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Auch das Dorfgemeinschaftshaus in Petersberg-Steinau bleibt für private Partys bis zum 31. Oktober geschlossen. (Foto: Rainer Ickler)

Keine Hochzeiten, Taufen oder Geburtstage: Um eine einheitliche Regelung für den Landkreis zu schaffen, haben die Bürgermeister des Landkreises beschlossen, dass bis zum 31. Oktober keine privaten Feierlichkeiten in den öffentlichen Gemeinschaftshäusern durchgeführt werden dürfen.

Von Alina Hoßfeld

Bereits seit Ende März ist es nicht möglich, Dorfgemeinschaftshäuser für private Feiern zu buchen. Jetzt gilt die Frist, die ursprünglich bis zum 30. August andauern sollte, bis zum 31. Oktober. „Wir haben die Schließung der Dorfgemeinschaftshäuser für private Feiern bewusst verlängert“, erklärt Neuhofs Bürgermeister und Sprecher der Kreisbürgermeister Heiko Stolz (CDU).

Denn für das Land Hessen wurden am 1. August unter anderem die Rahmenbedingungen für die Durchführung von Veranstaltungen überarbeitet. Die Gemeinden müssen dafür sorgen, dass diese Bedingungen eingehalten werden. „Für die Kommunen ist es nicht möglich, die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln auf privaten Feiern sicherzustellen“, nennt der Bürgermeister einen der Gründe, die zu der Entscheidung beigetragen haben. Ein weiterer Grund seien die steigenden Infektionszahlen: „Wir müssen abwarten, wie sich diese entwickeln, vor allem im Hinblick auf die Reiserückkehrer.“

Nicht alle Bürger*innen haben Verständnis

Doch was passiert mit privaten Feiern, die vor den neuen Beschränkungen geplant wurden? „Wir haben den Bürgern rechtzeitig abgesagt. Zudem haben wir die Buchungen nur unter Vorbehalt angenommen. Es ist natürlich möglich, nun mit der Feier auf einen Gastronomiebetrieb mit eigenen Räumlichkeiten auszuweichen“, sagt Stolz. Doch bei den Absagen gebe es nicht immer Verständnis der Bürger. „Wir haben alles dabei: Die Spanne an Reaktionen ist so breit wie die Meinung der Bevölkerung über das Coronavirus“, erklärt der Bürgermeister.

Nur wenn das Land Hessen Lockerungen erlässt, sei es wieder möglich, private Feierlichkeiten in den Dorfgemeinschafthäusern durchzuführen. „Dass es derartige Lockerungen geben wird, wird aus meiner Sicht nicht passieren. Es geht eher wieder in die andere Richtung. Daher nehmen wir Buchungen nach dem 31. Oktober ebenfalls nur unter Vorbehalt an“, so Stolz. Doch ausfallende private Feierlichkeiten haben finanzielle Auswirkungen auf die Kommunen. Das zeigt sich unter anderem in Petersberg.

Hohe Ausfälle bei gleichen Ausgaben

„Wir rechnen mit einem Einnahmeverlust von rund 30.000 Euro von März bis Ende Oktober. Wenn im November und Dezember Tagungen, Fastnachtsveranstaltungen und Weihnachtsfeiern ebenfalls ausfallen, wird der Verlust jedoch höher ausfallen“, sagt der Pressesprecher der Gemeinde Petersberg, Sebastian Kircher. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 bescherten das Propsteihaus und die Gemeinschaftshäuser in den Ortsteilen der Gemeinde Mieteinnahmen in Höhe von 56.000 Euro. In diesem Jahr fehlen somit weit mehr als die Hälfte der geplanten Einnahmen. Zudem bleiben die Nebenkosten unter anderem für die Instandhaltung der Gebäude gleich. Das bedeutet: hohe Mieteinnahmenausfälle bei gleichen Ausgaben. Zusätzlich kommen noch die Kosten für die Renovierungen hinzu, die die Gemeinde während der Corona-Pause vorgenommen hat.

Insgesamt gibt es in der Gemeinde Petersberg sechs Gemeinschaftshäuser in den Ortsteilen Almendorf, Marbach, Böckels, Steinau, Götzenhof und Steinhaus. Zudem können im Propsteihaus Feierlichkeiten stattfinden. Dass die Dorfgemeinschaftshäuser beliebt bei den Bürgern sind, zeigt sich bei den Reservierungen. „Das Propsteihaus wäre nur an zwei Wochenenden dieses Jahr frei gewesen. Doch die Menschen, denen wir absagen mussten, haben verständnisvoll reagiert. Manche verlegen Hochzeiten ins kommende Jahr. Runde Geburtstage, die ausfallen müssen, bedauern wir, denn diese können nicht verlegt werden“, sagt Kircher.

Einen Schritt weiter geht die Gemeinde Rasdorf: Sie schließt die gemeindlichen Bürgerhäuser sogar gleich bis Ende des Jahres. Während private Feiern verboten sind, dürfen Vereine die Dorfgemeinschaftshäuser weiter nutzen. Dabei müssen sie sich an die von der Landesregierung vorgegebenen Auflagen – Hygiene- und Abstandsregeln – halten. Zudem werden die Kreisbürgermeister heute in einer Sitzung beraten, wie weitere Maßnahmen aussehen könnten.

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