Parker während der Dreharbeiten für seinen neuen Song. (Foto: Camager Cuts)

Der Rapper Parker aus Rotenburg an der Fulda macht gerade ordentlich Werbung für sich. In der Corona-Cypher des prominenten Rap-Bloggers Julien Sewering hat er sich mit seinen Songs ins Viertelfinale vorgearbeitet. In seinen Videos zeigt Parker zwar sein Gesicht – um seine Person macht er aber sonst ein großes Geheimnis.

Parker ist 26 Jahre und auf dem Blog von Julien Sewering kein Neuling. Mit uns hat er über die Cypher und seine Musik gesprochen.

Mehr als 100.000-Mal werden die Rap-Videos, die du bei Juliens Corona-Cypher hochlädst, jeweils geklickt: Kannst du dem Laien mal erklären, was das überhaupt ist und wie es funktioniert? 

Die Corona-Cypher ist die Corona-Edition von Juliens Blog-Battle. Das Battle wird jedes Jahr vom Youtuber Julien Sewering initiiert. Um bei der Corona-Cypher mitzumachen, konnten sich sowohl Amateur*innen als auch Profimusiker*innen mit einem Musikvideo bewerben. Die Qualität des Videos war egal. Um sich zu qualifizieren, mussten die Teilnehmer*innen das Video auf Youtube hochladen und Julien eine Mail schicken.

Weißt du, wie viele sich beworben haben?

2400 Bewerbungen sind eingegangen und 32 Teilnehmer*innen haben sich qualifiziert. Mich eingeschlossen.

Wie ging es dann weiter in der Cypher?

Das Prinzip der Cypher funktioniert folgendermaßen: Wir wurden in acht Gruppen von A bis H eingeteilt. In einer Gruppe treten vier Teilnehmer*innen gegeneinander an, zwei davon kommen weiter. Wer das ist, das entscheiden die Likes für die Videos, die Käufe auf den Streaming-Portalen, und dann gibt Julien noch seine Bewertung und Punkte ab.

Ist es nicht komisch, dass eine Person sich das Recht rausnimmt, deine Musik zu bewerten?

Komisch ist es nicht. Julien hat von Rap wirklich Ahnung, vor allem von Battle-Rap. Aber natürlich ist es immer besser, wenn es noch eine zweite Meinung gibt. Aber Julien ist in dieser Hinsicht wirklich fair und schreibt einen auch noch einmal persönlich an, wenn die Bewertung negativ ausfällt.

So viel Kritik scheinst du ja nicht zu bekommen, schließlich bist du bis ins Viertelfinale gekommen. Deine Videos sind außerdem professionell produziert. Wie lang machst du schon Musik?

Richtig Musik mache ich seit 2015. Zu dem Zeitpunkt habe ich meine ersten Videos und Songs hochgeladen. Die spielten allerdings eher im Battle-Rap. 2017 habe ich den dritten Platz bei Juliens Blog-Battle ergattert. So gesehen war ich dieses Jahr deswegen auch kein Neuling auf dem Blog.

Wie unterscheidet sich die Cypher eigentlich von den Battles?

Der Stil der eingereichten Songs ist wohl der größte Unterschied. Bei den Battles wird musikalisch gegeneinander angetreten. Battle-Rap hat seinen eigenen Stil: Es wird mit härteren Beats, aggressiverer Stimme und Texten gearbeitet. Bei der Cypher war es ihm egal, in welchem Genre sich die Teilnehmer*innen bewegen. Jeder konnte sich bewerben.

Du hast erzählt, dass du früher im Battle-Rap angesiedelt warst, dich aber über die Jahre weiterentwickelt hast. Sieht man während der Cypher nur aktuelle Songs oder kramst du im Archiv?

Für die Cypher nehme ich neue Songs auf. Bis ein Song fertig ist, brauche ich meistens ein bis zwei Wochen inklusive Dreh.

Wie kann ich mir die Produktion eines Songs vorstellen?

Die Texte schreibe ich selbst. Die Beats produziert der 17-jährige Beatproduzent Copright aus Dresden. Camagercuts aus Fulda produzieren meine Videos. Copright hatte mich damals angeschrieben und Camager Cuts habe ich bei einem Dreh für ein “Juliens Blog-Battle”-Video kennengelernt. Seitdem arbeite ich mit beiden zusammen

Wie viele Singles hast du schon rausgebracht und was zeichnet einen guten Song für dich aus?

Das müssten um die 20 Singles sein. Ich nehme mir, wenn nicht grade Corona-Cypher ist, Zeit für meine Lieder und versuche mit ihnen den aktuellen Zeitgeist zu treffen. Ein gutes Lied oder ein guter Rap lebt von der Hook. Da müssen sowohl die Beats als auch der Inhalt des Textes passen. Meine Energie, Zeit und mein Geld stecke ich in einzelne Singles und deren Videos und nicht in eine Albumproduktion.



Das hört sich nach einem teuren Spaß an.

Es kommt immer darauf an, wie groß der Aufwand ist. Einen Pauschalpreis gibt es nicht. Das, was ich mit meiner Musik verdiene, reinvestiere ich direkt in neue Songs. Schön wäre es natürlich, wenn ich davon leben könnte.

Für Erfolg braucht man Traffic. Wie machst du die Leute auf dich aufmerksam?

Während der Cypher promote ich in meinen Videos auch die Songs auf meinem Kanal. Aber hauptsächlich bin ich auf Instagram unterwegs und mache Eigenwerbung.

Bevor wir das Interview geführt haben, habe ich ein bisschen recherchiert. Es war wirklich schwer, Infos über dich herauszufinden. Wie kommt das?

Ich habe mich bewusst dazu entschieden, die Künstlerfigur Parker von meinem Privatleben zu trennen. Deswegen gibt es auch keine privaten Infos über mich außer meinem Alter. Trotzdem wollte ich Parker ein Gesicht geben und habe mich gegen eine Maske entschieden.

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