Foto: Volker Nies/Fuldaer Zeitung

Die Arbeitslosigkeit im Kreis Fulda nimmt wegen der Folgen der Pandemie weiter zu. Im Vergleich zum Vorjahr sind fast dreimal so viele jüngere Menschen arbeitslos. Der Ausbildungsmarkt hingegen scheint relativ unbeeindruckt zu sein.

Eine Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit hat sich im Juni in der Region Fulda etwas verlangsamt. Gleichwohl waren die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt auch im Juni beträchtlich. Zum Ende des Monats waren 4645 Personen arbeitslos. Dies waren lediglich 106 mehr als im Mai (plus 2,3 Prozent). Der Abstand zum Vorjahr indes hat sich vergrößert. So liegt die Arbeitslosigkeit um 44,5 Prozent höher als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote beträgt 3,7 Prozent (Vormonat: 3,6 Prozent). Vor einem Jahr hatte diese bei 2,6 Prozent gelegen.

Die Arbeitslosigkeit ist in beiden Rechtskreisen gestiegen, wobei der Zuwachs im Bereich der Arbeitslosenversicherung wegen der Ansprüche auf Arbeitslosengeld I deutlich höher ausfällt. Bei der Arbeitsagentur sind momentan 2490 Personen arbeitslos gemeldet (plus 1111 gegenüber dem Vorjahr), aber auch beim Jobcenter des Landkreises Fulda stieg die Arbeitslosigkeit um 319 auf 2155 Arbeitslose an.

Anzahl jüngerer Arbeitsloser im Kreis Fulda fast verdreifacht

Deutlich stärker als andere Personengruppen sind die jüngeren Arbeitslosen vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen. Aktuell sind 590 Personen unter 25 Jahren von erwerbslos. Vor einem Jahr waren es 200 weniger.  Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, ist besorgt: „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Vormonat fällt mit 1,9 Prozent zwar gering aus. Jedoch dürfte ein Teil der nicht in eine Beschäftigung übernommenen Ausbildungsabsolventen aufgrund der nach hinten verschobenen Abschlussprüfungen erst in unserer kommenden Arbeitsmarkt-Statistik sichtbar sein.“

Als ein erstes positives Anzeichen seit Beginn der Corona-Pandemie wertete der Agenturleiter die Dynamik des Arbeitsmarktes. So haben sich im Juni 132 Menschen weniger aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos gemeldet als im Monat zuvor. Zugleich konnten 64 Personen mehr in eine Beschäftigung integriert werden.

Mit 305 Stellen konnte der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur zwar 29 Stellen mehr akquirieren als im Mai, dennoch liegt der Stellenbestand mit 1905 weit unter dem Niveau des Vorjahres (minus 26,9 Prozent).

Kurzarbeit und die Lage Ausbildungsmarkt

Trotz den gravierenden Auswirkungen der Pandemie auf die heimische Wirtschaft scheint die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen und Betriebe in der Region weitgehend ungebrochen. Mit 2413 Ausbildungsstellen ist das Angebot fast doppelt so hoch wie die Nachfrage. Insofern geht Waldemar Dombrowski davon aus, dass es in 2020 generell keine Ausbildungsstellenlücke und somit keinen „Corona-Jahrgang“ in der Ausbildung geben wird.

Im Landkreis Fulda sind im Juni 78 Anzeigen von Betrieben auf Kurzarbeit eingegangen. Damit haben seit Mitte März insgesamt 2489 Betriebe für 40.382 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Dies ist insofern positiv zu bewerten, als dadurch Beschäftigung in hohem Maße gesichert wird. Da die konkrete Beantragung und Bearbeitung des Kurzarbeitergeldes nachträglich erfolgt, wird erst in den nächsten Wochen und Monaten exakt feststehen, wie viele Beschäftigte in welchem Umfang tatsächlich von Kurzarbeit betroffen waren. Die Agentur für Arbeit geht davon aus, dass die faktische Inanspruchnahme insgesamt unterhalb der angezeigten Beschäftigtenzahl liegen wird.

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Über Sascha-Pascal Schimmel

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