Faitiche hat für HHV das Album “Loop-Finding-Jazz-Records” von Jan Jelinek neu aufgelegt. Die Platte kommt als weißes Vinyl, es gibt 300 Exemplare. (Fotos: Faitiche)

Kennst du schon ..? Jede Woche entdecken wir neue, aber auch ältere, vielleicht vergessene kulturelle Goldstücke im Netz – Alben, Bücher, Serien, Filme, Games, Podcasts und vieles mehr, wozu wir unseren Senf abgeben. Diese Woche eine Scheibe, die beweist, dass es nicht immer schlecht sein muss, sich im Kreis zu drehen. “Loop-Finding-Jazz-Records” und stammt von Jan Jelinek. Hypnotisierend wabert ihr Sound durch die Luft und befreit die Seele vom Stress.

Gut 19 Jahre alt ist dieses Dessert, dabei aber immer noch ziemlich lecker. Anfang Juni hat das Label Faitiche das Album “Loop-Finding-Jazz-Records” des Berliner Jan Jelinek für den Händler HHV als Schallplatte noch einmal aufgelegt. Dich erwartet weißes Vinyl in einer Auflage von 300 Exemplaren.

Das Album lierfert dir Ambient-Sound, der sich anfühlt wie ein warmer Pudding. Du tauchst in ihn ein, breitest die Arme aus und lässt dich gemächlich nach unten sinken. Die zehn Tracks auf dem Reissue bilden, wenn du das Album nebenbei hörst, eine vermeintlich homogene Masse. Die Übergänge zwischen den Song fallen dir häufig kaum auf. Zum Beispiel zwischen den Titeln “Do Dekor” und “Drift”.

Stress-Killer “Loop-Finding-Jazz-Records” von Jan Jelinek

Und das passt zum Element “Loop” aus dem Titel der Platte. Tiefe Töne, Knistern und sanfte, voluminöse Bässe kennzeichnen das Album – und durchziehen es in Dauerschleife. Wie Wellen breiten sich die Sound-Schleifen in der Luft aus. Jazz gibt’s auf der Scheibe allerdings nur am Rande. Hier und da lugen Jazz-Harmonien aus der Klangmasse hervor.

Es ist aber nicht so, dass man sagen kann: “Haste eine Minute gehört, kennste das ganze Album.” Klar, die Stimmung, die die Tracks vermitteln, variiert nur in Nuancen. Dennoch gibt es Songs die herausstechen. Neben dem besonders hypnotisierenden “Do Dekor” das dubbige “Tendency”.

Beim ersten Hören von “Loop-Finding-Jazz-Records” wurde klar: Das Ding ist ein Stress-Killer. Wobei Killer bei diesem relaxten Sound zu rabiat klingt. Durch Gehirnwindungen, Sehnen und Muskeln fließt es in Form einer sanften Massage. Es ist aber auch genau das richtige Album für den Übergang zwischen durchzechter Nacht und Sonnenaufgang, während du dir mit deiner Clique auf einem Balkon den letzten Drink gönnst.

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Über Sascha-Pascal Schimmel

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