Sportauto, Auto
Foto: Roland Denes/Unsplash

Deutlich weniger Tote durch Unfälle: Das ist die Bilanz der Verkehrsstatistik 2019 für den Landkreis Fulda. Auch Rauschmittel spielten vergangenes Jahr eine geringere Rolle. “Autoposer, Raser und Tuner” hat die Polizei weiterhin besonders im Blick

Eine Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Osthessen

Erfreulicherweise ist bei den Unfällen mit Schwerverletzten und Getöteten ein deutlicher Rückgang festzustellen. Waren es 2018 noch 235 schwerverletzte Personen, sank diese Zahl im Jahr 2019 auf 228. 2018 kamen 15 Menschen bei Verkehrsunfällen im Landkreis Fulda ums Leben. Diese Zahl verringerte sich auf sieben im Jahr 2019. Auf den Straßen des Kreises ereigneten sich 2019 3901 Verkehrsunfälle, bei welchen 715 Personen verletzt wurden. Zwar ist die Gesamtzahl der Unfälle damit um 55 (oder 1,4 Prozent) gestiegen, diese bleibt jedoch weiterhin unter dem Stand von 2017 (4011).

Eine weitere positive Entwicklung der Zahlen ergab sich bei Unfällen, welche durch den Einfluss von Alkohol und Drogen verursacht wurden. Im Jahr 2019 konnte bei Unfällen unter Alkoholeinfluss ein Rückgang um rund 14 Prozent von 95 auf 82 verzeichnet werden. Bei den Unfällen durch Drogeneinfluss verringerte sich die Zahl um rund 64 Prozent von elf auf vier. Hier hat sich im Landkreis eine äußerst positive Trendwende eingestellt.

Hauptunfallursache im Landkreis Fulda

Ein Hauptaugenmerk legt die Polizeidirektion Fulda auf den Bereich des Phänomens „Autoposer, Raser und Tuner“. In den letzten Jahren häuften sich auch im Kreis Fulda Beschwerden über Fahrzeuglärm. Sogenannte „Autoposer“ fallen zunehmend in den Innenstädten durch ihre provozierende Fahrweise und übermäßigen Lärm auf. Hierbei werden in vielen Fällen die Abgasanlagen der meist hochwertigen und hochmotorisierten Fahrzeuge so verändert, dass ihr Betrieb unzulässigen Lärm verursacht. „Sehen und gesehen werden“ ist hierbei die Devise der zumeist jungen männlichen Fahrer, ohne Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer oder auch auf die Belastung der Umwelt.

Auch Geschwindigkeitsverstöße und die damit einhergehenden Gefahren für sich und ihre Mitmenschen (überhöhte Geschwindigkeit ist 2019 wieder eine der Hauptunfallursachen) nehmen sie billigend in Kauf. Im Bereich der Gesetzgebung wurde im Jahr 2017 der Paragraf 315d StGB eingeführt, welcher das illegale Kraftfahrzeugrennen nun unter Strafe stellt. Die Bewertung der Tathandlung von einer Ordnungswidrigkeit zu einer Straftat ermöglicht den Verfolgungsbehörden nun weiterführende Maßnahmen, wie etwa die Einziehung der Fahrzeuge als Tatmittel.

Ford Mustang fällt zweimal auf

Im Bereich des Polizeipräsidiums Osthessen gab es in der Vergangenheit einige schwerwiegende Ereignisse, welche mit einer bestehenden lokalen Autoposer-, Raser- und Tunerszene in Verbindung gebracht werden könnten. So zum Beispiel der Verkehrsunfall vom 17. Juni 2015 auf der Petersberger Straße in Fulda, bei dem ein Mensch getötet und ein weiterer schwerstverletzt wurde. Zeugen berichteten hier von einem illegalen Straßenrennen zwischen zwei hochmotorisierten Fahrzeugen. Die durchgeführten Ermittlungen bestätigten anschließend den Verdacht.

Im gesamten Landkreis kommt es vorrangig in den Abendstunden und am Wochenende an unterschiedlichen Örtlichkeiten zu Treffen der sogenannten „Tunerszene“. Bei einer Kontrolle im September 2019 fiel ein Ford Mustang auf, bei dem unter anderem auffällige Schwingtüren verbaut waren. Weitere Veränderungen am Fahrzeug führten zum Erlöschen der Betriebserlaubnis. Die Besonderheit war hier, dass der Fahrzeugführer bereits einige Monate vorher ebenfalls auf Grund von Veränderungen an diesem Fahrzeug aufgefallen war und Rückbauten vornehmen musste.

Auch in Zukunft wird die Polizei spezielle Kontrollen durchführen. Innerhalb dieser Kontrollen soll aber auch an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer appelliert und auf die Gefahren hingewiesen werden. Gleichzeitig weist die neue Leiterin der Polizeidirektion Fulda, Polizeidirektorin Jasmin Brunner, darauf hin, dass es sich bei Verstößen gegen die bestehenden Zulassungsregeln nicht um Kavaliersdelikte handelt.

Weiter Schwerpunkte der Polizeidirektion Fulda

Neben den ordnungswidrigkeit- und strafrechtlichen Konsequenzen kann es bei schweren Unfällen zu schlimmen gesundheitlichen Folgen und Schadensersatzansprüchen kommen. Polizeidirektorin Brunner hofft auf ein vernünftiges und gesetzmäßiges Verhalten aller Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer.

„Für uns ist es wichtig, die häufigsten Unfallursachen weiterhin zu bekämpfen und die Unfallfolgen zu minimieren. Jeder Verkehrstote ist einer zu viel. Darunter zählen wir auch die Unfälle mit schwerwiegenden Folgen, welche durch unachtsames beziehungsweise rücksichtsloses Verkehrsverhalten verursacht werden“, verdeutlicht Brunner die weitere Schwerpunktsetzung der Polizeidirektion Fulda.

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