Foto: Screenshot/Youtube

Seit Anfang des Jahres gibt es regelmäßig neue Tracks von Elif Demirezer. Bekannt wurde die Berlinerin durch die achte Staffel der Castingshow “Popstars”. Nach ihrem letzten Album “Doppelleben” erschien anfang des Monats ihre dritte Platte: “Nacht”. Und die ist emotionaler und düsterer als je zuvor. Unser heißer Scheiß der Woche.

Mehr Power, mehr Rap und noch mehr Emotion: Elif Demirezer zeigt sich in diesem Jahr mit neuem Stil. Das brave Mädchen, das du aus ihrem vorangegangenem Album ‘Doppelleben’ kennst, scheint Geschichte zu sein. Schon Anfang 2020 gelang ihr der erste musikalische Befreiungsschlag – gemeinsam mit Rapper Samra und dem Track “Zu Ende” schaffte sie es direkt in die Top-5 der deutschen Singlecharts.

Neuer Stil, neue Elif

Es folgte ein Track nach dem anderen, und alle zeigen: Nicht nur als Feature hat die Sängerin was drauf. Mit ihrem neuen Album, das seit September im Handel ist, verarbeitet Elif all ihre Erfahrungen und Erkenntnisse der vergangenen Jahre. Zwar hat sie schon immer schmerzhafte Lieder geschrieben und inhaltlich hält Elif an falscher Liebe, Familie, Ängsten und Herkunft fest. Der stilistische Wechsel steht der Songwriterin aber fantastisch und verleiht den Songs noch mehr Tiefe.

Aus “Noch nie fühlte ich mich so verbunden. Ich dachte ich hätte endlich in dir Familie gefunden” wurde “Mann, ich will dich anschreien. Ich schwör’, du tust mir nicht gut. Bereu’ dich wie ein Tattoo” – nicht nur die Lines sind härter, auch die Beats haben nichts mehr von ihren soften Klängen aus vergangen Zeiten. So dunkel und wütend manche der Stücke sind, so leise, introvertiert und nachdenklich kommen viele der Tracks aktuell daher. Elif hat Power in der Stimme und zeigt das – endlich – in jedem einzelnen Lied.

Mehr davon!

Im Musikmachen hat sie anscheinend die beste Therapie gefunden, Erlebtes zu verarbeiten und ihr gebrochenes Herz wieder zu heilen. Denn im Zentrum von “Nacht” steht mit “Nur mir” ein Song, in dem sich Elif mit dem Ende ihrer toxischen Beziehungen auseinandersetzt. Die restlichen Nachwehen verwandelt sie in 26 Minuten Albummaterial.  

Die Künstlerin hat mit “Nacht” bewiesen, dass wir mehr Frauen in der Hip-Hop-Szene brauchen, die nicht nur lyrisch, sondern auch musikalisch absolut mit ihren männlichen Kollegen mithalten können.

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