Von links: Petra Weber, Mariana Schäfer, Jonas Gerlich, Anke Bischof (Ehrung der besten Chemisch-Technischen Assistenten)
Fotos: Thimo Maase

In Anbetracht der besonderen Situation durch Corona mussten die zahlreichen Absolventin­nen und Absolventen der verschiedenen Vollzeitschulformen ebenso wie die Berufsschüler*innen der Eduard-Stieler-Schule (ESS) nach Abschluss ih­rer Ausbildung in mehreren kleinen Abschiedsfeiern, überwiegend in der schuleigenen Cafeteria entlassen werden.

Text von Bernhard Ilsemann

Schulleiter Jörg Demuth ließ es sich dabei nicht nehmen – soweit möglich – an fast al­len Verabschiedungen teilzunehmen. Dabei betonte er, dass gerade die letzten Mo­nate eine besondere Herausforderung dargestellt hätten. Dennoch hätte die Corona-Krise auch Positives bewirkt, da wieder bestimmte Werte in den Blick der Gesellschaft gera­ten wären. Das Miteinander und die Unterstützung der Klassenkamerad*innen sei sehr wichtig gewesen, aber auch Hilfe und Rat von Freunden und Fami­lien. Demuth wünschte den jungen Leuten, dass sie auf ihrem weiteren Weg so­wohl im privaten als auch beruflichen Umfeld die anstehenden Herausforderungen gut bewälti­gen können und dabei immer auch Menschen an ihrer Seite haben mögen, die zu ihnen stehen.

Den Anfang der Verabschiedungen machte das neue Ausbildungsprojekt „Pflege in Hes­sen integriert“ (Pfin), dessen Schülerinnen und Schüler zunächst den Hauptschulab­schluss erhalten. Wie Abteilungsleiter Thomas Willert mitteilte, werden die 12 Personen nach bestandener Prüfung im September im Schwerpunkt Pflege erstma­lig ihre Ausbildung zum Altenpflegehelfer in Hessen abgeschlossen haben. Durch ihre of­fene und herzliche Art hätten sie trotz ihrer enorm hohen Belastung den Lehrkräften sehr viel Freude bereitet und ihre Abschlüsse ganz besonders verdient.

Durch Corona wichtige Erfahrungen erlangt

In der Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung (BÜA) Stufe II haben insgesamt 62 Absolventinnen und Absolventen den Mittleren Abschluss erreicht, davon 13 mit dem Schwerpunkt Ernährung, Gastronomie, Hauswirtschaft und 49 mit dem Schwer­punkt Gesundheit. Sie hätten im laufenden Schuljahr, bedingt durch Corona, mehr und weit wichti­gere Erfahrun­gen für ihre persönliche Entwicklung gemacht und damit gelernt, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, so Willert.

Weitere 36 bestandene Hauptschulabschlüsse konnten erreicht werden, davon 24 in BÜA Stufe I in den Fachrichtungen Wirtschaft oder Gesundheit und Sozialwesen und 12 in der berufsvorbereitenden Maßnahme Praxis und Schule (PuSch).

Insgesamt neun Chemisch-Technischen Assistentinnen und Assistenten (CTA) wurden verabschiedet, wobei vier den schulischen Werdegang “Abi plus” absol­viert haben. Diese sind nach dem Abitur mit dem Schwerpunkt Biologietechnik gleich in das zweite Jahr der CTA-Ausbildung eingestiegen und verlassen die ESS nun mit Allgemei­ner Hochschulreife und abgeschlossener Berufsausbildung. Abteilungsleiterin Anke Bischof erinnerte in ihrer Abschiedsrede daran „Es gibt vieles im Leben, was uns unsi­cher macht – im­mer wieder, in jedem Alter, besonders bei Umbrüchen im Leben. Eine Prüfung beste­hen, heißt, einen Lebensabschnitt zu beenden, eine Tür zu schlie­ßen, eine neue aufzuma­chen.“

„Geschmacklich halbtrocken über lieblich bis süß, je nach Fach und Tageszeit.“

Abteilungsleiterin Margit Goldstein konnte schließlich sieben Staatlich Geprüf­ten Betriebswirt*innen gratulieren und griff deren Geburtsorte auf, um daran zu erinnern, dass diese als Absolventinnen und Absolventen der Fach­schule für Wirtschaft (Hotelfachschule) ja wüssten, dass das Anbau- beziehungsweise Ursprungsge­biet prägend für Geschmack und Qualität eines Weines sei. So bezeich­nete Goldstein diesen Jahrgang als „geschmacklich halbtrocken über lieblich bis süß, je nach Fach und Tageszeit.“ Die Betriebswirte hätten in den vergangenen zwei Jahren gezeigt, dass sie mutig und entschlossen gewesen seien, ihr Studium mit Leiden­schaft zu absolvieren.

Unter dem Motto „Zusammen sind wir mit Abstand die Besten“ verabschiedete Abteilungsleite­rin Dr. Eva-Maria Gürke die Schülerinnen und Schüler der Fachober­schule (FOS) zum zweithöchsten Schulabschluss, den dieses Land zu verge­ben hat. Dabei seien die im Hause angebotenen Schulformen „Gesundheit“ und „Ernährungs­lehre“ mit ihrem hohen Praxisanteil in Klasse 11 herausragend vielseitig. Mit der Aussage „Zusammen haben wir alle es geschafft“, schloss Gürke in ihre Glückwün­sche auch die Lehrkräfte und die Schulleitung mit ein. Sie wünschte den jun­gen Leuten alles Gute für einen neuen aufregenden Abschnitt in ihrer Zukunft und en­dete mit einem Zitat des römischen Staatsmanns Cicero „Versuche nicht andere, son­dern immer wieder dich selbst zu übertreffen.“

Ehrung auch für Teilzeitschüler*innen

Die jeweiligen Jahrgangsbesten wurden dann vom Vorsitzenden des Fördervereins der ESS, Dr. Rudolf Drexler, oder von seinem Stellvertreter, Boris Krieg, mit einem Ge­schenk geehrt: Carolin Igl (Hotelfachschule), Tamara Henkel und Nils Büto (FOS), Mari­ana Schäfer und Jonas Gerlich (CTA), Camillo Heil, Melissa-Irem Gaval und Kris­tina Weimer (BÜA) sowie Fawaz Alali (PuSch).

Neben den Vollzeitschüler*innen wurden auch folgende Teilzeitschüler*innen, die ihre Berufsausbildung als Klassenbeste abgeschlossen haben: Oli­via Leubecher (Köchin), Levi-Immanuel Held (Hotelfach­mann), Fabio Hain (Restaurantfach­mann), Christina Taller (Fachfrau für Systemgastrono­mie), Ann-Kathrin Vogel (Medizinische Fachangestellte), Jessica Al­feld (Zahnmedizinische Fachange­stellte), Ramona Heußner (Pharmazeutisch-Kaufmännische Angestellte), Ann-Kathrin Kölbel (Landwirtin), Lorenz Wenzel (Gärt­ner), Alisa Grob (Floristin) und Ce­line Wiegand (Friseu­rin).

Schreibfehler gefunden?

Um uns Bescheid zu sagen, markiere den Fehler und drücke STRG + Enter.