Beim Workshop zum neuen Skate- und Sportpark in der Fuldaaue sollten die Teilnehmer erst mal abstecken, welchen Typus sie gerne hätten. (Foto: Daniel Beise)

Dass der Skatepark in der Fuldaaue zur Landesgartenschau 2023 aufgemotzt beziehungsweise neu gebaut werden soll, ist schon länger bekannt. Nun nimmt das Vorhaben Gestalt an. Bei einem ersten Workshop in der Jugendkulturfabrik (JKF) haben vor allem Skater, Parkour-Läufer und Scooter-Fahrer ihre Wünsche geäußert und an groben Entwürfen für ein Konzept mitgearbeitet. Eins ist jetzt schon klar: Das Ding wird größer, geschmeidiger, moderner – und längst nicht nur was für die Flitzenden auf vier Rollen.

Vor gut 25 Jahren wurde er gebaut – der Skatepark in der Fuldaaue. Gediegen im Grünen und etwas abgeschirmt gelegen zwischen Feuerwehrmuseum und Sickelser Straße, hat er für Street-Skater einiges zu bieten: Quarters, Funbox, Rails, Curbs, Treppen. Schlecht ist er jedenfalls nicht – aber eben nur was für jene Skater, Blader (Inlineskater) oder Scooter-Fahrer, die Tricks zaubern, die man auch an vielen städtischen Spots hinlegen kann. Daher der Name für diesen Stil: Street – die Elemente sind alltäglichen Hindernissen nachempfunden wie Treppen, Geländern oder Bänken.

Der Skatepark in der Aue weicht komplett einer neuen Skate- und Sportanlage

“Es ist schon länger klar, dass der jetzige Outdoor-Park nicht mehr modern ist, so hat man sie vor 20, 30 Jahren gebaut”, sagt Alexander Balthasar, der in Fulda Sozialpädagogik studiert hat und hauptamtlicher Mitarbeiter und Betreuer in der JKF ist. “Heute sind ja nicht mehr nur Skater unterwegs, sondern auch Scooter-Fahrer, BMXler oder Parkour-Läufer”, so der 39-Jährige weiter. (Hier liest du eine Geschichte über Fuldas Parkour-Läufer-Szene).

Bilder, Ideen und Wünsche für eine neue Skate- und Sportanlage geistern schon länger in den Köpfen der Szene rum – die in Fulda gut vernetzt sei, weiß Alexander. Das liege vor allem daran, dass sie eine Location hat, wo sie sich trifft: bei gutem Wetter am Park in der Aue oder bei schlechtem in der Rollfabrik der JKF. Ein großes Anliegen der Jugend hat sich bereits herauskristallisiert: ein größerer Park mit mehr Flow. “Man fährt ja immer Wege ab, um Tricks zu üben, und die brauchen mehr Flow. Heißt: Die einzelnen Elemente müssen besser ineinander übergehen”, erklärt Alexander.

Doch die Städtebauförderung der Stadt Fulda braucht konkretere Anhaltspunkte, um möglichst viele Wünsche und Vorstellungen abzudecken. Also ist sie auf die JKF als großen Akteur zugegangen. Vorher gab’s noch eine Ausschreibung für Planungsbüros, die sich mit einem Entwicklungskonzept für die Anlage bewerben sollten. Gewonnen hat die Firma Endboss aus Hannover, die bereits Skateparks auf der ganzen Welt konzipiert hat.

Endboss organisiert darüber hinaus Workshops mit Jugendlichen und entsprechenden Stellen wie Städtebauförderungen. So auch vergangene Woche in der JKF. “Wir versuchen hier erstmal herauszukitzeln, was die Sportler überhaupt wollen”, sagt Mitarbeiter Jan Kliewer. Ihr Konzept sieht vor, dass nach drei solcher Workshops das Ding umsetzbar sein soll. “Wir planen das so, dass andere den Park dann bauen können”, so Jan weiter. Der nächste Workshop wird voraussichtlich im November stattfinden.

Alexander Balthasar, JKF-Mitarbeiter, Betreuer
Alexander Balthasar ist hauptamtlicher Mitarbeiter in der Jugendkulturfabrik. (Foto: Alexander Balthasar)

Was in Fulda fehlt: Bowls, Pumptracks und ein Parkour-Park

Rund 20 Jugendliche kamen zum Termin in die JKF, hörten zunächst einen Impulsvortrag der Endboss-Mitarbeiter über Skatekultur und -geschichte und nahmen anschließend am Workshop teil. Hier sollten sie zunächst kleine Sticker auf Bilder mit verschiedenen Typen von Skateanlagen kleben, die sie bevorzugen. Was nämlich in Fulda zum Beispiel fehlt, sind Halfpipe, Miniramp, Bowls – Bowls ähneln einem Swimmingpool, daher auch Pool genannt – oder auch Pumptracks. Das sind Rundkurse vorrangig für Mountainbiker oder auch BMXler. Zudem wünschen sich auch die Parkour-Läufer in Fulda einen Park. Anschließend ging es schon grob ans Konzipieren und Zeichnen.

Finanziell gefördert wird das Ganze im Rahmen eines Bund-Länder-Programms; für den Skatepark samt Pumptrack, Bowl- sowie Anfänger-Bereich plus Calisthenics- und Parkouranlagen stehen circa 695.000 Euro zur Verfügung, das alles wird schließlich um einiges größer als der jetzige Park an der Sickelser Straße entlanglaufen. Für einen Bewegungskurs rund ums Feuerwehrmuseum und Deutsche Rotes Kreuz gibt’s circa 280.000 Euro. “Das Programm nannte sich damals ‘Zukunft Stadtgrün’, heißt aber jetzt ‘Wachstum und nachhaltige Erneuerung‘”, sagt Roman Bonzel von der Städtebauförderung der Stadt Fulda, der beim Workshop in der JKF dabei war. “Wir haben uns mit einem Konzept beworben, das die Fuldaaue wieder stärker mit dem Stadtteil Neuenberg, dem Stadtbezirk Südend sowie mit der Innenstadt verknüpfen soll”, so Bonzel weiter. Das sei eines von vielen Projekten, die die Stadt beim hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen angemeldet hat und dessen Förderung bewilligt wurde. Allerdings müssen diese von Jahr zu Jahr neu beantragt werden.

Und der Skatepark fällt genau ins Fördergebiet. Auch die Stadt habe gesehen, dass der alte Park erneuert werden müsse. “Zudem wird dieser Bereich tangiert von den Landesgartenschau-Strömen 2023 – da haben wir uns gesagt: Bis dahin soll der Park fertig sein”, so Bonzel, und er fährt fort: “Dazu gab es letztes Jahr, um das Projekt voranzubringen, einen öffentlichen Beteiligungstermin – und da haben sich neben den Skatern auch Calisthenics-Fans (vor allem Eigengewichtsübungen mit Barren und Reck, Anm. d. Red.), Parkour-Läufer und Scooter-Fahrer eingebracht. Da haben wir gemerkt: Es fehlt nicht nur eine moderne Skateanlage, sondern insgesamt ein Sport- und Bewegungsbereich in der Fuldaaue. So hat sich das Ganze zu einem Sport- und Skatepark entwickelt.”

Die Grafik zeigt: Skate- und Sportanlage werden diesen Bereich in der Fuldaaue dominieren

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Grafik: Städtebauförderung der Stadt Fulda

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