Foto: Sebastian Krah

Jede Woche werden in Hessen mehrere Tausend Blutspenden benötigt. Durch Corona verringern sich die Vorräte. Das hessische Sozialministerium ruft deshalb alle Hessinnen und Hessen zur Blutspende auf. Volontärin Luisa hat sich bei ihrer ersten Blutspende von Kameramann Felix begleiten lassen. Im Video zeigen wir dir, was dich als Erstspender*in erwartet.

Da durch Corona viele Operationen zunächst verschoben werden mussten und nun nachgeholt werden, ist der Bedarf an Spenderblut gestiegen. Wie die Fuldaer Zeitung berichtet, herrscht dadurch aktuell ein Engpass bei der Blutversorgung – auch in unserer Region. Hessens Sozialminister Kai Klose rief die Bürgerinnen und Bürger kürzlich dazu auf, Blut zu spenden, um die Versorgung von Patienten weiterhin zu gewährleisten. Dabei weist er explizit darauf hin, dass beim Blutspenden kein erhöhtes Infektionsrisiko mit SARS-CoV-2 bestehe. Aufgrund der vorgegebenen Schutzmaßnahmen sollte man vorher online einen Termin vereinbaren.

Aber was musst du vor und während deiner ersten Blutspende eigentlich beachten? Im Video zeigen wir dir, wie’s läuft. Und um die wichtigste Frage gleich vorab zu beantworten: Nein, es tut nicht weh.

Achtung: Wenn du sensibel auf die Darstellung von Blut reagierst, solltest du dir das Video besser nicht ansehen.

Krankheiten, Drogen und Sex: Jede Menge Fragen vor der Spende

Wenn du online einen Termin vereinbart hast, geht eigentlich alles ganz easy: Bei der Anmeldung musst du deinen Ausweis vorzeigen und wirst im System angelegt. Dann bekommst du einige Formulare. Keine Angst: Die Leute vom Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuz (DRK) erklären dir alles ganz genau. Die Fragen auf dem Formular musst du allerdings selbst beantworten – und das sind einige.

Hatten Sie in der letzten Woche eine zahnärztliche Behandlung? Konsumieren Sie Rauschmittel oder Medikamente missbräuchlich? Sind Sie in den letzten vier Monaten in Berührung mit Blut einer anderen Person gekommen? Hatten Sie in den letzten vier Monaten Sexualverkehr mit einer Person, deren Lebensumstände Ihnen nicht näher bekannt sind? Hatten Sie in den letzten vier Monaten als Mann Sex mit einem anderen Mann beziehungsweise als Frau Verkehr mit einem bisexuellen Mann? Haben Sie innerhalb der letzten vier Wochen Antibiotika oder Schmerzmittel eingenommen?

Das ist nur eine kleine Auswahl aus dem Fragenkatalog – und alles muss wahrheitsgemäß beantwortet werden, denn vieles davon kann dich von der Blutspende ausschließen.

Aktuell darf das Blut von homosexuellen Männern beispielsweise nur dann verwendet werden, wenn sie in den vergangenen zwölf Monaten keinen Sexualverkehr hatten – man schätzt das Risiko einer Hepatitis- oder HIV-Infektion als zu hoch ein. Aktuell steht aber zur Debatte, diese pauschalierende Regelung zu lockern.

Keine Angst vor der Nadel

Nach dem Beantworten aller Fragen geht’s weiter zur nächsten Station: Hier werden deine Körpertemperatur, dein Blutdruck und dein Hämoglobinwert gemessen. Dazu pikst man dir kurz in den Finger – davon spürst du aber im Regelfall nichts. Der Arzt oder die Ärztin geht den Fragebogen mit dir durch und hakt eventuell nochmal nach, wenn etwas unklar ist. Er oder sie stellt sicher, dass du dich gesund fühlst und genug getrunken und gegessen hast, damit dein Kreislauf nicht schlapp macht. Wenn du rundum fit bist, darfst du auf die Liege und es kann losgehen.

Sobald die passende Vene gefunden wurde, kommt der vermeintlich unangenehme Teil: die Nadel. Aber keine Angst, das tut wirklich nicht weh. Im Idealfall bleibst du nun einfach einige Minuten liegen und das Blut läuft von allein. Vielleicht musst du ein bisschen nachhelfen, indem du auf einem Gegenstand herumknetest. Bei Volontärin Luisa hat allerdings nichts geholfen: Das Blut wollte einfach nicht so richtig laufen. Mehrere Ärzt*innen versuchten ihr Glück, aber da war nichts zu machen. Kein Blut, keine Spende. Schade! Zum Glück ist das eher selten der Fall. Und keine Sorge: Auch wenn deine erste Spende nicht funktioniert, wird dein Blut getestet und du erhältst einige Wochen später deinen Blutspendeausweis mit der Post.

Nach der Spende am Besten auf die Couch

Nachdem die Prozedur beendet ist, wird die Nadel entfernt und ein kleiner Verband angelegt, der Druck auf die Einstichstelle ausübt, damit du nicht einfach weiter blutest. Den Verband kannst du kurze Zeit später aber wieder abnehmen. Zunächst musst du jedoch ein bisschen liegenbleiben. Schließlich kann so eine Blutspende schon mal auf den Kreislauf gehen. Erst wenn dir auch nach einigen Minuten nicht übel oder schwindelig ist, darfst du langsam aufstehen. Während der gesamten Zeit haben die Helfer*innen vom DRK dich im Auge und stellen sicher, dass es dir auch wirklich gut geht, bevor du entlassen wirst.

Ein kleines Geschenk gibt’s obendrein auch noch: Meistens bekommst du eine Tüte mit Snacks, die dich wieder stärken sollen. Am Tag der Spende darfst du keinen Sport mehr machen und dich nicht mehr anstrengen – und wo ruht man sich am Ende des Tages am Besten aus? Klar: Am liebsten auf der Couch. Einen Tag später solltest du dich wieder fit fühlen.

Weitere Infos zum Thema Blutspende findest du hier.

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