Speisekarten und Veranstaltungstermine: So sah die Sonne aus, als sie noch geöffnet war – nun steht das Gebäude am Doll seit über zwei Jahren leer. (Foto: Alexander Mengel)

Wenn man in den letzten Jahren durch die Stadt geschlendert ist, war der Ausblick auf viele leerstehende Geschäfte oder wechselnde Inhaber nichts Neues. Doch vor allem zwei verlassene Plätze werfen Fragen auf: Was passiert denn nun mit dem leerstehenden Gebäude der ehemaligen Sonne? Und was hat es mit der Fassade der Rhönmöbel-Fabrik im Horaser Weg auf sich? Bei der Stadtverordnetenversammlung am vergangenen Montag wurden beide Leerstände thematisiert.

Die Trauer war groß, als die Kultgaststätte Sonne im März 2018 nach 17 Jahren schließen musste. Die ausgelassenen Partys, die Konzerte und nicht zuletzt das beliebte Frühstück von Jens und Gülli blieben vielen Fuldaern positiv im Gedächtnis. Der Eigentümer hatte den Mietvertrag gekündigt, da das Haus baufällig und teilweise einsturzgefährdet sei. Seitdem steht das Gebäude am Doll leer. Und lässt viele Fragen offen: Wird es nun abgerissen? Wird der Eigentümer es sanieren? Finden dort in Zukunft wieder Veranstaltungen statt?

Das ehemalige Sonnen-Gebäude soll erhalten bleiben

Der Eigentümer des Hauses, Jochen Hohmann, würde es wohl gerne abreißen. Der Denkmalschutzbehörde liegt laut Informationen von move36 ein aktueller Antrag auf den Abriss des Gebäudes vor. Da es aber zum denkmalgeschützten Stadtbild gehört, muss die Behörde dem Abriss zustimmen. “Der Eigentümer hat einen Abbruchantrag für das Gebäude eingereicht, welcher aus denkmalrechtlichen Gründen nicht positiv beschieden werden kann”, erklärte Stadtbaurat Daniel Schreiner vergangene Woche Montag im Zuge der Stadtverordnetenversammlung. Es sieht also so aus, als müsse das Gebäude stehen bleiben.

Eine Sanierung des Hauses hingegen kann die Behörde Hohmann nicht vorschreiben. Die Entscheidung darüber obliegt dem Eigentümer. So wurde in den vergangenen Jahren seitens der Stadt versucht, einen Kompromiss zu finden, um dem Gebäude wieder Leben einzuhauchen. Eine Einigung kam allerdings bisher nicht zustande. Eine Anfrage von move36 an Herrn Hohmann blieb bis Mittwochnachmittag unbeantwortet.

Unschöne Fassade im Horaser Weg

Ähnlich ungewiss steht es um die Überreste der alten Rhönmöbel-Fabrik im Horaser Weg. Was von vorne aussieht wie ein verlassenes Gebäude mit zugenagelten Fenstern, ist, im wahrsten Sinne des Wortes, nur Fassade. Wenn man das Ganze vom Parkplatz des Aldi-Marktes aus betrachtet, sieht man, dass hier nur die Gebäudefassade steht, die von Stützpfeilern gehalten wird, dahinter befindet sich nur ein Stück Wiese. Auch dieses Konstrukt ist denkmalgeschützt – ob zurecht oder nicht, ist ein häufiger Diskussionsgrund in der Politik.

Viele Eigentümerwechsel innerhalb der letzten Jahre sorgten dafür, dass verschiedene Pläne für das Grundstück nie umgesetzt wurden. Lange Zeit gehörte das Grundstück dem Unternehmen Aldi, wurde seither aber wieder mehrfach verkauft. Ein Investor aus Chemnitz hatte große Pläne, konnte den Gebäudekomplex dann aber aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten doch nicht übernehmen. Nun ist ein neuer Investor an der Reihe, etwas daraus zu machen. Und es wird Zeit: Die Stützkonstruktion, die die Fassade aufrecht hält, war nämlich ursprünglich gar nicht auf so eine lange Zeit ausgelegt. “Es herrscht seit einigen Jahren Einigkeit über die Notwendigkeit zu Investitionen für dieses Areal”, so Stadtbaurat Schreiner. “Allerdings ist es dem Eigentümer vorbehalten, Überlegungen hierzu anzustellen.”

Unterm Strich ist also noch immer nicht klar, wie es mit den Leerständen weitergeht. Allerdings lassen fortgeführte Gespräche zwischen Stadt und Eigentümern darauf hoffen, dass man bald zu einer Lösung kommt. Vergessen wurden die Gebäude jedenfalls nicht – und vielleicht tragen auch sie bald wieder zu einem schönem Stadtbild bei.

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