Schule Unterricht
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Pünktlich zu Beginn des neuen Schuljahres, das in Hessen am Montag startet, hat das Kultusministerium einen aktuellen Hygieneplan veröffentlicht. Dieser sieht unter anderem eine Maskenpflicht im gesamten Schulgebäude außerhalb des Unterrichts vor.

Geplant ist, den Präsenzunterricht wieder mit voller Klassenstärke zu starten. Das erfordert allerdings, dass die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen genauestens eingehalten werden. “Die Mitglieder der Schulleitungen sowie Pädagoginnen und Pädagogen gehen bei der Umsetzung von Schutz- und Hygieneplänen mit gutem Beispiel voran und sorgen zugleich dafür, dass die Schülerinnen und Schüler die Hygienehinweise ernst nehmen und ebenfalls umsetzen”, heißt es im Hygieneplan des hessischen Kultusministeriums.

Auf dem gesamten Schulgelände, also sowohl im Gebäude als auch außerhalb, ist eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Einzige Ausnahme: während des Unterrichts im Klassen- und Kursverband. Auf Körperkontakt wie Umarmungen und Händeschütteln muss verzichtet werden. Darüber hinaus müssen die gängigen Hygienemaßnahmen wie gründliches Händewaschen weiterhin eingehalten werden. Die jeweilige Schulleitung ist verantwortlich für die Einhaltung aller vorgeschriebenen Maßnahmen.

Mindestabstand im Klassenzimmer keine Pflicht

Ein Mindestabstand muss, sofern der Unterricht es erfordert, im regulären Klassenverband nicht eingehalten werden. Bei Konferenzen oder schulbezogenen Veranstaltungen sowie beim Mittagessen in der Mensa sollte allerdings auf einen Abstand von mindestens 1,5 Metern geachtet werden.

In sämtlichen Räumen, also neben Klassenräumen auch Lehrerzimmer und Sekretariate, ist auf eine intensive Lüftung zu achten. Das beinhaltet eine Stoßlüftung mindestens alle 45 Minuten und regelmäßige Reinigung. Eine Desinfektion der Flächen wird durch das Robert-Koch-Institut allerdings nicht empfohlen.

Wer eindeutige Symptome aufweist, die auf eine Covid-19-Infektion hindeuten, darf kein Schulgebäude betreten. Darauf gehen Kultusminister Professor Alexander Lorz und Sozialminister Kai Klose in einem offenen Brief genauer ein und fragen sich: “Wie gehen wir damit um, wenn spätestens im Herbst der erste Schnupfen kommt, der Hals kratzt und Erkältungen in den Kindertagesstätten und Schulen auftreten?”

Schnupfen ist kein Ausschlussgrund: Symptome richtig einschätzen

Um den Eltern und Schulen die nötige Handlungssicherheit im Umgang mit Erkältungssymptomen zu geben, wurde genau festgelegt, ab wann ein Besuchsverbot der Schule erforderlich ist. So dürfen Kinder und Jugendliche mit Fieber, trockenem Husten oder einer ungeklärten Störung des Geruchs- oder Geschmackssinns die Schule nicht betreten. Das gilt aber nur dann, wenn die Symptome akut auftreten. Chronische Erkrankungen oder ein gelegentliches Halskratzen sind ausgenommen. Schnupfen ohne weitere Krankheitszeichen ist ausdrücklich kein Ausschlussgrund. Generell gilt aber auch: Kinder und Jugendliche, die eindeutig krank sind, sollten nicht zur Schule gehen – das war bereits vor der Corona-Pandemie der Fall.

Gehören Lehrkräfte oder Schüler*innen der Risikogruppe an, so sind sie nicht zum Präsenzunterricht verpflichtet. Beschäftigte müssen ihrer Dienstpflicht dann von zuhause oder einem anderen geschützten Bereich aus nachgehen. Gefährdeten Schülerinnen und Schülern soll die Teilnahme durch Distanzunterricht ermöglicht werden, wenn besondere Hygienemaßnahmen im Präsenzunterricht nicht ausreichen. Hierzu ist immer ein ärztliches Attest nötig.

Als zentrales Ziel wird im Hygieneplan eine Unterbrechung der Infektionsketten genannt. Es ist auf eine hinreichende Dokumentation und konsequentes Kontaktmanagement zu achten. Zusätzlich wird die Verwendung der Corona-Warn-App empfohlen. “Die Verwendung ist freiwillig und kann nicht angeordnet werden”, heißt es hierzu.

Ausbau eines modernen Schulportals geht voran

Das staatliche Schulamt für den Landkreis Fulda erklärt auf unsere Nachfrage, dass den Schulen eine persönliche Schutzausrüstung für Lehrkräfte zugeteilt wurde. Weiterhin können sich Lehrkräfte auf freiwilliger Basis mehrfach auf eine Infektion mit Covid-19 testen lassen. Auf Landesebene gehe der Ausbau des Schulportals mit Videokonferenzsystem und weiteren modernen Inhalten voran.

“Wir alle wissen nicht, wie sich die Pandemielage in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln wird. Umso wichtiger ist es, dass wir die Entwicklungen genau beobachten”, heißt es vom Schulamt. “Hierzu arbeiten alle beteiligten Behörden in Stadt und Landkreis Fulda eng zusammen, um schnell und verantwortungsvoll reagieren zu können.” Die Entscheidung, welche Maßnahme beim Auftreten einer oder mehrerer Infektionen an einer Schule zu treffen ist, liege beim zuständigen Gesundheitsamt.

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