Szenen aus “Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug” (l.) und aus “Die nackte Kanone” (Fotos: Paramount Pictures)

Kennst du schon ..? Jede Woche entdecken wir neue, aber auch ältere, vielleicht vergessene kulturelle Goldstücke im Netz – Alben, Bücher, Serien, Filme, Games, Podcasts und vieles mehr, wozu wir unseren Senf abgeben. Diese Woche gibt’s drei Retro-Komödien aus den 80ern beziehungsweise den 90ern.

Auf Netflix kannst du seit geraumer Zeit ein paar Retro-Komödien-Klassiker streamen: “Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug” (1980), “Die nackte Kanone” (1988) und “Die nackte Kanone 33 1/3” (1994). Sie stammen vom ZAZ-Trio David Zucker, Jim Abrahams und Jerry Zucker. Und sie glänzen mit trotteligen Chrakteren und proll-freiem Wortwitz.

Felix, Joscha und Sascha haben sich für euch einmal “Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug”, “Die nackte Kanone” und “Die nackte Kanone 1/2” (leider nicht auf Netflix verfügbar) reingezogen. Sie sagen euch, worauf ihr euch freuen könnt. “Die nackte Kanone 33 1/3” könnt ihr abschließend ohne Vorbehalt streamen.

“Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug”: Leslie Nielsens Durchbruch

Von Joscha Reinheimer

Der Film (Orginaltitel: “Airplane!”) war für Leslie Nielsen der Durchbruch als Schauspieler. Nachdem er mehr als 30 Jahre lang eher ernste Rollen spielte, gelang ihm 1980 mit seiner Nebenrolle als Dr. Rumack der lang ersehnte Karriereschub. Die Story passt auf einen Bierdeckel und ist eigentlich nur der Rahmen für die komplett überdrehte Parodie von unzähligen Hollywoodfilmen wie “Der weiße Hai”, “Saturday Night Fever” und “714 antwortet nicht”.

Auf einem Flug von Los Angeles nach Chicago erleiden ein Teil der Passagiere und die Piloten eine Fischvergiftung. Der Ex-Militärpilot Ted Striker mit posttraumatischer Belastungsstörung und Flugangst muss das Ding landen, während Leslie Nielsen sich um die Kranken kümmert. Nichts Besonderes, dennoch überraschend spannend.

Helmut W. Banz von der “Zeit” beschrieb den Film 1980 als “geschmacklos, grobschlächtig, grotesk, und ungemein vergnüglich” – besser kann ich es nicht ausdrücken. Die Gags kommen im Sekundentakt, einer Dümmer als der andere. Dass da nicht jeder sitzen kann, ist kein Problem. Ein paar Frames weiter wartet der nächste Knaller. Unbedingt anschauen!

“Die nackte Kanone”: Keine Fürze nötig

Von Felix Weigl

“Lieutenant Frank Drebin, Spezialeinheit!” Die ersten Worte von Leslie Nielsen, der 2010 verstarb, in der legendären Slapstick-Komödie “Die nackte Kanone”. Der Film von 1988, der auf der in Deutschland relativ unbekannten Serie “Die nackte Pistole” basiert, gilt immer noch als eine der besten Komödien aller Zeiten. 

Die “Handlung” kann man beinahe als nebensächlich abtun. Drogengeschäfte, ein geplanter Anschlag auf die Queen von England und eine Liebesgeschichte. Eigentlich nur eine Rahmenhandlung, um sich von Gag zu Gag zu hangeln, dennoch unterhaltsam.

Und eben jene Gags haben es heute noch in sich, jeder Gag zündet und selbst wer den Film noch nicht kennt, wird einige Szenen wiedererkennen. Zum Beispiel Leslie Nielsen vor einem explodierenden Gebäude voller Feuerwerk, während er sagt, es gäbe nichts zu sehen, “Gehen sie weiter”. Außerdem schaffen es diese Gags ohne Furzgeräusche oder ähnliches auszukommen. Etwas, worauf sich leider viele aktuelle Komödien stützen müssen. 

Immer wieder neue Gags im Hintergrund

“Die nackte Kanone” jedoch bietet eine andere, vielleicht ältere Art von Humor. Diese Filme kann man immer wieder anschauen, man entdeckt immer wieder neue Gags im Hintergrund. 

Und wer des Englischen mächtig ist, sollte den Film unbedingt im O-Ton schauen. Manche Wortwitze lassen sich eben nur schwer oder gar nicht übersetzen.

Auf jeden Fall ein Klassiker der Kinogeschichte, den jeder Comedyfan mindestens einmal im Leben gesehen haben sollte.

“Die nackte Kanone 2 1/2”: Kampf gegen Erneuerbare Energie

Von Sascha-Pascal Schimmel

Leutnant Frank Drebin ist fertig. Dass seine geliebte Jane Spencer ihn kurz vor der Hochzeit hat sitzen lassen, hat er noch immer nicht verkraftet. Immerhin: Kürzlich ist er ausgezeichnet worden – für die Tötung seines 1000. Drogendealers. “Die letzten zwei habe ich mit dem Wagen überfahren. Zum Glück stellte sich heraus, dass es Drogenhändler waren”, erzählt er während eines Dinners im Weißen Haus. Dort lernt er Dr. Meinheimer kennen. Der soll den dümmlichen Präsidenten – “Wie war das? Rezession mies, Aufschwung gut” – in wenigen Tagen auf den Einsatz von Erneuerbarer Energie einschwören. Atom, Öl und Kohle hätten es dann schwer. Der Energielobby schmeckt das nicht. Sie entführt Meinheimer und ersetzt ihn durch einen Doppelgänger.

Leutnant Drebin und sein Kumpel und Captain Ed Hocken übernehmen die Ermittlungen. Während derer trifft Frank seine Ex Jane wieder. “Ja, sie erinnert mich an meine Mutter. Daran kann es keinen Zweifel geben”, sinniert der Polizist bei ihrem Anblick. Es gibt eine wilde Sexszene mit matschigem Ton während des Vorspiels. Am Ende muss Frank seines und ihr Leben retten. In diesem kritischen Moment findet er die rührenden Worte: “Jane, ich verspreche dir, wenn wir hier lebend herauskommen, werde ich deiner Mutter nie wieder Senf in den Kakao tun.”

Frank Drebin checkt es einfach nicht

Der Humor der Reihe “Die nackte Kanone” zeichnet sich durch eine besondere Auseinandersetzung mit der Sprache aus. Was intuitiv verständlich ist, versteht Frank Drebin immer wieder falsch – und man kann es sogar nachvollziehen. Wenn Jane einen Verdächtigen als “er ist Weißer, mit Schnurrbart, etwa 1,90 groß” beschreibt, entgegnet Frank: “Na, das ist aber ein großer Schnurrbart.” Als sein Kollege Ed auf die Frage, was dieser Verdächtige im Rotlichtbezirk suchen könnte “Sex, Frank?” antwortet, entgegnet der trocken: “Nein, im Moment lieber nicht, Ed. Wir haben zu viel Arbeit.”

Außerdem ist der Humor von Teil 2 1/2 zum Lachen bescheuert. Frank und Ed haben immer wieder unsinnige Namensfindungsstörungen. Ed nennt den Kollegen Nordberg zwischenzeitlich Nordman oder verwechselt seinen und Franks Namen. Der wiederrum stellt sich während der Ermittlungen korrekt als “Frank Drebin, Spezialeinheit vor”, kann sich aber nicht an den Namen seines Buddys Ed erinnern.

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