Coronavirus, 2020, Abitur, Hessen
Plakate, die hessische Abiturienten Glück für die Prüfungen wünschen. (Foto: Arne Dedert/dpa)

Das Lernen fürs Abi sowie auch die Prüfungen selbst liefen dieses Jahr wegen der Corona-Krise unter erschwerten Bedingungen. Dennoch schnitten Schülerinnen und Schüler in Hessen mit der besten Durchschnittsnote seit Einführung des Landesabiturs 2007 ab: 2,33.

Eine Pressemitteilung des hessischen Kultusministeriums

„Das diesjährige Landesabitur und der Jahrgang 2020 werden vermutlich in die Geschichte der hessischen Schullandschaft eingehen, denn noch nie haben die Prüfungen in solch außergewöhnlichen und herausfordernden Zeiten wie in diesem Jahr stattgefunden“, erklärte Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz heute in Wiesbaden. „Obwohl die Schulen zu diesem Zeitpunkt in ganz Hessen geschlossen waren, haben wir uns dazu entschieden, die schriftlichen Prüfungen weder abzusagen noch zu verschieben, sondern allen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, ihr Können nach wochenlanger Vorbereitungszeit unter Beweis zu stellen.“

Im Nachhinein zeige sich, dass dies die richtige Entscheidung gewesen sei, so der Minister. „Die Schülerinnen und Schüler haben diese Chance mit einem besonderen Ausrufezeichnen – einer Durchschnittsnote von 2,33 und damit der besten seit Einführung des Landesabiturs im Jahr 2007 – genutzt. Ich möchte nicht nur jeder Abiturientin und jedem Abiturienten zu dieser beeindruckenden Leistung gratulieren, sondern auch meinen Dank für das Vertrauen aussprechen, das sie in die faire und ordnungsmäßige Durchführung der Prüfungen gesetzt haben. Das war in dieser Ausnahmesituation wahrlich keine Selbstverständlichkeit!“

An den Abiturprüfungen 2020 haben insgesamt 23.229 Schülerinnen und Schüler teilgenommen, von denen 22.391 das Abitur bestanden haben. Dies entspricht einer Quote von 96,4 Prozent. 3,6 Prozent der Prüflinge haben die Abiturprüfung nicht bestanden, 650 Abiturientinnen und Abiturienten (2,9 Prozent) haben die Traumnote 1,0 erreicht. Der bei der Entwicklung der Durchschnittsnote zu verzeichnende Trend spiegelt sich auch in den teilnehmerstärksten Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik wider. In allen drei Fächern ist im Vergleich zum Vorjahr eine positive Entwicklung der Prüfungsergebnisse zu verzeichnen. „Besonders danken möchte ich auch allen Lehrkräften in Hessen, die mit ihrer Prüfungsvorbereitung einen entscheidenden Beitrag zum reibungslosen Ablauf des Abiturs geleistet haben. Nicht außer Acht lassen möchte ich außerdem die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kultusministerium, in den Staatlichen Schulämtern und der Hessischen Lehrkräfteakademie, die rund zwei Jahre Vorbereitungszeit investiert und dann kurzfristig dafür gesorgt haben, dass die Prüfungen auch unter den geänderten Rahmenbedingungen stattfinden konnten“, ergänzte der Kultusminister.

Schriftliche Prüfungen 2021 finden erstmals nach den Osterferien statt

In einem Erlass wurden die Schulen zudem Ende Juni darüber informiert, dass die schriftlichen Abiturprüfungen im kommenden Jahr nicht wie ursprünglich geplant vor den Osterferien, sondern im Zeitraum vom 21. April bis 5. Mai 2021 und die Nachprüfungen vom 18. Mai bis 2. Juni 2021 stattfinden. Die Kursphase Q4 endet am 1. April. Fachpraktische Prüfungen können frühestens ab dem 29. März durchgeführt werden, mündliche Prüfungen, Präsentationsprüfungen und Kolloquien zu einer besonderen Lernleistung frühestens ab dem 8. Juni. „Der neue Termin nach den Osterferien berücksichtigt, dass in den vergangenen Monaten nicht der gesamte Schulstoff bewältigt werden konnte und nun im kommenden Schuljahr nachgeholt werden muss“, erklärte der Minister.

Eine Reduzierung des Inhalts und damit verbunden eine Änderung der Prüfungsanforderungen sei jedoch nicht vorgesehen. „Wir wollen den Schülerinnen und Schülern die Chance geben, auch im kommenden Schuljahr ein vollwertiges Abitur abzulegen. Mit dem neuen Prüfungszeitraum werden wir diesem Anspruch gerecht. Indem wir uns in die Gruppe der übrigen Länder einreihen, tragen wir zudem ein Jahr früher als geplant einer Vorgabe der Kultusministerkonferenz zur Angleichung der Abiturtermine Rechnung“, so Lorz abschließend.

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