Das Gute an der eigenen Aussaat ist, dass man genau weiß, dass es Biopflanzen sind.

Du wohnst in der Stadt? Dann bist du einer von vielen Menschen die nicht oft die Möglichkeit haben, Gemüse oder Kräuter im eigenen Garten anzupflanzen. Dabei ist es so einfach auf dem Balkon frisches Gemüse zu ernten. Fast alle Gemüsesorten und Kräuter wachsen auf deinem Balkon ebenso gut wie in einem Gartenbeet. Urban Gardening, das Gärtnern in der Stadt, wird immer beliebter. Karo von move36 zeigt wie es geht!

Gerade als Urban-Gardening-Neuling wäre es ratsam, wenn du nicht gleich zig Gemüsesorten säst und am Ende keinen Platz für die Pflänzchen findest. Denn jede Gemüsesorte braucht eine andere Pflege und meist auch einen anderen Standort. Wenn du einen begrenzten Platz hast eignen sich Kräuter perfekt. Sie sind extrem pflegeleicht, wachsen sogar im Schatten und lassen sich vielseitig in der Küche verwenden. Alle Kräuter lassen sich im Topf kultivieren. Basilikum, Petersilie und Schnittlauch sind besonders empfehlenswert. Nur frisch geerntet schmecken sie wirklich gut, deshalb lohnt sich auch der Eigenanbau.

Alle Kräuter lassen sich im Topf kultivieren. Basilikum, Petersilie und Schnittlauch sind besonders empfehlenswert. (Foto: Markus Spiske)

Basilikum wächst sehr schnell und kann den ganzen Sommer über neu ausgesät werden. Ab Ende April kann es nach draußen. Das Kraut sollte sonnig und regengeschützt stehen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Kräutern braucht es einen nährstoffreichen feuchten Boden. Bitte Staunässe vermeiden!

Petersilie darf ab April auf den Balkon. Dort sollte sie am besten im Halbschatten stehen. Ähnlich wie Basilikum braucht sie eine nährstoffreiche und feuchte Erde.

Schnittlauch ist sehr unkompliziert. Er wächst an sonnigen bis halbschattigen Plätzen. Am besten nimmst du Gartenerde mit ein wenig Sand oder Kräutererde. Schnittlauch braucht viel Wasser. Hier bitte auch Staunässe vermeiden, sonst wird der Schnittlauch gelb.

Salat eignet sich perfekt für den Anbau auf dem Balkon. Hier gedeihen die Pflanzen sogar oft noch besser als im Garten. Nacktschnecken sind auf dem Balkon nämlich abgeschrieben. Ein Balkonkasten oder großer Kübel reicht bereits für eine ausreichende Menge Salat. Achte darauf, dass du Pflücksalat und nicht den bekannten Kopfsalat verwendest, denn dann kannst du immer so viel pflücken, wie du gerade brauchst. Der Kopfsalat muss nämlich immer komplett abgeschnitten werden. Pflücksalat kann wieder nachwachsen. Da der Salat keinen Frost verträgt, darfst du die Pflanze ab Mitte Mai auf den Balkon stellen. Salat braucht einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Die Erde sollte immer feucht bleiben. Überschüssiges Wasser sollte immer abfließen können.

Tomaten sind fast schon ein Muss für jeden Balkongärtner. (Foto: ChiccoDodiFC/AdobeStock)
In dieser Folge unseres Podcasts “Grünstadtmenschen” verraten Ihnen unsere Redakteure Nicole und Folkert ihre Tipps und Tricks zum Thema Aussaat. Sehr spannend, da sie sehr großen Wert auf Bioqualität legen.

Tomatenpflanzen sind je nach Sorte sehr ergiebig und du hast sehr lange etwas von ihnen. Ab Mitte Mai, wenn Eisheiligen vorbei ist, dürfen sie nach draußen. Sie eignen sich perfekt für Südbalkone, denn sie lieben einen sonnigen Platz. Wenn du deinen Tomatenpflanzen regelmäßig Kompost oder Dünger und reichlich Wasser gibst, dann wirst du mit einer reichen Ernte belohnt. Tomatenpflanzen brauchen immer eine Stütze – ganz gleich ob es Rankstangen sind oder Bambusstöcke.

Erdbeeren brauchen wenig Platz und wachsen auf deinem Balkon. Achte aber bitte beim Kauf darauf, dass die Sorte für den Blumenkübel geeignet ist. Du kannst deine Erdbeeren in Balkonkästen, Weinkisten oder Blumenampeln anbauen. Ein Loch im Topfboden lässt das Gießwasser abfließen, denn auch hier gilt: Staunässe vermeiden. Erdbeeren sollten immer einen sonnigen Platz bekommen.

Beeren ernten auf dem Balkon? Ja, das geht! Den wenigsten Platz benötigen Erdbeeren. (Foto: Cristina Ionescu/AdoebStock) 
Gurken sind sehr genügsame Pflanzen.
(Foto: FedotovAnatoly/AdobeStock)

Gurken sind Kletterpflanzen. Somit brauchen sie wenig Platz und sind gut geeignet für deinen Balkon. Besonders empfehlenswert sind Minigurken. Gurken fühlen sich an windgeschützten und sonnigen Standorten am wohlsten. Sie sind genügsame Pflanzen, ein bisschen Kompost oder Biodünger kann aber nie schaden.

Damit deine Pflanzen gut und ertragreich wachsen können, brauchen sie genügend Platz für die Wurzeln. Desto größer du dein Gefäß wählst, umso weniger musst du die Gemüsepflanzen wässern. Bei allen Pflanzgefäßen sollte das überschüssige Gießwasser immer gut abfließen können. Denn die meisten Pflanzen gehen nicht ein, weil sie durch die Hitze vertrocknen, sondern weil sie schlichtweg “ertrinken”. Staunässe mögen Pflanzen generell nicht.

Vertikal gärtnern auf dem Balkon

Die meisten Balkone oder Terrassen haben nicht sehr viel Platz. Doch es gibt eine Lösung: Du kannst vertikal gärtnern. Damit wächst dein Balkongarten platzsparend und effizient in die Höhe. Du hast viele Möglichkeiten, vertikal anzupflanzen: Ob eine coole Designer-Hängeampel, Abflussrohre oder ein vertikales Palettenbeet.

Ganz einfach kannst du einen vertikalen Gemüse- oder Kräutergarten anbauen. (Foto: Maurizio Rovati/AdobeStock)

Lass mit einem Hochbeet aus Paletten deine Kräuter und dein Gemüse “hochleben”. Ein Hochbeet aus Paletten ist nicht nur eine besonders platzsparende Möglichkeit, viele Pflanzen auf kleinem Raum anzubauen, ganz nebenbei ist dieses Kräuter-Hochbeet auch noch ein echter Hingucker auf deinem Balkon oder deiner Terrasse. In ein selbstgebautes Palettenholzregal mit Pflanzkästen aus verzinktem Metall passen Kräuter- oder Gemüsetöpfchen mit einem Durchmesser von zwölf Zentimetern.

Rankhilfen sind perfekt für Kletterpflanzen und natürlich für kletterndes Gemüse wie Gurken. Sie müssen stabil verankert sein, damit sie das Gewicht der späteren Früchte tragen können. Auch Tomaten benötigen Unterstützung durch ein Rankgitter, um später die Last der reifenden Früchte tragen zu können, denn Fleischtomaten können bis zu 400 Gramm pro Frucht wiegen.

Hochbeete sind extrem praktisch, mobil und passen auf den kleinsten Balkon. (Foto: pixeldeus/AdobeStock)

Hochbeete kannst du dir selbst bauen oder im Handel kaufen. Ob niedrige oder höhere Kästen, sie passen selbst auf den kleinsten Balkon, sind mobil und sorgen dafür, dass Salat, Kräuter und Gemüse besonders gut wachsen. Die Pflänzchen erhalten durch die höhere Position mehr Licht und werden nicht so schnell von Schnecken und anderen Schädlingen befallen.

Auch ein Pflanztisch bietet dir genügend Stauraum für Samentütchen, Gartenhandschuhe oder Werkzeug. So ist alles immer in deiner Nähe. So kannst du deine Balkonpflanzen in optimaler Arbeitshöhe ein- und umtopfen.

Wenn du dann deine kleine Oase für dich umgestaltet hast, achte darauf, dass du zwischen die Gemüsepflanzen auch bienenfreundliche Blumen pflanzt, so dass die wichtigen Insekten auch Nahrung finden. Bienenfreundlichen Blumen haben einen großen Vorteil: Die Ernte fällt häufig größer aus, weil die fleißigen Bienen vermehrt die Blüten von deinem Gemüse bestäuben.

Unsere Bienenblumen in den Weinkisten bieten vielen Insekten genug Nahrung. Weinkisten mit Teichfolie sind besonders geeignet für den kleinsten Raum. (Foto: Karoline Weber)
Blau-violett blüht die Phacelia und lockt besonders Bienen und Hummeln an. (Video: Karoline Weber)

Credit: Piyachok Thawornmat/AdobeStock,  Luoxi/AdobeStock, wagner_md/AdobeStock

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