Ulrich König (IT-Lehrkraft) während des Unterrichts im Hybridschooling im Gespräch mit den Lernenden in verschiedenen Räumen der Zuse-Schule und zu Hause. (Foto: Konrad-Zuse-Schule)

Der Unterricht an der Konrad-Zuse-Schule passt sich durch technische und mediale Innovation an die Corona-Situation an. Homeschooling wird durch Hybridschooling ersetzt und ermöglicht flexible sowie virtuelle und reale Unterrichtsorte. Die Lehr- und Lernsoftware OBCC Classsroom könnte dabei zukünftig in der Entwicklung des Unterrichts eine zentrale Rolle spielen und als möglicher Baustein im Konzept des Schulportals Hessen integriert werden. Hier liest du eine Pressemitteilung der Konrad-Zuse-Schule.

Die Corona-Krise greift in fast alle gesellschaftlichen Strukturen ganz massiv ein. Die Schullandschaft und die innere Organisation der Schule ist ein sehr anschauliches Beispiel für diese Entwicklung. Die teileiweise Öffnung der Schulen am 27. April 2020 für die Abschlussklassen ist der Aufbruch in eine neue Zeit und stellt eine Zäsur für Aufbau, Durchführung und mediale Unterstützung des Unterrichts dar. 

Hybridschooling bedeutet, dass zwei Unterrichtsformen, in unserem schulischen Kontext das zentrale und dezentrale Lernen, miteinander kombiniert werden. Schülerinnen und Schüler der Zuse-Schule werden aktuell zeitgleich in verschiedenen Klassenräumen und zu Hause am digitalen Endgerät unterrichtet, um sicherzustellen, dass alle Lernenden die Möglichkeit haben, am Präsenzunterricht teilzuhaben. Dies ist der Situation geschuldet, dass verschiedene Lernende zur Corona Risikogruppe gehören und nicht am Unterricht im Klassenzimmer teilnehmen können. Zudem werden nur noch Gruppen bis zu 14 Lernenden in einem Raum beschult. Dies bedeutet, dass auch in der Schule die Klasse auf verschiedene Räume aufgeteilt werden muss.

So sieht Hybridschooling an der Konrad-Zuse-Schule aus

Ulrich König (IT-Lehrer) beschreibt den Unterrichtsprozess wie folgt: „Der Unterricht für alle Lernenden, ob in den verschiedenen Klassenräumen oder zu Hause, wird durch den Ansatz des Hybridschoolings ermöglicht. Hierbei unterrichtet die Lehrkraft in einem Unterrichtsraum an einem computergestützten Groß-Display-Panel. Die Software ermöglicht es, dass die Lernenden einer pädagogischen Plattform beitreten können. Auf dieser Plattform wird unter anderem eine Videokonferenz aktiviert, der die Schülerinnen und Schüler beitreten können. Die Lernenden werden auf dem Groß-Display-Panel zugeschaltet, wenn sie es freigeben. Ansonsten ist auch ein reines zuhören ohne Videosignal möglich.“

Die Lehrkraft führe den Unterricht in einem Raum durch und werde hierbei von einem Kamerasystem erfasst. „Die Lernenden im zweiten oder dritten Raum nehmen über ein weiteres Display-Panel oder auch über andere digitale Endgeräte am Unterricht teil. Wenn es komplexe Fragen gibt, kann die Lehrkraft auch in einen anderen Raum wechseln. Die zur Risikogruppe gehörenden Schülerinnen und Schüler zu Hause nehmen über die pädagogische Software und die Videokonferenz am Unterricht teil. Sie können sich jederzeit interaktiv am Unterricht in der Schule beteiligen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, den Unterricht aufzunehmen und zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal von der Plattform zu streamen, um Unterrichtinhalte wiederholen zu können.“

Ansatz hat sich mehr als bewährt

Im bestmöglichen Fall sollten auch hier die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, dem Unterricht gleichzeitig zu folgen, um eine optimal, qualitativ hochwertige und effiziente Vorbereitung auf die kommenden Abschlussprüfungen sicherzustellen. Der Lösungsansatz der Zuse-Schule, ein Hybridschooling System anzubieten, welches Präsenzunterricht in Verknüpfung mit parallelem Lernen an verschiedenen Orten verbindet, hat sich nach den ersten zwei Wochen Unterricht mehr als bewährt.

Die Lernenden bezeichnen das System sehr flexibel und zielführend für die unterschiedlichsten Problemstellungen, die sich aktuell im Spannungsfeld von Schule, Unterricht und Gesundheit ergeben. Weiterhin fühlen sie sich sehr gut auf die Prüfungen vorbereitet, da sie aus verschiedenen Perspektiven am Unterricht teilnehmen können.

Unterrichtsinhalte, hier der Quellcode im Programmierunterricht, werden auf dem Bildschirm mit den Lernenden geteilt. So können alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam ein Dokument einsehen beziehungsweise an diesem Dokument arbeiten.

Test von Lernplattform der OBCC

Viele Interaktionen zwischen Lehrkräften und Schülern oder auch zwischen Schülern laufen in den letzten Wochen der Krise auf digitaler Ebene. Beispielsweise über Videokonferenz-Programme, Chat-Gruppen, pädagogische Lehr- und Lernplattformen. Um dieses interaktive und eigenverantwortliche Lernen auf digitaler Basis zu ermöglichen, arbeitet die Konrad-Zuse-Schule unter anderem mit den Lehr- und Lernplattformen des Schulportals Hessen.

Daneben arbeitet die Konrad-Zuse-Schule mit dem regionalen Softwareentwickler OBCC zusammen – ein Unternehmen der Mediengruppe Parzeller -, um die Plattform OBCC Classroom zu testen, die Möglichkeiten bietet, zentrales und dezentrales Lehren digital miteinander zu vernetzten. Sowohl im Klassenraum als auch Lernortunabhängig.

Die Plattform OBCC Classroom soll in einem nächsten Schritt in das bestehende System des Schulportals des Hessischen Kultusministeriums integriert werden, um als Modul im Zusammenspiel verschiedener Lernapps das gesamte Potential der digitalen Vernetzung zu entfalten. Die Schwerpunkte in der Zusammenarbeit und der Entwicklungsidee des Softwaretools OBCC-Classroom liegen im kollaborativem Arbeiten, der Bildung von Medienkompetenz und dem Gestalten eigener Medienproduktionen in Form von Multimedia-Reportagen, die im Ergebnis als Lernprodukte zur Verfügung stehen.   

 Jugendliche müssen sich selbst organisieren

Die Konrad-Zuse-Schule arbeitet mit verschiedenen Tools. Die Lehrerinnen und Lehrer können zum Beispiel über eine pädagogische online Plattform oder ein Cloud-Server-System wie beispielsweise Moodle Unterrichtsmaterialien bereitstellen. Außerdem gibt es verschiedene Apps, in die Lernsituationen, binnendifferenzierte und individualisierte Lernaufgaben, Selbsttests, Lernjournale oder sogar ganze Klassenarbeiten integriert werden können. In der jetzigen Situation zeigt sich Kreativität, Engagement und nicht zuletzt technisches KnowHow, um einen bestmöglichen Kontakt mit den Schülerinnen und Schüler auf fachlicher aber auch auf sozialer Ebene zu halten.

Natürlich sind wir gerade in dieser Situation darauf angewiesen, dass sich die Jugendlichen selbst organisieren. Aber wir arbeiten ja schon lange Jahre daran, dass Schülerinnen und Schüler frühzeitig ihre Eigenverantwortung mit Unterstützung von digitalen Hilfsmitteln wahrnehmen.

Auch kommendes Schuljahr wohl kein Regelbetrieb

Die ersten Klassen an der Konrad-Zuse-Schule die im Hybridschooling beschult werden, rekrutieren sich aus den Schulformen der Fachoberschule Informationstechnik und den Assistenten für Informationstechnologie.

„Die Konrad-Zuse-Schule in Hünfeld stellt sich den Herausforderungen der aktuellen Situation in der Corona-Krise und hat Lösungen erarbeitet, die einen hybriden Unterricht zentral und dezentral ermöglichen. Das bedeutet, dass der Unterricht zum einen zentral in der Schule im Klassenraum stattfindet, aber nicht nur dort, sondern zum anderen auch zu Hause bei den Schülerinnen und Schülern des Klassenverbandes, die dem Unterricht aus Gründen der Pandemie nicht beiwohnen können.

Das kommende Schuljahr wird aus aktueller Sicht noch keines im Regelbetrieb werden. Unser System des Hybridschoolings kann den Lernenden auf fachlicher aber auch auf sozialer Ebene helfen den Unterrichtsbetrieb und die Weiterentwicklung der Schülerinnen und Schüler zum großen Teil sicherstellen. Daher blicken wir schon jetzt mit positiver Motivation ins nächste Schuljahr“, zeigt sich Jens Heddrich zuversichtlich.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns unter www.konrad-zuse-schule.de.

Wir freuen uns, Sie in Ihrer persönlichen Bildungskarriere zu beraten. Für die vollschulische Ausbildung „Assistenz für Informationstechnologie“ und viele andere Bildungsgänge sind noch Plätze frei.

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Über Sascha-Pascal Schimmel

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