als Schüler sind uns in dieser Situation zwei Dinge sehr wichtig: Ein sicherer Schulweg und Zeit für Hausaufgaben und andere Aktivitäten. Beides ist zwingend notwendig!”, sagt Moritz Bindewald.


Eine Pressemitteilung des Landkreises Fulda

Bei einem engagierten und konstruktiven Meinungsaustausch haben sich heute Schulleitungen, Eltern- und Schülervertretungen, Staatliches Schulamt sowie die Schulträger Stadt und Landkreis Fulda auf konkrete Schritte zur Lösung der coronabedingten Problematik des Schulbusverkehrs geeinigt. Die Konzeption ist dreigeteilt und bezieht die individuellen Möglichkeiten der jeweiligen Schulen mit ein.

“Die Diskussion war fruchtbar. Es ist erfreulich zu sehen, wie aktiv Schulleitungen, Eltern und vor allem auch die Schülerschaft an dem gemeinsamen Ziel arbeiten und gute Ideen entwickeln”, erklärten Landrat Bernd Woide und Bürgermeister Dag Wehner nach dem gut zweistündigen Treffen im Fürstensaal des Stadtschlosses.

Grundlage der Diskussion war der Vorschlag von Schulträgern und Schulamt, an etwa 20 Schulen in Stadt und Kreis den Unterrichtsbeginn zu verschieben. Das sollte die Möglichkeit eröffnen, die Zahl der Schülerinnen und Schüler in den Schulbussen deutlich zu verringern. Diese Überlegungen stießen in der heutigen Diskussion auf kritische Resonanz, waren aber Anstoß zu einem konstruktiven Miteinander – und führten letztlich zu einer flexiblen Konzeption, die nach den Herbstferien umgesetzt werden soll.

Nach der Diskussion mit Schulleitern im Fürstensaal (von links): Nicolas Beck (Stadtschülerrat), Landrat Bernd Woide, Niklas Schäfer (Kreisschülerrat) Bürgermeister Dag Wehner, Harald Persch, Leiter des Staatlichen Schulamtes sowie Christian Kirchner und Claudia Beck (Stadtelternbeirat). Es fehlt: Ina Riechert (Kreiselternbeirat). (Foto: Johannes Heller)

Bildung von Fahrgemeinschaften nach den Ferien

“Erster Punkt des Plans: Wir werden zusätzliche Busse chartern und gehen gegenwärtig von mindestens 15 Fahrzeugen aus, die in Stadt und Kreis Fulda eingesetzt werden”, erklärten Landrat und Bürgermeister. Außerdem haben die Schulleitungen vorgeschlagen und zugesagt, individuell für ihre jeweilige Schule mit Eltern, Lehrern und Schülern schulbezogene Lösungen zu erarbeiten. Das soll nach den Herbstferien zu einer Flexibilisierung des Unterrichtsbeginns führen. Den dritten Pfeiler steuern die Elternbeiräte aus Stadt und Kreis bei: “Wir werden die Ferien nutzen und auf die Elternschaft zugehen, um die Bildung von Fahrgemeinschaften anzuregen”, sagte Christian Kirchner, Mitglied im Stadtelternbeirat. Das sei nicht nur ein Instrument, die Schulbusse zu entlasten, sondern auch ein Mittel, um gerade jetzt gesellschaftlich näher zusammenzurücken.

Ebenfalls auf den Tisch kam der Samstagsunterricht, thematisiert von Mitgliedern des Stadt- und Kreisschülerrates. “Auch das ist eine Möglichkeit, die von den Schulen ganz individuell umgesetzt werden könnte”, sagten sie und wiesen in Richtung möglicher Kritiker darauf hin, “dass wir hier doch über kreative Lösungen reden, die nur für eine begrenzte Zeit gelten”.

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